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Ausgabe:

1914 Nr. 26

Spalte:

685

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Eißfeldt, Otto

Titel/Untertitel:

Der Maschal im Alten Testament 1914

Rezensent:

Volz, Paul

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Seite 1

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685

Theologifche Literaturzeitung 1914 Nr. 26.

686

mik höchftens andeutungsweis Raum geben (32f.) und mit j Soden, Hans v.: Urkunden zur Entrtehungsgerchichte des Donatis-

den Fragen der Zeit oft glückliche Fühlung nehmen. mus. (Kleine Texte f. Vorlefungen u. Übungen. 122.) (56 S.)

Bemerkenswert ift der hannoverfcheEinfchlag in der Predigt | 8"- Bonn> A- Marcus u. E. Webers Verl. 1913. M. 1.40

Neujahr 1913 (99); aber auch in einer Anzahl anderer In diefem Heftchen der Lietzmann'fchen Sammlung bietet

Predigten mag die Verbindung von religiöfen und vater- I v- Soden 35 kürzepre "nd !?n8evl Urkunden ««s der erften, kon-

ländifchen Gedanken, die durchaus perfönlich geftaltet ift, . ftantimfchen, Phafe des Donatiftenftreites Aufgenommen find

r^t-Kt fin^t^r. z, n t^töt tvt u j c v J < nur Urkunden im (trengen Sinne, die fich im Wortlaut oder in

Beachtung finden (z. B. 71. I09ff). Nach anderen Seiten | Form y()n Zita(en oder Regelten erhalten haben. Die Reihen-

folge ilt durch die Chronologie beltimmt, die bei den meiften

hin können die wenigen Predigten dem Fragenden natürlich
nicht erfchöpfende Auskunft geben; das Urteil muß fich
auch in wichtigen Punkten, z. B. in der Frage allfeitiger
Ausnutzung der chriftlichen Heilsgedanken, zurückhalten,
weil das Material dafür nicht entfernt ausreicht; man kann

Stücken feftfteht und auch bei den übrigen nur in fehr engen
Grenzen fchwankt. Die Texte werden nach den neueften kriti-
fchen Ausgaben der betreffenden Quellenfchriften gegeben, und
der textkritifche Apparat enthält eine knappe Auswahl von Les-

ja überhaupt nicht auf Grund von II Predigten den ganzen ! arten, wirkliche Textvarianten; nur die Kollation des Parifer Opta
Prediger fchildern. Soweit diefe Sammlung in Betracht j tuskodex, die v. S. felber an einer Photographie neu vorge

kommt, fcheint Ch. eine durch Selbftändigkeit und Feinheit
in der Anfaffung feiner Gegenftände, durch Gedankenkraft
und wuchtigen Ernft ausgezeichnete Predigerper-
fönlichkeit zu fein; es fragt fich nur, ob feine Hörer die
Predigten voll auszufchöpfen vermögen, und ob nicht über
dem Suchen nach dem verbindenden Faden und nach der
letzten eigenen Antwort des Predigers manchem der Atem
ausgeht.

Gießen. M. Schian.

Referate.

Silacara. Bhikkhu: Das Ichproblem im Buddhismus. Ein Vortrag

Oberfetzt v. Alfred Eichelberger. (27 S.) gr. 8". Breslau
W. Markgraf. M. — 40

Eine kurzgefaßte, recht lebendige doch manches wichtige I Goethes,' "sSSim^. ^vSSS^i^

nommen hat, wird vollftändig mitgeteilt. Die Anmerkungen be-
fchränken fich auf die notwendigften Quellen- und Literaturnachweife
. Das Heftchen wird bei Vorlefungen und Übungen, für
die es ja in erfter Linie beftimmt ift, treffliche Dienlte leihen.
Aber auch dem Forfcher bietet es eine willkommene Zufammen-
ftellung und Orientierung. Wer fich z. B. für die Rolle, die der
römifche Bifchof in den Donatiftenftreitigkeiten fpielte, interef-
fiert, findet hier bezeichnende Belege.
München. Hugo Koch.

Die Schriften zu J. G. Fichte's Atheismusftreit. Hrsg. v. Hans
Lindau. (Bibliothek der Philofophen. 4. Bd.) (XXIX, 387 S.)
8«. München, G. Müller 1912. M. 4.50; geb. M. 7 —

Zum Gebrauch bei akademifchen Übungen wird man die
billigere Ausgabe von Medicus wählen; die vorliegende enthält
einiges darüber hinaus: Fichtes ausführlichen Brief an Reinhold
vom 22. 5. 1799, das den Streit einleitende ,Schreiben eines Vaters
an feinen ftudierenden Sohn', die gerichtliche Verantwortungs-
fchrift F.'s, die Studentenpetitionen, Regierungsrefkripte, Stellen

Problem unberücksichtigt laffende Darftefiung der buddhiftifchen Undau .ft un'd d;e Aus'nm des Buches fehr anrehnlich;

Lehre von der Unerfaßbarke.t eines Selbft (atta). Die Woge warum afeer dul> die daf„r Verimtwortlichen unter den ronft
auf dem See des Lebens ift wie die Woge auf der Wafferflache , r n Lettern die wahrhaft augenverwirrende Ver

kein unverändert beftehendes Wefen; es ift nur eine zeitliche j fc] 1

Berlin. H. Mulert.

