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Ausgabe:

1916

Spalte:

25-26

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Oldenberg, Herm.

Titel/Untertitel:

Die Lehre der Upanishaden und die Anfänge des Buddhismus 1916

Rezensent:

Franke, R. Otto

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack
Fortgeführt von Professor D. Arthur Titius und Professor Lic. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig_Halbjährlich 10 Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlichan /-»«"» T

4J .Tarirf? Nr 2 Profeffor D. Titius in Göttingen, Nikolausberger Weg 66, zu fenden. /Sxä. UcHlUar lyiO

-na.« uuin b. . t~ Rezenfionsexcmnlare ausfchließlich an den Verlag.

Gillenberg, Die Lehre der Upanishaden u. die Jahrbuch für Brandenburgifche Kirchen- tigung des Vorentwurfs und C.cgcnentwurfs

zum Strafgefetzbuch fowie der neueren Straf-

Anfange des Buddhismus (Otto Franke). gefchichte. il. u. 12. Jahrg. (Otto Clemen).

Gefenius' hebräifches und aramäifches Hand- Loofs, Matthias Claudius in kirchengefchicht-

wörterbuchüberdasAlteTeltament(Schwallv). ]icQer Beleuchtung (Stephan).

„ , , „ . r ri j Wendland, DiereligiöfeEntwicklung Schleier-

Beckeru. Dalman, Karte von Jerufalem und h . (S h 1z)

Mittel-Judäa (Guthe). , Strittr ^ Vertreibung der Jefuiten aus

Leeuwen, Het Evangehe van Mattheus (Win- ; Deutrcj)lancI im Jahre l872 (Hoensbroech)

difch),

Hirzel, Die Berfon (Cybulla).
Johann Georg, Streifzüge durch die Kirchen
und Klofter Ägyptens (Stuhlfauth).

Dunkmann, Idealismus oder Chriftentum?
(Lobftcin).

Michels, Probleme der Sozialphilofophie
(Tönnies).

Kern, Quellen zur Gefchichte der mittelalter- 1 Vorwerk, Erziehung zum tätigen Chriftentum

liehen Gefchichtsfchreibung. I. (Levium). (Schloffer).

Hirfch, Die Klofterimmunität feit dem In-1 Simfa, Unfer Glaube ift der Sieg (v. d. Goltz),

veftiturftreit (Stimming). j Bode, Die Religionsdelikte unter Berückfich-

gefetz-Entwürf'e in Ollerreich und der Schweiz
(Sehling).

Referate: Das Neue Tellament u. die Pfalmen.
— Ihm eis, Das Bekenntnis der Kirche u.
die Diener der Kirche. — Laible, Die Aufgabe
der Kirche gegen die Gemeinfchalten. —
Bauer, Unfre Jugend. — Claffen, Zucht u.
Freiheit.—Albani,EinepraktifcheErziehung
zum Seelforger. — Dryander, Die außer-
gottesdienWiche Wortverkündigung durch die
GeiWichen. — Zauleck, Theorie und Praxis
des Kindergottesdienftes.

Mitteilung: (2) PreisaufgabederKantgefellfchaft.

Wichtige Rezenfionen. — Neuefte Literatur.

Oldenberg, Herrn.: Die Lehre der Upanishaden und die An- I Philofophie wie die derUpanisaden mit Zauberwefen etwas
fange des Buddhismus. (VIII, 366 S.) gr. 8°. Gottingen, z« tun haben kann, und ob diefes nicht vielmehr nur ein
Vandenhoeck & Ruprecht 1915. M. 9-; geb. M. 10- Verfallsprodukt aus jenen ,ft. Hat ja doch auch aner-

kanntermaßen die kultifche Zauberpraxis in Indien ihren
Höhepunkt erft in einer auf den Rgveda folgenden Periode
erreicht. Wen die philofophifchen Elemente des rgve-
difchen Gottesglaubens mehr intereffieren, der fei vorläufig
wenigftens auf des Ref. Artikel ,Kant und die alt

Oldenbergs reiche Spenderhand gibt im vorliegenden
Buche noch mehr, als die Auffchrift befagt. Er unterfucht
nicht nur das Wefen und das hiftorifche, fachliche und Abhängigkeitsverhältnis
der eigentlichen Upanisaden-Philo-
fophie und des Buddhismus, fondern in gewiffen Grenzen
auch eines dritten, nicht mit genannten, Lehrfyftems oder
vielmehr Doppelfyftems, deffen Wurzeln in die Upanisaden
zurückreichen, des Sämkhya-Yoga. Daß, obwohl Vorbehalte
zu machen find, der Lefer, Mitforfcher wie Laie,
weitgehende Belehrung und Anregung daraus fchöpft
und daß O'.s bekannte Darftellungskunft das Lefen des
Buches zu einem Genuffe zu machen geeignet ift, braucht
kaum noch erwähnt zu werden.

indifche Philofophie', in ,Zur Erinnerung an Immanuel
Kant, herausgegeben von der Univerfität Königsberg',
Halle a/S. 1904, S. 107—141, verwiefen.

