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Ausgabe:

1909

Spalte:

450-452

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Eerdmans, B. D.

Titel/Untertitel:

Alttestamentliche Studien. II. Die Vorgeschichte Israels 1909

Rezensent:

Bertholet, Alfred

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Theologische Literaturzeitung

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. in Berlin, und D. E. Schürer, Prof. in Göttingen.
Jährlich 26 Nm. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig. Halbjährlich 9 Mark.

_ Manufltriptc und redaktionelle Korrefpondenzen find ausfchlicßlich -,rrn

INT lfi .IarirtT .<4. an Profeflbr D. Schürer in Göttingen, Friedländcrweg 56, zu fenden. AuU 1909

XXI. XU, ÜCUllg. O**. Rczenfionscxcmplarc ausfchlicßlich an den Verlag. OA" U Uli

Frank, Babylonifche Befchwörungsreliefs(Küchler
).

Eerdmans, Alttertamentliche Studien II (Bertholet
).

St ahn, Die Simfonfage (Bertholet).

Boffe, Die chronologifchen Syfteme im Alten

Tertament und bei Jofephus (Volz).
Winter und Wünfche, Mechiltha, ins Deutfche

überfetzt (Bacher).
Spitta, Streitfragen derGefchichteJefu(J. Weiß).

Spitta, Zur Gefchichte und Literatur des Ur-

chrirtentums III, 2 (J. Weiß).
Williams, The Participle in the Book of Acts

(Debrunner).
Florilegium patristicum ed. Rauschen fasc. VII:

Monumenta eucharistica etliturgica vetustissima

(Krüger).

Schäfer, Die Kanoniffenrtifter im deutfehen
Mittelalter (Stengel).

Oriens christianus, herausg. von Baumftark, V.

und VI. Jahrg. (Ph. Meyer).
Zöckler, Gefchichte der Apologie des Chrirten-

tums (E. W. Mayer).
Schian, Zur Beurteilung der modernen pofitiven

Theologie (Titius).
Stange, Das Frömmigkeitsideal der modernen

Theologie (Titius).
Ihmels, Die chrirtliche Wahrheitsgewißheit,

2. Aufl. (Titius).

Frank, Dr. Karl, Babylonifche Befchwörungsreliefs. Ein Bei- lonifchen Bildwerken dargeftellt wird. Frank zeigt (S. 29

trag zur Erklärung der fog. Hadesreliefs. Mit fünf I Anm. 2), daß diefe Siebengottheit mit ihrer Schwerter

.,bk.u • Tpxrf „nd vipr Tafeln (T einziger ' Narudu die den fieben böfen Utukkus und ihrer Schwerter

Abbildungen im Text und vier 1 afein, OLenoz.ge | Labartu entfprechende Schutzgottheit ift, die mit den

fem.t.rt.fche Stud.en. Herausgegeben von A. Fifcher fieben Planeten nichts zu tun hatj jedoch . dwJe jn

und H. Zimmern. III, 3.) Leipzig, J. C. Hinrichs'fche Beziehung zu den Plejaden und vor allem zu dem Gotte

Buchhandlung 1908. (VI, 94 S.) gr. 8° M. 3.50 Nergal fteht. — Zu tadeln ift an dem Hefte wohl vor

, „ , . , . , , . , ... allem die Unzulänglichkeit der Abbildungen, befonders

Der Verfaffer, der fich durch feine Abhandlung über der von Rdief ß und q Von allem d B ,

die Bilder und Symbole baby omfch-affynfcher Gotter , I2 und als auf den Darftell fic£tbar a eführt

bereits als Vertreter archaolog.fcher Studien auf affyno- wW ift auf den Tafe]n fafl njcnts zu erkennen». Da.
log.fchem Gebiete bekannt gemacht hat, gibt in dem durch jft „ unmögIich gemacht zu prüfen, ob Frank
vor legenden Hefte einen neuen Beweis von der Frucht- - richti fehen hats DasB aber ift gerade bei archäolo-
barkeit der von ihm geübten Methode, die er nach feiner j gifchen Arbeiten ein erftes Erfordernis,
eigenen Äußerung von den klalfifcnen Archäologen ge-

lernt hat. Sie berteht darin, daß man bildliche Dar- j Berlin. Friedrich Küchler.

rtellungen nicht nach geiftreichen .Einfällen der Phantafie', -—----—1-,____

fondern ,aus und mit den Texten und unter ftetem Eerdmans, Prof. B. D., Alttertamentliche Studien II Die

