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Ausgabe:

1915

Spalte:

505

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Köchling, Jos.

Titel/Untertitel:

De coronarum apud antiquos vi atque usu 1915

Rezensent:

Pfister, ...

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiuS und Oberlehrer Lic. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 10 Mark

, _ _ T _ , Manuf kripte und gelehrte Mitteilungen find a u > f c h 1 i e B1 i c h an . . tn-, r-

■40. Jarirff. Nr. ä4 ProfeflTor D. Titius in Göttingen, Nikolausberger Weg 66, zu fendcn. 4s UeZeillDer lt/lö

° Rezenfionsexemplare ausfchlicßlich an den Verlag.

Röchling, De coronarum aputl antiquos vi j Hofmann, Forfchungen zur Gefchichte iler
atque usu (Pfifter). kurialen Behörden vom Schisma bis zur Re-

Eckert, Praktifche Theologie in Einzeldar-
ftellungen. Bd. L Die Gemeindepredigt der
Piatons Dialog Phaidros l'ormation (Sehling). Gegenwart (Eger).

— Dialog l'olitikos ! Muss-Arnolt, The Book of Common Prayer

— Dialog Menon (Loofs).
Diajpg Sophiftes | Lud wig, Die chiliaftifcheBewegung inFranken

und Hcffen (Diehl).

(= Philofophilche Bibliothek 152, 151, 153;

150) (Gocdeckemeyer).
Elbogen, Der jüdiiche Gottesdienft in feiner

gefchichtlichen Entwicklung (Staerk).
Wohlenberg, Der 1. u. 2. Petrusbrief 11. der

Judasbrief (Windifch).
Kirchengefchichtliche Feftgabe, Anton de Waal

dargebracht (W, Köhler).

Zwerger, Gefchichte der realiftifchen Lehr-

anftalten in Bayern (Knoke).
Referate: Tisserant, Specimina codicum orien-«
talium. — Kratzer, Die Erkenntnislehre

Lempp, Die Frage der Trennung von Kirche £es ^f™« Atu^stinus- ~ -ch"e.rte'
..... i *ÜLvr,,,ter Parlament fVi-renerl. : Reinold,der.StadtpatronDortmunds.-Trine,

und Staat im FrankfurterParlament (Vigener). ^^^^

Cohn, Der Sinn der gegenwartigen Kultur j Mitteilungen: (9) Zur Textkritik von I. Joh.

(Dorner). 4) 3, — (j0) Ein jüdisch-deutsches Wörter-

Scheiner, Die Sakramente u. Gottes Wort buch.

(Lobftein). | Wichtige Rezenfionen. — Neuefte Literatur.

Köchling, Jof.: De coronarum apud antiquos vi atque usu. Piatons Dialog Menon oder Über die Tugend. Überfetzt u.

(Religionsgefchichtl. Verfuche u. Vorarbeiten, XIV.Bd., erläutert v. Dr. Otto Apelt. (Philof. Bibl. 153.) (91 S.)

2. Heft.) (98 S.) gr. 8". Gießen, A. Töpelmann 1914. 8°. Ebd. 1914. M. 1.80; geb. M. 2.40

M. 3.40 __ Dialog Sophiftes. Überfetzt u. erläutert v. Dr. Otto
Erft nach Beendigung feiner Arbeit kam dem Verf. j Apelt. (Philof. Bibl. 150.) (156 S.) 8°. Ebd. 1914.

die Schrift von Jakob Klein, Der Kranz bei den alten 1^ _. .

Griechen, eine religions-gefchichtliche Studie auf Grund ■ 3 > 5 • • 3-

der Denkmäler, Progr. Gunzburg 1912, in die Hand. Beide Die Einrichtung diefer vier Übertragungen ift durch-

