Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1910 Nr. 9

Spalte:

261

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Bainvel, J. V.

Titel/Untertitel:

De Scriptura Sacra 1910

Rezensent:

Lobstein, Paul

Ansicht Scan:

Seite 1

Download Scan:

PDF

26i Theologifche Literaturzeitung 1910 Nr. 9. 262

zelnen wichtigeren Verwaltungsbezirken getreten und
verfchiedene bedeutfame Fragen find neu in die Behandlung
einbezogen werden wie 4. die Mutterfprache und
das Religionsbekenntnis (S. 218—227) und 9. die Gehaltsund
Penfionsverhältniffe der Geidlichen (S. 263—274).
Dagegen fehlt nach wie vor eine Unterfuchung über die
Stellung der Katholiken im Wirtfchaftsleben des deutfchen
Volkes und über die Gründe feiner geiftigen Inferiorität,
vielleicht weil der Verfaffer inzwifchen einige neue Klagepunkte
über die Imparität des paritätifchen Preußen gefunden
hat, dem er nun das katholifche Bayern als ein

N. beabfichtigte zwar nicht einen neuen Kommentar
über H. zu fchreiben, doch ift es nur zu billigen, daß er
mit einer Überfetzung des Textes beginnt, der zahlreiche
Noten beigegeben find, in denen er die von ihm vertretene
Textgeftalt, welche der Überfetzung zugrunde gelegt
ift, rechtfertigt. In der eigentlichen Unterfuchung be-
fchäftigt er fich zunächft mit den Kritikern, welche das
Buch als einheitliche Schrift zu verftehen fuchen, und
zeigt mit Scharffinn die Schwierigkeiten auf, an denen
die Verfuche von Betteridge, Oort, Peifer, Lauterburg,
Duhm und Vernes fcheitern, er fchließt mit dem fchwer-

leuchtendes Beifpiel wahrer Parität entgegenftellt. Ernfte ' lieh zu beandandenden Refultat, daß die Einheit des

Sorge bereitet ihm die Mifchehenpflege des evang. Bundes
nach Lic. Everling, und er empfiehlt deshalb die Nachahmung
desfelben auf der bedrohten katholifchen Seite
mit warmer Beredfamkeit.

Sehr leicht hat es fich dagegen der Bearbeiter der
fechften Abteilung: ,Die charitativ-foziale Tätigkeit der
Katholiken Deutfchlands' (S. 318—403), Dr. W. Liefe in
Paderborn, gemacht, indem er einfach in den Text des
erften Bandes die Zahlen des letzten Jahres einfetzte,
fodaß man fich verwundert fragt, warum nicht auch diefer
Abfchnitt, wie das Verzeichnis der Seelforgebezirke, hier
weggeblieben ift. Druck und Ausflattung find wieder
gleich vorzüglich wie beim erden Bande.

Bremgarten. Albert Bruckner.

linvel, Leer. J. V., De Scriptura Sacra. Paris, G. Beau-
chesne & Cie 1910. (VIII, 214 p.) gr. 8° fr. 3 —

Diefes Buch bildet die willkommene Ergänzung zu

der vor einigen Jahren gleichfalls in lateinifcher Spräche 1.»^C1L ""'V ÜC,l,»""LTw.c r,ucn> « 'ü

„~f*ß^„ 5?t,,if He« Lektor« an Her kathnlifrhen R». dle Zeit zwifchen dem 5. und 3. Jahrhundert, wahrend

Buches nur eine fcheinbare id, und die Sache hier nicht
anders liegt wie bei anderen prophetifchen Büchern, daß
es zufammengefetzt id aus Stücken verfchiedener Verfaffer
und verfchiedener Zeiten. Das letzte, dritte Kapitel
befchäftigt fich mit den verfchiedenen Löningen des
Problems, die bisher von diefem Gefichtspunkt aus verdacht
find, nachdem er mit kurzen Worten die Unmöglichkeit
der Hypothefe Renans {/äst. du peup. d'Isr. III,
I77- 293^- 3°7) dargetan hat, wonach das Buch eine
Sammlung von Stücken eines und desfelben Propheten
fei, der diefe um 604, die Zeit der Schlacht von Karke-
mifch, veröffentlicht habe. Das pofitive Refultat der
Unterfuchung N.s id kurz zufammengefaßt folgendes:
dem Ausgang des fiebenten Jahrhunderts gehört das
ältede Stück der Sammlung, die Prophetie vom Kommen
der Chaldäer 1,5 — 10. 14—17, an; um die Mitte des
fechden id die Weisfagung ihres Sturzes in 2, 5—17 ent-
danden. Der Pfalm 1,2—4. 13. 2,4, der mit Fragmenten
der erden Prophetie zufammengearbeitet iß, kann nur
ungefähr feiner Zeit nach bedimmt werden, er gehört in

verfaßten Schrift des Lektors an der katholifchen Fa- 1

kultät zu Paris De magisterio vivo et traditione. Es zer- ; da,S Lled ,K" 3 'm 4- Jahrhundert, tn der Epoche der erfällt
in zwei Teile. Der erde umfaßt eine reiche Aus- ! folgung des Artaxerxes III Ochus, entdanden,d, es dand
wähl von auf die H. S. fich beziehenden praeeipua do- I offenbar »n emem I iederbuche, ehe es an den Schluß

