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Ausgabe:

1913 Nr. 15

Spalte:

474-475

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Nager, Franz

Titel/Untertitel:

Die Trinitätslehre des hl. Basilius des Großen. Eine dogmengeschichtl. Studie 1913

Rezensent:

Koch, Hugo

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Theologifche Literaturzeitung 1913 Nr. 15.

474

Kirchenrechts formell feftgelegt. Kein Wunder, daß fich
auch die Kommentarliteratur des dankbaren Stoffs bemächtigt
. Nicht weniger als drei Kommentare find bereits
im Erfcheinen begriffen. Die von Dyroff, Frank und Langheinrich
; den letzteren haben wir hier zu befprechen. Es
liegen von ihm z. Zt. drei Lieferungen vor, die außer dem
Gefetzestext, die Kommentierung bis zu Art. 53 gefördert
haben, während die ganze Ordnung 112 Artikel zählt.

durch — trotz S. 27 Z. 2 v. u. — künftliche Erklärung in Einklang
mit dem Übrigen bringt. Aber fehr anerkennenswert i(t
wieder der Freimut, mit dem Bach den Charakter des letzten
Mahles als eines Paffahmahles bezweifelt. Urchriftliche und
jüdifche Tradition ftimmen darin überein, daß Jefus am letzten
Arbeitstage vor dem Fett, nicht am Fefttage felbft, geltorben ift. —
Im zweiten Hauptteil foll nun das Todesdatum nach dem julifchen
(sie) Kalender beftimmt werden. Das Jahrzehnt des Pilatus und
der Freitag geben die Vorausfetzungen. Schwierigkeit macht aber

Seinen Zweck wird diefer Kommentar nach den vorliegen- ■ dje Beftimmung des damals für die Juden giltigen Kalenders,
den Proben zu urteilen, in durchaus befriedigender Weife : Bach meint mit Weftberg, daß gegen ,die uns erhaltenen Nacherfüllen
. Die Erläuterungen find überfichtlich, gründlich j richten über die jüdifche Zeitrechnung' der fogenannte konflante
und leichtverftändlich. Da der Kommentar in erfter Linie jüdifche Kalender fchon damals gegolten habe. Nach diefem
für die Praxis auch für Nicht-Juriften beftimmt ift, fo find 1 fiel der 15. Nifan 33 auf Samstag, 4. April. Bach glaubt aber das-
gelehrte TJnterfuchuno-en vermieden. Zu loben ift die i felbe Datum auch nach dem veränderlichen, auf unmittelbarer
gute orientierende Überficht über die Gefchichte des Himmelsbeobach.ung beruhenden Kalender errechnen zu können;
kirchenvermögensrechtes in Bayern und über den Inhalt Sage" ^^ta^

der Ordnung. Wir können daher den Kommentar für
die Praxis auf das befte empfehlen. —

Erlangen. Sehling.

Referate.

Bibel, Mifchna und urkirchlicher Uberlieferung vom Paffah der
Juden vor Frühlingsanfang nicht in Betracht kommen. Dem
fleht allerdings die Berechnung des jüdifchen Philofophen
Ariltobul entgegen: f. meine ,Zeitgefchichte' 2. Aufl. S. 264.
Gießen. Oscar Holtzmann.

Deimel, Prof. P. Antonius, S. I.: ,Enuma Elis' sive epos baby Nager, Dr. Franz: Die Trinitätslehre des hl. Bafilius des Großen

Ionicum de creatione mundi in usum scholae ed. (Scripta-

pontificii instituti biblici III.) (IX, 66 S.) Lex. 8". Romae 1912.

(Rom, M. Bretfchneider.) M. 2.70

Der Mangel eines zufammenhängenden Textes des baby-
lonifchen Weltfchöpfungsgedichtes machte fich bisher recht unangenehm
bemerkbar, fo daß es kaum möglich war, diefes wichtige
Literaturdenkmal einer Vorlefung oder Übungen zugrunde zu
legen. Dierem Übelftande hat Deimel durch Zufammenflellung
der 50 bisher bekannten Fragmente abgeholfen. Eine Praefatio
informiert über Publikationen und Anordnung der einzelnen
Stücke. Der babylonifche Text hätte vielleicht beffer einheitlich
in aflyrifchem Gewände gegeben werden können. Eine Tabula
lectionum variantium und eine Zeichenlifte fchließt fich an. Den
Befchluß macht ein Glofiar.
Jena. A. Ungnad.

H 0 m m e I, Prof. Dr. Fritz: Gefchichte des alten Morgenlandes. 3. verb.
Aufl. Durchgereh. Neudr. (Sammlung Göfchen 43.) (193 S.
m. Abbildgn. u. 1 Karte) kl. 8°. Berlin, G. J. Göfchen 1912.

Geb. M. — 80

Diefe Ausgabe des Bändchens, das fchon manchem wertvolle
Dienfte als Einführung in die altorientalifche Gefchichte ge-
leiftet hat, ift ein faft kaum veränderter Neudruck der 1904
erfchienenen dritten Auflage. Hinzugekommen ift ein von
Eberhard Hommel angefertigtes Regifter, das die Brauchbar-

Eine dogmengefchichtl. Studie. (IV, 123 S.) gr. 8° Paderborn,
F. Schöningh 1912. M. 2.50

