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Ausgabe:

1913 Nr. 20

Spalte:

617-618

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Chabot, J.-B. (Ed.)

Titel/Untertitel:

Corpus Scriptorum Christianorum Orientalium. Scriptores syri. Series IV. Tomus I 1913

Rezensent:

Diettrich, Gustav

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Theologifche Literaturzeitung 1913 Nr. 20.

618

Jefus anmerken können. Es zeugt von feltfamer Farbenblindheit
, den Autor einer Schrift, in der das Geheimnis
der Perfon Jefu rückhaltlos anerkannt und die Majeftät
feines Gottesglaubens ins Zentrum geftellt ift, mit Monismus
in irgend einen Zufammenhang zu bringen.

Bafel. P. Wernle.

Corpus Scriptorum Christianorum Orientalium, curantibus ].-

B. Chabot, J.Guidi.H.Hyvernat. Scriptores Syri. Series

IV. — Tomus L S. Cyrilli Alexandrini Commen-

tarii in Lucam, pars prior. EdiditJ.-B. Chabot. (330 S.)

gr. 8°. Paris. Leipzig, O. Harraffowitz 1912. M. 17.30
Die Schriften des Cyrill von Alexandrien blanden bei
den jakobitifchen Syrern in hohem Anfehen. Wir verliehen
es, wenn fchon Rabbula von Edefia (f 432) einige
dogmatifche Schriften des großen txöix/jzrjg vrjg dlrj&äag
ins Syrifche überfetzte (cfr. W. Wright, A short history
of Svriac literature, London 1894, pag. 48 und R. Duval,
La litterature syriaque, 3. ed. Paris 1907, pag. 340). Etwa
100 Jahre fpäter übertrug Mofe von Agel die Glaphyra
des gefeierten Alexandriners ins Syrifche (cfr. W. Wright,
L c. pag. 112 und Duval, 1. c. pag. 365), und es wird kaum
wieder ein Jahrhundert verfloffen fein, da lagen auch feine
Lukashomilien in fyrifcher Sprache vor. Obgleich der
unbekannte fjberfetzer der letztgenannten Arbeit feine
Mutterfprache noch vollkommen beherrfchte, ift die Lektüre
der Überfetzung nicht immer fehr erfreulich. Sie
klammert fich zu fklavifch an den griechifchen Originaltext
an. In ihrem Streben nach Wörtlichkeit opfert fie
die Schönheit der fyrifchen Sprache. Man beachte nur
die fehr häufigen krampfhaften Verfuche, zufammengefetzte
griechifche Worte oder fpezififch griechifche Partikeln wie
fisV — de wiederzugeben. Trotzdem hat diefe Überfetzung
für Theologen einen hohen Wert. Cyrills griechifcher
Lukaskommentar umfaßt bekanntlich 156 Homilien. Von
diefen find vollftändig (cfr. Migne, ser. gr. 77, 1039—1050)
nur noch drei erhalten (Nr. 3. 4 und 51). Und wenn fich
auch hier und da noch einiges in Lukaskatenen (Pfeudo-
titus, Petrus von Laodicea u. a.) findet, fo find das doch
alles nur dürftige Fragmente. Die fyrifche Verfion ift,
vor der Hand jedenfalls, der einzige, gar nicht hoch genug

zu fchätzende Erfatz für das Verlorene. Das hat zuerft . ■- , . t-w a 1 ■»___Vi 1 _ „... „ r,

der Oxforder R. Payne Smith erkannt. Er war auch der EckHein- Dr" Alex" Zur Finanzlage Felix' V. u. des Bafler

erfte, der fie herauszugeben vernichte (cfr. R. Payne Smith, j Konzils. (Neue Studien zur Gefch. der Theologie u.

S. Cyrilli, Alexandriae archiepiscopi commentarii in Lucae I der Kirche. 14.) (XII, 97 S.) gr. 8°. Berlin, Trowitzfch

evangelium, quae supersunt syriace, Oxonii 1858). Ihm & Sohn 1912. M. 3.80

Cyrills ftattgefunden haben follten, fo hat Chabot tatfäch-
lich das gefamte in Europa befindliche Handfchriften-
material berückfichtigt.

Bei der Verwertung der handfchr. Überlieferung vermifle ich zuweilen
die erforderliche Kritik. Die auf pag. 34 f. aus Brit. Mus. Add. 12154
entnommenen Ausführungen über Matth. 12, 29 und 18, 12 gehören ficher
nicht in die 21. Homilie des Lukaskommentares. Sie Hammen, wenn fie
überhaupt dem Cyrill zuzufchreiben find, aus einer anderen Schrift des
Alexandriners. Hier hätte Chabot dem Oxforder Meifter kräftig wider-
fprcchen müffen.