Sorgfältiger Prüfung an der Hand von Senart's Darlegungen
im Florilegium Melchior de Vogüe, Paris 1909,
S. 575—87, bedarf fodann O.'s Fefthalten an feiner Über-
ietzung des Terminus upanisad als .Verehrung', gegenüber
Senart's Wiedergabe durch .Erkenntnis, Wiffen'.
Begriff und Wort mäyä für die illuforifche Erfcheinungs-

Auch der Fachmann würde bedingungslos anerkennen ; welt ift fo weit davon entfernt, in philofophifchem Sinne
und feine Kritik auf Einzelpunkte einfehränken können, j erft in einer jüngeren Upanisad aufzutauchen, daß vielhätte
der Verf. nicht den Stoff bis in feine Veräftelungen j mehr fchon der Rgveda fie mehrfach nennt. Man prüfe
hinein unter einen Gefichtspunkt geftellt, der eigentlich 1 auch forgfam O.'s Gründe für feine jetz:ge Auffaffung vom

nicht zur Sache gehört, der nicht von jedem geteilt wird,
und den famt den durch ihn hervorgerufenen Verfchie-
bungen der Perfpektive mancher erft fich wird wegdenken
muffen, um den hohen Wert von Oldenbergs Leiftung
rein zu würdigen: Von derfelben ethnologifchen Theorie
vom Zauberwefen und anderen Arten des Aberglaubens
als Grundlage der Religion, die er in feinem Buche ,Die
Religion des Veda', Berlin 1894, zuerft auf die indifche
Religion angewandt hat, ift auch das vorliegende Werk

Alters- und Abhängigkeitsverhältnis von Sämkhya- und
Yoga-Lehre als angebl. Prius und dem Buddhismus als
Pofterius. Und was Einzelheiten feiner Auffaffung von
Buddhas Lehre anbetrifft, fo urteile man vorfichtig z. B.
darüber, ob für fie wirklich noch ein .Selbft' im Hintergrunde
fteht, wie O. z. B. S. 306 f., 308 f, 319 Anm. 1, 332 andeutet
, und ob man in ihr von Geburten als etwas Wirklichem
und davon reden darf, daß die buddhiftifche Kau-
falitätsformel ,über mehrere Geburten hinüberreiche' (S. 302

getragen (vgl. z. B. S. 10 ff., 20, 23, 68, 74 Anm., 113, 126, I Anm.)
129. 157. 167, 171 ff. 177, 179, 191, 218, 259, 265 Anm. 1, Den Vorzügen des Buches ift deffen Ausftattung an-

67). In zwei Sätzen des .Rückblickes' auf S. 191 findet j gemeffen.die dem verdienten Verlagewie immer Ehre macht.

Königsberg i/Pr. R. Otto Franke.

die Art ihrer Anwendung auf den behandelten Stoff ihren
bündigen Ausdruck: ,ln ferner Vergangenheit hatte fich
der Zauberer zum Priefter entwickelt. So fängt in der
Zeit der Upanisaden der Zauberer-Priefter an Philofoph Gefenius , Wilhelm, hebra.fches und arama.fches Hand-
zu werden'. Ref. verfagt es fich, fchon um nicht zu viel j Worterbuch über das Alte Teftament. In Verbindg. mit
Raum beanfpruchen zu müffen, diefe völkerkundliche! Proff. Drs. H. Zimmern, W. Max Müller und 0. Weber
Theorie an fich und in ihrer Anwendung auf die indifche bearb. v. Prof. Dr. Frants Buhl. 16. Aufl. (XIX,

Religion und Philofophie hier zu kritifieren. Er weift aber
den Lefer nachdrücklich darauf hin, daß er mit möglichft
wacher Kritik zu lefen und zu prüfen hat, ob eine fo erhabene
, geradezu philofophifch zu nennende Religion

1013 S.) Lex. 8°. Leipzig, F. C. W. Vogel 1915.

M. 20—; geb. M. 22 —
Die vorliegende 16. Auflage des bekannten Werkes

wie fchon die ältefte Rgveda-Religion und eine fo hohe weift wieder bedeutende Erweiterungen und Verbefferungen
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