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Ausgabe:

1913 Nr. 16

Spalte:

502

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Mezger, Paul

Titel/Untertitel:

Die Absolutheit des Christentums und die Religionsgeschichte 1913

Rezensent:

Troeltsch, Ernst

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Seite 1

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501 Theologifche Literaturzeitung 1913 Nr. 16. 502

denklichere Torheit als diefen Willen, der doch auch zur j Mezger, Prof. U. Paul: Die Abfolutheit des Chriftentums

philofophifchen Arbeit nötig ift, da fie nie rein objektiv- j und die Religionsgefchichte. Vortrag, geh. bei der 68.

unperfönlich fein kann. Die Ausfchaltung des Glaubens Jahresverfammlung der Schweizer, reformierten Pre-

lft nach James ein Hindernis des Fortfchntts, ein 1 ,. c . .

Mangel an Aufrichtigkeit, fofern wir überall, nament- ohgergefeUfchaft 1912. (Sammlung geme.nverftandl.

lieh beim Fortgang des Weltlaufs mit unferem Glauben Vortrage u. Schriften aus dem Gebiet der ITieol. u.

eingreifen; dem Kampf des Lebens, dem Gebet fchreibt | Religionsgefch.70.) (68S.) gr.8°. Tübingen,J.C.B.Mohr

James behenderen Einfluß auf die Geftaltung des Uni- 1912. M. 1.50

verfums zu. Aber die Sackgaffe, in die doch der Gegen- m»,^.- n^i,•■„ a. • c-^ j •*. j n u

r . tt it.- r u- ■ r u * ;a ,^^or,r)f»n An« 1 Mezgei bekämpft meine Satze damit, daß er nach-

fetz von Herz und Kopf hineinfuhrt, ift vorhanden. Aus | fie beruhten 1 Denkfehlern und

diefer fuhrt die Faffung des G^h™>j£J™$J™£ fie befriedigten das chriftliche Bedürfnis nach abfoluter

felben gegeben hat, indem er den ^liifchen Vorgang Wahrheit nfcht Zu den Denkfehlern hört die Annahme,

des G aubens im wefenthehen als W»M Y™«- £s daß ein Verftändnis fremder Religionen durch hypothe-

^^1j^^^^tI^^ d^Sub^ tifche Anenipfindung möglich fcLdS nicht bloß die%al-

wieien noen zuruchgewieien 'tR c" ll- , T erklarung, fondern auch die Wertbeurtei ung nur beim Uber-

ügtSLSSSSÄ vÖÜlS^Äift ! blick üb--daS Ganze möglich fei, daß der Beurteilungs-
hÄfÄeriep on eines Wundt. Diefe maßftab «° m der Vergleichung fleh erzeugender und
tätfce S eSmäßSe Art religiöfen Glaubens durchzieht ! nlc^ «n immer fchon von Haufe aus fertiger und mit-
daMan verfteht die Varieties j gebrachter fei; meineBeweisfuhrung beruhe auf der Selbft-
uas eianuejoeiiKen vui.j Tendenz -/ufchreibt taufchung, immer fchon die Wahrheit des Chriftentums

von James nicht, wenn ! vorauszusetzen. In der zweiten Hinficht hätte ich übereile
Religion durSb.nP^°^ AutomS^ fehen> daß >dem Chriften feine ReliPon eine vollkom-

Indem James in Faü^/°" ^ ' mene Befriedigung gewähre' und gewähren müffe, wenn

das Willensmoment der er fie für wall? und gültig halten foll. Ich habe auf die

SSäf der'd^trc" d? -ften ?Art'nur zu erwidern, daß fie falls

Seiten von Tl^^^t^ 1 ^S^S^SS'S^ Sem SS fifgr^es

für Wille zum Glauben' die deutlcne Ausgabe btuttgart, .„ » . s r »

im ,vvmc iuu 0 & Chriftentums' arbeite, fondern diefen felber erft aus der

Pr. Frommann 1899.

c) Es kann fich hier nur um Würdigung der Partien
feitens Flournoys handeln, die uns Deutfchen aus der
deutfehen Ausgabe von The Varieties nicht zugänglich

find Fl ftellt die Intention von W.James' Vorwort feft, ; lc,h d-efe in der Richtung eines; perfonalift.fchen Erlofungs-
daß'nämlich der erfte Teil, deffen Lange freilich nur eine ! 6"j™.ens, zu erkennen glaube im Prophetismus und
kurze Darlegung des zweiten ermöglichte, die Pfychologie | Chnftentum die rehgiofen Machte zu bezeichnen, in denen
behandelt, jener zweite dieReligionsphilofophie, die erhoffte i wir verharren muffen und die wir lebendig fortzubilden
fpäter ausfiihren zu können, foweit das nicht fchon früher I verpflichtet find unbekümmert um das, was injahrhundert-
gefchehen war (z. B. in der bei uns weniger bekannten rruRnden. etwa moS}}^J^ »ch ereignen wird.

