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Ausgabe:

1911 Nr. 2

Spalte:

60

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Huck, Albert

Titel/Untertitel:

Synopse der drei ersten Evangelien. 4., durchges. u. verb. Aufl 1911

Rezensent:

Schuster, Hermann

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Theologifche Literaturzeitung 1911 Nr. 2.

60

den Notftand hingewiefen und der Weg im allgemeinen
gezeigt wird, auf dem vorwärtszufchreiten ift.

Halle. Paul Drews.

Sterben wir, fo fterben wir dem Herrn. Begräbnisreden,
herausgegeben von Ernft Rolffs. (Moderne Predigt-
Bibliothek. VIII. Reihe, 4. Heft.) Göttingen, Vanden-
hoeck & Ruprecht 1910. (IV, 114 u. VI S.) 8°

M. 1.20; geb. M. 1.80

31 Grabreden von 13 Verfaffern; eine (24b) ohne
Namen. Möglichft viele verfchiedenartige Fälle find be-
rückfichtigt; etwas reichlich find die Reden am Grab alter
Leute. Selbftmord, Unglücksfall fehlen nicht, wohl aber
Kindergrabreden, weil folche in Heft VIII, 2 der gleichen
Sammlung ftehen. 3 Autoren (Schullerus und Schuller
in Siebenbürgen, Ulrich in Mährifch-Schönberg) flammen
aus Öfterreich-Ungarn; von ihnen ift einer, von den
II reichsdeutfchen find 2 Landpfarrer (Stier, Bungenberg).
Die Großfladt ift durch H. Scholz (glänzende Gedenkrede
auf Du Bois Reymond), E. Foerlter, Lueken, Klein,
Jaeger, die mittlere Stadt durch Rolffs, die kleinere durch
Herzog (Eßlingen), Schönhuth (Langenburg) vertreten.
Neben ausgezeichneten und vielen guten Gaben einige
von mittlerem Wert; doch faft alle in Gedankenführung
und Formgeftaltung auf erfreulicher Höhe. Zum Nachdenken
über das Wefen der Grabrede ift viel Anlaß.
Diefe Prediger halten meift Gedenkreden, teilweis mit
recht ins Einzelne gehendem Lebensüberblick, mit Ein-
flechtung oder auch mit leitender Herrfchaft religiöfer
Gedanken; nur zwei find ohne Text. Fall alle können
freundlich von den Verftorbenen fprechen: die ganz
,fchweren' Fälle fehlen eben. Aber gerade für diefe
braucht der junge Prediger befonders Handreichung.
Warum ift darauf nicht Rückficht genommen? Viel lieber
konnten von den bei nahezu gleichliegenden Verhältniffen
gehaltenen Reden eine oder die andere fortbleiben. Die
Sammlung, wie fie ift, geht gerade an einem Hauptproblem
vorüber. Die Art, wie der Ewigkeitsgedanke aus-
gefprochen oder nicht ausgefprochen wird, ift fehr bezeichnend
für die Grabrede unferer Zeit. Gelegentlich
kommt er zu fehr ernftem Ausdruck (22a, auch 21. 23.
28 und fonft), vielfach aber tritt er ftark zurück, manchmal
zu ftark. Dann haben wir Gedenkreden mit religiös
durchhauchter Lebensbetrachtung, nicht mehr. Ift das
das Richtige? Die Verhältniffe bringen es oft mit fich,
gewiß. Aber follte es fo fein?

Gießen. M. Schian.

Referate.

Uiener, Hermann. Religionsgelchichtliche ünterfuchungen. ErfterTeil:
Das Weihnachtsfeft. Kap. I bis III. Zweite Auflage. Bonn, F.
Cohen 1911. (XX, 390 S.) 8» M. 10 —

