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Ausgabe:

1913

Spalte:

577-579

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Groot, J. J. M. de

Titel/Untertitel:

Religion in China. Universism: a Key to the Study of Taoism and Confucianism 1913

Rezensent:

Haas, Hans

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiUS und Oberlehrer Lic. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nm. Verlag: J. C. Hinrlchsfche Buchhandlung, Leipzig_Halbjährlich IQ Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchheßhchan _ , ■. ^_ min

^ft ToVlT-Cr rVTr« IQ ProfeflorD. Titius in Göttiugen, Nikolausberger Weg 66, zu fenden. bSpteiHDer it/TO

°°- UdllAg« i»i> A v Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

De Groot, Religion in China (Haas).
Zimmern, Sumerifche Kultlieder aus alfbaby-

lonifcher Zeit. I. (Meißner).
Sellin, Der altteft. Prophetismus (Meinhold).
Trabaud, L'Introduction ä l'Ancien Testament

dans sa Phase actuelle. I (Steuernagel).
Jacquier, Le Nouveau Testament dans PEglise

Chretienne. Tome II. Le Texte du Nouveau

Testament (Bouffet).
Benz, Die Ethik des Apoftels Paulus (W. Bauer).
Schubart.Pap. graec. Berolinenses (Deißmann).
P f i ft e r, Der Reliquienkult im Altertum. 2. Halb-

bd. ivon Dobfchütz).
Corpus Script. Christ. Orient. Scriptores syri.

Series HL Tom. VII et VIII. Eliae Nisibeni Opus

chronologicum, ed Brooks (Diettrich).

Blume, Analecta hymnica medii aevi LIII. Thesauri
hymn. prosarum. I. (Reudtorff).

Nemethy, Die myftifcheHochzeit des hl. Franziskus
mit der Frau Armut (Lempp).

Archiv für Reformationsgeich. 9. Jahrg. (Boffert).

Pribram, Die Entftehung der iiidividualiftifchen
Sozialphilofophie (Troeltfch).

Mackintosh, The Doctrine of the Person of
Jesus Christ (Lobftein).

Das fogenannte apoilol. Glaubensbekenntnis im
Lichte gefchichtlicher Forfchung(Katteubufch).

Kunze, Das apoftolifche Glaubensbekenntnis und
das Neue Teftament (Derf.).

Blau, Unfer Glaube (Derf).

Meyer, Wilh., Das apoftolifche Glaubensbekenntnis
(Derf).

Rogers, An Introduction to the Study of Pastoral
Theology (Schian).

Emiein, Religionsunterricht bei Proletarier-
kiudern (Niebergall).

Referate: Bricout, Ou en est Phistoire des
Religions? Tome II. Judaisme et Christia-
nisme. — Lindeboom, Contra de Reli-
gionsgefchichte de Historia Sacra. — B a t i f f o 1,
Urkifche und Katholizismus. — Der Kampf
Heinrichs IV. u. Gregors VII. — Baur,
Lebenserinnerungen. — Ebert, Die Kirchenfrage
in Hamburg. — Heymans, Das künftige
Jahrhundert der Pfychologie. — Charles,
Immortality. — Niebergall, Gott u. die
Gemeinde. — Ulrich, Vom Erleben Gottes.

Wichtige Rezenfionen. — Neuefte Literatur.

De Groot, J. J. M. Ph. D., LL. D.: Religion in China. Uni- j nicht zitiert.James Legges und Couvreurs englifche bzw.
versism: a Key to the Study of Taoism and Confu- franzöfifche Uberfetzungen chinefifcher Texte werden ge-
. • ,v,, o 0/1 tvt v 1 z- n d 4. legenthch (S. 219) als ,excellent' gerühmt, aber nicht be-

cianism. (XV, 327 S.) 8». New York, G. P. Putnam s | ^ ^ der V/erfaffer Stellen aus den Klaffikern oder

Sons 1912. $ I.50

Die acht Vorlefungen, die Profeffor De Groot, von
dem American Committee for Lectures on the History of
Religions als ,Lecturer' für 1910—1911 erwählt, in einer
Anzahl amerikanifcher Städte gehalten, wollen ein Schlüffel
zum Studium des Taoismus und des Confucianismus fein.
Kein folcher Schlüffel, fagt das Vorwort, fei bis jetzt dargeboten
worden. Ich kann mir diefe Behauptung nur fo
erklären, daß der verehrte Forfcher dabei, in etwas weit

aus dem nachklaffifchen Schrifttum anzuführen hat, —
und das gefchieht reichlich, befonders auch von dem
Laotsze-Buch wird viel mitgeteilt — gibt er fie durchweg
in felbftändiger Überfetzung.

