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Ausgabe:

1910

Spalte:

130-132

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Nestle, Eberhard

Titel/Untertitel:

Einführung in das Griechische Neue Testament. Dritte umgearbeitete Auflage 1910

Rezensent:

Schürer, Emil

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Theologische Literaturzeitung

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. in Berlin, und D. E. Schürer, Prof. in Göttingen.
Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. G. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig. Halbjährlich 9 Mark.

_ _ , Manufkripte und redaktionelleKorrefpondenzen find ausfchließlich m r

Nr. 5, Jahrg. 35. anProfenorD. schüren Gotting^ 5. Marz 1910.

' 0 Rczenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Stearns, Fragments from Graeco-JewishWriters ! Connolly, The liturgical Homilies of Narsai,

(Schürer). translated into english [Texts and Studies ed.

Neftle, Einführung in das griechifche Neue I _ by Robinson VIII, i] (Diettrich)

Teftament, 3. Aufl. (Schürer).
Hausrath, Jefus und die neuteflamentlichen

SchriftfteUer, 2 Bde. (Wernle).
St an ton, The Gospels as Historical Documents

P. II (Clemen).
Heiler, De Tatiani apologetae dicendi genere

(Dräfeke).

Egger, Gefchichte der Cluniazenfer-Klöfter in

der Weftfchweiz (Lempp).
Daniels, Quellenbeiträge und Unterfuchungen

zur Gefchichte der Gottesbeweife im 13. Jahrh.

(Heim).

Reck, Das Miffale als Betrachtungsbuch 2. u.
3. Bd. (Drews).

Goetz, Staatund Kirche in Altrußland 988—1240

(Kattenbufch).
F o e r ft e r, Die Entftehung der preußifchenl .andes-

kirche, 2. Bd. (Schoen).
Fliedner, Theodor Fliedner (E. Chr. Achelis).
Schäfer, Wilhelm Löhe (E. Chr. Achelis).
Hunzinger, Das Chriftentum im Weltan-

fchauungskampf der Gegenwart (E. W.

Mayer).

Stearns, Wallace Nelson, Ph. D., Fragments from Graeco-
Jewish Writers. Collected and edited with brief intro-
ductions and notes. Chicago, The University of Chicago
Press 1908. (VII, 126 p.) 8°
Die griechifch-jüdifchen Schriftlteller, deren Fragmente
hier zufammengeftellt werden, find: I. die Hifto-

des Alters des Demetrius. Bei Eupolemus fehlt überhaupt
das chronologifche Fragment aus Clemens Alex.
Strom. I, 21, 141. Bei Thallus hätte S. 62 die Notiz
in Eufebius' Chronik (ed. Schoene I, 265), die allein uns
eine Vorftellung von dem Umfang von Thallus' Werk
gibt, im Wortlaut mitgeteilt werden müffen. Bei Ariftobulus
ift S. 79 das große von Ariftobulus zitierte Stück

riker: Demetrius, Eupolemus, Artapanus, Arifteas, aus Pfeudo-Örpheus, fowie die Verfe des Aratus, weg-
Malchus, Thallus, ein Anonymus, 2. der Philofoph j gelaffen; man weiß nicht, mit welchem Recht, da fie

Ariftobulus, 3. die Dichter: Philo, Theodotus, Eze
chiel. Den griechifchen Texten, die im vollen Wortlaut
mitgeteilt werden, find kurze Vorbemerkungen vorange-
fchickt und kurze Anmerkungen beigegeben. Eine folche

doch auch zum Text des Ariftobulus gehören. Bei
den Exzerpten aus Ezechiel und auch fonft find die
überleitenden Notizen, durch welche Alexander Poly-
hiftor die einzelnen Exzerpte miteinander verbindet,

Sammlung wäre an fich fehr willkommen. Da aber die teils mitgeteilt, teils nicht. Letzteres muß als eine un

Texte die Hauptfache find, müßten diefe doch einiger- berechtigte Auslaffung bezeichnet werden. — So ift die

maßen nach philologischen Grundfätzen behandelt fein, ganze Arbeit nicht von der Art, daß man fie benützen

In diefer Beziehung läßt aber die Arbeit viel zu wünfchen könnte, ohne gleichzeitig die Quellenwerke felbft zu

