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Ausgabe:

1909

Spalte:

529-531

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Revue des sciences philosophiques et théologiques, 1.-2. année 1907-1908 1909

Rezensent:

Lobstein, Paul

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. in Berlin, und D. E. Schürer, Prof. in Göttingen.

Jährlich 26 Nm. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig. Halbjährlich 9 Mark.

v Manufkriptc und redaktionelle Korrefpondenzen find a u s fc hl i e ß Ii c h -i-■ r- , , ~ „

Nr. 19, Jahre:. 34, »nProfeirorD. schüre in cöttingcn^^^ n. September 1909.

Rezcnfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Revue des Sciences philosophiques et thdologi-

ques, I.—2. annfSe (Lobftein).
Knudtzon, Die El-Amarna-Tafeln (Jenfen).

Kaer, San Doimo vescovo e martire di Salona
(Anrieh).

Die Scholien des Theodor bar Koni zur
Patriarchengefchichte, herausg. von Lewin

(Neftle).

Ligeard, La Theologie scolastique et la Trans-
cendance du Surnaturel (Heim).

Holzapfel, Handbuch der Gefchichte des
Franziskanerordens (Lempp).

Eckart, Paul Gerhardt-Bibliographie (E. Chr.
Achelis),

Eckart, Paul Gerhardt, Urkunden und Akten-
ftitcke (Derf.).

Pefch, Glaubenspflicht und Glaubensfchwierig-

keiten (Lobftein).
Schinz, Die Wahrheit der Religion nach den

neueften Vertretern der Religionsphilofophie

(F.. W. Mayer).
Otto, Naturaliftifche und religiöfe Weltanficht,

2. Aufl. (E. W. Mayer).
Die Bücher der Bibel, herausg. von Rahlwes,

Zeichnungen von Lilien, I. Bd. (Schufter).

Revue des Sciences philosophiques et theologiques, i.—2.

Annee, 1907—1908. Paris, V. Lecoffre. (872 et 873 p.)
gr. 8° ^ fr. 12 —

Zwei Jahrgänge diefer fehr fchön ausgeplätteten, in
dreimonatlichen Heften von je 14 Bogen erfcheinenden
Renn- liegen bereits vollftändig vor. Eine Würdigung des
bisher Geleifleten i(l deshalb keine fchwierige Aufgabe.
Das von den Leitern diefes Unternehmens entworfene
Programm ift fo umfaffend, daß der weite Umfang des
in Ausficht geftellten Materials zunächft Befremden und
Bedenken erwecken könnte. Die Herausgeber ziehen die
Gefamtheit der philofophifchen und theologifchen Disziplinen
in den Kreis ihres Intereffes und ihrer Arbeit.
Ihr Augenmerk ift dabei auf ein Doppeltes gerichtet.

Sertillanges, Garigou-Lagrange, Humbert, Cau-
chie, Lagrange u. a. mancherlei Anregung und Belehrung
erhalten.

Indeffen liegt doch der Schwerpunkt und das Haupt-
intereffe der Revue nicht in den Studien der erften Kategorie.
Unter den Überfchriften Notes, Bulletins, Chronique.
Recension des Revues, bringt die Zeitfchrift aus der Gefchichte
der Philofophie, aus der Religionswiffenfchaft,
aus allen Zweigen der Theologie und der Grenzdisziplinen
einen ungeheueren Stoffider inüberfichtlicher Gruppierung,
lichtvoller Darftellung und objektiver Berichterftattung
ausgezeichnete Leiftungen aufweift. Die Fülle und Reichhaltigkeit
des Materials, das die weiteften und oft ent-
legenften Gebiete umfaßt, machte es felbftverftändlich
dem Referenten unmöglich, ein begründetes Urteil über

