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Ausgabe:

1909

Spalte:

377

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Knopf, Rudolf

Titel/Untertitel:

Die Zukunftshoffnungen des Urchristentums 1909

Rezensent:

Schuster, Hermann

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. in Berlin, und D. E. Schürer, Prof. in Göttingen.

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig. Halbjährlich 9 Mark.

Nr. 13. 19- Juni IQo9- 34. Jahrgang.

Religionsgefchichtliche Volksbücher (Schufter): | Schalte, Die meffianifchen Weisfagungen des

I, 13: Knopf, Die Zukunftshoffnungen des

Urchriftentums.
II, 7: Beer, Saul, David, Salomo.
II, 10: Guthe, Jefaia.
III, 8: Becker, Chriftentum und Islam.
III, 9: Vollmer, Vom Lefen und Deuten
heiliger Schriften.
Boehmer, Gottes Angefleht (Volz).
Boehmer, Der religionsgefchichtliche Rahmen
des Reiches Gottes (Volz).

alten Teftaments (Volz).

Bihlmeyer, Hagiographifcher Jahresbericht für
die Jahre 1904 —1906 (Anrieh).

Delehaye, Les Legendes grecques des Saints
Militaires (Anrieh).

Monumenta Vaticana historiam episcopatus Con-
stantiensis in Germania illustrantia. Römifche
Quellen zur Konftanzer Bistumsgefchichte
1305—1378, bearb. von Rieder (Bollert).

Meffikommer, Die Auferftehungsfekte und ihr

Goldfehatz (Boffert).
Hügel, The mystical Element in religion, as

studied in Saint Catherine of Genoa and her

friends (H. Holtzmann).
Herrmann, Offenbarung und Wunder (Schufter).
Rade, Das religiöfe Wunder und anderes! Nieber-

gall).

Literatur-Bericht, hiftorifch-pädagogifcher, über

das Jahr 1907 (Knoke).
Walfemann, Heinrich Peftalozzi (Knoke).

Knopf, Prof. Lic. Rudolf, Die Zukunftshoffnungen des Ur- geftaltung der Tradition, um David ein größeres Anrecht

Christentums. 1.—10. Taufend. (Religionsgefchichtliche
Volksbücher. I. Reihe. 13. Heft.) Tübingen, J. C. B.
Mohr 1907. (64 S.) 8" M. —50;

auf Sauls Thron zu fichern. Nach 2. Sam. 1,19 fr., deffen
Wortlaut wohl auf David zurückgehen kann, ift S. den
Heldentod geftorben, erft das antike Vergeltungsdogma
hat daraus den Selbftmord gemacht. Zu der Szene in

kart. M. —75; in Gefchenkbd. M. 1.50 Endor, die mit Sauls Jahwe-Eifer nicht ftimmt, wird

K. befpricht nacheinander 1. Die jüdifche Zukunfts
hoffnung. 2. Die ältefte chriftliche Eschatologie. 3. Die
Erfchütterung der realiftifchen Eschatologie. 4. Die

Gilgamefch, der Eabanis Totengeift befchwört, herangezogen
(als Quelle oder Parallele?). Über Davids Bedeutung
für die Religionsgefchichte lefen wir: ,In der

griechifche Eschatologie. 5. Griechentum und Chriften- j Form eines Bekenntniffes zu Jahwe mag etwa Mofe die
tum. 6. Himmel und Hölle der Griechen in der Petrus- Keime der kommenden Welt- und Menfchheitsreligion
apokalypfe. — Diefes Kapitel 6, in dem K. die Abhängig- in die zu ihm haltenden Stämme gepflanzt haben. David
keit der Petrusapokalypfe von griechifcher Tradition hat die inzwifchen durch die kananitifche Kultur veredelte
beweift, ift ein Nachtrag, der in diefer Ausführlichkeit in I Hirtenreligion Mofis in das Volksgemüt übertragen,
das Volksbucli kaum hineingehört. Auch ift in Kap. 4 David ift fo auch ein Religionsftifter. Gab Mofe einzelnen
die allgemeine Schilderung des Wefens der Myftik, die Stämmen, fo David einem neugegründeten Volk die Form
mit der Eschatologie nur indirekt zufammenhängt, zu der Frömmigkeit. Jahwe wurde durch David aus einem
breit geraten. Dafür find andere Stücke, z. B. Nr. 2 Stammgott zu einem Volks- und Landesgott'. Gegen-
und der ,Realismus' des Irenaeus, zu kurz geraten. Auch über dem Nathan von I. Ko. 1 kann der von 2. Sam. 12
hätte Nr. 4 wohl beffer vor 3 geltanden, denn die grie- | nicht für hiftorifch gelten.

