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Ausgabe:

1917

Spalte:

185-186

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Johnston, Reginald Fleming

Titel/Untertitel:

Buddhist China 1917

Rezensent:

Haas, Hans

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schiirer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiUS und Professor Lic. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich IO Mark

0 r yt -ivv -t s- Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find au s f c h 1 i e ß I i c h an .

4ä. Janrg. Nr. 10. Profeffor D. Titius in Göttingen, Nikolausberger Weg 66, rufenden, J.2S. Mctl S31 /

D Rezcnfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Johnflon, Buddhift China (Haas).

Latte, De saltationibus Graecorum (Ziehen).

Cornill, Einleitung in die kanonifchen Bücher

des A. T. 7. Aufl. (Bertholet).
Jefchurun, II. u. III. Jahrg. (Strack).
Eucken, Die geiftesgefchichtliche Bedeutung

der Bibel (v. Dobfchütz).
Meyer, Der politifche Einfluß Deutfchlands

und Frankreichs auf die Metzer Bifchofs-

wahlen im M.-A. (Lerche).
Nederlandfch Archief voor Kerkgefchiedenis.

N. S. 12. u. 13. Deel. (Kohler).
Bergmann, Die Täuferbewegung im Kanton

Zürich bis 1660 (Schornbaum).
Loefche, Zur Gegenreformation in Schlefien,

t u. II. (Völker).

Loefche, Die letzten Maßnahmen MariaTherefias

gegen die Ketzer (Völker.).
Spinoza, Briefwechfel (Oftertag).

— Lebensbefchreibungen und Gefpräche (Derf.).
Bohrmann, Spinozas Stellung zur Religion.

(Derf.).

Huan, Le Dieu de Spinoza (Derf.).
Caffirer, Berkeleys Syftem (Buchenau).
Schaeder, Theozentrifche Theologie(Lobftein).

— Streiflichter zum Entwurf e. theozentrifchen
Theologie (Derf.).

Foerfter, Die chriftliche Religion im Urteil

ihrer Gegner (Schufter).
Das Buch der Gottesfreunde. Hrsg. v. K. J.

Friedrich (Thimme).

Lindeboom., Evangelisatie en genadeverbond

(Windifch).

Greißl, Otto Willmann (Knoke).

Referate: Cumont, Die orientalifchen Religionen
im römifchen Heidentum, 2. Aufl. —
Schweizerifche Theologifche Zeitfchrift, 32.
Jahrg. 1915. — Haupt, Heffifcbe Biographien
, I. Bd., 2. u. 3. Lfg. •— Eucken,
Die Träger des deutfchen Idealismus. —
Parpert, Evangelifches Mönchstum.

Mitteilungen: 3. Neues über Amenophis IV. -—
4. Die Stellung von Clemens Maria Hoffbauer
zum Proteftantismus.

Wichtige Renzenfionen. — Neuefte Literatur.

Johns ton, Reginald Fleming: Buddhist China. (XVI, 403 S.
m. Abbildgn.) 8°. London, J. Murray 1913. s. 15 —

