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1908 Nr. 19

Spalte:

537-539

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Jahrbuch des Vereins für die Evangelische Kirchengeschichte Westfalens. IX. u. X. Jahrg 1908

Rezensent:

Cohrs, Ferdinand

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Theologifche Literaturzeitung 1908 Nr. 19.

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trotz der vorhandenen Berührungspunkte nicht für wahr- j tums im Gebiete der LlPP<=, Ruhr und Wupper. - Eickhoff, H.,

fcheinlich eine fokhe des im HodegOS des Anaftafius Der Proteftantismus in der Diözefe Münfter am Ausgange des 17.

Sinaites mito-eteilten Florilegiums von der Doctrina nicht I Jahrh- — Bockmühl, P., Zur Reformationsgefchichte in Rheinland

für erweisbar und Weftfalen aus dem Jahre 1549. — Burgbacher, Chronik der

Benutzt ift die Doctrina von Johannes von Damaskus, kirchlichen Verhältniffe in Weftfalen für das Jahr 1905. — Miszellen. —

da bei diefem auch ihre einführenden oder erläuternden j Bücherbefprechungen.

Scholien wiederkehren; fpäter von Nicephorus (geft. 829), Jahrbuch des Vereins für die Evangelilche Kirchengefchichte

in der Lukaskatene des Nicetas von Heraklea (um 1080), Weftfalens. Zehnter Jahrgang. 1908. Gütersloh, C.

bei EuthymiusZigabenus, wohl nicht von Iheonanus (um Bertelsmann. (III, 235 S.) gr. 8° M. 3 -

1172) und Niketas Akominatus (um 1210). * ' 03 5 0

Über die Abfaffungszeit der Doctrina ermöglicht erft Inhalt; Stenger, A., Beitrage zur Gefchichte der Reformation
Diekamps Ausgabe ein beftimmteres Urteil. Für die in der Graffchaft Mark. - Rothert, Die Reihenfolge der Paftoren
erften 31 Kap., die vermutlich eine erfte Ausgabe der zu Rödinghaufen, Synode Herford. Nachtrag. — Mofer, J., Kleine
Doctrina darfteilen, gilt noch jetzt Loofs' Hinweis darauf, Bei" und Nachträge zur weftfälifchen Gelehrtengefchichte. II. Johan
daß Maximus Confeffor (7 662) der jüngfte zitierte Autor Moritz Schwager und fein Kampf gegen Aberglauben und Hexenwahn,
ift dagegen der Synode Von 680 nicht gedacht wird. — Niemöller und Rothert, Zu den Reformationsjubiläen in der
Kap. 35 und 40, X jedoch fetzen das Konzil von 680 ! Graffchaft Mark 1717 und 1730. — Möller, Aus der Kirchenge-
fc'hon voraus; die Anhänger des K. 35 erwähnten Har- fchichte von Hörde. — Schumacher, Aus der Franzofenzeit des
maflUS müffen, weil von jenem Konzil nicht berückfichtigt, Fürdentums Corvey. — Burgbacher, Chronik der kirchlichen Ver-
folche Monergeten gewefen fein, die fich deffen Entfchei- hältniffe In Wedfalen für das Jahr 1906. — Miszellen. — Bücherbedung
nicht fügten. Andererfeits muß der Bildcrfturm fprechungen.

noch nicht begonnen haben, denn die Beftreitung der ) Die beiden letzten Jahrgänge des Jahrbuchs des Ver

Bilderfeinde in C ift fpätere Zutat. Wäre der Damas
zener der Verfaffer, fo müßte er fich auffallend ausge-
fchrieben haben; was auf ihn zu deuten fcheint, ift unklar.
Dagegen tritt Diekamp m. E. mit Recht für die Autor-

eins für die evangelifche Kirchengefchichte Weftfalens'
berückfichtigen alle Hauptepochen der heimatlichen Kirchengefchichte
. In die ältefte Zeit führt Heinrich W. zur
Niedens Artikel: ,Die Anfänge des Chriftentums im Ge-