Die Wiedergabe des fyrifchen Textes fcheint im allgemeinen zu-
verläffig zu fein. Doch darf ich einige Fehler nicht unerwähnt laden, die
ficher nicht alle auf das Konto des Druckers zu fetzeu find. Ich zähle
aus Stichproben folgendes auf:

pag. 5, 1. 6 lies p. 15 für p. 3; pag. 6, L 13 lies )ooi ^r*. für

*r*>; pag. 7, L 12 lies ,aru^ oOSo für alic; pag. 38, 1. 3 lies mit Ms.

^.L.cei für ^-j-ooio; 1. 27 lies U8oj °Na für uoojlza; pag. 39, L 19

lies mit Ms. ]Zi iVin; für IZo jaiaa? (fo auch Rücker); L 21 lies mit Ms.

L?oa_»_s für Ljoo^a (fo auch R.); pag. 40, 1. 13 lies mit Ms. | ■ *~'"

für (fo auch R.); pag. 41, L 10 lies mit Ms. T>Ä^ai ■'i -)

= multis vicibus = no).Xäxt~ für ILk^s l-iz2| (fo auch R.); L 14 lies

mit Ms. L*~.r.cA für j-.a-.t-cL (fo auch R.); pag. 43, 1. 17 lies mit Ms.

,cxn-.]_.— für ^osLeLÄ (fo auch R..); pag. 43, L 20 lies mit Ms. u. R.

I1VI--0 für M »11 ric; 1. 26 lies en.-l_—? (Ms. u. R. e»_.]aaj) für

oiLa-Sr; pag. 44, 1. 11 lies mit Ms. ).Jjai n 4.0 für ) 1 **" - ~ (fo auch

R.); 1. 17 lies mit Ms. ^» h 'r~ f';ir * * -J- (fo auchR.); 1. 18 lies mit Ms.

|L~s für i~~ (fo auch R.); 1. 25 lies mit Ms. |.aa-aa> für .sr t«o (fo

auchR.);pag.45, 1. i4liesmitMs. L.p.;|V' , für edapa) Vi (fo auch R.);

1. 22 lies mit Ms. _»z;2-4.Z für (fo auch R.); pag. 50, 1. 22 lies

mit Ms. Sach. 220 u. R. j.* ■'- lila für ) * L 23 lies mit Ms.

Sach. 220 u. R. Bis für |a{ ft!a; L 24 lies mit Ms. Sach. 220

und R. lila für Pia; pag. 62, 1. 7 lies ScojAjji-iN für ^zo-aJ,°n ;

pag. 102, 1. 23 lies «a&ala für ^aiaap.; pag. 217, 1. 30 lies iN »? ^ic

für .Asj ,_1d (cfr. L 29).

Möchte der verehrte Herausgeber diefe Textverbefferungen nicht
nur als Beweis meines lebhaften Intereffes, fondern auch als Opfer meines
aufrichtigen Dankes für feine verdienftvolle Arbeit anfehen!

Berlin. Diettrich.

folgten (London IS74) mit einigen Fragmenten aus Hdfchrr.
des British Museum W. Wright und (Breslau 1911) mit
noch kleineren Bruchftücken aus der Berliner Hdfchr.

Diefe Arbeit bietet unter Benutzung des gedruckten
Materials und des noch unveröffentlichten, in der Stadt-

fr—» °rnÄe„' ää^„-t ; ?£üÄÄ SkÄrtÄ

Verwertung des gelamten in JAuropa befindlichen Hand- „r u j j J1 : w,.,, , .1

^S^tewäSECS 1 SXVV ^gewählt war, um de. finanziellen Stetig.
die^orSlSlI--8Dl dochfo, daß nur 53 Nummern unver- I kelten e,n Ende zu machen und den Klagen der Reforrn-

vierzehn7l' 9 1T-20 24. 26. 30-31) S«^fI?^S3K ' Aber ^ konntet nichts

Dieirdentedru^ oEE^* ? ^T*

Mff SÜSSES verwertet. Sie finden fich bei W. ^^aushalts fo berühmte Herzogtum Savoyen fo ftark

Wrio-ht Caäo"u7of " ^u?^ nehme"' daß v-ne wlffchf^he Lage fich

wri nr, eaiaiogucui l" ',•„.,. rv«orJ«* lief „fc verfchlechterte; und vom Konzil konnte er nur in der

London 1S73, bei G. kümmerlichften Weife unterftützt werden. Ganz abgefehen

fachen BS -der Kgl. B^M^ ff3ÖE$ ^^»0

1899 Wenn feit derfHerausgabe^^-£^gn^<»f tungen, ift die Arbeit nicht nur als Beitrag zur Finanz-

rgend einer europa.fchen BibliothekjNeu^bijngen von ge4ichte des fpäteren Mittelalters wertvolT fondern be-

handfchriftlichen Überlieferungen des Lukaskommentars foadm ^ ^ fie zdgt> wie VQn finan'ziellen Erwä.

1) Über die exegetifche Bedeutung der Lukashomilien enthalte ich öUngen man kann faft fagen alles Handeln des Konzils
mich des Urteils bis nach dem Erfcheinen des zweiten Bandes. und des Papftes abhängig war und wie jede Reform fich