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Ausgabe:

1916

Spalte:

505-507

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Forke, Alfred

Titel/Untertitel:

Katalog des Pekinger Tripitaka der Königlichen Bibliothek zu Berlin 1916

Rezensent:

Haas, Hans

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur Titius und Professor Lic. Hermann Schuster

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Forke, Katalog der Pekinger Tripitaka (Haas). Schm ar f o w, Kompofitionsgefetze in der Kunft

Hopkins, Epic Mythology (Oldenberg). des Mittelalters (Strzygowski).

König, Gefchichte der altteflamenüichen Re- ! Schmidt-Ewald, Die Entftehung des welt-

ligion. 2. Aufl. (Nowack.) liehen Territoriums des Bist. Halberfladt

Mandel, Chriftliche Verfölmungslehre (Wendland
).

Herold, Unfere Kirchenkonzerte und die
gottesdienftlichen Aufgaben der Kirchenchöre
(Smend).

----- _.---- (Lerchel (omeuu;.

Mahler, Handbuch der jüdifchen Chronologie V £ . ... WnltmHtrlim fStiiM Referate: Kögel, Zum Gleichnis vom unge-

(O. Holtzmann). Braun Spamens alte Jefu.tenkirchen (Stuhl- rechten Haushalter _ Hadorn, Das taufend-

Makarewicz, Die Grundprobleme der Ethik i ~ .V. '.' . r.Mlfrhnft für niederfäch ! i,ähriSl.Reic]V _ Jl«g«6ön? vlos, Nmo-

hei Ariftoteles IGoedeckemeverl Zeitfchnft der GefeÜTcnatt tur niederlach- i,ao; nanaöonovkos Äcztvnvöc. — Fiebig,

bei Ariftoteles (Goedeckemeyer). fifche Ki^^efcWchte. 20. Jahrg. (Bollert). Bilder aus der GefchiclUe des Chriftentums;

Kiefl, Die Theorien des modernen Sozialismus , Sehultheß - Rechberg, Die zürcherifche — Möhn, Konflrmandenunterricht in Theo-

über den Urfprung des Chriftentums (W.Bauer). , Theologenfchuleim 19. Jahrhundert (Troeltfch). rie u. Praxis. — Sagmüller, Lehrbuch des

Acta Conciliorum oecumenicorum. ed. Barth, Die Philofophie der Gefchichte als So- katholifchen Kirchenrechts.

Schwartz. Tom. IV. Vol. EL (v. Harnack.) ziologie. 2. Aufl. (Titius). Wichtige Rezenflonen. — Neuefte Literatur.

Forke, Prof. Alfred: Katalog des Pekinger Tripitaka der

Kgl. Bibliothek zu Berlin. (Die oftafiatifchen Sammlungen
d. Kgl. Bibliothek zu Berlin, i. Bd.) (VII, 217
S.) 4°. Berlin, Behrend & Co. 1916. Geb. M. 15—
Um die Erlangung einer kompletten Ausgabe des
chinefifchen Tripitaka hat Anfang der 70er Jahre des
vorigen Jahrhunderts S. Bealj^der in feiner 1871 veröffentlichten
Catena of Buddhift Scnptures darauf hinweift, daß
diefes hochwichtige Schriftenkorpus damals noch in keiner
einzigen unterer großen europäifchen Bibliotheken zu
finden warb fich angelegentlichft bemüht. Ein Erfolg war
ihm, obgleich das India Office ihm in aller Weife feinen
Beiftand lieh und der britifche Gefandte in Peking in der
Sache fich bei der chinefifchen Regierung verwandte, nicht
befchieden. Sichtlich verdroffen hat Beal in feinem Ab-
ftract of four lectures on Buddhift Literature in China
(1882) das erklären wollen mit dem mißtrauifchen Kon-
fervativismus der chinefifchen Regierung (S. VII); anders
in feinem zwei Jahre fpäter erfchienenen Werkchen Bud-
dhism in China (S. 19), wo er als Grund the ftrained relation-
ship exifting at that time between the Chinefe government
and the Weftern powers angibt. In Wirklichkeit wohl
hat man in Peking dem geftellten Ertlichen einfach darum
nicht entfprochen, weil man das faktifch nicht vermochte.
Nach meinen Erkundungen jedenfalls war Beals Konfta-
tierung, daß in vielen der großen Klöfter Chinas vollftän-
dige Tripitaka-Ausgaben fich fänden, zu feiner Zeit noch
— anders heute — ganz und gar nicht zutreffend. Wann
und wie die Königliche Bibliothek zu Berlin in den Be-
fitz des in Peking erworbenen, aus nicht weniger als vier
verfchiedenen Ausgaben (aus den Jahren 1578, 1592, 159^
und 1735 n. Chr.) zu fa mm enge (teil ten Tripitaka-Exem-
plars gelangt ift, wird uns von Forke, der als erften Band der
Oftafiatifchen Sammlungen der Königlichen Bibliothek
diefen Katalog vorlegt, in dem diefem beigegebenen kurzen
Vorwort nicht verraten. Aber wäre ein befferes
Exemplar in China überhaupt aufzutreiben gewefen, fo
hätte fich der deutfehe Erwerber ficher nicht mit dem
nach Forkes Befchreibung in fehr, fehr traurigem Zuftande
erhaltenen bloßen Bruchftück des (in der altertümlichen
Form des Harmonikabuchs edierten) buddhiftifchen Kanons
zufrieden gegeben, das immerhin auch als (olches,
eben um feiner Seltenheit willen und vielleicht auch weil
ihm einige Bedeutung für die Textkritik nicht ganz ab-

