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Ausgabe:

1916

Spalte:

422

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Schneider, P.

Titel/Untertitel:

Kirchliche Fürbitten zur Belebung des Gemeindegottesdienstes 1916

Rezensent:

Schian, Martin

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422

hrsg. v. Pfr. J. Schneider. 42. Jahrg. (X, 566 S.) 8». Gütersloh
, C. Bertelsmann. M. 6.— ; geb. M. 7.—
Der bewährte Herausgeber bemerkt mit Recht, daß es nicht
leicht gewefen ift, in diefem bewegten Jahr, einige Vollftändigkeit
des Materials zu erzielen. Um fo dankbarer find wir, daß er und
feine Mitarbeiter mehr Mühe noch als fonft auf die Arbeit verwendet
haben, denn gerade unter den gegenwärtigen Verhältniffen
würde ein Wegweifer wie das Jahrbuch fchwer zu entbehren fein.
Von den der Berichterltattung herkö'mmlich unterliegenden Materien
fehlt nur eine — kirchliche Gefetzgebung'; fie Toll bei
dem nächften Erfcheinen folgen, alfo im Juli oder Auguft 1916
Daß die neuerdings eingeführte Materie ,Gemeindearbeit und
Gemeindeorganifation' und zwar in lichtvoller Bearbeitung auch
diesmal durch Profeflor Schian-Gießen, dargeboten wird und
damit hoffentlich ihren definitiven Platz im Jahrbuch gewonnen
hat (S.59-72), fei ausdrücklich hervorgehoben. Wie diefe, fo find
auch die übrigen Rubriken durchweg in gleicher Hand wie 1914
und früher verblieben. Ganz neu ift, was Kap. VII behandelt:
Einwirkungen des Krieges auf die Heimatgemeinde'. In drei
Abfchnitten: Neuerwachtes kirchliches Leben — Innere Gefahren
— Die Predigt der Zeit und Jefus — fo werden diefe fchwerwie-
genden Probleme der neueften Zeit überfichtlich vom General-
fuperintendent K lingemann geordnet und vorfichtig eindringender
Beurteilung unterzogen.
Königsberg. Benrath.

Faut, Realfch.-Prof. Lic. Dr. A. S.: Einführung in die Philofophie.
Diktate f. den Unterricht an der Oberprima. (III, 76 S.) 8».
Tübingen, J. C. B. Mohr 1915. M. 1—; geb. M. 1.40

In vier Teilen: Pfychologie, Logik, Erkenntnislehre, die Philofophie
und die Wiffenfchaften, und einem Abfchluß: ,Weltanfchau-
ung' wird uns der Stoff vorgetragen, in wohlerwogener Auswahl
(vielleicht könnte die elementare Logik zugunften der lehrreichen
wiffenfchaftlichen Methodenlehre noch mehr zurücktreten) und
in fo klarer und lesbarer Darftellung, daß dies Heft auch zum
Selbftftudium empfohlen werden kann. Sollte nicht den Primanern
, vor allem aber auch den Lehrern und fonftigen Lefern mit
einer knappen Literaturauswahl gedient fein?
Hannover-Kleefeld. Schufter.

Schmidlin, Prof. Dr.: Die chriftliche Weltmifnon im Weltkrieg.

(116 S.) 8». M. Gladbach, Volksvereins-Verlag 1915. M. 1.20
Die Schrift will weiteren Kreifen die Not vorführen, die
durch den gegenwärtigen Krieg über die chriftlichen Millionen
hereingebrochen ift, und ruht auf dem mit großer Sorgfalt ge-
fammelten Material, das der Verfaffer in der von ihm herausgegebenen
Zeitfchrift für Miffionswiffenfchaft über die Zeit bis Früh-
fommer 1915 veröffentlicht hat. Befonderes Intereffe erwecken
die Mitteilungen über das Ergehen und Verhalten der katholifchen
Millionen. Die Schrift behandelt: 1. Allgemeine Kriegsfolgen für
die Million; 2. Die heimatlichen Veranftaltungen der Chriftenheit
3. Kriegsleiden der deutfchen Miffion; 4. Das Kriegslos der nicht-
deutfchen Millionen; 5. Das proteftantifche Miffionswefen im Kriege;
6. Ausblick und Aufgaben für die Zukunft, und bringt einige Akten-
ftücke im Anhang zum Abdruck.
Göttingen. Carl Mirbt.