In der Einleitung diefer ,dogmengefchichtlichen Studie' erfahren
wir u. a., daß der arianifche Kaifer Valens mehrmals gewillt
war, den ,hl. Kirchenfürften' in die Verbannung zu fchicken, aber
durch wunderbare Vorgängebewogenimmerwiedervon feinem Vor-
fatz abgelaffen habe, da die Feder dreimal zerbrochen und die
Hand des Kaifers erftarrt fei (S. 5). Natürlich war dem Bafilius
die päpftliche Unfehlbarkeit keineswegs fremd. Denn der Brief,
mit dem die Spannung zwifchen Bafilius und Damafus ihren
Höhepunkt erreichte, ift nicht Ep. 90 mit dem Glaubensbekenntnis,
wie man vielfach meint, fondern Ep. 92, wo es fich um eine reine
Difziplinarfrage handelt (S. 14). Da er alfo die römifche Unfehlbarkeit
nicht beftreitet, anerkennt er fiel Ebenfo ifts mit dem
Primat — gemeint ift natürlich ein Rechtsprimat — überhaupt.
Sonft müßte man die ,Möglichkeit erklären, daß Bafilius gerade
in diefer Frage ganz ifoliert daftehe, obwohl er mit Bifchöfen des
Orients und Okzidents in Beziehung und Verkehr ftand, und daß
das zwei Jahre nach feinem Tode abgehaltene Konzil zu Kon-
ftantinope) den Kanon 3 aufftellen konnte: Constantinopolis epis-
copus habet honoris primatum post Romanum Episcopum, eo
quod sit ipsa nova Roma' (S. 15). Und wenn die Abendländer
erfucht werden, den bedrängten Brüdern im Often beizufpringen,
fo ift das, da unter dem Abendland in erfter Linie Rom gemeint
ift, ein glänzendes Zeugnis für die Anerkennung des Primates

keit des Bändchens nicht unwefentlich erhöht. I (s. 16). Wie .kirchlich gefinnt' der Verfafier felber ift, beleuchtet

Jena. A- Ungnad. j noch mehr der unglaubliche Satz S. 23:,War dereinlt (sie!) Bafilius

Deimel. Prof. Antonius, S. L: Veteris Testamenti chronologia
monumentis babylonico-assyriis illustrata. (Scripta Pontificij
Instituti Biblici.) (VIII, 124 S. m. 7 autogr. Taf.) Lex. 8".
Rom. M. Bretfchneider 1912. M. 4.50

Das zerftreute chronologifche Material, das die AITyriologie
dem Bibelforfcher bietet, überfichtlich zufammenzuftellen, ift der
Hauptzweck vorliegender Arbeit. Sie zerfällt in zwei Teile: I) De
Chronologia Baby loniorum et Assyriorum. Hier find die Eponymen-
liften, die Königstafeln und fonftiges chronologifches Material zu-
famm'engetragen und kurz interpretiert. Die Aufnahme der altbab.
Jahresnamenliften wäre der Vollftändigkeit halber erwünfeht ge-
wefen. Ein Appendix bringt autographierte Uberfichten der bab.-
ass. Könige. Teil II handelt De Chronologia Veteris Testamenti
unter befonderer Berückfichtigung der affyrifch-babylonifchen
Synchronismen. Ein Index der Eigennamen befchließt das Werk.
Jena. A- Ungnad.

Bach, Dr. Jofeph: Monatstag und Jahr des Todes Christi. (52 S.)

8». Freiburg in B., Herder 1912. M. 1 -

Die kleine Schrift des ftreng katholifchen Verfaffers zer-

ein begeifterter Verteidiger der Rechtgläubigkeit des noch (sie!)
kirchlich gefinnten Orients, fo follten jetzt (auf dem Konzil zu
Florenz) feine Schriften die fchwer begründete und unabweisbare
Anklage auf Glaubensabfall des Orients erheben'. Warum der
Satz aus Hieronymus De vir. illustr. c. 116 über Bafilius griechifch
angeführt wird (S. 21 f), ift nicht einzufehen. In derfelben Einleitung
erhalten wir auch gleich Proben eines ausgewachfenen
Primanerftiles. Auf S. 25 f herrfcht die wilderte Feuersbrunft:
,Seit Origenes Zeiten (früher nicht?) waren fubordinatianifche
Theorien und Anflehten in Alexandrien nimmermehr ganz zum
Erlöfchen gekommen; fo bedurfte es bloß eines Windftoßes, und
die Glut entfachte fich zum helllodernden Feuer; verfchiedene
Faktoren, die Hefele in feiner Konziliengefchichte namhaft macht,
fchürten mächtig durch Jahrzehnte hindurch das einmal entfachte'
Feuer... Aber auch nach dem Synodalbefchluß ward das Feuer
der Härefie keineswegs ausgelöfcht .... fchürten die Eufebianer
vorerft im geheimen und dann auch offen das Feuer der Irrlehre'
Nach fotaner Einleitung wird im erften Abfchnitte die
Stellung des hl. Bafilius zum Nicänum, im zweiten die Fortbildung
der nieänifchen Lehre von der Wefensgleichheit des Logos

fällt in Einleitung und zwei Hauptteile, von denen der erfte den ] mit dem Vater, im dritten die Lehre vom hl. Geift dargelegt

Nachweis führt, daß Chriftus am 14. Nifan Harb. Es ift fehr er- und im vierten die Behandlung der Trinitätslehre bei Bafilius

treulich, wie diefer Satz aus allgemeinen Vorausfetzungen, aus charakterifiert. Auf S. 34 ift zu lefen: ,Die Bedeutung des nicä-

den Beftimmungen über die Fefttagsruhe und aus den überein- I nifchen 6/uoovawg ift nur im Zufammenhang mit den ihm voraus-

ftimmenden Angaben der vier Evangeliften begründet wird
Weniger zuftimmen wird man der Art, wie der Verfaffer die
fcheinbar (?) widerfprechenden Stellen Mt 26!7 Mc 14,2 Lc 227

gehenden und nachfolgenden Beftimmungen des Symbolums zu
interpretieren und fo befagt es denn eine numerifche Einheit des
göttlichen Wefens'. Dazu in A.2:,Mit dem Ausdruck, numerifche