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Ausgabe:

1907 Nr. 5

Spalte:

134-135

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Giesebrecht, Friedrich

Titel/Untertitel:

Jeremias Metrik, am Texte dargestellt 1907

Rezensent:

Beer, Georg

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Theologifche Literaturzeitung 1907 Nr. 5.

134

fchienen ift (f. Theol. Litztg. 1905, Sp. 417). erhalten wir | Zapletal, V.,O.P.,DasDeboraliederklärt. Freiburg(Schweiz),
nun ein ganz ähnliches Werk aus Holland. Wie das Univ.-Buchhandlung 1905. (V, 52 S.) 8° M. 1.6b
deutfehe Werk fo will auch das holländifche in erfter . ^ ^ Einlek in der fich Zapletal mit dem
Linie Anschauungsmaterial für den Rehg.onsunterricht { Gedank des Deboraliedes, feiner metrifchen Kom-

hefern Aber beide richten ihren Blick doch über den flti f ntftehungszeit, Bedeutung für profane und Re-
Kreis der Schule hinaus. Das deutfehe ift ,fur den Reil- g fchichte Israels und dem Verhältnis von Rieht,

gionslehrer und B.belfreund' beftimmt, das holländifche * ^ befchaftigt erfahren wir Förderndes herzlich
will neben dem Religionsunterricht auch den Bedurf- ^ Bekannte Urteile werden konfrontiert, dies akzep-

./*-,_,- ° r- i_ u -J ™„U- Wenig. DCKaUlllC UUCIIC wciutll ^miuuuui, aiitLi/-

^^^.^"S^Ai^t:^ g tiert, jenes abgeftoßen. Dann folgt der kritifch gefäuberte

Text, Kommentar und Überfetzung. Wertvoll ift, was
Z. zur rhythmifchen Rekonstruktion des nach allgemeinem
Urteil ftark befchädigten uralten Liedes bietet. Z. ift
wie Rothftein ZDMG 56, 177 der Anficht, daß das Lied
in gleichfchwebenden Halbzeilen gedichtet ift. Jede
Halbzeile zählt 3 Hebungen. 4 Halbzeilen bilden eine
Strophe. Freilich weichen Z. und Rothftein im einzelnen
ftark von einander ab. Man vergleiche die Verfe 19—30
bei Z. und bei Rothft. a. a. O. S. 184. Plaufibel erfcheint
bei Z. das Metrum und die Strophik in den Verfen 6. 8,
16L 17a, 17b—18, 19, 23,28—31. Ri. 5 s ift wie in Kittel's
Bibl. liebraica zergliedert. Jedenfalls ift die kleine Arbeit
in metrifch-kritifcher Hinficht Nachfolgern zur Beachtung
zu empfehlen. Der Kommentar finkt zuweilen zur Prä-
paration herab. Für Anfänger im Hebr. wird doch wohl
nur bemerkt, daß "Uni Pflock (S. 44) und fTYn ,zerfchlagen'
(S. 45) bedeutet!

für die Schule erforderlich wäre.

Das deutfehe Werk hatte den Stoff unter fünf Rubriken
vorgeführt. 1) Zur biblifchen Geographie. 2) Zur
Gefchichte Israels. 3) Zum Kultus. 4) Alltagsleben der
Israeliten. 5) Zur biblifchen Naturgefchichte. Das holländifche
verzichtet auf Rubrizierung. Der erläuternde
Text befchränkt fich hier darauf, zu jeder der 54 Tafeln
zu bemerken, was fie darfteilt und aus welcher Vorlage
die Bilder entnommen find. Dabei wird auch die
wichtigere Literatur genannt und auf die Bibelftellen ver-
wiefen, welche durch die Bilder illuftriert werden. Von
den fünf Rubriken des deutfehen Werkes werden die
erfte und letzte (Geographie und Naturgefchichte) in dem
holländifchen nur ganz fporadifch berückfichtigt; fie gehören
ja auch nicht zum Begriff der ,Altertümer' im
engeren Sinne. Immerhin bringen die erften fechs Tafeln
einige Wüftenbilder und ftellen einige Wüftentiere dar.
Auch die Rubrik .Gefchichte Israels' wird eigentlich nur
geftreift, indem gelegentlich der häuslichen Einrichtungen I Straßburg i. E. Georg Beer,

etwa der Palaft des Sargon (9), ein König in feinem

Staatswagen (10), ein König bei der Mahlzeit (11), ein 1 Gielebrecht, Prof. D. Friedrich, Jeremias Metrik, am Texte
Königsthron (12) dargeftellt werden, und bei Gelegenheit dargeftellt. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht 1905.
der Kriegsaltertümer die Erftürmung einer Feftung und I (VIII 52 S) gr. 8° Mi 80

die Marterung von Kriegsgefangenen (26). Die Haupt- ^ ' _

Das jetzige Buch Jeremia ift ein Gemifch aus Poefie
und Profa. Dichtungen liegen da vor, wo die Texte die
Form der Pfalmen haben. Giefebrecht befchäftigt fich
mit den Liedern, die er auf Jeremia felbfl zurückführt.
Er legt zuerft die Grundfätze dar, die Jeremia in feinen
Gedichten befolgt haben foll. Weder Sievers, noch
Cornill, noch Duhm haben das Richtige getroffen.
Nach G. find die Hebungen zu zählen, können die Sen-

