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Ausgabe:

1916 Nr. 4

Spalte:

94

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Schwencker, Friedrich

Titel/Untertitel:

Bilder zu den altkirchlichen Perikopen. Aussprüche u. Beispiele als Handreichg. f. Geistliche u. Erbauungsbuch f. die Gemeinde. 1. Tl.: Bilder zu den Episteln des Kirchenjahres. 2. verm. Aufl 1916

Rezensent:

Knoke, Karl

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Theologifche Literaturzeitung 1916 Nr. 4.

94

unitatem'), und dem Satze ,Episcopatus unus est cujus a singulis
in solidum pars tenetur' (de unit. c. 4). Sie richtet (ich hauptfächlich
gegen meine Auffaßung der genannten Stellen, aber auch
gegen einige andere, inzwischen auf katholifcher Seite lautgewordene
Stimmen. Namen werden keine genannt, auch die Schriften und
Zeitfchriften nicht angegeben (mit Ausnahme von S. 50 A. 1).
Bemerkenswert ift das Geftändnis S. 60, daß man (auf katholifcher
Seite) nicht mehr wage, die Deutung der ,matrix et radix' von der
römifchen Kirche entfchieden zu vertreten. Demnach fcheint
mein Buch über Cyprian, das nach Knellers Rezenfion (Stimmen
aus Maria-Laach Bd. 79, S. 81) ,wi(Tenfchaftiich keinen Wert hat'
doch auch in orthodoxen Kreifen nicht ganz ohne Wirkung geblieben
zu fein. Auf Knellers Darlegungen werde ich gegebenen
Orts eingehen. Sie eignen fich vorzüglich zu feminariftifchen
Übungen — um den Anfängern an einem Mufterbeifpiel zu zeigen,
wie man eine kirchen- und dogmengefchichtliche Frage nicht an-
faiTen darf, wenn man einigermaßen methodifch kritifch vorgehen
will. Koftbar ift die Bemerkung S. 56, daß Papft Kornelius ,matrix
et radix' auf die römifche Kirche habe beziehen müffen, weil die
,koftbare' Sammlung von ,Paralleirtellen' — diefe letztern Anführungszeichen
ftehen bei Kneller — zu jenen Bildern erft feit
dem Jahre 1910 vorlägen. Pater Kneller darf mir aber glauben,
daß der biedere Kornelius auch noch nicht an der Academia dei
Nobili oder an der Gregoriana einen Traktat de Romano Pontifice
gehört hatte.

München. Hugo Koch.

Münchener Mufeum für Philologie des Mittelalters und der Renairfance.

Hrsg. v. Prof. Friedrich Wilhelm. 2. Bd., 3. Heft. (S. 239—

367) 8». München, G. D. W. Callwey 1914.
Außer Beiträgen, die den Kirchenhiftoriker nur mittelbar
angehen, wie dem Artikel von O. Achelis über die Afopüber-
fetzung des Lorenzo Valla (S. 239 - 278) mit feinen reichen biblio-
graphifchen Nachweifungen, und den medizinifchen Notizen aus
dem Bafler Cod. B. XI. 8. (XIV. s.), die Fr. Wilhelm S. 365-367
veröffentlicht, enthält das Heft auch drei kirchengefchichtlich wertvolle
Artikel. Ferd. Vetter unterfucht S. 279—333 das Tegernfeer
Spiel vom deutfchen Kaifertum und vom Antichrift und fügt der
Untersuchung eine fehr lesbare deutfche Überfetzung bei. Nach
ihm ift das Drama zu Lebzeiten Friedrichs Barbaroffa verfaßt und
wahrfcheinlich während der Vorbereitungen zum Kreuzzug ent-
ftanden und auch aufgeführt worden. Die in dem Spiel verkörperten
Ideen erhalten eine treffende Würdigung. Lefefrüchte bietet
der unermüdliche C. Weyman S. 334—342; die Einzelbeobachtungen
, die er bringt, find auch hier wertvoll; ich fürchte nur,
daß auch fie, wie foviele andere, nicht eher rechte Beachtung finden
als bis der Verfaffer ein fyftematifches Verzeichnis aller
von ihm behandelten Stellen gegeben haben wird. Als Verfalfer
der von den Philologen mehr als von den Theologen beachteten
Praecepta vivendi per singulos versus quae monastica dicuntur
weift Ad. Streib S. 343 -364 Alcuin nach. Aus diefen Beiträgen
kann erfehen werden, daß das Münchener Mufeum für die, die
fich für die Latinitas mediae et infimae aetatis intereffieren, fehr
Beachtenswertes bietet.
Kiel. G. Ficker.

