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Ausgabe:

1909

Spalte:

33-38

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Kittel, Rudolf

Titel/Untertitel:

Studien zur hebräischen Archäologie und Religionsgeschichte. - I. Der heilige Fels auf dem Moria und seine Altäre. - II. Der primitive Felsaltar und seine Gottheit. - III. Der Schlangenstein im

Rezensent:

Nowack, Wilhelm

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Theologische Literaturzeitung

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. in Berlin, und D. E. Schürer, Prof. in Göttingen.

Jährlich 26 Nm. Verlag: J,. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig. Halbjährlich 9 Mark.

Nr. 2. 16. Januar 1909. 34. Jahrgang.

Kittel, Studien zur hebräifchen Archäologie 1 Müller, G. H., Zur Synopfe (H. Holtzmann). Grützmacher, G., Der Sieg des Chriftentums

und Religionsgefchichte (Nowack). j Müller, Dav. Heinr., Die Bergpredigt im Lichte über die Welt der Antike (G. Ficker).

Zapletal, Das Hohelied (Beer). der Strophentheorie (Heinrici). j Feder, Juflius des Märtyrers Lehre von Jefus

Burkitt and Brooke, St. Luke 22,1c. 16. | Dr^l-'r"! ^ T^-°P'r>' j -rr n. j r^.„n«.

,,,, .... , 5 iu„, r, ! Pfattifch, Die Rede Konftantins des Grollen

What ts the general meamng? (Harnack). 1 ,. ,,, , „ ... iv ., ,

6 v ' | an die Verlammlung der Heiligen (Kruger).

Rahmani, Apocryphi. Hypomnemata Domini Baur S. Jean Chrysostome et ses oeuvres dans

Wolf, Das Lied der Lieder (Beer)
Philonis Alexandrini opera quae supersunt vol.

V ed. Cohn (Heinrici).
Heinifch, Der Einfluß Philos auf die ältefte

chriftliche Exegefe (Hennecke).
Kegel, Bruno Bauer und feine Theorien über

Nostri seu Acta Pilati. Antiqua versio syriaca
[Studia syriaca fasc. II] (v. Dobfchütz).

die Entftehung des Chriftentums (H. Holtz- j Batiffol, L'cglise naissante et le catholicisme
mann). (Harnack).

l'histoire littdraire (G. Ficker).
Lindner, Weltgefchichte feit der Völkerwanderung
, 5. Bd. Die Kämpfe um die Reformation.
Der Übergang in die heutige Zeit (G. Ficker).

Kittel, Prof. Rudolf, Studien zur hebräifchen Archäologie und nehmen; durch das Loch im Boden der Höhle wird der
Reliqionsgelchichte. I. Der heilige Fels auf dem Moria j Unrat in die Tiefe geführt fein. Größer als Davids Altar

1 r • aus ti n r „,;„:,;„„ pvKaltar nnri 1 war der Salomos, der offenbar an derfelben Stelle ftand:

und feine Altare. — II. Der primitive Pelsaltar und >

ITT ^ ~ ,, n • • tt- j , i es war ein lach von befcheidenen Dimenfionen auf dem

feine Gottheit. - III. Der Schlangenftein im Ktdrontal Felfen> wohl ejn Erztifch mit steinen untermauert, der

bei Jerufalem. — IV. Die Keffelwagen des falomoni- fich von dem früheren lediglich durch feine Größe unterteilen
Tempels. Mit 44 Abbildungen. (Beiträge zur fchied. Er wird durch den des Ahas erfetzt, der größer
Wiffenfchaft vom Alten Teftament. Herausgegeben inbezug auf Höhe und Umfang war. Dem vorexilifchen
von Rudolf Kittel. Heft l.j Leipzig, J. C. Hinrichs' ^ltar wird wohl der des Serubabel entfprochen haben.
r , „ , , ,, „ ;VTT es on Die Angaben der Chronik und des Hekataeus über den
fche Buchhandlung 1908. (XII, 242 b.) gr. 8° 20 EUen großen Altar fmd VQn Bedeutung nur für dje