Koehler, Pfr. Lic. Frz.: Die deutrch-proteftantirche Kriegspredigt
der Gegenwart, dargeftellt in ihren religiös-fittlichen Problemen
u. in ihrer homiletifchen Eigenart. (Studien zur prakt.
Theologie. VII. Bd., 2. Heft.)(XI, 88 S.) gr. 8". Gießen, A.
Töpelmann 1915. M. 2.50

Köhler hat fich in feinem erften Hauptteil der entfagungs-
vollen Aufgabe unterzogen, den Gedankengehalt von 800 Kriegspredigten
auszuziehen und fyftematifch zu ordnen; dabei beginnt
er mit den religiös-fittlichen Problemen — Gott und der Krieg,
der Krieg als Schickfal und Schuld, als Erzieher, als Zerftörer
oder Verklärer, der Krieg und die deutfche Chriftenheit. In dem
zweiten Hauptteil will K. die homiletifche Frage beantworten,
welches die Eigenart der Kriegspredigt fei, wobei er ihre meift alt-
teftamentlichen Texte und Stoffe, ihren mehr theo- als chriftozen

Schneider, P.: Kirchliche Fürbitten zur Belebung des Gemeinde-
gottesdienftes. (60 S.) gr. 8». Dresden-A., C. L. Ungelenk
1916. M. 1-

Daß die nach den Abkündigungen im Gottesdienfte vom Pfarrer
gefprochenen Fürbitten oft gar zu wenig Wechfel zeigen, ift
überall zu beobachten. Um dem abzuhelfen, bietet Sch. für 54
Gottesdienfttage je eine Fürbitte zu Geburten, Aufgeboten und Beerdigungen
, dazu als Abfchluß eine Liederftrophe. Ich bin grund-
fätzlich der Meinung, daß diefe Gebete kurz fein müffen, ja daß
hier das ganz knappe, freie Gebet feine Stelle hat. Der Pfarrer
muß imftande fein, auch bei diefer Art Monotonie zu meiden.
Daher wollen mir die hier gedrucketn Stücke, die durchfchnitt-
lich je 100 Worte umfallen (die längften bis zu 160), als vielfach
zu umfangreich erfcheinen. Sch.s Gebete nehmen Bezug auf
die Perikopen der Sonntage; das paßt natürlich nur für Gegenden
mit ftarker Perikopenbindung, bringt aber außerdem, da die
Beziehung oft den Wortlaut betrifft, die Gefahr der Wiederholung
von früher im Gottesdienft Gefagtem mit fich.

Gießen. M. Schian.

Mix, Pfr. Guftav: Der Pfarrer als Volkserzieher. Einige Kapitel
aus der Praxis des Landpfarrers. (30 S.) gr. 8°. Dresden,
F. Sturm & Co. 1914. M. —75

Der Verfaffer zeigt, wie ein Landpfarrer als religiöfer Erzieher
in feiner Gemeinde das Leben Jefu in das Leben des einzelnen
hinüberleiten und die wirkfamen Geifteskräfte der Liebe,
des Glaubens des Opfermutes und Kindesgehorfams zur Macht
bringen kann, damit fchließlich das ganze Volksleben umgeftaltet,
erneuert, vertieft und verinnerlicht werde. Die Erziehung erfolgt
im Kindergottesdienft, Jugendgottesdienft, durch den Kirchenchor,
Familienabende, eine Koch- und Haushaltungsfchule und den
Raiffeifenverein. Das ganze Schriftchen ift getragen von liebendem
Verftändnis für die Gemeinde und ihre Bedürfniffe und
klarem, praktifchem Verftand. Befonders für den Kirchenchor
und die Familienabende werden wichtige Fingerzeige gegeben.
Göttingen. Titius.

Wichtige RezenNonen.

Von Prof. Lic. Paul Pape in Berlin W. 57, Manfteinftr. 10.

Baügl. Hinweife und Sendungen find jederzeit erwünfckt.

Jeremias: Hdb. d. altorient. Geisteskultur (OrientLtz 1915, 2; v Michael
: ThLtbl 1916, 3; y. FIsrael: ChrftlWelt 1916, 2).