Diefe Neuausgabe des lange vergriffenen berühmten Werkes (vgl.
ThLZ. 1889, Sp. 199) ift kein bloßer Abdruck der erften, fondern enthält
zahlreiche Zufätze und Verbefferungen, die Ufener in feinem Handexemplar
eingetragen hatte. Am wichtigften ift der Verfuch, den Taufbericht in
Luc. 3,21. 22 als Einfchub zu erweifen (S. 153/56)- Intereffante neue
Parallelen zur Taube auf dem Haupte bringt S. 56f., zum Feuerglanz bei
der Taufe S. 64 und zu feiner Auffaffung als Erfcheinung des Geiftes
S. 69. 174, zum Stern der Magier S. 79. 80f., zu den Söhnen der Götter von
irdifchen Frauen S. 75. 77. Sonftige Zufätze finden fich. ganz überwiegend
in den Anmerkungen, au mehr als 50 Stellen, ein rühmlicher Beweis dafür,
wie U. dauernd auf die Vervollftändigung feines Materials Bedacht genommen
hat. Abgedruckt ift außerdem die wichtige ergänzende Abhandlung
U.s über Sol Invictus aus dem Rhein. Mufeum. Der Herausgeber,
Hans Lietzmann, hat dem Buch ganz die alte Form zu wahren verftanden,
felbft die alten Nummern der Anmerkungen beibehalten, fo daß man die
Änderungen mit Leichtigkeit überfchaut. Er hat fich darauf befchtänkt,
eine von U. noch gebilligte, veränderte Datierung der Weihnachtspredigt
des Joh. Chryfoftomus (auf 25. Dez. 386) anhangsweife beizufügen (S.
379—84), hat fonft nur in der Hinzufügung neuer Literatur, fowie im
Regifter beffernde Hand angelegt. In Ausficht geftellt wird die Herausgabe
von Beilagen fowie die Bearbeitung des für Bd. II bereit liegenden
Materials. Titius, Göttiugen.

Regilter zur Zeitfchrift für die altteltamentliche Wiiienichaft Band

I—XXV 1881 —1905. Herausgegeben in Verbindung mit mehreren
Mitarbeitern von Prof. Dr. Karl Albrecht. Gießen, A. Töpelmann
1910. (VII, 256 S.) gr. 80 M. 20 —

Wenn eine Zeitfchrift von dem Reichtum und bleibenden Wert der
ZATW mehrere Jahrzehnte hindurch erfchienen ift, fo läuft fie Gefahr,
mit ihren älteren Jahrgängen nicht mehr die ihr gebührende Rolle zu
fpielen, weil man fich in der Maffe ihres Stoffes nicht mehr orientieren
kann. Ein Regifter bedeutet dann für die Zeitfchrift eine gewaltige Steigerung
ihres Wertes, für den Benutzer ein kaum hoch genug zu fchätzen-
des Hilfsmittel, das ihm viel Zeit und Mühe erfpart, vor allem aber den
Zugang zu einer Unmaffe von Stoff erfchließt, den er fonft überhaupt
nicht mehr finden könnte. Das gilt nun in gefteigertem Grade von dem
überaus reichhaltigen Regifter, das uns jetzt zur ZATW vorgelegt ift. Es
umfaßt 6 Ahteilungen: 1) Alphabetifches Verzeichnis der Verfaffer mit
Angabe ihrer Arbeiten (S. 1—8), 2) Sachverzeichnis, in dem auch die
Perfonen und Bücher aufgeführt find, über die ein Urteil abgegeben refp.
für die eine Ergänzung geliefert ift (S. 9—106), 3) Buchftaben- und Wörterverzeichnis
, nach Sprachen geordnet, (S. 107—163; 23 Sprachen, befonders
reichlich vertreten natürlich das Hebräifche S. 117 —155, dann
das Arabifche S. 107 —m, das Griechifche S. 114—117, das Syrifche
S. 157—161, fchließlich das Aramäifche S. III—112 und Affyrifche
S. 113—114)1 4) Verzeichnis der nicht bloß zitierten, fondern befpro-
chenen Bibelftellen, nach den Textzeugen (MT, LXX, Aquila, Symmachus,
Theodotion etc.) gefondert (S. 162—250), 5) ein Druckfehlerverzeichnis
zu den erften 25 Jahrgängen (S. 251—255) und 6) Verzeichnis der bisher
erfchienenen 18 Beihefte (S. 255—256). Von der Reichhaltigkeit kann
man fich aber erft dann eine rechte Vorftellung machen, wenn man erfährt
, daß jede Seite 2 Kolumnen, das Wörter- uud Stellenverzeichnis
fogar 3 Kolumnen, mit je 63 Zeilen umfaßt. Die Sammlung des Materials
verdanken wir für Bd. I—10. 17 dem Herausgeber felbft, für Bd. II —13
Prof. Weftphal-Marburg, für Bd. 16 Paftor Ditlevfen-Hamburg, für Bd.
18—25 Pfarrer Lichtenthäler-Munzenheim Ob.-Elf.; für Bd. 1—5 konnten
teilweife die Exzerptzettel von Bibliothekar Lic. Willkomm-Jena benutzt
werden. Doch hat unter der Menge der Mitarbeiter die Einheitlichkeit
nicht gelitten, da alle nach einem fehr genau feftgeftellten gemeinfamen
Plan gearbeitet und lieber etwas zu viel als zu wenig getan haben.