M. 6.50; geb. M. 7.50 Zeit diefer Schriftfteller: der 32 Ellen große Altar der
Rud. Kittel veröffentlicht das erde Heft der .Beiträge Mifchna foll ehedem kleiner gewefen fein. Diefe Ver-
zur Wiffenfchaft vom Alten Teftament', die in felbftändigen größerung wird mit dem Aufkommen der Diafpora im
zwanglofen Heften zugänglich machen follen, was über größeren Stil und ihrem Zufammenftrömen nach Jeru-
das gefamte geiftige Leben Israels oder des vorchriftlichen falem1 in Verbindung flehen: abgefehen vom Rod war er
Judentums in wiffenfehaftlicher Form Auffchluß zu geben aus Steinen I Makk. 4,45 h und zwar wahrfcheinlich aus
beftimmt ift. Er hat in diefem Bande vier Abhandlungen unbehauenen 1 Makk. 4,47. Judas Makkabäus ließ den
gegeben, die zum größten Teil den Ertrag feiner im durch Antiochus Epiphanes entweihten abtragen und einen
letzten Jahr unternommenen Reife nach Paläftina enthalten, neuen aus unbehauenen Steinen an die Stelle fetzen, der
Die erfte befchäftigt fich mit dem heiligen Fels auf dem beim Sturm des Pompejus entweiht wurde. Über den
Moria und feinen Altären. Nach K. ift die Geftalt der , Altar Herodes des Gr. differieren Jofephus und Middoth,
Oberfläche des Haram im wefentlichen diefelbe wie zur deffen Quellen aber offenbar älter find als Jofephus.
Zeit des Herodes, nur betreffs der innern Terraffe, die So erklärt es fich, daß die Angaben der Mifchna zuver-
fich einft weiter nach Welten ausdehnte, find durch die , läffig findj der Altar hatte 32 Ellen Grundfläche und
Araber Veränderungen vorgenommen. Herodes hat offen- 24 Ellen Feuerftelle, demnach mußte der Felfen von Oft
bar die innere Terraffe vergrößert und zwar in der Haupt- nach Weil um 3 Ellen verbreitert werden an der breiteften
fache wohl nach Norden, wenngleich er im Süden mit Stelle. Beftimmend für die Lage des Altars wird der
.der Erweiterung zweifellos einfetzte. Der heilige Felfen Eingang zur Grube gewefen fein, demnach wird das
felbft hat heute im wefentlichen diefelbe Geftalt wie zur 1 Südende des Altars nördlich vom Eingang zur Grube zu
Zeit des Titus, ja was er an eigentümlichen Gebilden fetzen fein, fodaß der ganze Felfen bis auf einen winzigen
wie Rinnen, Löchern ufw. aufweift, kann nur in israelitifcher Reil im Süden überbaut wurde. Das Loch zur Grube
oder vorisraelitifcher Zeit entftanden fein, denn David fand j fiel ziemlich an das Südende der Feuerftelle. Ob es offen
wohl hier fchon eine Kultftätte vor, an die er fich an- gehalten und noch benutzt wurde, ift fraglich, an der
lehnte. In die vorisraelitifche Zeit gehören die runden Südweftecke waren nämlich zwei kleine Löcher, durch
Löcher am äußerften Weftrande, zur Aufnahme flüffiger | die das Blut in den Kanal und von da in den Kidron
Gaben, gerade wie das Loch im Norden und das kleinere i floß, der Kanal felbft konnte gereinigt werden. Offenbar
im Süden, die vielleicht auch für die Afchere und Maffabe muß aber im Norden bei der Schlachtftätte ein Waffer-
beftimmt waren. Im Norden war wohl fchon in alter ; zufluß und Abfluß gewefen fein. Eine Neuerung war der
Zeit die Schlachtftätte, wie die mancherlei Steinbänke und : Aufgang im Süden ftatt im Offen. Im Anhang giebt K.
Steinftufen, auch -tifche das vermuten laffen, ebenfo das eine Unterfuchung der wichtigften arabifchen Quellen-
Loch hier im Norden, das das Blut in die darunterliegende zeugniffe über den heiligen Fels: keine diefer Quellen
Höhle führte, die als Sitz des Numen gedacht ift. David ; weiß etwas von Stufen, welche die Kreuzfahrer nach der
hat wahrfcheinlich auf der unbehauenen Felsplatte einen ', Eroberung Jerufalems zum Zwecke der Herftellung ihres
Steinaltar errichtet, und um ihn befteigen zu können vgl. | Altars in den heiligen Felfen gehauen, vielmehr berichtet
Ex. 20,26, ift wohl die fchiefe Ebene an der Oftfeite des der ältefte und wichtigfte Zeuge 'Imad ed-Din, daß Saladin
Felfens hergeftellt. Jetzt wird der Altar Brandftätte, die die Sachra fo herftellen ließ, wie fie früher gewefen war,
Libationen treten hinter den Feueropfern zurück. Die i was vorausfetzt, daß wefentliche Veränderungen mit ihr
Höhle verliert ihre Bedeutung als Sitz des Numen, fie nicht vorgenommen waren. Befchädigungen durch die
diente nun praktifchen Zwecken, Blut, Abfall etc. aufzu- Chriften berichtet fchon die ältefte Überlieferung, aber es

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