Ihm eis: Der Krieg i. Lichte d. chriftl. Ethik (v. WJMcGlothlin: Rev
Expos 1915, july; v. Mausbach: ThKev 1915, 9/10; v. Plate: ThLtber
1915, 4).

Kißling: Gefch. d. Kulturkampfes i. dtfch. Reiche (v. FXSeppelt- Th

Rev 1914, 17/18: v. H: AllgLtbl 1915, 17/18; v. FKropatfchecic: Z

Kgefch 36, 113, 1915; v. JSchmitt: Roth 1916,7).
König, Ed: Gefch. d. ateftl. Religion (v. HTraband: AnnlliblTh 1914

6; v. WNowack: ThRdfch 1914, 2; EvgKz 1916, 14; v J: Ref iqtö'

20; BiblZ 1916, 1).
König, Er: Peutingerftudien (v. Steinlein: ThLtbl 1914,23; v. BSchmeid-

ler: ZKgefch 36, 1/2, 1915; v. Joachimfen: DtfchLtz 1916, 8).
Kratz: Landgraf Ernft v. Heffen-Rheinfels u. d. deutfchen Jefuiten (v.

WDiehle: DtfchLtz 1915, 27; v. Schornbaum: ThLtbl 1915, 16; v".

Roennecke: ThLtber 1915, Ii).
Kroll: Die Lehren d. Hermes Trismegiftos (v. RSeeberg: ThLtbl 1915,

14; ,v. Kowalewski: ThLtber 1915, 5; v. HGomperz: LtZtbl 1916, 14)!
Leute: Der kath. Priefter (v. Roennecke: ThLtber 1914, 4; v. AÜckeley:

ZKgefch 36, 1/2, 1915; v. WKoehler: ChtftlWelt 1916, 14).
Maag: Reich Gottes u. Weltlage (v. Birkftümmer: ThLtbl 1915, 23- v.

Thilo: ThLtber 1915, Ii; v. Q: AlteGlb 17, 15, 1916).
Matthes: Die Berechtigg. d. bekenntnismäl'. Lehrftoffes i. Rel.-Unten.

(v. Eberhard: ThLtbl 1914, 2; v. ASchufter: ThRdfch 1915, 5; v. K

Eger: DtfchLtz 1916, 3).
Mayer, G: Die Bb. Samuelis, Könige, Chronika (v. Schaefer: ThLtber

1915, 5; RcfKg 1916, 9; v. Leipoldt: ThLtbl 1916, 2).
Mayer, J: Alban Stolz u. Kordula Wöhler (v. CSchmitt: ThRev 1915,

5/6; 1916, 1/2; v. MG: EvgKz 1916, 2; v. AFuchs: ThGlb 1916, 6)'.
Mulert: Der Chrift u. d. Vaterland (v. LIhmels: ThLtbl 1915, 23; v. F

Kattenbufch: DtfchLtz 1916, 3; v. EKatzer: DtfchEvang 1916, '5).'

Neuelte Literatur

ausgewählt von P. Pape.

trirchen Ch7rakte^ kon'feffioneilen und I M: Alexander, HB: North American Mythology. 80 Lndn, Put-

dogmatifchen Gepräges betont; endlich kommt er aufjech- j - L^^^

nifch-homiletifche Fragen, vor allem auf die Eingliederung.der j DaDnholz, JJ; Im Banne d. Geifterglaubeus. Züge animift. Heidentums

Kriegspredigt in das homiletifche Syftem: fie ift eine fachliche
Kafualpredigt. Bemerkungen über die Kriegsgebetftunde und
Kriegkafualreden fowie über Texte zur Predigt machen den
Schluß der verdienftvollen homiletifchen Unterfuchung aus.
Heidelberg. F. Nie bergall.

bei d. Wafu in Deutfch-Oftafrika. (134 m. Abb. u. 1 eingedr. Kte. gr8°
Lpz, Verl. d. ev.-luth. Miffion '16. geb. 3— | Hartogh Heys van
Zouteveen, H: Over den oorsprong der godsdienstige denkbeeiden van
een evolutionistisch standpunt. 8°. Amfterdam, Loo '16. fl. 1.25 | Mong
Dsi (Mong Ko). Aus d. Chinef. verdeutfcht u. erläut. v. BWilhelm. (24,