Einmal lireben fie darnach, das übertriebene Spezialiften- das Ganze zu fällen; aber die im einzelnen angeftellten
tum und die in der notwendigen Teilung der Arbeit j Stichproben haben die Zuverläffigkeit und die Sachlichbegründete
Einfeitigkeit zu bekämpfen. Die durch ihre 1 keit der Informationen erwiefen. Die Bulletins find fo
Einzelforfchungen in Anfpruch genommenen Gelehrten ; gehalten, daß man einen Überblick über den gefamten
empfinden oft genug das Bedürfnis, über die ihnen ge- Gang der befprochenen Wiffenfchaften ohne Schwierig-
zogenen Grenzen zu blicken, Fühlung mit Vertretern j keit gewinnen kann. In den meiden Fällen wird der
anderer Arbeitsgebiete zu gewinnen, und fich über die 1 Inhalt der zur Anzeige gebrachten Werke fo wieder-
im Gefamtbereich der Philofophie und der Theologie gegeben, daß der Lefer auch andere Schlüffe zu ziehen
entwickelte Tätigkeit Rechenfchaft zu geben. Diefem und verfchiedene Urteile auszufprechen imftande ift.
Bedürfnis will die Revue durch ihren caractere comprehensij~ Die fehr reichhaltigen Chroniken, die fich in den beiden
ou synthetique entfprechen. Es follen die Einzeldisziplinen ! Jahrgängen auf etwa fünfzehn Länder beziehen, bringen
in den Rahmen eines größeren Ganzen eingefügt werden, Mitteilungen über alle die philofophifche und theologifche
fo daß eine Vergleichung der Methoden und eine Mit- Forfchung intereffierende Neuigkeiten, Veröffentlichungen,
teilung der Ergebniffe ermöglicht ift. Dies kann aber in Kongreffe, Univerfitätsereigniffe, wiffenfchaftliche Reifen
fruchtbarer und erfolgreicher Weife nur durch die Er- und Unternehmungen, gelehrte Gefellfchaften, Vorträge,
füllung einer zweiten Bedingung ftattfinden. Die Lefer | Preisfragen, Nekrologe ufw. — Die Zahl der Zeitfchriften

follen fowohl über den Gang der Einzeldisziplinen, als
über die verfchiedenen Strömungen der philofophifchen
und theologifchen Wiffenfchaften durch regelmäßige Berichte
informiert werden. Die Durchführung diefes umfallenden
Programms, in den Grenzen, welche die Her-

und Jahrbücher, über deren Inhalt regelmäßige Rezenfionen
und Analyfen gegeben werden, beläuft fich im erften Jahrgang
auf 60, im zweiten auf 70. Es fleht zu erwarten,
daß diefe Zahl mit der Zeit noch zunehmen wird.

Die Leiter und Herausgeber der Revue des sciences

ausgeber fich gefleckt haben, darf als eine wohl gelungene philosophiques et theologiques wollen im Dienfte der ka
bezeichnet werden. Bereits nach dem Erfcheinen der > tholifchen Kirche, auf dem Boden und in den Grenzen
erften Lieferung hatte Jean Reville fich über das Gebotene j jer neueften päpftlichen Erlaffe, unverdroffen arbeiten,
fehr anerkennend geäußert (Revue de l'histoire des Religions m erften Jahrgang veröffentlichen fie das Motu proprio
1907, S. 145). Dem Lob, welches der der Wiffenfchaft , pius' x. und die Beftimmungen der biblifchen Kommiffion
zu früh entriffene proteftantifche Forfcher dem katho- jn Rom m zwejten Jahrgang nehmen fie Stellung zur
lifchen Werke fpendet, können wir nur beipflichten. Enzyklika Pascendi dominici gregis. Die Zuftimmung zu

Jedes Heft zerfällt in fünf Abteilungen. Die erfte j derfelben ift nicht nur eine völlige und rückhaltlofe, fie
enthält felbftändige Beiträge über religionsgefchichtliche, fpricht fich auch in einer begeifterten lyrifchen Sprache
philofophifche und theologifche Gegenftände. Die Frage- aus. Das Bild, das die Enzyklika von den Moderniften
Heilungen, denen wir hier begegnen, tragen häufig ein ; und dem Modernismus entwirft, ift un chef-d'oeuvre dont
mittelalterliches Gepräge. Auguftin, Abaelard, Albertus | la verite ne se discute pas. Zur Heilung diefer ,Krank-
Magnus, befonders Thomas von Aquino erfcheinen in , heit des philofophifchen Gedankens' fchreibt Pius X. als
wichtigen Artikeln als die führenden Geifter. Immerhin erftes Heilmittel das Studium und die Verbreitung
werden wir Evangelifchen aus den Auffätzen von T.Heitz, 1 der Philofophie des heiligen Thomas vor. Diefe Vor-

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