Vergleichen der Angaben mit den Bildwerken' erklärt Vorgefchichte Israels. Gießen, A. Töpelmann 1908
Die Anwendung diefer einleuchtenden Methode hat Frank | . b ' H ' ^uo-

zu dem Ergebnis gefuhrt, daß die feit der erften Ver- liV- 99 ü.) 8 M. 2.50

öffentlichung durch Clermont-Ganneau (1879) kritiklos Im erften Kapitel der vorliegenden Studien befchäftigt

fo genannten ,Hadesreliefs' mit der Unterwelt der Baby- i fich Eerdmans mit der Frage der Deutung der Patriarchen-
lonier nichts zu tun haben, fondern bildliche Darftellungen , fagen. Er tritt zuerft den dreifachen Beweis an 1) daß
von Krankenbefchwörungen find. Die Texte, die Frank j die Patriarchen urfprünglich keine Götter feien, 2) daß die
zu diefem zweifellos richtigen Refultate gefuhrt haben, ; Patriarchenfagen keine mythologifchenErzählungen, 3) daß
find neben den Infchriften auf den von ihm als D, E und I fie keine Abfpiegelungen der ethnologifchen Verhältniffe

G bezeichneten Reliefs und den in Zimmerns Beiträgen
zur Kenntnis der babylonifchen Religion veröffentlichten
Texten vor allem die der Serien utukke limnnti(,die böfen
Dämonen'), aiakkn marsu (.fchmerzlichen Afchakku') und

und Kultuseinrichtungen der Königszeit feien. Ad 1 ift
jedenfalls richtig, daß die Heiligkeit der Gräber der
Patriarchen an fich noch kein Argument für ihren über-
menfchlichen Charakter ift; daß auch Gefchichte und

die von Myrmann in ZA veröffentlichten Labartutexte. Namen zum Schluß auf einen folchen nicht berechtigen,

Erfreulicherweife ift Frank fich auch der Grenzen unfrer fcheint mir E. im Ganzen überzeugend nachzuweifen (ich

Erkenntnis wohl bewußt und verzichtet z. B. darauf, die nehme davon nur etwa die Namen Gad und übed Edom

in der zweiten Reihe der Reliefs A und B dargeftellten aus). Im Ausdruck prj2p nrjB fchließt es der Zufatz

7 oder 6 Dämonen genau mit den in den Texten nam- (Gen. 31, 53) aus, daß iriE ein Numen Namens pnsi be-

haft gemachten Dämonenklaffen zu identifizieren. — zeichne. E. faßt den "1 lfi ,als ein wirkfames Amulett

Religionsgefchichtlich wichtig ift es wohl, daß in den oder irgend einen heiligen Gegenftand, welchen Jakob

Texten von den böfen Utukkus gefagt wird: ,die als von Ifaak erhielt, als er die weite Reife antrat' (S. 11).

Zeugung Anus gezeugt find, Söhne, Ausgeburt der Erde Gerne unterfchreibe ich, was ad 2) von E. ausgeführt

{irsilu) find fie'. Aus diefem längft bekannten, aber wird: ,Wenn Winckler und diejenigen, welche fich zu

meines Wiffens nirgends, auch bei Frank nicht befpro
ehenen Texte geht hervor, daß auch in der babylonifchen
Religion Himmel und Erde als göttliches Ehepaar gedacht
wurden, wovon fonft nichts verlautet. In parallelen
Stellen wird flatt der Erde (irsitit) die Unterwelt {arallri)
und die Unterweltsherrin {EresJcigal) genannt (IV R2,
1,23. 13.8a). Befonders beachtenswert find die von allen
aftral-mythologifchen Phantaftereien freien Ausführungen
Tranks über die Siebengottheit, die durch die bekannte
Gruppe von 7 Rofetten auf vielen affyrifchen und babyfeinem
Glauben bekannt haben, nicht nach einer andern
Methode arbeiten wollen, befürchte ich, daß jede Aus-
einanderfetzung mit diefer „Schule" fruchtlos fein wird,
eben weil man fich bei diefer Methode benimmt, als
handle es fich um ein „Glauben" und nicht um eine wiffen-
fchaftliche Unterfuchung. Es wird nicht mehr auf die
Wagfchale gelegt und abgewogen, fondern dekretiert'
(S. 27). Ad 3) dürfte die Bemerkung nicht überflüffig
fein, daß jede ausfchließende Deutung der Patriarchen^
gefchichte in diefem oder jenem Sinn verfehlt ift (vgl.

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