Schriften kommen zu ähnlichen Refultaten im Ganzen, weg die gleiche. Vorangefchickt wird eine der fachlichen
ergänzen gegenfeitig ihr Material und ihre Darlegungen Einführung dienende Einleitung, die über das Thema und
und find daher nebeneinander zu benutzen. Köchling den Zweck des Dialogs orientiert und die bei Platonifchen
zieht auch das völkerkundliche Material, Klein befonders Dialogen ja unvermeidliche Frage der Abfaffungszeit —
auch die archäologifchen Darftellungen bei. Die urfprüng- : beim Sophiftes auch die der Echtheit — berührt, eine
liehe Bedeutung des Kranzes war die kathartifche, übel- kurze disponierende Inhaltsangabe und eine Literatur über-'
abwehrende. Man wird diefen Nachweis von Köchling ficht, während Anmerkungen, die Erläuterungen hifto-
und Klein um fo einleuchtender finden, wenn man fich der richer, fachlicher, auch textkritifcher Art geben, und ein
ähnlichen Ergebniffe erinnert, zu denen in ihren Arbeiten Regifter der Überfetzung folgen. Diefe felbft ift in allen
über Binden, Netze und dgl. neuerdings Heckenbach und Werken materiell als wohl gelungen zu bezeichnen, formell
Scheftelowitz (RGW IX und XII) gekommen find. Auch ; freilich fchimmert für meinen Gefchmack das Griechifch
der Kranz hat diefe bindende Kraft, die aus mannigfachen noch allzufehr durch. Warum reißt man fich nicht einmal
religiöfen und fuperftitiöfen Gebräuchen hervorgeht. Die ganz vom Worttexte los! An Treue des Sinnes braucht
Verwendung des Kranzes reicht in's hohe Altertum hinauf es einer folchen Überfetzung keineswegs zu fehlen, und eine
und läßt fich bereits für das 8. Jahrh. nachweifen, wenn auch , Interpretation ift jede.

Homer nichts davon erwähnt. Beim Ausgang des Heiden- I Auf alle Einzelheiten einzugehen, die ich erwähnen
tums eifern die Kirchenväter lebhaft gegen den Gebrauch möchte, verbietet der zur Verfügung ftehende Raum,
des Kranzes, ohne ihn verbannen zu können. Der oxiyavoq Darum nur Folgendes. Aufgefallen ift mir die ungemein
tijq Ca>jjg vereitelte ihre Bemühungen. Uber die Ver- . fchroffe Beurteilung der Sophiften von feiten Apelts.
wendung der Kranze im einzelnen handelt Köchling aus- jhnen fo ohne weiteres Nichtigkeit und Verlogenheit vor-
führlich, indem er in zwei Kapiteln über den Kranz in zuhalten (Soph. 4 vgl. Meno 78), geht viel zu weit, und
der antiken Religion und im Aberglauben fpneht. Durch Rjtters Bemerkung (Phaidr. 133), daß Plato Protagoras
diefe Ausführungen tritt die unprunghehe Bedeutung des , und Gorgias überall mit entfehiedener Achtung behandle,
Kranzes, womit fich das erfte Kapitel befaßt, noch klarer gibt dje Korrektur unmittelbar an die Hand. Dagegen,
hervor. kann ich Apelt vollkommen zuftimmen, wenn er die

Marburo-. Pfifter. i methodifche Bedeutung des Soph. undPolit. betont (Pol. 7).

Und auch von feinen Konjekturen fcheinen mir einig«

_ „, ., .. , ... . — befonders die zum Menon in Anmerkung 50 und 52

Piatons Dialog Phaidros. Uberfetzt, erläutert u. m. aus- j und zum polit fa Anm 2Ö _ durchaus zuzutreffen.

führl. Regifter verfehen v. Conft. Ritter. (Philof. Bibl. 1 Mit der zeitlichen Anfetzung des Phaidros, Sophiftes und.
152.) (157 S.) 8°. Leipzig, F. Meiner 1914. j Politikos, von denen Ritter den Phaidr. nach dem GaftT.

M 3_• geb. M. 360 mahl, dem Phaidon und dem Staat anfetzt (Phaidr. 6f.),.

„ L ' , . . während beide den Soph. und Polit. zu den fpäteften

- Dialog Politikos oder Vom Staatsmann. Uberfetzt u. , Werken Piatos rechnen (Soph. 12 f.; Phaidr. 4), kann ich
erläutert v. Dr. Otto Apelt. (Philof. Bibl. 151.) (142 S.) mich allerdings immer noch nicht befreunden und glaube.
8°. Ebd. 1914. M. 3 —; geb. M. 3.60 auch, daß Ritter die Unterfuchungen der Sprachftatiftiker.

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