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j zufprechen ift, einen fchätzbaren Befitz darftellt. Die
Ausgaben 1578, 1592 und 1598 werden weder von Nan-
jio noch von Maitze (Notes de bibliographie japonaise)
erwähnt. Ich verweife aber auf Reginald Fleming John-
fton, der in feinem „Buddhift China" (1913) einiges über
den von dem Mingkaifer Wanli (1573—1619) betätigten
Eifer, den buddhiftifchen Kanon zu drucken und zu vertreiben
, zu fagen weiß. S. p. 338 f. u. vgl. p. 235.

Forkes Katalog, in Format und übriger Ausftattung
j dem 1883 von Bunyiu Nanjio in Oxford veröffentlichten,
der dem vorliegenden guteDienfte tat, angeglichen, bucht,
während diefer auf einer japanifchen Reproduktion einer
während der Ming-Dynaftie in China gedruckten Sammlung
beruhende Catalogue 1662 buddhiftifche Schriften
aufführt und befchreibt, die Titel von nicht mehr als nur
1223 Werken, von denen übrigens noch ein ganzes Siebentel
unvollftändig, zum großen Teile fehr unvollftän-
dig find. Gleich der erfte Text, nach dem ich fah, das
Yüan-jen-lun, deffen chinefifcher Autor mit fünf anderen
feiner Werke vertreten ift, ift einer der vielen ganz fehlenden
der Berliner Sammlung, und felbft von fo bedeutenden
Autoren wie Asvaghosha, Nagärjuna, Vasubandhu
u.A. ift, wie ich finde, in ihr keine Schrift erhalten, was fich
I nun ja freilich eben daher einfach erklären wird, daß in
I denKlöftern gerade die gefchätzteften Texte, weilammei-
[ ften gefucht, auch am eheften verloren und zugrunde
gehen konnten. Mit Rückficht auf diefe vielen Lücken
ift der Bearbeiter von der chinefifchen Anordnung nach
j Materien abgewichen und hat die einzelnen Werke rein
alphabetifch nach dem Transfkriptionsfyftem von Giles
j geordnet. Hat dies, wie er felbft hervorhebt, den Vor-
I teil, daß man jedes Werk, deffen chinefifchen Titel man
j kennt, fofort findet, fo hat uns eben diefen Dienft frei-
| lieh fchon eine 1910 erfchienene Publikation des Archeo-
logical Department of India, E. Deniffon Roß' Alpha-
betical Lift of the titles of works in the Chinefe Buddhift
Tripitaka, being an index to Bunyiu Nanjio's Catalogue
and to the 1905 Kioto Reprint of the Buddhift Canon'
[ (Calcutta, Superintendent Government Printing India) ge-
! leiftet, die von Forke nicht notiert wird. Hervorgeho-
I ben fei, daß unter den von ihm inventarifierten, der Aus-

| gäbe von 1735 entflammenden Texten einige wenige _

durchweg Kommentare und Originalwerke chinefifcher
Buddhiften neueren Datums — find, die bei Bunyiu Nan-
I jio fehlen, und daß der deutfehe Bearbeiter, um auch Nicht-

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