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Ausgabe:

1914

Spalte:

129-130

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Stucken, Eduard

Titel/Untertitel:

Der Ursprung des Alphabets und die Mondstationen 1914

Rezensent:

Bischoff, Erich

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Karnack
Fortgeführt von Professor D. Arthur TitillS und Oberlehrer Lic. Hermann Schuster

fährlich 26 Nm. Verlag: J. C. Hlnrlchs'rche Buchhandlung, Leipzig_Halbjährlich iq Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausschließlich an , 1 Q1/.

o» .Iahr'c' Nr ^ ProfeflbrD. Titius in Göttingen, Nikolausberger Weg 66, rufenden. äo. Jf cDaUcU ls7l^

w. uaiUg. AUA. J Reienfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Stucken, Der L'rfprung des Alphabets und die | Grüneisen, Le Portrait d'Apa Jörimie (v. Dob- Thalhofer, Handbuch der katholifchen Litur
Mondftationen (Bifchoff).

Curtius, Studien zur Gefcbichte der altorien-

talifchen Kunft (Meißner).
Schroeder, Bhagavadgitä (Franke).
Müller, SchellingsBeziehungen zur altteftanient-

Hchen Wiffenfchaft (Xowack).
bertholet, Die Eigenart der altteftamentlichen

Religion (Derf.).

fchütz). gik. 2. Aufl. (Lerche).

Al-Hidäja 'ila Faiä'id al Qulub des Bachja ibn ( Referate: Maas, Der Buddhismus in alten u.

Jösef ibn Paqüda hrsg. v. Yahuda (Horten), j neuen Tagen. — Bohn, Buddhismus.—Met-

Regesta pontificum romanorum. Vol. I. pars II. < teyya, Die Religion v. Burma. ■—Dahlke,

Prov. Salisburgensis II et episcopatus Triden- i Buddhismus als Weltanschauung. —Dahlke,

tinus, ed. Brackmann (Ficker). Die Bedeutung des Buddhismus f. unfere Zeit.

Brackmann Studien u. Vorarbeiten zur Ger- : — Paffkönig, Die Pfychologie Wilhelm

mania pontificia. I. (Derf.). Wundts. —Sch 1 eiermacher, Über die Re-

Bifrun, Das Neue Tefbameut, erde rätoroma- ligion. — Ausgewählte Mifchnatractate. hrsg.

bzökely, Bibliotheca apocrypha. Vol. I. (Beer). ; „ifche Überfetzung (G. Hartmann). v. Fiebig. 7: Megilla. — Cre m er, Biblifeli-
Linck, De antiquissimis veterum quae ad Jesum

Nazarenum spectant testimoniis (Windifch).

Mayer, Über die Pailoralbriefe (M. Dibelius). J "wie'bei den Cartefianern Malebranche, Poiret I Kloftermann, Die neueilen Angriffe auf die

u. Spinoza (Lobftein). Gefchichtlichkeit Jefu. — Batiffol, Histoiy

Ebbinghaus, Grundzüge der Pfychologie. II. j of the Roman Breviary. — Jung, Der Re-

Bd (E. W. Mayer). ligionsunterricht in der Volksfchule.

Stauton, Seele und Welt (Niebergall). , Wichtige Rezenfionen. — Neuefte Literatur.

Bardenhewer, Gefchichte der altkirchlicheu
Literatur. 1. Bd. 2. Aufl. (Harnack).

CorpusScript. Eccles. Latin. 57. Augustini Epistu-
lae. Ree. Goldbacher. Pars IV. (Jülicher).

Stucken Eduard- Der Urfprung des Alphabets und die Mond- I radezu wunderbar' überein die 22 althebräifchen
Kationen. (IV, 52 S.) Lex. 8«. Leipzig, J. C. Hinrichs

1913. M. 7.50; geb. M. 9

Um die Wende des 1. vorchriftlichen Jahrtaufends

lyfe der anerkannt aftralen Verfe Hiob 38, $f. 8—41; 39,
5—30; 40, 15. 25fr.; 41, 1 ff. entwickelt. Die Übereinftim-
mung der chinefifchen mit den althebräifchen Mond-

vollzog fich bei einem .kanaanitifchen' Volke der Über- 1 ftationen (Kap. VII), ferner eine Vergleichung mit dem
gang von der Silbenfchrift (der Tochter der Bilderfchrift) . grermanifchen Tierkreife (Kap. VIII), den mexikanifchen
zur Buchftabenfchrift, zur Erfindung des Alphabets. War- i Tagesnamen (Kap. IX) und den polynefifchen Mond-
um hatte diefes alterte Alphabet, wie noch heute das ftationen (Kap. X) werden zur Bertätigung der frappie-
hebräifche (© und » find ja derfelbe Buchftabe), 22 Buch- j renden Entdeckung herangezogen. Mögen auch nicht
ftaben? Warum haben diefe die uns geläufige Anord- i a]le Gleichungen im einzelnen gleichermaßen überzeugend

