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Ausgabe:

1909

Spalte:

577-580

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Transactions of the third International Congress for the History of Religions 1909

Rezensent:

Titius, Arthur

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. in Berlin, und D. E. Schürer, Prof. in Göttingen.
Jährlich 26 Nm. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig. Halbjährlich 9 Mark.

, , Manufkripte und redaktionelle Korrefpondenzen find ausfchließlich tnrn

NF. 21, Janrff. o4. an Profeflbr D. Schürer in Göttingen, Friedländerweg 56, zu fendcn. y. OKtODGr 1909.

D Rezenfionsexcmplare ausfchließlich an den Verlag.

Transactions of the third International Congress
for the History of Religions 2 voll. (Titius).

Kaerfl, Gefchichte des hellenitlifchen Zeitalters
II, I (P. Wendland).

Glover, The conflict of religions in the early
Roman Empire (P. Wendland)

Winstanley, Spirit in the New Testament
(Titius).

Windifch, Taufe und Sünde im alterten Chri-

ftentnm bis auf Origenes (Wernle).
Staudt, The idea of the resurrection in the

Jordan, Bibllcal Criticism and modern thought j Ante-Nicene period (Hennecke)

(Lobftein). Calvin's Lebenswerk in feinen Briefen, eine

Auswahl von Briefen Calvins, mit Geleitwort

von Wernle (Lobftein).
Wolf, Deutfche Gefchichte im Zeitalter der

Gegenreformation II, 1 (R. Holtzmann).
Valentine, Christian Theology, 2 voll. (Titius).
Hunzinger, Gott! Weltl Menfch! (E. W.

Mayer).

Berichtigung (E. Chr. Achelis).

Autoren verlefen werden mußte), leitete der Profeffor
des Chinefifchen H. A. Giles-Cambridge, der die Lofung
größerer Spezialifierung der Studien ausgab und dann
die ältefte religiöfe Entwicklung Chinas in hochinter-
effanter Weife zeichnete. Den Urfprung des Taoismus
behandelte Prof. de Groot-Leiden. Die übrigen Abhandlungen
von Lic. Hackmann, Prof. Anefaki-Tokyo u. a.
galten dem Buddhismus und dem Shinto nebft feinen
Sekten. Angefchloffen feien hier gleich die Verhand-

Transactions of the third International Congress for the History
Of Religions. Two vols. Oxford, Clarendon Press
MCMVIII. (XL, 327 and III, 457 p.) Lex. 8° s. 21 —

Der Hauptwert von Veranftaltungen wie die Oxforder
liegt in der perfönlichen Fühlungnahme unter den Mitarbeitern
, die fie herbeiführen, wie in der Anregung weiterer
Kreife. Für beides bot fich vortreffliche Gelegenheit
, denn der Kongreß war von mehr als 600 Teilnehmern

(darunter 250 Damen) befucht, von denen etwa der vierte [ lungen der Sektion für Indien und Iran, die fehr ftoff-
Teil vom Auslande gekommen war. Das ftärkfte Kon- ! reich waren (24 Vorträge). Einen Überblick über die
tingent (teilten die Vereinigten Staaten (z. 30), Franzofen | letztjährigen Arbeiten gab Prof. Rhys Davids-Manchefter.
und Deutfche hielten fich das Gleichgewicht, relativ Mit dem Parfismus befchäftigten fich J. H. Moulton-
zahlreich waren die Schweiz und Belgien, fpärlicher die | Manchefter und ein Parfi, der über den geltenden
andern europäifchen Länder vertreten. Auch der ferne Sittenkodex lehrreiche Mitteilungen machte. Die große
Oden hatte Teilnehmer entfandt (Indien 14, Japan 5). ' Bedeutung der vedifchen Religion für die Religionsge-
Wieviel an wirklicher Arbeit geleiftet wurde, läßt fich i fchichte wies Hillebrandt-Breslau nach, während Deußen-
erft aus dem Berichte ganz erfehen; das Ergebnis ift ein Kiel auf Grund der Chronologie der Upanifhad-Texte
voll befriedigendes. Natürlich fehlte es nicht an Outsiders, das Bild einer großen philofophifchen Entwicklung ent-
die den Kongreß als Ablagerungsftätte für ihre neueften i rollte, .welche beginnt mit einem kühnen und fchroffen
Fündlein benutzten (darunter leider überwiegend Deutfche), j Idealismus und von diefem durch die Stufen des Pan-
aber im ganzen verdienen die Leiftungen um ihrer Sach- | theismus, Kosmogonismus und Theismus fchließlich zum
lichkeit und Kenntnis, weniger, wie mir fcheint, um ihrer Atheismus des fpätern Sankhyam und endlich zum
methodifchen Schulung willen alle Achtung. Unter den , Apfychismus des jüngern Buddhismus führt'. Über den
insgefamt 136 Vorträgen und Demonftrationen, die in religionsgefchichtlichen Wert der orientalifchen, zumal
9 Sektionen abgehalten wurden (davon gedruckt 126—8 j der indifchen Gefetzbücher handelte Jolly-Würzburg,
von Damen), find gewiß IOO als förderlich in einer oder I Von den zahlreichen Abhandlungen über den Buddhismus
der andern Hinficht anzufehn. Das Meifte ift freilich 1 erwähne ich de la Vallee Pouffins (Ghent) Darftellung
nur im Auszuge, der aber von den Autoren felbft her- j des Verhältniffes von Glauben und Vernunft (Ein aufgerührt
, veröffentlicht, die Diskuffion leider nicht einmal 1 klärter Buddhift ,hat etwas von einem Myftiker, von