chifche Eschatologie hat doch wefentlich mit beigetragen j Daß Beer nur folide Arbeit bietet, ift felbftverftänd-
zur Erfchütterung der alten realiftifchen Eschatologie. "ch, doch follte ein .Volksbuch' über diefen Gegenftand

Von diefen Bedenken abgefehen habe ich das Büchlein
mit lebhafter Freude gelefen. Es ift, wie wir das
bei Knopf gewohnt find, durch Kenntnis, Urteil und knapp-
anfchauliche, fachliche Darftellungsweife ausgezeichnet.
Intereffant ift, wie er uns drei Mal durch das N. T. hindurchführt
, er zeigt uns jüdifch-volkstümliche und jüdifch-

etwas mehr farbige Anfchaulichkeit und mehr epifchen
Ton in der Erzählung befitzen. Daß alle Stellen-Zitate
(beinah 30x5) am Schluß gefammelt find, ift beim Gebrauch
recht unbequem.

Frankfurt a. M. Schufter.

apokalyptifche Zukunftsbilder und endlich das Eindringen Guthe, Prof. D. Hermann, Jelaia. 1.—10. Taufend. (Reli-
griechifcher fpiritualiftifcher Eschatologie, die mit der j gionsgefchichtliche Volksbücher. II. Reihe. 10. Heft.)
realiftifch-jüdifchen teils kämpft teils widerfpruchsvolle Tübi j Q B. Mohr 1907. (II, 70 S.) 8<>
Verbindungen eingeht. In diefem Rahmen wird z. B. j J m b

das Johannesevangelium fehr wohl verftändlich ohne 1 M- 5°! kart- M. 75

G. befchreibt die Wirkfamkeit Jefaias in 4 Kapiteln:
Der Anfang; Jefaia und Ahas; der Fall Samarias und Juda;
das Läuterungsgericht und das Gefchick Jerufalems. Ein
Nachtrag behandelt die !,Gedichte vom zweiten David'.
Sie find nach G. jedenfalls für Jefaia nicht charakteriftifch.
Die Echtheitsfrage wagt er nicht zu entfeheiden. Die
Theologen wird der Abfchnitt über das Gefchick Jerufalems
am meiften intereffieren. G. lehnt es mit Be-
ftimmtheit ab, daß J. die Unverletzlichkeit der Stadt Je-
rufalem als Glaubensfatz aufgehellt habe. Aus dem
Bericht über die Belagerung durch Sanherib ift nicht

Quellenfcheidung, die S. 43 ftillfchweigend abgelehnt
fcheint. Den 2. Theff. Brief hält K. für echt (S. 13 Anm.).

Frankfurt a. M. Schuft er.

Beer, Prof.Lic. Dr. Georg, Saul, David, Salomo. 1.—10. Taufend
. (Religionsgefchichtliche (Volksbücher. II. Reihe,
7. Heft.) Tübingen, J. C. B. Mohr 1906. (80 S.) 8°

M. — 50; kart. M. — 75

B. hält gegen Winckler an Gibea als Heimat Sauls
feft. Die einzige hiftorifch brauchbare Quelle über den

Urfprung feines Königstums, ift 1. Sam. 11 (alfo weder [ einmal 37,22 fr. echt (weil in V. 25 die erft 671 gelungene

noch 9f.). 1. Sam. 13,3 wird ^SD mit ,Vogt' überfetzt, j Eroberung Ägyptens erwähnt wird). Die Stücke 29,1 ff.
Der Zwift zwifchen Samuel und Saul findet ,noch am und 31,48". find überarbeitet und dadurch in ihrem Sinn
eheften' feinen Platz in der Gefchichte des Amalekiter- geändert. Der Eckftein (28,16) ift nicht der Tempel,
feldzuges. Die Nachricht, daß David fchon bei Lebzeiten fondern der Glaube oder die kleine Gemeinde der Glau-
Sauls fein Schwiegerfohn wurde, ift vielleicht eine Um- | benden. ,Die Stadt foll durch das Gericht in große Not

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