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Ausgabe:

1913

Spalte:

97-98

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Weidner, Ernst

Titel/Untertitel:

Beiträge zur babylonischen Astronomie 1913

Rezensent:

Meissner, Bruno

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiüS und Oberlehrer Lic. Hermann Schuster

^jährlich 26 Nm._ Verlag: J. C. Hlnrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich IO Mark

Qo t i_ tvt r Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlichan

OÖ. darirfi". NT. 4 ProfeflbrD. Titiusin Göttingen, Nikolausberger Weg 66, zu fenden. 1 pä FpHri 1I1T* 1Q1 "

ö Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag. XyJ" X c1ja l*cu ai7a»j

Weidner, Beiträge zur babylonifchen Aftro-
nomie (Meißner).

Muir, The Life of Mohammad (Goldziher).

Lehmann, Die Konftanz-Weingartner Propheten
-Fragmente (Hans v. Soden).

Heller, L'nterfuchungen üb. die Pefchltta z. ge-
famten hebräifchen Bibel (Schwally).

Beer, Pafcha od. das jüdifche Ofterfeft (Staerk).

Jefus Chriftus. Apologetifche Vortrage v. Braig
ufw. 2. Aufl. (R. A. Hoffmann).

Steinmetz, Das Apofteldekret (W. Bauer).

Harnack, Kritik des Neuen Teftaments von
einem griechifchen Philofopheu des 3. Jahrhunderts
(Knopf).

Lewis, The forty Martyrs of the Sinai Desert
and the Story of Eulogios (Duenfing).

Seeberg, Lehrbuch der Dogmengefchichte.
H. Bd. 2. Aufl. (Jülicher).

Rink, Die chriftliche Liebestütigkeit im Ordenslande
Preußen bis 1525 (v. d. Goltz).

Windstosser, Etüde sur la ,Theologie ger-
manique' (Lobftein).

Zeitfchrift der Gefellfchaft für niederfächfifche
Kirchengefchichte. 16. Jahrg. (Boffert).

Aner, Der Aufklärer Friedrich Nicolai (Stephan).

W.Köhler,Conrad Ferdinand Meyer als religiöfer
Charakter (Schufter).

Scheeben, Die Myfterien des Chriftentums.
3. Aufl., bearb. v. Rademacher (Scheel).

Skr ine, Creed and the Creeds (E. W. Mayer).

Traub, Theologie und Philofophie (Troeltfch).

Hyd e, The live great Philosophies of life (Goe-
deckemeyer).

Ehrhard, Das Vaterunfer (Schian).

Kierkegaard, Der Begriff der Angft (Raoul
Hoffmann).

Kierkegaard, Einübung imChriftentum (Raorl
Hoffmann.)

Frommel, Das Religiöfe in der modernen
Lyrik (Berger).

Moreau, Der Wirkungskreis der bayerifchen
Kirchenverwaltung (Sehling).

Referate: Damaskios, Das Leben des Philo-
fophen Ifidoros. — Ricard, Geiftesfrühling
in der erften Gemeinde. — Pöhlmann,
Nürnberger Proteftantismus. — Saran, Die
Gründung des Parochialverbandes zu Halle
a. S. — Schultz, Das preußifche Feuerbe-
ftattungsrecht. — Die Frau im evangelifchen
Gemeindeleben.

Mitteilung: (6) Die antiken Myfterien und ihre
Beziehungen zum Apoftel Paulus. (7) Bibliographie
der Paläftinaliteratur.

Wichtige Rezenfionen. — Neuefte Literatur.

Weidner, Ernft: Beiträge zur babylonifchen Aftronomie. (Beiträge
zur Affyriologie u. femit. Sprachwiff. VIII, 4.)
(HI, 100 S. m. Sternkarte u. 6 Abb.) gr. 8°. Leipzig,
J- C. Hinrichs 1911. M. 6.50

In feinen Beiträgen zur babylonifchen Aftronomie

Form iziz noch dazu als Praesens (!) nachzuweifeu? — 95,2 tibü bedeutet
nicht: herannahen, fondern, wie Jenfen nachgewiefen hat, aufftehen, fich
erheben.

Breslau. Bruno Meißner.

Muir, Sir William, K. C. S. L, LL.D., D. C. L., Ph. D.: The

unterfucht W. mehrere wichtige Fragen diefer Disziplin. ™T' ™ ™ ' a )' ' , ' / !