Eine Reihe von Stichproben haben mir von der Vollftändigkeit und
Zuverläffigkeit des Regifters einen guten Eindruck gemacht. Natürlich
wird es immer Fälle geben, wo der eine diefe oder jene Einzelheit in
das Regifter aufgenommen zu fehen wünfehte, während der Herausgeber
davon abgefehen hat. Abgefehen von folchen Fällen ift mir aufgeftoßen
unter dem Stichwort ,Arm', Entblößen als Trauerritus, das Fehlen des
Verweifes auf 22,117 fr., unter ,Chriftlich-Paläftinifch' das Fehlen der
Angabe ,hebräifches Sprachgut darin 22, 83fr.' S. 218c fehlt unter Dtn.
33,2 die Angabe: 21, 80 Anm. I.

Man kann nur wünfehen, daß ein folches Regifter mindeftens alle
IO, beffer noch alle 5 Jahre ausgearbeitet wird. Für diefe Fortfetzung
erlaube ich mir ein paar Vorfchläge, die der Herausgeber freundlichft
erwägen wolle. Die Benutzung des Stellenregifters wird dadurch er-
fchwert, daß man die Bemerkungen zu einer Stelle aus 15 Regiftern
(MT, LXX etc.) zufammeufuchen muß. Bequemer wäre es, wenn nur ein
einziges Stellenregifter gegeben würde, in dem durch beigefügte Buchftaben
angedeutet werden könnte, welche Textzeugen in Betracht gezogen
find. Dadurch würde auch an Raum gefpart. Ferner könnte an Raum
gefpart werden, wenn im Sachverzeichnis unter Stichworten wie Septua-
ginta, Targum, Pesito etc. die Angaben betreffs der einzelnen Bücher
durch einen kurzen Verweis erfetzt würden, z. B. unter Septuaginta
durch: ,G zu einzelnen Büchern vgl. Pentateuch, Jof., Jud., Sam.,
denn unter den Stichworten der einzelnen Bücher findet man das gleiche
Material in gleicher Ausführlichkeit. Dagegen follten Regifter aller be-
fprochenen Stellen aus Infchriften gegeben werden. Die fehr unüberficht-
lichen Stellenregifter unter den Stichworten Midrafch und befonders Talmud
follten in Abfchnitt IV verfetzt und nach Art des Bibelftellenregifters
gedruckt werden.

Halle a. S. C. Steuernagel.

Huck, Pfr. Lic. A.: Synop[e der drei erlten Evangelien. Vierte, durch-

gefehene und verbefferte Auflage. Tübingen, J. C. B. Mohr 1910.

(XXXVII, 223 S.) gr. 8» M. 440; geb. M. 5.40

Der 3. Auflage von Huck's (griechifcher) Synopfe, die II. Holtz-
mann 1907, Sp. 375 f. charakterifiert und mit (wohlverdientem) wärmftem
Lobe empfohlen hat, ift Ende 1910 fchon die 4. gefolgt. Die kleinen
Veränderungen find teils Berichtigungen und Zufätze (im Variantenapparat)
teils Verbefferungen, durch welche die Abficht, von der die Umgeftaltung
der 3. Auflage geleitet war, nämlich in der Synopfe nicht nur Mk. fondern
auch Mtth. und Lk. je in ihrem Textzufammenhang zu bieten, noch
vollkommener erreicht wird. Im Wefentlichen durfte das fchöne Buch
mit Fug und Recht unverändert bleiben.

Hannover. Schufter.

Floerke, Hanns: Da8 Kirchentum. Die Haltlofigkeit feiner Anfprüche
und feine Gefahren. Ein Orientierungsbuch für die Freunde der
Geiftesfreiheit. Zweite Auflage. München, G. Müller 1910. (VI, 125
S.) gr. 8» M. 2.50

An diefem Büchlein ift die Ausftattung jedenfalls das belle: vortrefflicher
Druck auf gutem Papier. Dem Inhalt fehlt es trotz der umfangreichen
Bibliographie, in der alte und neue Bücher in den verfchiedenften
Sprachen paradieren, durchaus an wiffenfehaftlichem Wert. Der Haß, deffen
fubjektive Ehrlichkeit nicht bezweifelt werden foll, hat den Verf. blind-