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Ausgabe:

1916

Spalte:

426-427

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Grimm, Georg

Titel/Untertitel:

Die Lehre des Buddha, die Religion der Vernunft 1916

Rezensent:

Oldenberg, Hermann

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Seite 1, Seite 2

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiuS und Professor Lic. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nm. Verlag: J. G. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 10 Mark

, , , , Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausf ch 1 i e ß I ic h an

41. Jahrg. Nr. 20/21. Pro'e(ror P-Titius in G°«tingen WMwbeTgerWegK.zukmlcTi. 28. Okt. 1916

0 I Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

I,eeuw, Godvoräellingen in de oudaegyptifche

Pyramidetexteu (Wiedemann).
Grimm, Die Lehre des Buddha (Oldenberg).
Die Schriften des Alten Teftaments (liertholet).
Dubowy, Klemens von Rom über die Reife

Pauli nach Spanien (W. Bauer).
Eufebius Werke. 6. Bd. Hrsg. v. A. Heikel

(Koetfchau).
Coo per-Marsdin , The History of the Islands

of the Lerius (ricker).
Buchner, Die deutfchen Königswahlen und

das Herzogtum Bayern (Lerche).
Degering, Aus Luthers Frühzeit (Kawerau).

Deutfche Lutherbriefe. Auswahl von J. Friz
(Derf.).

Pont, Het eigen karakter en bcginsel van
het Luthersch Protestantisme in Nederland
(Köhler).

Reg euer, Friedrichs des Großen philofophifche
Ansichten (Scholz).

Bern dt, Die Stellung des Matthias Claudius zu
den religiöfen Strömungen feiner Zeit (Derf.).

Cordier, Jean Jaques RoulTeau und der Calvinismus
(Derf.).

Schlatter, Gefchichte der Basier Miffion 1815
—1915 (Bornemaun).

Joachimfeii, Vom deutfchen Volke zum deutfchen
Staat (Schuften.

Kaerft, Das gefchichtliche Wefen und Recht
der deutfchen nationalen Idee (Derf.).

Stern, Vorgedanken zur Weltunfchauung [Lob-
dein).

Günther, Die Grundlagen der Ueligionsphilo-
fophie Eruft Troeltfch' (Troeltfch).

Thümmel, Volksreligion oder Weltreligioii?
Landeskirche oder Bekenntniskirche? (Schian).

L ehmenf ick, Aufchaulicher Katechisniusunter-
richt (Niebergall).

Referate: Sickenberger, Leben Jefu nach den
vier Evangelien. — Vige 11 er, Deutfche Ge-
fchichtfchreibcr der Kaiferzeit.— KvaCala,
J. A. Comenins. — Ohly und Rathmann's
Pfarr-Bibliothek, 31. u. 3a. Bd.

Mitteilung: (8) Strack's Jüdifches Lefebucb.

Wichtige Rezenllonen. — Neuefte Literatur.

Leeuw, Gerardus van der: Godsvorftellingen in de oud- I Vegetationsgott, Waffergott, König auftritt, und Angaben

aegyptifche Pyramidetexten. Proeffchrift. (XI, 164 S.) ; über die Angleichu^

on t j u r tj -n T~,r3 7-um Schlurfe wird auf den Gottesbegnff im Allgemeinen

gr. 8«. Leiden, E. J. Brill 1916. und die Zweiteilung> welche b diefenl und in |er Wdt.

Das Intereffe, welches vor allem feit den erfolgreichen j vorftellung auftritt, eingegangen. Hierbei kamen in BeStudien
von Tide in Holland den altorientalifchen Re- : tracht: der Zwiefpalt zwifchen Horus und Seth, die Notligionen
entgegen gebracht wird, ift mehrfach der Agyp- wendigkeit ihres Streites, ihre Verwundungen, der Streit-
tologie zuftatten gekommen. Ihm wird die vorliegende ort, die Verformung, das Schiedsgericht durch Thoth, die
Arbeit ihre Entftehung verdanken, wenn auch die An- Zweiteilung der Welt, die Gegenüberftellung von Leben
regung zu ihrem fpeziellen Thema wohl auf Sethe, bei j und Tod, von Sterben und Wiedergeborenwerden, und
welchem der Verfaffer während eines Semefters hörte, [ endlich der ägyptifche Glaubensfatz, der Verftorbene fei
zurückgeht. Ihr Zweck ift feftzuftellen, in welcher Weife : nicht tot, fondern lebe weiter.