übrig. Von Eufebius' Pracparatio cvangelica, die hier
unfere Hauptquelle ift, benützt Stearns in erfter Linie
die veraltete Ausgabe von Heinichen, nach welcher er
die Texte abdruckt, indem er nur in den Anmerkungen
dann und wann die Abweichungen von Dindorf und
Gaisford notiert. Die neuefte und wichtiglte Ausgabe
von Gifford (5 Bde., 1903) fcheint er gar nicht zu
kennen, denn er erwähnt in der Bibliographie (S. 1) nur
die beiden Bände Giffords, welche die englifche Über-
fetzung enthalten, nicht aber die Textbände. Auch
Freudenthals Monographie, die fich ebenfalls um Her-
ftellung der Texte bemüht hat, ift nirgends benützt und

Rate zu ziehen.

Göttingen. E. Schürer.

Neftle, Eberhard, Einführung in das Griechifche Neue
Teftament. Dritte umgearbeitete Auflage. Mit 12 Hand-
fchriften-Tafeln. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht
1909. (VIII, 298 S.) gr. 8° M. 4.80; geb. M. 5.60

Die beiden erften Auflagen diefes trefflichen Werkes
(1897. 1899) find in der Theologifchen Literaturzeitung
von Gebnardt angezeigt worden (1897, Sp. 532, und 1899,
vom Verf. offenbar nicht eingefehen worden. Infolge- ] Sp.697). Die erfte umfaßte nur 129 S. und koltete M. 2.80;

deffen kann man fich auf die Texte nirgends verlaffen,
ift vielmehr, wenn man einigermaßen ficher gehen will,
doch genötigt, die Ausgaben von Gaisford und Gifford
und den von ihnen gebotenen Varianten-Apparat
einzufehen. Damit geht aber der Zweck, den die Arbeit
verfolgt: eine bequeme Zufammenftellung der Texte zu
bieten, verloren.

Auch fonft ift an der Arbeit manches auszufetzen.
Die meiften Texte hat Eufebius bekanntlich nicht direkt
aus den jüdifchen Autoren entnommen, fondern
aus Alexander Polyhiftor, der fie bereits gefammelt
hatte. Von Alexander Polyhiftor fchweigt aber Stearns
gänzlich, fo daß es den Anfchein hat, als ob Eufebius
felbft die Texte aus den jüdifchen Autoren gefchöpft
hätte. Auch die Mitteilung der Texte ift nicht ganz
vollftändig. Wo wir Doppeltexte haben (Eufebius und
Clemens Alexandrinus), werden die Abweichungen bei
Clemens Alexandrinus nicht ausreichend berücksichtigt.
In dem chronologifchen Fragment de» Demetrius (S. 28)
aus Clemens Alex. Strom. I, 21, 141 fehlt der Schluß,
der den Haupt-Anhaltspunkt bietet für die Beftimmung

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die zweite umfaßte 288 S. und koftete M. 4.40. Es ift zu
fürchten, daß diefe ftarke Erweiterung nachteilig auf den
Abfatz eingewirkt hat, denn ein für die Arbeit im Neuen
Teftarnente fo unentbehrliches Werk wie diefes hätte in
kürzerer Frift als erft nach zehn Jahren eine neue Auflage
erleben müffen. Die dritte ift zwar dem Umfange
nach nur unerheblich gewachfen. Wir möchten aber dem
Verf. empfehlen, bei einer etwa notwendig werdenden
4. Auflage eine erhebliche Reduktion des Umfanges in's
Auge zu faffen. Eine folche ift unferes Erachtens ohne
Schaden für die Sache, namentlich im dritten Hauptteile
(S. 168—273) fehr wohl möglich. Sie würde hoffentlich
zur Folge haben, daß das Buch auch von Studenten
wieder allgemeiner gekauft würde, als es jetzt aueen
fcheinlich der Fall ift. s

Die neue Auflage ift auf dem Titel als eine um
gearbeitete' bezeichnet. Von einer Umarbeitung würde
ich nun allerdings, fo wie ich das Wort verftehe nicht
(Drechen. Es vefteht fich aber von felbft, daß Neftle die
Literatur der letzten zehn Jahre forgfältig beruckfichtigt
und eingearbeitet hat. Die umfaffendften Werke die zu