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Ausgabe:

1913

Spalte:

353-354

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Revue des sciences philosophiques et théologiques, 5.-6. année 1911-1912 1913

Rezensent:

Lobstein, Paul

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiUS und Oberlehrer Lic. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 10 Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlichan . 14-.10

08. Jahre1. Nr. 12 ProfefforD.Titius in Göttingen, Nikolausberger Weg; 66, rufenden. 7. JUlll lUlO

u" "D' x** Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Revue des sciences philosophiques et theologi-

ques (Lobftein).
Schulemann, Die Gefchichte des Dalailamas

(Beckh).

Dangdon, Die neubabylonifcheu Königsinfchrif-

ten (Jenfen).
Duhm, Anmerkungen zu den 12 Propheten

(Nowack).

Behm, Der BegrilT dta»/,'*»/ in Neuen Teitament

(W. Bauer).
Lohmeyer, Diatheke (Derf.).
Jacquier, Le Nouveau Testament dans 1'Eglise

chretienne I (Knopf).
Gercke u. Norden, Einleitung in die Alter-

tumswilTenfchaft (Lietzmann).
Meyer, Entftehung u. Entwicklung des Weih-

nachtsfeftes (Bouflet).

Mose ben Maimün's Mifchnah-Kommentar
zum Traktat Babaliathra (Kap. I—IV) (Bacher).

Claufen, Kirchliche Sitten u. Gebräuche in der
Landfeh. Eiderftedt (Knoke).

Baeumker, Die Lehre Anfelms v. Canterbury Langhaeufer, Das Militärkirchenwefen im kur

üb. den Willen u. feine Wahlfreiheit (Scheel),
Schwenke u. Degering, Calixtus III: Die

Türkenbulle (Ficker).
Clergeac, La Curie et les Beneficiers consi-

storiaux (Lerche).
Dreske, Zwingli und das Naturrecht (Troeltfch).
Eder, Die Reformvorfchläge KaiferFerdinands L

auf dem Konzil v. l'tient (Robert Holtzmann).
Lüttge, Die Trennung v. Staat u. Kirche in

Frankreich (Lachenmann).
Fichte, Die Anweifuug zum feligeu Leben

(Elfenhans).

Coignet, De Kant a Bergson (Kowalewski).
Kirn, Vorträge u. Auffätze (A. Baur).

brandenburgifchen u. königl. preullifchen Heer
(Eger).

Referate: Lindberg, De religiösa och etiska
ideerna. — Schmidt, Der hl. Ivo. — Peters,
Franz v. Affifi. — Widmann, Die Afchen-
dorfffche Preffe 1762 —1912. — Zum Gedächtnis
an Th. Braun. — Zander, Erinnerungen
an D. Theodor Braun. — Steinmann, Die Ab-
flammungslehre. — Fidler, Vom Zuge der
Menfchheit. — M o 11, Die Entfcheidungsftunde
der Weltmiffion und wir.

Mitteilungen: (17)Quellen d. Religionsgefchichte.
Wichtige Rezenfionen. — Neuefte Literatur.

Revue des sciences philosophiques ettheologiques. Cinquieme
et sixieme annee 1911—1912. (903 u. 900 S.) gr. 8°.
Paris, V. Lecoffre. Je fr. 12 —

