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Ausgabe:

1916

Spalte:

21

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Page, Otto

Titel/Untertitel:

Evangelische Jugendpflege. Ein Handbuch f. evangel. Gemeindejugendarbeit 1916

Rezensent:

Goltz, Eduard Alexander

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liehe Glückfeligkeitsltreben, das Kant doch anerkennt, nie zur Ruhe,
während es von Thomas ganz befriedigt wird.
Tübingen. Otto Scheel.

Schäfer, f Paft. em. Dir. D. Theodor: Leitfaden der Inneren

MilTion zunächft f. den Berufsunterricht in Diakonen- u.

Diakoniffen-Anftalten. 5., durchgef. u. bis auf die Gegenwart

fortgeführte Aufl. (XII, 487 S. m. Bildnis.) 8». Hamburg,

Agentur des Rauhen Haufes 1914. Geb. M. 7 —

Die vorliegende fünfte Auflage des Schäferfchen Leitfadens
der Innern Million, der urfprünglich als Unterlage für den Unterricht
der Brüder im Rauhen Haufe gefchrieben wurde, hat im
Wesentlichen die Geftalt behalten, die ihm in der vierten Auflage
1903 gegeben war. Tendenz, Anlage und fchematifche Durchführung
der Darftellung der einzelnen Zweige der Liebestätigkeit,
die unter dem Namen der I. M. zufammengefaßt zu werden pflegen,
find gegenüber der erbten Auflage unverändert geblieben; im einzelnen
ift jedoch eine Erweiterung, namentlich auch hinflchtlich
des Abfchnittes von der Gefchichte der I. M. erfolgt. Wertvoll
ift der S. 43fj—487 gegebene Literaturnachweis', der bis 1914
ziemlich voliftändig durchgeführt ift. Der Verf. hat die neue Auflage
noch felbft vorbereitet und deren Korrektur etwa bis zu zwei

Dritteln beforgen können. Nach feinem am 24. Februar 1914 er- Mitteilung.

Pfingftfeier; hier will auch der leitende Gedanke, der den Geburtstag
der Kirche außer acht läßt, nicht genügen. Dem Zöllnergebet
(Luk. 18, 13) fehlt ftets das Komma! Die Predigtfkizzen
find vortrefflich, und die ganze gediegene Schrift alles Lobes wert.
Münfter i. W. J. Smend.

Nachtrag zu 1915, Sp. 508.

Bei Gelegenheit erneuter Durcharbeitung von Norden's
Agnostos Theos werde ich wieder auf eine Tatfache aufmerkfam,
die mir leider aus dem Gedächtnis entfehwunden war, als ich
die Befprechung von Elbogen's Werk niederfchrieb: der zu früh
heimgegangene G. Loefchcke hat in feiner geiftvollen Studie
,Jüd. und Heidn. im chriftlichen Kult' (1910) das Problem klar
formuliert, wenn er S. 15 fagt: ,Die chriftliche Liturgie ift
. . . . wohl aus der jüdifchen hervorgegangen'. Bei L.
weitere Literatur zu dem Problem.
Jena. W. Staerk.

folgten Tode hat Dr. P. Schäfer in Schwerin die Kontrolle der
Drucklegung zu Ende geführt.
Göttingen. K. Knoke

1. Das Hethitifche eine indogermanifche Sprache?
In Nr. 56 der Mitteilungen der Deutfchen Orient-Gerellfchaft' legt
der Wiener Prof. Fr. Hrozny einen vorläufigen Bericht über feine
Entzifferung der hethitifchen Urkunden von Boghazköi vor. Er
glaubt im Hethitifchen ein Deklinationsfchema indogermanifcher
Art, fowie eine Reihe hethitifcher Pronomina und ein Paradigma
des hethitifchen Verbums nachweifen zu können, die eine ,geradezu
ideale Übereinftimmung' mit indogermanifchen Analoga darbieten.
Auch in den Adverbien und im Wortfehatz finden (ich bemerkenswerte
Übereinftimmungen. Genauer laffe fleh das Hethitifche
als eine Centum-Sprache beftimmen, die wohl in die unmittelbare
Nähe des Lateinifchen zu ftellen fei und auch dem Tocharifchen
nahe ftehe, übrigens auch in mancher Hinficht (ich mit den indogermanifchen
fetem-Sprachen, dem Arifchen, Slavifchen und teilweife
auch dem Armenifchen berühre. Vermutlich habe außerdem
auch die Sprache der vorhethitifchen Bevölkerung des Landes,
fpeziell die Mitanni-Sprache, noch mehr aber vielleicht die Harri-
Sprache großen Einfluß auf die indogermanifche Sprache der
Hethiter ausgeübt, komme doch die letztere auch als Kultfprache
ausdrücklich in hethitifchen Dokumenten zur Anwendung! Im
Harri vermutet H. eine ,mit dem Chaldifchen, noch mehr aber
mit dem Mitanni verwandte, fich von diefem vielleicht bloß
dialektifch unterscheidende Sprache, die gewiffe Berührungen mit
den Kaukafus-Sprachen zeigen würde'. Hoffen wir, daß die Abhandlung
fich als Markftein auf dem Wege zur Entzifferung des
Hethitifchen erweifen werde und das es gelingen möge die
wichtigenhethitirchenBoghazköi-Texte,zudenenneben hiftorifchen

Page, Pfarrariift. Otto: Evangelische Jugendpflege. Ein Handbuch
f. evangel. Gemeindejugendarbeit. (IV, 260 S.) gr. 8". Gießen,
A. Töpelmann 1913. M. 4—; geb. M. 4.60