W i e fehr aber fein Überfetzen eigene Wege geht, mögen wenig-
ftens zwei kurze Proben dartun, die man etwa mit R. Wilhelms Verfion
zufammenhalte. Tao-teh-king VI: ,Feeding the soul so that one does
not die is (acquisition of) the mysterious (celestial breath) and the fe-
male (terrestrial breath). And the openings (the moulh and uose), through
which these mysterious and female breaths enter, are the root and base

gehendem Peffimismus, meinte vorausfetzen zu mülTen, i of Lhe ce,lest.ia! ™d terref'Val »fluf»«s (which exist in man). They

*5 . c ._ 11 -r» 1 in r • ' ought to be lnhaled smoothly and slowly, as lt tney were to be preser-

feine voraufgegangenen wertvollen Publikationen feien un-
gelefen oder fo gut wie ungelefen geblieben. Hierin dürfte
er fich erfreulicherweife doch getäufcht haben. Die An-
fchauung von dem Grundelement und Wefen der chine-
fifchen Religion und Ethik, die er in diefem feinem neue-
ften Buche vorträgt, wird auch bei uns nicht Wenigen,
wenn nicht aus den bisher erfchienenen fechs Bänden

ed (in the body) — in using those breaths, no exertion is to be made'.
(S. 156). — Tao-teh-king I: ,Use the Tao (or road of the Universe)
as a tao (or road for your conduct), for it is not a road in the ordi-
nary sense of this term.1 Praise its fame, for it is not like any ordinary
fame. Before it had any fame (among men), it existed at the beginning
of Heaven and Earth; it has now its fame, because it is the producing
mother of all beings that are.' (S. 26).

Wie fchon in dem voraufgegangenen Buche De Groots

feines monumentalen Werkes ,The religious syftem of j (The Rel. of the Chinese S. 9), fo hat man auch in dem
China', fo doch aus feinem vor drei Jahren veröffentlichten ! vorliegenden, S. 17, wieder zu lefen, Confucius felber habe

Buche ,The Religion of the Chinese' oder aus den Ab
handlungen, die er für Chantepie de la Saussayes Lehr-

die Dämonen in drei Klaffen geteilt: folche, die in Bergen
und Wäldern häufen (diefe die gefährlichfte Sorte), folche,

buch der Religionsgefchichte und für Hinnebergs großes die im Waffer, und folche, die im Erdinnern wohnen.
Sammelwerk geliefert hat, wohlbekannt fein, wie man auch I Diefe Geifterklaffifizierung mag uraltchinefifch fein, dem
bereits Stellung zu ihr genommen hat. Eben darum wird j Meifter K ung, dem fie ganz und gar nicht gleich fleht,
der Referent davon abfehen können, diefe als .Schlüffel' 1 hat fie, foviel ich weiß (De Groot macht hier keine Quellenofferierte
, fchon durch den Untertitel des Buchs (.Univer- j angäbe), erft das Kuoh-yü, das Werk eines unbekannten
sism') angedeutete Anfchauung hier wiederzugeben. Da- j Autors, in den Mund gelegt. So fällt auch fonft auf, daß
mit foll nicht gefagt fein, daß, wer die älteren Publika- j der Verfaffer angebliche Ausfprüche Kung-tszes verwertet

tionen des Verfaffers kennt, diefe feine neuefte Darbietung,
ohne etwas zu verlieren, beifeite liegen laffen dürfe.
Nicht nur, daß feine Auffaffung hier in breiterer Darlegung
zum Vortrag gelangt (dabei unterlaufen freilich auch
in ihrer Häufigkeit etwas ftörende Wiederholungen, deren
Streichung in einer zweiten Auflage der Lesbarkeit dien-
fam wäre), das Buch bietet auch fonft viel bedeutfames

auch wenn fie Quellen entflammen, in denen authentifche
Worte von ihm nicht eigentlich zu fachen fein dürften.
Selbft ein fo fpäter Autor wie Tai Teh oder ein ausge-
fprochen taoiftifcher Patriarch wie Chuang-tsze wird ver-

ÜEine ähnliche, von allen bisherigen Wiedergaben völlig abweichende
Überfetzung des Anfangs des Laotsze-Buchs hat fchon de Visser ein

Neue, wie, um nureines'hervorzuheben, den Hinweis'aüf ^r*^,.15' Sror0ts" dDer B5rPrecllun8 der Grillfchen Tao-

j l__u *j-, 7 elnes nervorzuucucu, ucu umweis aui , teh-kmg-Verfion im ,Mufeum' Dez. 1911) voreefchlacen Grill hat auf

den beherrfchenden Einfluß, den Kuan-tsze nächft Lao j diefe Brechung eingehend, gegen den! ^iZ^L

und Lüuang auf die Entwicklung des Taoismus ZU einem aux'"ären Gebrauch von k o geltend gemacht, daß er, von der Sachlage

gefonderten Religionsgebilde ausgeübt hat. Auseinander
fetzung mit Fachgenoffen hat De Groot offenfichtlich ge

a:rr—zi:_i, ____r_i____.-i . . . „ n o

fliffentlich verfchmäht. Andere Autoren werden faft gar
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im fonftigen vorklaffifchen und klaffifchen Sprachgebrauch abzufehen,
im Tao-teh-king au keiner der 33 Stellen vorkomme, und daß eben damit
dem Weifen ein Predigerftil zugefchrieben werde, der ihm durchaus
fremd gewefen fei.

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