Bei der großen Verbreitung und dem wachfenden
Erfolg, die diefer in der Th. Lztg zu wiederholten Malen
angezeigten Revue (1909, Nr. 19; 1910, Nr. 9; 1912, Nr. 3)
zu teil geworden find, dürfte es genügen, ohne auf das
unveränderte Programm und die bewährte Anlage noch
einmal einzugehen, aus dem Inhalt des 5. und 6. Jahrgangs
(1911—1912) einiges zu berichten. Befonders wertvoll
find, wie immer, die forgfältig geführte Chronik, die
Bulletins, die eine Umfchau auf den wichtigften Gebieten
der Philofophie und der Theologie halten, die Recension
der verfchiedenen Zeitfchriften, die mit jedem Jahrgang
in größerer Anzahl berückfichtigt werden. Von ungleicher
Bedeutung find die Auffätze, die in der Regel das erfte
Drittel eines jeden Heftes in Anfpruch nehmen. Hier tritt
in der Frageftellung, der Methode und den vorgefchlagenen
LöfungsverfuchenderUnterfchied zwifchen katholifcher und
proteftantifcher Theologie und Philofophie felbftverftändlich
am fchärfften hervor. Wiederum find es die fyftematifchen
Disziplinen, die den Einfluß der Scholaftik am deutlichften
kund geben und in demfelben Maße fleh von der bei uns
üblichen Arbeitsweife entfernen. Man lefe z. B. die Differ-
tationen ,La certitude probable' (A. Gardeil, V, 2. 3), Apolo-
getique et Theologie (A. de Poulpiquet, V, 4)„La Redemption'
(Et. Hugueny, V, 2), ,Le Magistere ecclesiastique, source et
regle de la Theologie' (Jaquin, VI, 2), ,La tradition'
(Et. Hugueny VI, 4), und man wird leicht die Kluft meffen,
welche die Reformation und die neuere von Schleiermacher
angeregte Theologie hier zwifchen den Lehren der
beiden Kirchen befeftigt haben. In den exegetifchen und
hiftorifchen Fächern ift der Abftand weniger fühlbar.
Nicht feiten werden wir vor allem aus den dem Mittelalter
geltenden dogmenhiftorifchen Unterfuchungen wefentliche
Förderung erfahren: cf Zur anselmifchen Lehre von der
Erbfünde (R. M. Martin, V, 4), Zur Ethik des Thomas
v. Aquino (A. D. Sertillarges, VI, 2), Zur Erkenntnistheorie
Bonaventura's (F. Palthories VI, 3). Vgl. auch Les
methodes de la definition d'aprös Ariftote (Roland-Goffelin
VI, 2), La Religion et les Maitres de l'Averroisme
(P. Doncceur, V, 2—3). Den Boden der Religionsgefchichte

betreten L. de la Vallee-Poussin (L'hiftoire des Religions
de 1' Inde et l'Apologetique VI, 3: Problem der Urfprünge,
Analogien, Entlehnungen), G. Schmidt (Voies nouvelles en
Science comparee des religions et en sociologie comparee,
V, 1: franzöfifche Überfetzung eines vor der Leo-Gefell-
fchaft in Wien am 7. November 1910 gehaltenen Vortrags),
J. B. Frey (L'angelologie juive au temps de Jesus-Christ
V, I; L'etat originel et la chute de l'homme d'apres les
coneeptions juives au temps de Jesus-Christ V, 3), A. Le-
monnyer (Le culte des dieux etrangers en Israel, Ächera).
Für die meiften deutfehen Lefer, fowohl evangelifcher
als katholifcher Konfeffion, dürfte R. Coulards Beitrag zur
Gefchichte der Theologie und Religion im 18. Jahrhundert
eine willkommene Bereicherung ihrer Kenntniffe über den
Jansenismus bringen. Le Pere Noel Alexandre (VI, 1—2)
wird auf Grund zahlreicher bisher unbenutzter Urkunden
an das helle Licht der Gefchichte gezogen.— Die in
unferer Anzeige gemachten Mitteilungen erheben nicht den
Anfpruch, irgendwie erfchöpfend zu fein; fie genügen aber,
um den reichen Inhalt der beiden Jahrgänge diefer Revue
anzudeuten.

Straßburg i. E. P. Lobftein.

Schulemann, Günther: Die Gefchichte des Dalailamas. (Re-
ligionsgefchichtliche Bibliothek. 3. Bd.) (IX, 290 S.) 8°.
Heidelberg, C. Winter 1911. M. 7.20; geb. M. 8.20

Das Buch enthält ein wertvolle und reichhaltige Zu-
fammenftellung der wichtigften Daten der Gefchichte
Tibets von der Einführung des Buddhismus bis auf die
neueften Zeiten herab. Durch die fleißige und gelehrte
Arbeit hat fich der Verf. um die Fachwiffenfchaft ein
wirkliches Verdienft erworben, und das Intereffe, das unfere
Zeit dem geheimnisvollen Tibet entgegenbringt, wird dem
Buche auch in weiteren Kreifen Beachtung ftchern. Aktuelle
Fragen, wie die Beziehungen Tibets zu China, Rußland
und England, find eingehend behandelt, wie überhaupt
in der Darftellung des Gefchichtlichen der Hauptvorzug
des Buches liegt. Aber auch den Erfcheinungen
des religiöfen Lebens ift durchweg die gebührende Auf-
merkfamkeit gewidmet. Der Gegenftand bringt es mit
fich, daß ihre Erörterung in dem Buche einen ziemlich
breiten Raum einnimmt. Im erften Kapitel gibt der Verf.
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