Hennig, D. Martin: Unferer Kirche Herrlichkeit. Tatbeweife des
Lebens unferer evangel. Kirche. (VI, 368 S.) 8°. Hamburg,
Agentur des Rauhen Haufes (1913). Geb. M. 3.50; eleg. M. 4.50
Das Buch bietet eine Sammlung von 17 Auffätzen, die von
folchen Schriftltellern, welche mit ihrer befonderen Aufgabe fich vertraut
erweifen, frifch, lebendig, anziehend gefchrieben find. Die
Gegenftände, welche darin behandelt werden, find mannigfaltig. Ich
nenne als folche: die Heilige Schrift, der Katechismus, die männliche
und weibliche Diakonie, die Heidenmiffion, das geiftliche

"w" """-"*"ut" "ciicuciiucs wcicii, es m nui eine »mivuv | fchnörkelung des g?

Form, die für den Augenblick durch den Ozean des Dafeins ge- [ Rpr1in
bildet ift, um darauf von zahllofen anderen gefolgt zu werden,
die ebenfo fchwinden und vergehen wie fie felbft.' Die bedeut-
ame Aufgabe, diefe Lehre in den gefchichtlichen Zufammenhang
zu ftellen, in den fie hineingehört, hat fich der Verfaffer nicht
gefitellt.

Göttingen. H. Oldenberg.

ßfeldt, Frühpred. Lic. Otto: Der Mafchal im Alten Teftament

Eine wortgefchichtl. Unterfuchg. nebfit e. literargefchichtl.
Unterfuchg. der b»n genannten Gattgn. »Volksfprichwort« u.

»Spottlied«. (Zeitfchriftf.diealttelt.Wiffenfchaft. 24. Beiheft.) | ,Lied,> dit? geiftliche Mufik, das Gotteshaus, die kirchliche Büder-
(72 S.) gr. 8». Gießen, A. Töpelmann 1913. M. 3 —

Solche Schriften wie die vorliegende brauchen wir als Vorarbeiten
für die altteftamentliche Literaturgefchichte. Vf. geht
gründlich und mit guter Methode zu Werk. Er erörtert zunächft
die Etymologie des Wortes blöa. ohne die beiden Wörter buro .
,herrfchen' und *n» ,gleich fein' auf eine gemeinfame Wurzel j <-edanken von der Herrlichkeit unfrer evangelischen Kirche,
zu zwingen. Indem er dann das iexikographifche Material unter ' Mochte d*s Buch die Beachtung m evangehfchen Kreifen finden,

die es verdient.

kunft ufw. Zu den Verfaffern der einzelnen Auffätze gehören
Männer wie Bunke, Pfennigsdorf, Oehlkers, Nelle, Max Braun
u. a. Der Herausgeber berichtet über ,unfrer Kirche Helden'. Zu-
fammengefügt und zu einer geifitigen Einheit verbunden werden
diefe Arbeiten durch den alle durchziehenden und illuftrierenden

Beiziehung der Synonyme und der griechifchen Überfetzung zu-
fammenftellt, findet er die beiden Stammbedeutungen des Wortes
mäscbäl: ,Volksfprichwort' und ,Gleichnis' und den Stammbaum
diefer beiden Familien; Abkömmlinge von ,Volksfprichwort' find
.Spottgedicht' und ,Weisheitsfpruch', letzterer entwickelt fich zur
.Lehrrede'; Abkömmlinge von .Gleichnis' find ,Orakelrede' und

Göttingen. K. Knoke.

Frei und gewiß im Glauben! Beiträge zur Vertiefg. in das Wefen der
chriftl. Religion. Referate aus der Arbeit der .Religiöfen Dis-
kuffionsabende'. Neue Folge. Hrsg. v. Pfarrern F. Koehler
u. Lic. Dr. B. Violet. (IV, 196 S.) 8°. Charlottenburg, A. Glaue

Typus'. Auch die chronologifche Ordnung diefer Bedeutungs- j 1912. M. 2—; geb. M. 2.80

Varianten von mäschäl wird verflicht. Die literargefchichtliche
Unterfuchung befchränkt fich auf das Volksfprichwort und das
Spottgedicht. Daß das Volksfprichwort urfprünglich profaifch ift
und mit dem parallelismus membrorum (der m. E. im Schrittreigen
wurzelt) nichts zu tun hat, bemerkt er fehr richtig. Wertvoll find
feine Ausführungen über die verschiedenen Gattungen der pro-
phetifchen Rede; der augenblicklichenModegemäß übertreibt erden

23 Referate über Vorträge auf den Berliner Religiöfen Dis-
kuffionsabenden, geordnet in 3 Gruppen: Chriftentum als Welt-
und Überwelt-Religion, Chriftliche Sittlichkeit und modernes Kulturleben
, brennende Fragen der kirchlichen Gegenwart. Eine
Fülle intereffanter und wertvoller Gegenftände, behandelt von
ausgezeichneten Männern (Scholz, Deißmann, Harnack, Gunkel,
Naumann, Titius, Spranger, Lehmann, Großmann, v. Soden,

Umfang des Spottliedes; intereffant ift zu fehen, wie der volks- I Violet, Marie Martin, Nithack-Stahn, Weizfäcker, F. Köhler, Herr-
tümliche Charakter Ezechiels fich auch hier beftätigt. In Einzel- mann, D. Koch). Und doch bin ich von dem Wert der Druck-

heiten wird man vom Vf. abweichen; der Vergleich mit anderen
Literaturen hätte dazu dienen können, die Begriffe noch fefter
zu umgrenzen, aber auf dem noch wenig betretenen Gebiet leiftet
Vf. guten Führerdienft,

legung nicht recht überzeugt; denn manche Referate (mir fiel es
befonders auf bei Marie Martin: Die chriftliche Sittlichkeit und die
moderne Frauenfrage) find fo kurz, daß fie nur den Hörern oderfach-
kundigen Lefern, nicht aber einem weiteren Kreis nützen können.

Tübingen. Volz. Hannover. Schuft er.