,Ein Handbuch für evangelifche Gemeindejugendarbeit' ift
das Page'fche Buch nicht, wie der Untertitel verfpricht. Auch
,evangelifche Jugendpflege' ift eine etwas zu umfaffende Bezeichnung
für den Inhalt des Buches. Es enthält Beobachtungen und
ftatiftifches Material über die Jugendpflegearbeit in Heffen mit
einer Beurteilung der dort durch Fragebogen feftgeftellten Ver-
hältniffe, die gewiß auch für weite Gebiete in andern Teilen
Deutfchlands zutrifft. Im dritten Abfchnitte ,Evangelifche Jugendpflege
' gibt der Verfaßter praktifche Gefichtspunkte und Blicke
für die Arbeit. — Der erfte Teil der Arbeit bringt eine Menge
von Antworten, aus den für Helfen vom Verf. aufgeftellten Fragebogen
, die z. T. interelfant find, im Ganzen aber nur das Bild
beftätigen, das jeder Praktiker kennt. Steht der auf folche Aufteilung
und Verarbeitung von Fragebogen aufgewandte Fleiß
im Verhältnis zum Gewinn? Das darf um fo mehr gefragt werden,
als die Antwortenden fich die geiftige Orientierung nicht haben
vorfchreiben laffen, der Bearbeiter aber auch in feiner Kritik den
Verhältniffen vielleicht nicht immer gerecht wird, die ftärker
find als alle fchönen Gemeindetheorien. Jedenfalls find fehr viele
der mitgeteilten Antworten eine deutlichere Charakteristik der in
der heffifchen Geistlichkeit vorhandenen Auffaffungen über die

gemeinheiten wenig hinaus kommen. Daß grundsätzlich die
Pflicht der evangelifchen Gemeinden zur Jugendarbeit befteht,
wird kein Einsichtiger leugnen. Dies mit aller Energie betont
und ausführlich dargelegt zu haben ift das Hauptverdienft des
Buches, das zweifellos fowohl das Nachdenken über diefe Probleme,
wie auch die praktifche Arbeit zu bereichern geeignet ift. Auch
der Überblick über die Gefchichte der Jugendarbeit in Heffen
wird willkommen fein. — So kann ich das Buch allen Freunden

in einer demnächst bei J. C. Hinrichs in Leipzig erscheinenden
Arbeit ausführlich darfteilen und behandeln. T.

Wichtige Rezenlionen.

Von Prof. Lic. Paul Pape in Berlin W. 57, Manfteinftr. 10.

der Jugendarbeit empfehlen als einen anregenden Beitrag zu! Bezügl. Hinweife und Sendungen find jederzeit erwün/cht.

Albrecht: Traktat Challa (BiblZ 1914, 1; v. WALElmslie: JournThStud
1914, apr; v. Hänel: ThLtber 1914, 6; v. BTfalper: JewQuartRev 1915,
july; v. LBlau: DtfchLtz 1915, 39; v. Schlögl: AllgLtbl 1915, n/12)'.

Voß. Paft. Thdr.: Der Gottesdienft als liturgifche Einheit. Mit 10 i — J?A™ Kil'ajim (v. Fiebig: LtZtrbl 1914, 27; BiblZ 1914, 3; y
iiturgifch voliftändig ausgeführten Gottesdiensten als Bei- *ger- [hQuartfch 19.5, «1 t. LBlau: DtichLtz 19.5, 391 v. Schlögl:

ihrer Theorie und Praxis
Greifswald. Ed. von der Go ltz.

fpielen. (VII, 119 S.) gr. 8°. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht
1915. M. 3.20
Ein wichtiger in Theorie und Praxis noch viel verkannter
Gedanke wird hier gefchichtlich und grundfätzlich befestigt und
an praktifchen Beispielen anfehaulich gemacht. Gefundes Urteil,
guter Gefchmack und gründliche Sachkunde reichen einander
die Hand. Vorausgesetzt wird die Meßordnung der fchleswig-
holfteinifchen Kirche, aber nicht im Sinne einer fklavifch bindenden
Agende. Die beigegebenen Mutter find in der Liedwahl
nicht überall mustergültig. Mangelhafte Melodienkenntnis in den
Gemeinden und ein unzulängliches Gefangbuch (mit üblen Lesarten
) find daran mit verfchuldet. Am wenigsten geraten ift die

Baedorf: Unterfuchgn. Uber Heiligenleben d. weftl. Xormandie (v. H
Moretus: AnalBoll 1914, 1; v. GMorin: RevBened 1914, 2; v. ABigel-
mair: DtfchLtz 1915, 41).
Baumgärtel: Elohim außerhalb d. Pentateuchs (v. PO: BollLettCritRel
1915, febr; v. RKittel: DtfchLtz 1915, 6; v. JHerrmann: ThLtbl 1915, 7).
Benz: Die Stelig. Jefu z. ateft. Gefetz (v. HPoggel: ThGlb 1914, 5; v.
Zänker: ThLtber 1914, 4; v. Belfer: ThQuartfch 1914, 3; v. FTillmann:
ThRev 1915, 3/4; v. UHolzmeifter: ZKathTh 1915, 4).
Beth: Religion u. Magie b. d. Naturvölkern (v. CClemen: DtfchLtz 1915,
12; v. FRLehmann: LtZtrbl 1915, 8; v. JWarneck: ThLtbl 1915, 10)!
Bihlmeyer: Des Sulpicius Severus Schriften. Die Regel d. hl. Benedikt
(v. HJordan: ThLtbl 1915, 7; v. GMRothenhäusler: ThRev 1915, 5/6;
v. FMSchindler: AllgLtbl 1915, 9/10; v. AK: IntKrchlZ 1915, 4).