die Pyramideninfchriften, die älteften im Niltal erhaltenen ! Die Ausftattung der Schrift ift gut, nur wird der
ausgedehnten religiöfen Texte, den Gottesbegriff und das Name Maspero regelmäßig Maspero gefchrieben. AnVerhältnis
von Gott und Menfch auffaffen. Dabei geht ■ gefügt ift ein Index der in der Arbeit behandelten Inder
Verfaffer von den Texten als Ganzes aus und laßt j fchriftftellen und ein folcher der Seiten, auf welchen
die Frage nach ihrer Zufammenfetzung aus urfprünglich i Breafted, Development of Religion in ancient Egypt, die
felbftändigen Beftandteilen und die nach der hiftorifchen j einzelnen Pyramidenftellen befpricht. Statt diefes letzteren

Entftehung der einzelnen Begriffe zurücktreten.

Zunächft werden die verfchiedenen Seelenformen,
welche der Verfaffer als unperfönliche Kräfte bezeichnet,

würden wohl die meiften Benutzer, um fich über die
Sicherheit der Überfetzung und Deutung diefer Textgattung
ein Urteil bilden zu können, die Beifügung eines

gefchildert, alfo der Ka, Ba, Sechem, Achu, u. f. f., durch ; Verzeichniffes derjenigen Stellen vorgezogen haben, an
deren Befitz dem Menfchen und Gotte das Leben in der : welchen in der fachwiffenfchaftlichen ägyptologifchen
üblichen Weife ermöglicht wird. Jede diefer Formungen, Literatur, befonders in den Zeitfchriften, beftimmte Pyra-
welche der Ägypter nicht als abftrakte, fondern als konkrete midentextangaben fprachlich oder fachlich in eingehender
Begriffe auffaßt, befitzt materielle Geftalt und Empfin- | Weife erörtert worden find. Wer fich über den'Gefamt-
dungen und eine eigene Perfönlichkeit, welche auch los- inhalt der Infchriften unterrichten will, wird eher als zu
gelöft von ihrem Träger, befonders nach deffen Tode, zu j dem popularifierenden amerikanifchen Werk zu ihrer Über-
beftehen vermag. Das zweite Kapitel befpricht den kos- 1 fetzung von Maspero greifen. Wenn diefe als ein
mifchen Gott, die perfönlich gedachte Naturerfcheinung, I erfter Vernich naturgemäß in zahlreichen Einzelpunkten
vor allem den Sonnengott und fein Verhältnis zu Ofiris. I anfechtbar ift, fo hat es doch Maspero feine umfaffende
Hierauf wird Ofiris als der Menfchengott erörtert und t Belefenheit und feine Einficht in die Gedankengänge der

dabei mit Recht der Gedanke zurückgewiefen, es handle
fich bei ihm um eine hiftorifche Geftalt. Die Angaben
der Pyramidentexte über feinen Mythus fetzen, dem fu-
nerären Charakter diefer Infchriften entfprechend, mit

ägyptifchen Religion ermöglicht, den Sinninhalt der einzelnen
Abfchnitte im Wefentlichen ficher feftzuftellen.
Bonn- A. Wiedemann.

feinem Tode ein, erwähnen diefen felbft, die Totenklage Grimm, Dr. Georg: Die Lehre des Buddha, die Religion der
durch Iiis und Nephthys, den Verbleib des Leiermanns, j Vernunft. (XV, 513 S.) gr. 8°. München, R Piper &
feine Auffindung, fein Grab, die Erzeugung des Horus, Co

das Wiederaufleben des Ofiris, feine Feinde, feinen Sohn . ' S - °—

Horus, feine fonffmen Verwandten, den Rechtsftreit Man wird dem Verf., glaube ich, überwiegend darin

zwifchen ihm, Horus und Seth. Hieran fügt der Verfaffer beiftimmen, wie er die großen Linien der buddhiftifchen
Stellen, an welchen Ofiris in beftimmten Funktionen, als | Lehre zieht und diefe Lehre mit warmer Beredfamkeit,

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