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Ausgabe:

1913

Spalte:

289-291

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Laufer, Berthold

Titel/Untertitel:

Jade, a Study in Chinese Archaeology and Religion 1913

Rezensent:

Haas, Hans

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiuS und Oberlehrer Lic. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nm. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 10 Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlich an
OO. Jahrff. Nr, 10 ProfefforD. Titiu sin Göttingen, Nikolausbcrger Weg 66, rufenden. ]0 Mai

0 Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag. v"

Lauf er, Jade, a Study in Chinese Archaeology

and Religion (Haas).
Huby, Chriftus. Manuel d'Histoire des Religions

(BoulTet).

Kittel, Gefchichte des Volkes Israel. D (No-
wack).

Menzel, Meine Reife nach Jerufalem im Jahre

1906 (Guthe).
Lietzmann, Handbuch zum Neuen Teftament

(Knopf).

Pofchmann, Die Sundenvergebung bei Ori-

genes (Windifch).
Donceur, Synopsis Scriptorum Ecclesiasticorum

(Krüger).

Leclercq, Manuel d'Archcologie chretienne de-
puis les origines jusqu'au VIID siecle (Lietzmann
).

Harn ml er, Gregors VII. Stellung zu Frieden u.
Krieg im Rahmen feiner Gefamtanfchauung

(Ficker). | levvski).

Quellen und Forfchungen zur Gefchichte des

Dominikanerordens in Deutfchland. Heft 6—7

(O. Clemen).
Hecker, Religion und Politik in den letzten

Lebensjahren Herzog Georgs des Bärtigen von

Sachfen (Schornbaum).
Tfchackert, Dr. Eberhard Weidensee (Cohrs).
Troeltfch, Die Bedeutung des Proteftantismus

für dieEntftehungdie modernen Welt (Wernle).
Clarke, Studies in the English reformation

(Mackintosh).
Sabatier, L'orientation religieuse de la France

actuelle (Lachenmann).
Houtin, Histoire du modernisme catholique

(Derf.).

Eucken, Die Philofophie des Thomas v. Aquino

u. die Kultur der Neuzeit (Elfenhans).
Vorländer, Immanuel Kants Leben (Kowa-

Behm, Der Begriff des allgemeinen Prieftertums
(Thieme).

Scheler, Über Reffentiment u. moralifchesWert-
urteil (Weber).

Rudolph, Meditationen (Niebergall).

Oftwald, Moniftifche Sonntagspredigten (Derf.)-

Bürkner, Chriftliche Kunft (Stuhlfauth).

Referate: Zimmern, Babylonifche Hymnen und
Gebete. — Liechtenhan, Jeremia. — Hoffmann
, Die Erlöfergedauken des gefchicht-
lichen Chriftus. — Schneege, Goethes
Spinozismus. — Voigtländer, Vom Selbstgefühl
. — Dunkmann, Der Kampf um das
Bekenntnis. — Denzinger, Enchiridion sym-
bolorum.

Mtteilungen: (14) Der Bericht über den Leidener
Kongreß.

Wichtige Rezenfionen. — Neuefte Literatur.

Laufer, Berthold: Jade, a Study in Chinese Archaeology
and Religion. (Field Museum of Natural History. Pub-
lication 154. Anthropological Series. Vol. X.) (XIV,
370 S. m. 74 [6 färb.] plates u. 204 Textfig.) gr. 8°.
Chicago, Field Museum 1912. $ 6 —