Beides, den Buddhismus des religiöfen Laienvolks
wie den der tonfurierten Klofterinfaffen des heutigen
China, lehrt, auch dem Fachmann nicht wenig Neues
bringend, Johnstons auf tüchtigem Studium nicht nur der
europäifchen Literatur, fondern auch chinefifcher Quellen,
und auf verftändnisvoller Beobachtung gegründetes, durchaus
edelfter Objektivität fich befleißigendes Werk kennen
und verftehen. Nicht weniger lehrreich als die ausführlichen
Berichte über die alten Hauptfitze buddhiftifcher
Kultpraxis find die die Gefchichte der Pflanzung und
Entwicklung der Religion fkizzierenden und die das
Wefen des Mahäyäna im allgemeinen wie feiner chine-
fifchen Erfcheinungsform im befonderen charakterifierenden
Kapitel des wertvollen Buches, das dem Buddhismus von
China auch zu neuer Lebensäußerung in der Zukunft
noch Kraft zutraut. — Mit diefen Sätzen habe ich bereits
im Theol. Jahresb. (33. Bd. 1914, Abt. I) in der dort gebotenen
Kürze über Johnstons Buch referiert. Meine der
ThLZ auf Erfuchen prompt gelieferte Anzeige, die längft
hätte erfcheinen müffen, hat der Herr Herausgeber, wie
er mich eben erft hat wiffen laffen, nicht erhalten. Es
hat mich nicht eben fehr verdroffen, daß diefer Manufkript-
verluft mir zur Nötigung wurde, mich noch einmal an
die Lektüre der 400 Seiten zu machen. Ich flehe nach
ihr nicht an, mein früher abgegebenes günftiges Urteil
voll aufrecht zu halten. Aufgefallen, in meinem befonderen
Falle nicht unangenehm aufgefallen, ift mir beim
erneuten Lefen, daß der Autor erft von S. 82 feines
Buches ab eigentlich zur Sache kommt und daß auch
weiterhin im Texte viele Blätter ruhig überfchlagen werden
können. Die Ausführungen über religiöfe Wallfahrten
überhaupt und befonders im mittelalterlichen Europa
(S. 122—133) laffen völlig vergehen, daß man ein Buch
über China vor fich hat. Ein anderes, was mir, heute
weniger angenehm, aufgefallen, ift die Nichtberückfichti-
gung aller deutfchfprachigen Literatur. Das einzige von
Johnston gekannte Werk diefer Herkunft fcheint Ernft
Börfchmanns ,Die Baukunft und religiöfe Kultur der
Chinefen' (Bd. I) zu fein (S. 260), eine deutfche Gelehrtenarbeit
, deren Nichterwähnung an dem betr. Orte freilich
auch unentfchuldbargewefen wäre. Aber: fchreibtJohnston

•85 A

nicht ausfchließlich nur ,for English readers', fo hätte
z. B. S. 142 auf jeden Fall auch Hackmann, ,Von Omi
bis Bhamo' nicht unangeführt bleiben dürfen. S. 194 lieft
man: ,Next to nothing about the cult of Ti-tsang (whose
very name will be stränge to many western readers) is
to be found in European books on Chinese Buddhisnr,
— ein Paffus, der jetzt feit einiger Zeit bereits antiquiert
ift durch M. W. de Vissers Monographie ,The Bodhisatt-
va Ti-tsang (Jizö) in China und Japan'.

Damit aber diefe paar Ausftellungen, denen ja nun
freilich noch manche andere angereiht werden könnten,
meine dem Buche oben gefpendete Anerkennung nicht
etwa erfticken, fei ausdrücklich noch bemerkt, daß, fetzten
nicht Raumrückfichten diefem Referate Schranken, eben
diefes Lob durch ein vieles im Buche näher fich begründen
und belegen ließe. Aufmerkfam gemacht aber fei
doch wenigftens auf die S. 82 ff. gebotene klare Darftellung
der Sektenverhältniffe des chinefifchen Buddhismus (,the
lines of sectarian demarcation are now almost obliterated';
,it was . . . the Ch'an [Dhyäna] in alliance with the
Amidist schools that victoriously encroached upon the
territories of its rivals') und auf die S. 175—192 gegebene
dankenswerte ausführliche Inhaltsangabe eines bislang
noch in keine europäifche Sprache überfetzten kanonifchen
Mahäyänatextes, des Ti-tsang pü-sa-pen-yüan-ching (N. B.
Cat. 1003), der chinefifchen Verfion des fanskritifchen
Kshitigarbha-bodhisattva-pürvanapranidhäna-sütra.

Leipzig. H. Haas.

Latte, Kurt: De saltationibus Graecorum capita quinque.

(Religionsgefchichtliche Verfuche u. Vorarbeiten. XIII.
Bd., 3. Heft.) (112 S.) gr. 8°. Gießen, A. Töpelmann
!913- M. 4 —

Aus dem griechifchen Altertum find uns eine große
Zahl Tänze überliefert, leider zum großen Teil nur Namen
oder wenig mehr als Namen, die aber allein für fich fchon
durch ihre altertümliche oder eigentümliche Form unfer
Intereffe erwecken. Eine neue Schrift über griechifche
Tänze wird man daher mit einer gewiffen Spannung in
die Hand nehmen, zumal nachdem Wundt in feiner
Völkerpfychologie, ausgehend von den primitiven Völkern,
den Tanz in fo geiftvoller Weife behandelt und auf feine

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