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Ausgabe:

1909 Nr. 18

Spalte:

516

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Papadopoulos, Chrysostomos A.

Titel/Untertitel:

Kyrillos Loukaris 1909

Rezensent:

Meyer, Philipp

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Seite 1

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515 Theologifche Literaturzeitung 1909 Nr. 18. 516

ihr Vermögen in dem Vermögen der herrfchenden kirch- ' fonft, namentlich in der Byzantinifchen Zeitfchrift, über

liehen Anftalt aufgehen ließ, verringerte fie natürlich ihr , die Herausgabe von byzantinifchen Texten gefagt ifi

Einkommen regelmäßig und bewirkte darum notwendig tt„„„„ t,, ,„

7 c ui cV j e ir 1 u j- • Hannover. Ph. Mever.

eine Verlchlechterung der Seelforge, um welche die in- «.jwj.

korporierenden Klöfter fich nur allzuoft nicht tatkräftig : "

bekümmerten. Die Orden haben fich im einzelnen ver- I naitarSÖTtovXog, XQvOoöxofiog A,, KvQiXXog AoiSxaQig,

fchieden zur Inkorporation verhalten. Zuerft fpielten I 'Ev TeQytözy 1907. (91 p.) 8" fr. 3 —

hier die Benediktiner eine bedeutende Rolle, im 14. und ! t. „ .__, . . , . t , , .. ,

t u u j 4. u .f u j- u •■ n 4. r i- Papadopulos, der bekannte Lehrer an der theologi-

15. Jahrhundert aber namentlich die Pramonftratenfer, die r,i „ i/,„„, Cv, 1 • T r 1 ~ u .. ■ j r a

.<~ JT>e ■„ ,. , , ,'. r fchen Kreuz-Schule in Jerufalem, hat in dem vorliegenden

ihre Pfarreien meift von Mitgliedern ihres Ordens — diefer
hatte ja vor anderen das Recht und die Pflicht der Seel-
forge — verfehen ließen; ftarken Anteil hatten auch die
Ziflerzienfer, daneben endlich noch, ihre urfprünglichen

Heft die früher in mehreren Zeitfchriften erfchienenen
Artikel zufammengefaßt, fo daß hier eine, wenn auch
nicht fehr umfangreiche Biographie des Kyrillos vorliegt.
Trotzdem erfcheint es nicht angezeigt, im einzelnen die

Grundfätze verlaffend, die Bettelorden. Inkorporiert haben

, ,,. 01. , , r 1 u a n 14. j- • u »1; 1 Austunrungen des Verlaliers zu prüfen. Denn er ut

fchließhch fogar folche Anflalten die gar nicht eigentlich wieder ^ nähef ayf dje eine V ^ probl auf

kirchlichen Charakter befaßen, Hofpitaler und Un.verfi- dk Beziehu en des Patriarchen zu den proteftanten

taKten-n Dl%.l?ni™ »ft.alfo ganz al gemem geworden; ei egangen. Er will namentlich das Wirken feines
uberall verfallt ihr die Kirche: der Patronat wird für die , Hefd|n fuf dje Orthodoxie herausftellen. Es hat das

geldlichen Korporat.onen gemeinhin die Vorftufe der . ^ fcinen w go wird weni ftens eine Seite der

^ ap°k i°u ~ xraiS v iC fv?fentllchft,en Ergebn.ffe Lebensarbeit des merkwürdigen Mannes fcharf herausge-

der Arbeit K.s. Viele Einzelrefultate wurden noch er- arbdtet Man wird nun gern zugeben, daß Kyrill für feine

wahnt zu werden verdienen. Wir können hier nur auf Kjrche mi[ ßer EqJ ein|etret'en ift Tjm f0 drin.

die im Eingang des Buches enthaltene Erörterung über „D„ Q 1 < hl e.v. . :„a a- tt • -4. j rz-

,. „ , ° & , . . , j • • gender erhebt lieh wieder die Präge, wie weit das Eingehen

die Bedeutung der Worte redor, plebaUUS und einige * Patriarchen auf HiP AnPrKfpt n^ dpr Proteftanten

andere verwandte Bezeichnungen hinweifen.

Marburg. Edm. E. Stengel.

des Patriarchen auf die Anerbietungen der Proteftanten
von Überzeugung getragen war. Papadopulos fchiebt,
wie gefagt, das Problem zurück, indem er die Echtheit
der Confessio und auch derjenigen Briefe beftreitet, die
Engdahl, Lic. Richard, Beiträge zur Kenntnis der byzan- die Beziehungen Kyrills zu den Proteftanten als befon-
tinifchen Liturgie. Texte und Studien. (Neue Studien ders enSe darfteilen. Übrigens ift er feiner Sache fclbft
r 1 • 1 i j t-i 1 • j j t/■ 1 u keineswegs ficher (S. 80). Ich kann nur eine Bitte an

zur Gefch.chte der Theologie und der Kirche. Heraus-,^ Herr|n fa Anvatdien immer wiederholen, daß fie