Unter dem Namen Jade — es ift wohl nicht fo ganz
überflüffig, das hier zuvor zu bemerken — faßt man in
populärem Sprachgebrauche die verfchiedenen Arten von
Nephrit und Jadeit zufammen. Während einer dreijährigen
wiffenfchaftlichen Expedition in China (1908—1910), wo
diefe, dort als Yü bekannten, Mineralien merkwürdigerweife
von jeher in höherer Schätzung ftanden als die
eigentlichen Edelfteine, hat im Auftrage des Field Mufeums
zu Chicago und für diefes unfer Landsmann Berthold
Laufer u. a. auch in Si-ngan fu (Prov. Shensi), dem Zentrum
der alten chinefifchen Zivilifation, eine Sammlung
von Jade-Geräten aller Art zufammengebracht, darunter
eine Menge primitiver, zumeift aus Grabftätten aus den
Zeiten der Dynaftien Chou (1122—255 v. Chr.) und Han
(206 v. — 220 n. Chr.) exhumierter Stücke von aller-
höchftem archäologifchen Intereffe. Zu diefer Sammlung
(The Mrs. Blackstone Collection) ift der vorliegende Band
von 370 eng bedruckten Seiten zunächft als wiffenfchaft-
licher Kommentar vermeint. Er ift aber, um das gleich
zu fagen, nichts weniger als ein bloßer Katalog oder was
man wohl .Führer' nennt, fondern wirklich, was fchon der
Untertitel befagt, a study in Chinese archaeology and
religion, und das eine ganz ungemein tieffchürfende, eine
Fülle der wertvollften neuen Erkenntniffe zutage fördernde
finologifche Studie eines fcharffinnigen und grundgelehrten
Forfchers, der, in ausländifchen Dienften flehend,
auch mit diefer feiner neueften Arbeit wieder dem deut-
fchen Namen hohe Ehre macht. ,1 have endeavored to
furnish a piece of research-work in which jade is to yield
the material to delineate cultural and chiefly religious
developments in ancient China. I do not mean to deal
with jade for its own sake, but as a means to a certain

expression and illustration in objects of jade. To trace
their relation to thought was therefore my chief aim, and
hence the result has rather become a contribution to the
psychology of the Chinese' (p. 8). Je weniger man im
allgemeinen von einem Museum of Natural History Publikationen
erwarten wird, die eine Theologifche Literaturzeitung
der Beachtung ihrer Lefer zu empfehlen hat, um
fo nachdrücklicher möchte ich es ausgefprochen haben,
daß uns mit diefem Buche, das die Steine reden läßt,
ein Werk befchert ift, aus dem fich uns eine Flut erhellenden
Lichtes auf die Anfänge der chinefifchen Religion
ergießt. Der mir verwilligte Raum geftattet mir kaum
mehr als nur eben einen befonderen Hinweis auf die
Kapitel V: Jade in religious worship (S. 120—189) und
VIII: Jade amulets of the dead (S. 294—305). Freilich
hebt fchon der Verfaffer felbft (S. 27) hervor, daß das 5.
Kapitel fich nicht recht verliehen laffe ohne das zweite
(Jade Symbols of sovereign power) und fo überhaupt feine
Unterfuchungen durchweg ineinandergreifen, alfo daß man
fich fchon wohl oder übel der Mühe unterziehen muß,
auch die rein archäologifchen Partien zu ftudieren. Nicht
einmal die Fußnoten wird man überfehen dürfen. Ich
verweife da beifpielshalber nur auf die S. 120 flehende,
die fich aufShu-king, Kap. Shun-tien, 6 bezieht. Das ift
die bekanntlich ältefte den religiöfen Kultus in China
betreffende Stelle in dem kanonifchen Buch der Urkunden,
welche befagt, daß Kaifer Shun nach feiner Thronbeftei-
gung (angeblich 2255 v. Chr.) dem Shang-ti, den Sechs
Verehrungswürdigen (liu tsung), den Bergen und Strömen
und den hundert Geiftern geopfert habe. Die Sechs Ehrwürdigen
in diefem Paffus waren bislang eine echte, rechte
crux interpretum, alfo daß z. B. W. Grube (Religion und
Kultus der Chinefen S. 26) meinen konnte, wir ftünden
da vor einem Rätfei, das wohl für immer ungelöft bleiben
werde. Hat man fich nun allgemein darein gefunden
gehabt, daß uns dem dunkeln Ausdruck gegenüber nichts
anderes übrig bleibe, als uns mit einem non liquet zu
befcheiden, fo Hellt es Laufer durch Anziehung einer

end; it merely forms the background, the leading motive, ! Chou-li-Stelle m. E. außer Zweifel, daß man unter den
for the exposition of some fundamental ideas of Chinese liu tsung die Gottheit Himmel, die Gottheit Erde und die
religious concept which find their most characteristic vier Gottheiten, welche die vier Himmelsgegenden repräfen-
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