Brofchüre: Human Immortality, Bofton 1898,7öS.). James i Das VerharreI} be« der rehgiofen GrundfubiVanz unferes
wendet fich mit feinen Varieties nicht an die Spezial- europaifchen Lebens und feine lebendige Fortbildung:
pfychologen der Religion, fondern feine Eigenart ift die I daf, lft es allein worauf es mir ankommt Ich glaube,
des umfallenden Denkers. Mit Recht legt Fl. auf die j da« wff daxmt Freiheit Ruhe und Zuverficht gewinnen
Selbftändigkeit diefer Philofophie Gewicht, die durch zwei und die apologedfchen Kunfte los werden, die uns immer
Grundzüge fich auszeichnet, nämlich empirifch und prak- l wled-r bei irgendwie eingefchrankten ewigen Wahrheiten
tifch (pragmatifch) zu fein; durch das erfte Merkmal wird 1 der Dogmatiker fefthalten wollen und doch nur Zweifel
aller (moniftifchen) Einfeitigkeit vorgebeugt, die jedweder und Abneigung erwecken Aul die Einwürfe der zweiten
von James öfter gegeißelten Intoleranz noch viel zu fagen j Ay" habe ich zu fagen, daß Anhänger anderer Religionen
hat Die Welt, fie im Bewußtfein erfcheint, ift plura- : üch -ernf° vollkommen oder gdegenthch auch unvollkom-
liftifch abgetönt, in unendlicher Mannigfaltigkeit, wie fie mfJn ,befrledl^. fuhlen wie die Chriften uiid daß daher das
vom einzelnen Ich nicht umfaßt werden kann. Der präg- ' fubjektive Befnedigungsgefuhl mit dem Beweis für abfo-
matifche Gefichtspunkt fchlägt nicht nur der theologifchen ; lute Geltung nichts zu tun hat Außerdem ift es wohl
Snekulation ins Geficbt, fondern ebenfofehr dem Dogmatis- : nJcht zuviel gefagt wenn man dagegen betont, daß fich
mus eines Häckel, Spencer, wie den .Orgien, die ein Kant aus- 1 ebeun dle„beutige Chriftenheit bei ihrer Religion gerade
o-elöft hat' obwohl er mit feinen .Poftulaten der prak- ! mcht vollkommen befriedigt fühle; daher kommt ja die
tifchen Vernunft' diefem Pragmatismus vorarbeitete und ! ganze Unruhe und Krifis und mit ihr die vorliegende
der Snekulation wehrte. Durch den Empirismus kommt j Prageftellung, die für Mittelalter und Reformationszeitalter
das nrimitive Denken des Perfonalismus, der jede Religion 1 unfinnig gewefen wäre, weil man fich damals in Hinkennzeichnet
(und in unferer deutfchen Glaubenslehre | »cht auf die hier berührten Fragen, .vollkommen befriedigt'
pfychologifch1 kaum beachtet) ift, zu feinem Rechte. Das 1 »uhlte.

Perfonhafte ift zugunften des Objektiven, Gefetzmäßigen, j Heidelberg. Troeltfch
Unperfönlichen, Sachlichen lange genug unterfchlagen und

Vergleichung heraus bilde. Mir kommt es nur darauf
an, aus dem Zufammenftoß der verfchiedenen religiöfen
Prinzipien die Zentralrichtung herauszuarbeiten und, indem

ift doch das Grunderlebnis, die eigenthchfte Erfahrung. Baue Prof D Johannes; Die Agendenreform der Geaen-

Das liberum arbitrium ift gefichert durch den Pragmatis- . fv gehalten in Karlsruhe am 28 l,m; ,!?

mus, der allen Anmaßungen einer vermeintlichen Wiflen- wa • (Vortrag gehalten in Karlsruhe am 28.Juni i9n.)
fchaft widerfteht. (VI11' 95 S-) P"-8 • Tubingen, J. C. B. Mohr 1911. M. 1.80

Alt-Jeßnitz G. Vorbrodt. 1 In diefem (doch wohl ftark) erweiterten und mit in-

J ' j ftruktiven A»imerkungen und einem Regifter verfehenen

d,- . , . t ■ ' Vortrag will Bauer die in allen neueren Ao-endenreformen

Cl°--rB^ auftretenden allgemeinen Ideen aufedgfj Td tolZk

riko^^Il?™ Glaubenslehre mit empWfcher Perfou ; . Verbindung bringen Als

__-- die wichtigften allgemeinen Probleme gelten ihm die, wie

man Hiftorifches und Gegenwärtiges, das Recht des Einzelnen
und das der Gemeinfchaft in einer dem Wefen