Ctt -,rsn a v, __h., „u a- u c r unlers Buches gehellt wurde. Der Name des Habakuk

tuiuenta (Ii —107 , d. h. von durch die berufenen Ver- ... . . „ . , f , , ., , , „ D , .,

treter der Kirche erlaffenen Urkunden. Den Anfang I gehört vielleicht eher der zweiten als der erden Prophetie
machen die durch Leo XIII und Pius X publizierten l zu' Z J/'ne Ent^

Kundgebungen, die Enzyklika Providentissimus famt ' aus,d,e,r Ze»1 de[ Gefangerffchaft als vorher begreift. Em
andern Erklärungen Leos XIII, hierauf zahlreiche Aus- f cd(^°' benutzte den Pfalm I,2—4. 13. 2,4 der aus
züge aus den Akten des Pontifikats Pius' X. Hieran ^ ^%™^h™ befteht, als Bindemittel zw.lchen den
reihen Geh Exzerpte aus den Vatikanifchen und Triden- de,dehn P^ophetien Die drei erden Tetradicha mit ihrer
• r 1 t> r Li'iir r »u ■ 0.1 • u r> n.-_ Befchreibung der Ungerechtigkeit in Tuda fetzte er an

tinifchen Befchluffen fowie altere papdhehe Bedimmungen. , « f s .„ "„ , 5,7.1 A V AAV
c ■ rr n r *r * i » -n n « a^n c?u„ den Anfang gewilfermaßen als Rechtfertigung des in 1,6ff.

Seinen regreffiven Gang fortfetzend teilt B. aus den Scno- 1 * c. . , ^, .... s ,s , , '

j TT" v. "-4- j j u -1- c u :r<-angekündigten Auftretens der Chaldaer, das durch i, e,

ladikern, den Kirchenvätern und der heiligen, Sehnft eine ^ ^ ^ Tetraftichen Lfchriebene Ein-

CaUna von Torten mit, die ihm ftfond^ , leit angekündigt wird. Die Vv. ifn. 12 find nach

charakteridifch fchienen. Den Sch uß bilden documenta : R ebenfalls redak^ndle Arbej y • djent da dje

iiidaica (Jofephus, Philo, 1 almudifches, P(eudo-Esdras) „„,_;t„ c__i t. . .. j tj ■

und einige heterodoxe Stimmen (Altkatholiken, Pro- cX

tedanten. Anglikaner [sie]). - In einem zweiten Teil gibt [ch^ al,s. ^hve" "achen fic 1

der Verf. die'theologifche Bearbeitung des überlieferten ; dennS d!f ,hrCr

Materials, claboratitTrerum scholastica {109-20%). Seine I de™ fachen die Mac^

Ausfuhrungen über die Infpiration, die Irrtum ofigkeit, i * ^

den Kanon der H. S., über die Authentizität der Vulgata, an™e",nJefs der Schluß des Ffalms .V- '3

über die Interpretation und den Gebrauch der Bibel be- ™e"nm diefer, V"s. an das A^[?r, ennner '

r u • a*.~ h„-^u ^i:^ t j v u~ „a I das aer Hromme an dem Inumph des Gottlofen nimmt,

wegen fich in den durch die Autorität der Kirche ge- i f n,«*!,.:..* j u j j -4. L-i r u-r u . r„ -- a

& ~ a „ u u ■ j ac a-v, 10 motiviert der Red. damit philofophifch religiös den

zogenen Grenzen und erheben keinen andern Anfprucn , iT...„,n„ ,„ T7 . , .. , K- A. r„Jt ,r T ° . ,

«i-8j_ a~ „»„„„»n „na „n\n~„airr^ uiua___,k. ,,«h Un-ergang der Unterdrucker, die die mit V. 14, wieder-

als den der genauen und volldändigen Wiedergabe und
der gehorfamen Befolgung und Deutung der von der
Kirche gebotenen Lehrtradition. Diefes Verhalten id

einfetzende Prophetie befchreibt. Um aber den Übergang
von den Klagen des Pfalmiden zu der Wiederaufnahme

Sirene geoorenen ^cnirraamon. ^.-.cs vernauen u der Prophetie leichter zu machen, wendet der Red. V. 14
in den Augen des glaubigen Katholiken mehr wert als ftatt der dritten ^ perfon an. er fchreibt ^

zu, was Gott zuläßt, d. h. was in Wahrheit die Chaldäer

der Ruhm, ein wiffenfehaftliches Problem wirklich gefördert
zu haben.

Straßburg i. E. P. Lob dein.

Nicolardot, Dr. Firmin, La Composition du livre Habacuc.

Paris, Librairie Fischbacher 1908. (99 p.) gr. 8°

Leider erfcheint diefe Befprechung durch Schuld des
Ref. erheblich verfpätet, aber doch nicht zu fpät, um auf
diefe tüchtige Arbeit aufmerkfam zu machen.

tun. Wie in Kap. 1 die Vv. 5. II. 12, fo find in K 2,1—3.
•jfin. und vielleicht V. 18—20 redaktionelle Arbeit. Ab-
gefehen von den durch den Redaktor angebrachten
Modifikationen undZufätzen zu den urfprünglichen Stücken
glaubt N. noch eine gewiffe Zahl von Gloffen aufweifen
zu können, die teils vor teils nach der Kompofition
unfers Buches entdanden find, fie liegen vor in dem
zweiten Glied 1,9, in niBSSbi, 12, wahrfcheinlich in 2, 5 b 6a,

in 2,10 oia-i Qitay map, in 13 a nsn iobn nisas mnr> na»,