maffe des Stoffes verteilt fich demnach auf die beiden
Hauptgebiete des Alltagslebens (7—29) und des Kultus
(30—54). Aus jenem werden vorgeführt: Schafflall,
Orientalifches Haus, Wafferräder, Landbau (Pflügen),
Kelter (für Trauben und Oliven), Brodbereitung, Arbeit
in einem Steinbruch, Fronarbeit, Schiffe, Mufikinft.ru-
mente. Kleidung, Schmuckgegenflände, Siegel, Münzen,
Gewichte, Waffen. Reiter. Grabftätten und Sarkophage,

Klagefrauen. — Aus dem Gebiete des Kultus kommen kungen aber beliebig fein. Der daktylifch-anapäftifche
zmr Darfteilung: vor allem die merkwürdige erft in neuerer und der jambifch-trochäifche Rhythmus ift zwar nicht
Zeit näher bekannt gewordene und öfters befchriebene die Regel, in Einzelfällen aber möglich. Im übrigen
Kultftätte bei Petra (zur Illuftrierung des Begriffes .Höhen', dekretiert G.: 1) .Beim Zufammentreffen zweier Tonfilben
bamoth); fodann: heilige Bäume, heilige Steine, der von ! ift nur eine betont'. 2) Nominal- und Verbalformen find
Sellin bei Taanakh ausgegrabene kunftvolle Altar aus 1 -faft immer' ,mit der rezipierten Grammatik' zu betonen.
Ton (nach: Denkfchriften der Wiener Akademie, phil.- j Nur ift ,die Zurückziehung des Tons durch das waw
hift. Kl. Bd. 50. 1904), der Tempel Salomos nebft ehernem ', consec. Imperf. nicht' mitzumachen. 3) Nebentöne find
Becken und Cheruben, ein Hausgötze, Aftarte, Moloch, j m Fällen wie ürrvn« geftattet. 4) Schwierig ift die
Dagon und andere Götter, die Stiftshütte, Priefterkleidung, ; Betonung der kurzen Redebeftandteile wie «b, bat, «m,
der Tempel des Herodes (46—50), ein Synagogenfchrank, ba ufw.

ein Knabe, der im Gefetz unterwiefen wird (modern, nach Es folgen dann die metrifchen Stücke felbft, an der

dem Titelbild von The Jewish Encyclopedia II), Zeus , Stirn die Angabe des Metrums.

und Hermes (Vafenbild), der Artemistempel in Ephefus Ich greife auf gut Glück einen kurzen Text heraus,

(Rekonftruktion). Neben dem modernen Synagogen- I Jer. 99-10 und prüfe die metrifche Behandlung durch G.
fchrank, welcher auf Tafel 51 abgebildet ift, hätte die | Nach G. liegen hier 6 Kinaverfe vor. Zweifellos ift
viel primitivere Darftellung auf einem alten römifchen G. hinfichtlich der 3 letzten Kinaverfe im allgemeinen
Glasgefaß {Jewish Encyclopedia II, 107 nach Garrucci) j im Recht. Die Zeilenenden decken fich mit Silluq c.
nicht fehlen dürfen. Nur nach letzterer, die ähnlich auch I Soph-Pafuq, Athnach und Silluq c. Soph-Pafuq, die Zäfuren
auf Infchriften vorkommt, können wir uns eine annähernd ; mit Zaqeph qaton und 2 mal Tiphcha. Auch Duhm,
richtige Vorftellung von der Form des Schrankes in neu- 1 Cornill (Com. z. Jer. 1905) und Rothftein [Biblia Hebr.
teftamentlicher Zeit machen (vgl. auch Jacobs, Earliest <-'d. Kittel 1906) haben hier Kinaverfe. Nur ftreicht C. 9b
representation 0/Ar/r of the Law,x: Jewish Quartcrly < und rückt vor pyu (mit LXX) ein 1 ein. Duhm fleht
Review XIV, 1902, _/>. 737—739). Ähnliche Ausstellungen ! 'nv-10 eine Ergänzung, .vielleicht'auch Giefebr. Letzterer

wird wahrfcheinlichft die 4. Langzeile fo fkandieren:

werden aber nur feiten zu machen fein. Im ganzen ift
die Auswahl eine forgfältige und dem Zweck, welchem
fie dienen will, entfprechende.

Göttingen. E. Schür er.

!-!u!-Q 1S[1] ni^isn Cpyn. Da kurze Redebeftandteile wie
IS ,in der dritten Stelle vor dem Töne ihre Betonung
zu bewahren' pflegen (S. VI) und Shwa-mobile Silben
zwifchen ihnen und dem Ton in der Refrei als volle
Silben' gelten, fo wäre auch TOfin 1S[Y] möglich. Doch
fcheint hier H$ keinen Ton haben zu follen, weil 1) -tf
gern ,in der Betonung übergangen' wird (S. VII) und