Diehl, Dr. Anton: Adam Franz Lennig, Domdekan u. Generalvikar
v. Mainz. (Führer des Volkes, 9. Heft.) (70 S. m. 1 Bildnis.)
8!. M. Gladbach, Volksvereins-Verlag 1914. M. —60

Der Verf., dem der Nachlaß Lennigs unzugänglich geblieben
ift, bringt über den Mitarbeiter Kettelers nichts von Bedeutung,
was nicht aus Brücks Biographie Lennigs (1870) oder Pfülfs Buch
über Ketteier bekannt wäre. Das Büchlein ift beffer durchgearbeitet
und in gemäßigterem Geifte gefchrieben, als die nur durch ihren
Stoffreichtum wertvolle Veröffentlichung Brücks. Aber wenn
dem Verf. gelegentlich auch eine hübfche Formulierung gelingt,
im ganzen ift die Darfteilung doch feltfam gefchraubt und gefpreizt.
Die Uberfchätzung Lennigs ift manchmal geradezu grotesk (vgl. S.13f.,
S. 60); S. 65 muß man fich über diefen Mann zwölften Ranges
fagen laßen: ,Liebte es mehr, vom allesüberfchauenden Regiepulte
aus die Fäden der Gefchichte zu leiten, als auf offener
Buhne mit den Zeitereignirren zu ringen'. Soll durch folche Sätze
vielleicht der fonft freilich nicht ganz leichte Nachweis beigebracht
werden, daß der gewiß recht tüchtige Mainzer Domdekan unter
uie ,Fuhrer des Volkes' gehört?
Freiburg i. B. Vigener.

Meyer, Prof. D.Johannes: LiturgiTche Texte. IX. Die hannoverfche
Agende im Auszug. (Kleine Texte f. Vorlefgn. u. Übgn. 125.)
(30 S.) 8". Bonn, A. Marcus & E. Webers Verl. 1913. M. — 75

In der Lietzmannfchen Sammlung ift jetzt auch ein Auszug
aus der Hannoverfchen Agende erfchienen. Die Druckeinrichtung
ift ebenfo wie in den Heften 70 (Preußifche Agende) und 75 (Säch-
fifche Agende). Die zu fingenden Worte find mit Schwabacher Schrift
gedruckt. Aufgenommen ift Hauptgottesdienft(Ofterfonntag) Abendmahlsfeier
, Beichte, Kindertaufe, Konfirmation und Begräbnis. Die
Anmerkungen geben einen Hinweis auf die im Auszuge weg-
gelaffenen Paralleltexte oder auf andere Anordnungen der Agende.
Recht überfichtlich werden in dem kleinen Format und Druck
diefe Agendenauszüge nie. Trotzdem find fie für Seminarzwecke
dankbar zu begrüßen und werden hoffentlich für Baiern, Baden,
Elfaß and andere bedeutfame Landeskirchen fortgefetzt.
Greifswald. Ed. von der Goltz.

Schwencker, Paft.Friedrich: Bilder zu den altkirchlichen Perikopen.

Ausfprüche u. Beifpiele als Handreichg. f. Geiftliche u. Erbauungsbuch
f. die Gemeinde. 1. Tl.: Bilder zu den Epifteln
des Kirchenjahres. 2. verm. Aufl. (XXIV, 538 S.) 8°. Leipzig,
G. Strübigs Verl. 1914. M. 6 — ; geb. M. 7.25

Der Verf. bietet in feinem Buche eine Menge von Gedanken
und Ausfprüchen, welche er aus Predigten und andern Arbeiten
zur Illuftration der altkirchlichen Sonntagsepifteln zufammenge-
tragen hat, um damit Anregung zum Verftändnis und zur Anwendung
der Texte zu geben, über welche eine Meditation erfolgen
foll. Daß derartige Hilfsmittel Anklang finden und auch
gebraucht werden, ergibt fich aus der Tatfache, daß für die Arbeit
eine zweite Auflage 1914 erforderlich geworden, nachdem
die erfte 1909 erfchienen war.
Göttingen. K. Knoke.