nung? Ift diefe willkürlich oder liegt ihr ein verborgener
Sinn zugrunde? Von wo ift das Alphabet hergenommen?
Das find die Fragen, die Stucken in diefer epochemachenden
Schrift behandelt. Vor ihm verfuchten
Halevy das Alphabet aus den ägyptifchen Hieroglyphen,
de Rouge aus der hieratifchen, Delitzfch (und früher auch
Hommel) es aus der altbabylonifchen Schrift abzuleiten,
jedoch ohne überzeugende Ergebniffe, und vor allem ohne

erfcheinen, das Gefamtrefultat fteht m. E. unerfchütterlich
feft: die Namen der 22 ,altkanaanitifchen' Buchftabe
n (und dementfprechend auch ihre urfprünglichen
Zeichen), desgleichen ihreReihenfolge entfprechen
fo auffallend den Namen und der Reihenfolge der
genannten 22 Mond ftationen, daß ihre Ableitung
aus diefen keinem Zweifel unterliegt, und gerade
die eigenartige Ideenaffoziation, ja Ideenflucht, welche der

die Zahl (22) der urfprünglichen Alphabetbuchftaben er- Verf. in Kap. VI bei der Verbindung beider Elemente

klären zu können. Mehr oder minder geleitet durch die

nachweift, ift charakteriftifch für das dem unferen ganz

mch Hiob 38, 33 (mischtar schamajim) vorhandene und wefer.sfremde orientalifche Denken (vgl. meine Elemente

der Kabbalah, II S. VI) und wird durch hunderte von
Parallelen aus der orientalifchen Literatur beftätigt. Auch
im übrigen bietet die fchön ausgeftattete Schrift Inter-
effantes in Hülle und Fülle.

Leipzig. Erich Bifchoff.

von der jüdifchen Kabbalah (Stucken, S. 15f.; vgl. meine
Elemente der Kabbalah, Berlin 1913, I S. 119L) durch
das Mittelalter hindurch bewahrte alte Tradition, daß die
Menfchenfchrift ein Abbild der ,Himmelsfchrift' gewiffer
Sternbilder fei, verfuchten Seyffarth, Hommel und Winckler
fämtliche (oder 12 Ur-)Buchftaben des Alphabets in Ver-

bindung mit den 12 Zeichen des Sonnenzodiakus (Hommel j —---

unter Zuhilfenahme noch anderer Sterne und Sterngebilde) Curtius, L.: Studien zur Gefchichte der altorientalifchen Kunft.
zuh Agen' mdeflen ebenfalls ohne Glück, und ohne Zahl L. .Gilgamefch' u. .Heabani'. (Sitzgsber. d. Kgl. Bayer.
StuckenrSUngf JCr ir.uchftaben motivieren zu können, j Akad d Wiff hilon hilol. u> hift. K1. igi2 7. Abh.)
|Äfo„r? JÄ OO S.) «r. »: Münch», G. Franz .9., HL I —

Des Studiums der altbabylonifchen Siegelzylinder
haben fich bisher die Affyriologen lange nicht in dem

tifchen und altindifchen, die perfifchen und arabifchen,
fowie die (zweifelhaften — Vgl. A. Jeremias, Handb. der

altoriental. Geifteskultur, Leipzig 1913, S. 1025) fumeri- j Maße angenommen, wie es der Gegenftand verdient. So

ift es denn nur mit Freude und Dankbarkeit zu begrüßen,
wenn ein klaffifcher Archäolog, hier Furtwänglers Un-
terfuchungen fortfetzend, uns mit großem Gefchick in die
Materie einführt. Neben der Glyptik fallen en passant
auch viele treffende Bemerkungen für die altbabylonifche
Großplaftik ab. Befonders wertvoll ift es fchließlich, daß
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fchen Mondftationen verglichen0 hat (Kap. I—IV), führt
ihn ein Vergleich zwifchen der Reihenfolge der arabifchen
Mondftationen 1—22 und derjenigen der 22
Buchftaben des hebräifchen Alphabets auf eine über-
rafchende Übereinftimmung beider nach Wortform wie
nach Wortbedeutung (Kap. V). Mit beiden ftimmen ,ge-