in kurzem Auszuge aufgenommen. Dagegen ift eine An
zahl von Abbildungen beigegeben.

Die Sektion für die primitiven Religionen (17 Vorträge
) wurde von E. S. Hartland, dem Präfidenten der Folk-

einem Rationaliften und von einem Gläubigen'), fowie
Oltramares (Genf) Analyfe der buddhiftifchen Bekehrung,
des Gebets und der myftifchen Ekftafe. Vier Vorträge
betrafen die religiöfe Kunft Indiens (darunter Gardner

lore-Socicty geleitet; er führte vortrefflich in die fchwe- j über gnechifche Einflüffe auf Gandhara im Kabul-Tal),
bende Diskuffion über den Ausgangspunkt der primitiven j Uber Metaphyfik und Ethik des Jainismus als eines
Religion ein (Magie geht der Religion voran; für diefe j originalen Syftems fprach Jacobi-Bonn.
ift nicht Spekulation, fondern Ritus primär entfcheidend; fie In der ägyptifchen Sektion (10 Vorträge) wies der

wurzelt im Sinn für das Geheimnisvolle). Befondere Auf- j Vorfitzende Prof. Flinders Petrie darauf hin, wieviel
merkfamkeit verdient Maretts Entwicklung der Vorftellung I die vergleichende Religionswiffenfchaft gerade aus der
vom ,Mana' (Melanefien) als einer Grundkategorie der pri- j icoojährigen Entwicklung der ägyptifchen Religion lernen
mitiven Religion ( Tabu bezeichne die Scheu vor dem Über- j könne, und charakterifierte diefe unter den Gefichts-
natürlichen, Maua feine Kraft), fowie die Feftftellungen von i punkten der Theologie, Totenpflege, Zauberei, derVolks-
Dr. Preuß über Aflralreligion in Mexiko. Auch Auffätze ; und Stammesreligion, der Pfychologie und der perfön-
über Zauberei und Amulette, über die Religion der ark- i liehen Frömmigkeit. In einem Überblick über die her-
tifchen Stämme, der Bergftämme in Assam, der Wedda metifche Literatur fetzte er diefe bereits in das per-
auf Ceylon, der Nandi in Britifch-Oftafrika ufw. boten Be- 1 fifche Zeitalter, das ältefte Stück {Kare Kosmoit) um 510,
achtenswertes. Forderungen für ein methodifches Studium , fpäteftens 410. Neben Vorträgen über alte ägyptifche
der Primitiven entwickelte im Anfchluß an Arbeiten des j Kulte (Newberry-Liverpool), Totenkult (W. Schmidt-
Kieler Ethnographen Scheppig der Unterzeichnete. [ Kopenhagen), Zauberei (A. H. Gardiner-London), Prie-
Die Sektion für die Religionen Chinas und Japans j flerinnen (Miß Murray) u. a. feien die Auffätze über
(12 Vorträge, von denen ein Drittel in Abwefenheit der 1 Königskult (A. Moret-Paris) und über pompejanifche

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