Albani, D. Johannes: Vierzig Tage in der YVürte. Ein Gang, fich
felbft zu finden. (131 S.) kl. 8". Dresden, C. L. Ungelenk 1914.

M. 1.50; geb. M. 2.25
Es ift nicht nur Abneigung gegen den Namen des Ignaz von
Loyola, deffen ,Geiftliche Exercitien' Vf. ,aus dem Katholifchen
ins Evangelifche' hat überfetzen wollen, was mich gegen die vorliegende
Darbietung kritifch macht. Ich glaube, daß auf evan-
gelifchem Boden für folche methodifche Selbftbearbeitung,
wenn fie auch mit dem legitimen Mittel der betenden Selbft-
prüfung vor Gott gefchieht, nicht der rechte Platz ift. Ohne jenen
methodifierenden Einfchlag gebraucht, können einzelne der Andachten
heilfam wirken; andere haben mich ziemlich unbefriedigt
ge laßen.

Halle a. S. K. Eger.

Wichtige Rezensionen.

Von Prof. Lic. Paul Pape in Berlin W. 57, Manfteinftr. 10.

Bezügl. Hinwerfe und Sendungen find jederzeit erwünfeht.

Gabriel: Die Theologie W. A. Tellers (v. MPeters: Thl.tbl 1914, 26;

v. Allaur: DtfchLtz 1915, 8; v. Troeltfch: HißZ III, 19, 2, 1915; v.

HL: ZKgefch 36, 1/2, 1915).
Gennrich: Moderne buddhift. Propaganda (v. OMaas: ThRev 1914,

19/20; v. JVVarneck: ThLtbl 1915, 16; v. B: LtZtrbl 1915, 50).
Gefenius-liuhl: Hebr. u. aram. Wörterb. z. A. Teft. (v. Jl.inder: ZKath

Th 1915,4; v. WCafpari: ThLtbl 1915. 21; v. König: ThLtber 1915, 12).
Geyfer: Die Seele (v. FHatheyer: ZKathTh 1914, 4; v. AMeßer: Dtfch

Ltz 1915, 43; v. KOeUerreich: LtZtrbl 1915, 30).
Girgenfohn: Der Schriftbew. i. d. evaug. Dogmatik (v. BBartmann:

ThRev 1915, 9/10; v. HStephan: ThRdfch 1915, 4; v. Sn: LtZtrbl

I9'5. 43)-

Glafenapp: Der Jahvismus als Gottesvorftellg. (I'.iblZ 1915, 3; v. EKonig:

ThLtbl 1915, 22; v. Sachffe: ThLtber 1915, 12).
Goltz: Der Dienft d. Frau i. d. chriftl. Kirche (v. Schwerdtmann: Th

Ltbl 1914, 19: v. Jordan: ThLtber 1914, 6; v. JvWalter: DtfchLtz

191S. 47)-

Goodfpeed: Die älteften Apologeten (v. WPArmstrong: PrincetThRev
1915, 3; RevExpos 1915, 3; BiblZ 1915, 2; v. GRaufchen: ThRev 1915,
13/14; v. HJordan: ThLtbl 1915, 19; v. Kropatfcheck: ThLtber 1915,
5; v. GKr. LtZtrbl 1915, 18).

Gooffeus: Die Frage nach d. makkab. Pfalmen (v. Rießler: ThQuartfch
1914, 3; BiblZ 1915, 1; v. ASchulte: ThRev 1915, 5/6; v. JWRoth-
ftein: DtfchLtz 1915, 39; v. JLinder: ZKathTh 1915, 4L

Gorion: Die Sagen d. Juden (v. BDEerdmaus: ThTijdsch 1915, 6; v.
WBouffet: ThRdfch 1915, 9; v. FFeldmann: ThRev 1915, 17/18; v.
FStrunz: LtZtrbl 1915, 41).

Gottfchick: Luthers Theologie (v. HPreuß: ThLtbl 1914, 22; v. FKropatfcheck
: ZKgefch 1914, 4; v. Albrecht: ThLtber 1915, 2; v. GBuch-
wald: LtZtrbl 1915, 14/15).

Goetz: Das apoftol. Glaubensbekenntnis (v. NBonwetfch: ThLtbl 1914,
1; v. Zimmer: ThLtber 1914, 4; v. F'Kattenbufch; DtfchLtz 1915, 5;
idem: ThRdfch 1915, u/12).