gegeben von N. Bonwetfch und R. Seeberg. Fünftes nämlich das Material über Kyrill, das hauptfächlich in
Stück.) Berlin, Trowitzfch & Sohn 1908. (VI, 149 S.) 1 der Bibliothek des Metochion vom heil. Grabe in Kon-
gr. 8° M. 6— ftantinopel liegt, und was fonft in Aktenltücken fich findet,
T.. TT ,r , ... ~ , , ~ „, ,. , ,. herausgeben. Es find namentlich auch die Predigten
Die Handfchrift E. M 6 der Großherzoglich Badi- des K^m Qhne weiteres Quellenmaterial kommen wir
fchen Hof- und Landesb.bliothek in Karlsruhe um 1200 njcht Dje Zwdfel ^ fich fo nicht heben. Im
gefchr.eben enthalt unter mannigfachen i.turg.fchen und übrj fd eg ftattet auf Zacharias Gerganos zu ver-
kirchenrechthchcn Stucken auch die Liturgien des Ctey- , .fea (R-Ei!>2f S90ff-) Diefer hat eine ähnliche Stellung
foflomos und Bafilios und zwar mit latein.fcher Uber- proteftantismus eingenommen, wie Kyrillos Lukaris
fetzung. Diele Liturgientexte hat der Herr Verfaffer Qb nicht in beiden Fällen das Problem in gleicher Weife
in dem vorliegenden Buche herausgegeben, die gr.e- zu ]öfen .ft? Qb njcht bdd die . k^ duic] bildeten
ch.fchen ganz, von den lateimfchen eine Probe. Bei- Theologen waren, foviel von der Orthodxie den Progegeben
ift noch eine v^aig tV? xaver/tag diele teftanten zuliebe aufgaben, wie ihnen mit der Orthodoxie
mit dem ganzen lateimfchen Text Im folgenden hat verdnbar erfchien, um dafür die Hilfe der Proteftanten
Verfaffer die neugefundenen Texte mit alteren, die gcwinnen gegen die römifchen Katholiken? Dabei
Chryfoftomoshturgie mit 17 und die des Bafilios mit kon^te es ]dcht vorkommeili daß fie auch den pro.
10 1 exten verghehen und zwar den Worten des Textes teftanten in punkten nachgaben, die nicht mehr indiffe-
nach und der Geflaltung der Liturgie nach. Lofe ver- fent war£ fo daß uns ih^e Stellung unbegreiflich wird,
knüpft find trat diefen Teilen eine Befprechung der Vvährend der Hergang im einzelnen, den wir nicht kennen!
Symbolik, die den hturgifchen Gewändern nach dem , die Sachc hatte erkfaren können_
Herkommen beigelegt wird, und der h,rklarungen, die

die Prothefis bei den Myftagogikern gefunden hat. Man ! Hannover. Ph. Meyer.

wird dem Buch nur gerecht, wenn man den Titel genau j -■—--■--

nimmt: ,Texte und Studien'. Größere Zufammenfaffungen, 'päXXtjg, KcovOxavxlvog M., IJiqI tov 'Aßäxov rür /iora-

gefchichtliche Entwicklungen, Textgeftaltung in größerem ßTnQU<jv xaxä tö ölxaiov tJjs öq9-oöö§ov üvazo).ixrtg

Maße (nur S. 94 zeigt fich ein Anfatz) find mir in dem ixxXy<fl«s. >Ev Adrivaig, xvnoyoawBlov 'Eöxla 190S.

Buche nicht begegnet. Aber es mag guten Stoff für ; a/ttt t so n 7 _

den Liturgiker, den Symboliker, vielleicht auch für den v111' 45 pd ö uu 3

Religionsgefchichtler enthalten. In der .PVflfchrift für Emil Friedberg' 1906 hat der

Der Verfaffer flammt aus Schweden. Darum ift das Verfaffer eine Abhandlung ,Die Kloflerklaufur nach dem

etwas mangelhafte Deutfch nicht weiter anzufechten. Hin- griechifchen Kirchenrecht' veröffentlicht. Diefe ift in

fichtlich feines Studiums der griechifchen Paläographie dem vorliegenden Schriftchen griechifch und felbftändig

fagt er in dem Vorwort: ,Auch dem Herrn Pfarrer Lic. erfchienen. Der Text fcheint derfelbe geblieben zu fein,

P. Glaue, der während meines Aufenthalts in Gießen j die Anmerkungen find erheblich vermehrt. Es wird aus-

(Juni—Juli 1906) mich die alten Manufkripte gütigft zu lefen geführt, inwiefern es Mönchen und Nonnen verboten
lehrte . . . fpreche ich meinen — Dank aus'. Man darf ! war, ihre Klöfter zu verlaffen, und welchen Perfonen, die

hoffen, daß Verf. noch gründlich Paläographie gearbeitet nicht zur Kloftergemeinfchaft gehörten, es erlaubt war,

hat, fonft wird man feinen Texten kein Vertrauen ent- j das Klöfter zu betreten. Wichtige Beftimmungen, die

gegenbringen. Sollte er fich ferner mit byzantinifchen j nicht allein im gemeinen griechifchen Kirchenrecht, fon-

Texten befaffen, rate ich ihm dringend, den Abfchnitt: ! dem meiftens befonders noch in den Klofterregeln ihre

,Andere editionstechnifche Fragen' in Krumbachers ,Mis- I Ausprägung gefunden haben. Beftimmungen, die fich

cellen zu Romanos' (München 1907) zu lefen und was ziemlich einförmig und kahl in ihrer Zufammenftellung