fchaft des Anaftafius Sinaites ein. Auf ihn weifen deut- biete der Lippe, Ruhr und Wupper' (IX S. 165ff.). Er
lieh hin die mit feinem Namen bezeichneten Scholien, ; bringt nicht eigentlich Neues, fondern geht vor allem auf
die dem Verfaffer der Stellenfammlungen, auf die fie i Haucks Kirchengefchichte zurück, ift aber doch nicht
fich beziehen, felbft angehören müffen. Allerdings find j ohne Wert, weil er für die genannten Gebiete einen über-
fchwerlich fchon im Archetypus unferer Handfchriften, ! fichtlichen Ausfchnitt gibt. Vor allem kommt es dem
fondern erft in der Vorlage von CD diefe Scholien auf Verfaffer darauf an feftzuftellen, daß fchon weit vor Karl
Anaftafius zurückgeführt. Aber Anaftafius erklärt fich im dem Großen, fchon im fechften und fiebenten Jahrhundert
Hodegos K. 3 für den Autor eines folchen Florilegiums; chriftliche Einflüffe im heutigen Weftfalen fich geltend
darauf, daß er es bei der Abfaffung des Hodegos nicht gemacht haben. Dem ausgehenden Mittelalter gehört der
zur Hand hatte, beruhen die Abweichungen (S. LXXXVII). ' von Jellinghaus (IX S. 68ff.) mitgeteilte Libellus de
Seiner Ausgabe hat Diekamp den Kodex A zugrunde j regimine rusticorum Werner Rolevinks (geft. 1502) an,
Relegt, aber unter Verwertung der andern Handfchriften. , eine vortreffliche Quelle zur Kenntnis von Kultur und
Wo die betreffenden Väterfchriften ediert find, hat er ; Sitte unter dem weftfälifchen Landvolk aus den letzten
die Zitate zunächft nur gekennzeichnet, aber im Apparat Jahrzehnten vor der Reformation. Derartig feltene und
die wichtigeren Abweichungen vom Mignetext angemerkt. [ ihrem ganzen Umfange nach wichtige alte Drucke wieder-
Vollftändig aber bietet er die Texte aus gar nicht oder zugeben, fcheinen mir die Publikationen der lokalkirchen-
nur fragmentarifch überlieferten Werken. Die von ihm gefchichtlichen Vereine der richtige Ort zu fein und ich
als Zutaten zur Doctrina beurteilten Texte find in kleinerem halte die Forderung für engherzig, daß die Wiedergabe
Druck gegeben (z. B. Kp. 42 ff-), die Scholien in die ] jn diefen Publikationen auf ungedrucktes Material fich
Zeile eingerückt. — Welch eine außerordentlich mühfame 1 befchränken folle. Gewünfcht hätte ich allerdings daß
Arbeit es erforderte, die Quellenftellen der nahezu taufend j nicht einfach die Ausgabe von 1483 wiedergegeben 'wäre
Zitate nachzuweifen, in einzelnen Fällen ihnen auch ver- fondern daß Jellinghaus die anderen Drucke des Libellus
geblich nachzufpüren, braucht nicht erft gefagt zu werden. | ZUm Vergleich herangezogen hätte. Er macht S 163
Dank dem Fleiß Diekamps befitzen wir nun den fo Anm. 26 felbft auf eine bedeutfame Abweichung des
wichtigen Text der Doctrina in forgfältiger Edition. Zu- , erften Drucks von 1479, über den ihm die Nachricht bei
ftimmung verdient, daß er darauf verzichtet, die fachlich Denis, Supplement zu Maittaires Annales typographiques
belanglofen Abweichungen der Texte in bezug auf S. 648, vorgelegen hat, aufmerkfam; fo hätte eine durchAkzente
, Spiritus, Vokale anzumerken. j gehende Vergleichung vielleicht auch noch andere Ver-
Beigegeben find Verzeichmffe der Schnftftellen, der fchiedenheiten zutage gefördert, die am Ende nicht
Zitate aus theologifchen und profanen Autoren und der I ohne Bedeutung gewefen wären. Sollte das Jahrbuch
Parallelftellen zur Doctrina, natürlich auch ein Namen- | nicht auch noch andere Rolevinkfche Schriften zugänglich
und Sachregifter für die Prolegomenen wie für den Text, | machen können, z. B. feinen für die Gefchichte der
das nach allen Seiten aufs trefflichfte orientiert. Verfehen Hiftoriographie fo bedeutfamen Fasciculus tempomm, der
darin habe ich nicht bemerkt. Die Wiffenfchaft fchuldet Die- | vielleicht fogar mit den fich immer wiederholenden und
kamp für feine aufopferungsvolle Arbeit bleibenden Dank. | deshalb für eine Reproduktion nicht fo große Anforde-
Görtinaen N. Bonwetfch. j rungen_ flehenden llluftrationen fich wiedergeben ließe.

_ ouuingen-_._.- | Im unklaren bleibt man über die Stelle, wo Wolffgram

Jahrbuch des Vereins für die Evangelüche Kirchengefchichte ^ie Inhaltsuberficht über den Melius gegeben hat;

im * t 1 , „~ rut-erslnh C Dez'eht ,a. a. ü. S. 137—148' auf S. 69 fich auf Bd u8

Westfalens. Neun er Jahrgang. 1907. Gütersloh L. 1 ^ ^ ^ ^ für4vateriändifche Gefchichte* -

Bertelsmann. (IV, 260 S.) gr. 8° M. 3— Zur Gefchichte der Reformation und Gegenreformation

Inhalt: Die Hauskirche auf Haus Bockel, Kirchfpiel Bünde. — tragen der Artikel Bockmühls,Zur Reformationsgefchichte

Stenger, Beiträge zur Gefchichte der Schule in der Mark im 18. J in Rheinland Und Weftfalen' (IX S. 211 ff.) und der Allf-

Jahrh. — Schumacher, Unruhen bei der Einführung eines neuen fatz Stengers .Beiträge zur Gefchichte der Reformation

Gefangbuches in Höxter 1807. —Rothert, Zur Gefchichte der Familie in der Graffchaft Mark1^ (X S. i ff.) bei. Erfterer ftellt

v. Strünckede. — Jellinghaus, De regimine rusticorum von Werner das Ergebnis der vom Erzbifchof Adolf von Coln durch

Rolevink. — Nieden, Heinrich w. zur, Die Anfänge des Chriften- feine Diözefe im Jahre 1549 unternommenen Vifitations-