I- D,e Wege des Anu, Enlil und Ea erklärt er jedenfalls Llfe of Mohammad, from original sources. A new and

revised edition by T. H. Weir, B.D., M.R.A.S. (CXIX,

?Ht Recht für Teile des Tierkreisgürtels, derart, daß dem
fjhnlihvege 6 Bilder, den beiden andern je 3 zukommen.
Rine wichtige Stelle hat W. noch nicht verwertet, nämlich
^efferfchmidt, Affin- I, 70,6, wo Afarhaddon die Aufhellung
eines Enlilweges d. h. alfo von Tierkreisbildern
lm Tempel Affurs erwähnt — II erklärt die termini
technici agü, das vom Monde, von der Sonne, von der
Venus und vom Regenbogen gebraucht wird, und azkaru
m !hren verfchiedenen Bedeutungen. — In III überfetzt
und kommentiert W. den fchwierigen Text: Virolleaud,
L Astrologie chaldeenne, Sin no. III, der neben Mondomina
auch Mondbeobachtungen enthält. — Über den IV. Aufatz
: Die Kenntnis des fcheinbaren Mond- und Sonnen-
uurchmeffers bei den Babyloniern und die Entftehung des
^exagefimalfyftems fteht mir kein felbftändiges Urteil zu.
Lin Wörterverzeichnis macht die Publikation noch brauchbarer
.

Wir können W. nur dankbar für feine Studien fein;
nur wäre zu wünfchen, daß er fich bei der Behandlung
ucr Texte noch genauer an die Grammatik hielte. Zur
^egründung meines Wunfehes führe ich einige mir un-
ncher erfcheinende Stellen an:

j. A 6, I ittantahaift IV, 2 von matahu. — ib. 20ff. Wo ift im Affyrifchen
mmefc"*° ficl1 nahera nachzuweifeu? Ebenfo ift mir kalü = ein Ende
ib R611 unbe'5annt- — 13. 19, 21 find nimmara und iräbi Praesentien. —
lieh a 6' ammur kaDn D'cnt Beißen: (was) ich fah. — 16, 1 ift natür-
ib fi" aUS der Brief literatur fo bekannte [ha]-ra-me-ma zu ergänzen. —
imm-t, lR e'ne Zeile in der L'mfchrift ausgelaffen. — 17, 18. Wie kann
aDa? heißen: er wird wüten? — 24,32 (auch fonft) ift ippir Praesens,
u jl'34 ullänumma bedeutet in Omentexten: von Anfang an; vgl. auch

Gru a ' K1' Beitr S- 3- ~~ 68' I2- Wie foU eääit bedeuten: er wird zu
und nchten? — 74,8. Die Überfetzung und Erklärung von ia-ad-dar
und Wa"ru-Ur lft nicht richtig, ai wird nur mit dem Impf, konftruiert
sen f aus<"chließlich prohibitive Bedeutung. Die Formen find Prae-

ja a h ^ Und etwas, merkwürdige Schreibungen für i'fidar, i'ärur, wie
& up la-sa-aP LuT i'asap gefchrieben wird .— 76, 23 ff. Die Gleichung
■ d-me = äamsätu ift ftcher; vgl. MVAG 1910, S19L — 87,32. Ift die
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556 S. m. 1 Abbildg. u. 2 Plänen.) gr. 8°. Edinburgh,
J. Grant 1912. s. 10.6

Die Muhammed-Monographie Muir's, die zuerft 1857
—1861 in 4 Bänden erfchien, fpäter mit Kürzung einiger
ifagogifcher Abfchnitte 1876 in zweiter, 1894 in dritter
Auflage einbändig ausgegeben wurde, ift eines jener
Werke, die wegen der Heranziehung der früher nicht
benutzten älteften Quellenmaterialien, namentlich auch
wegen der in ihnen zuerft zur Geltung kommenden Methode
in der Kritik der Überlieferung, zu ihrer Zeit einen
denkwürdigen Fortfehritt in der wiffenfehaftlichen Behandlung
der Anfänge des Islams bedeutet haben. Trotz der
auch in feinen anderen Werken über die Gefchichte des
Islams fcharf ausgeprägten konfeffionellen Stellung des
Verfaffers und der Härte, die ihm diefe in der Würdigung
der Wirkungen Muhammeds und der durch ihn begründeten
Religionsform eingibt (,The sword of Mohammad
and the Kor'än are the most stubborn enemies of Civili-
sation, Liberty and Truth which the world has yet known',

£522), hat ihn in der gefchichtlichen Erforfchung des
ebens und des Charakters, des Entwicklungsganges und
der Kämpfe des Stifters des Islams ruhige Objektivität
und das Streben nach hiftorifcher Treue geleitet. Dabei
ift feine Vortragsweife immer anziehend, lauter und würdig,
und gehört auf diefem Gebiete zu den beften Produkten
hiftorifcher Darfteilung. Wegen diefer Vorzüge kann das
Buch noch heute Gegenftand nützlicher Lektüre fein, und
fie haben dazu beigetragen, daß es fechs Jahrzehnte nach
feinem erften Erfcheinen in der hier zur Anzeige kommenden
, in fplendider Weife ausgeftatteten Ausgabe zum
viertenmal vorgelegt werden kann. In der Zwifchenzeit,
befonders feit dem Erfcheinen der dritten Auflage, hat
die Forfchung über die Anfänge des Islams freilich wieder

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