Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1907

Spalte:

662-663

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Rosenmann, M.

Titel/Untertitel:

Der Ursprung der Synagoge und ihre allmähliche Entwicklung. Eine historisch-kritische Studie zur Erforschung Beider 1907

Rezensent:

Schürer, Emil

Ansicht Scan:

Seite 1, Seite 2

Download Scan:

PDF

Theologifche Literaturzeitung 1907 Nr. 24.

662

kann ich, wie gewiß noch mancher andere altteftament- Meer hinauf gen Terufalem' der mite Qt;mmilnmL'u
liehe Kollege, nicht für glücklich halten. Um fo weni- gibt. Die Reife gin^durchs 0%o&?T™^G^
ger, da eine einfachere vorhanden fcheint: mm "lütt m> l r- ff- vjcidia.
fällt dabei außerhalb des Rhythmus und das übrige Läßt • E- Schürer.

fich mit Kittel-Nowack (in der Biblia Hebraicd) und
P. Haupt (in der Oriental. Lit.-Zeit. 1907 Nr. 6) als
Doppeldreier lefen:

rrya-ik-byi
Vgl. ebenda bfün | msina
1 ■ mab© | mba; 1 u m>ban | rmn.

Staerk, Priv.-Doz. Lic. Dr. W., Neuteltamentliche Zeitge-
fchichte. In 2 Bändchen. (Sammlung Göfchen 325
und 326.) Leipzig, G. J. Göfchen 1907. kl. 8°.

Geb. je M. —80

I. Der hiftorifche und kulturgefchichtliche Hintergrund des

Für fehr wertvoll halte ich den SchlußabfchnittS.76fif. ■ Urchriftentums. Mit 3 Karten. (192 S.) - IL Die Religion des

Hier verfucht Sie vers in die äußere EntflehungSgefcllichte 1 Judentums im Zeitalter des Hellenismus und der Römerherrfchaft.

des unter Arnos' Namen gehenden Büchleins zu dringen. Mit einer Planfkirze. (168 S.)

Das Ganze ift feinde Filigranarbeit, wie fie nur der in Diefem anfpruchslos auftretenden Werkchen wird

die tiefften Geheimniffe der Buch- und Stiltechnik ein- j man das Zeugnis geben dürfen, daß es den Zweck, welchen
geweihte Künftler herftellen kann! S. findet eine 3fache es verfolgt, in trefflicher Weife erfüllt. Es bietet auf
Quelle des Amosbuches, wofür ihm ein Anhalt find die 1 knappem Raum außerordentlich viel in lesbarer Darftel-
3 Doxologien 413. 5 s f. 9 5 f., die nach Art der Doxologien ! lung, im ganzen zuverläffig und forgfältig. Gelehrtes
im Pfalter als Buchunterfchriften anzufehen feien. 9 5 f. j Beiwerk ift vermieden, im Stoff nur das notwendigfte ge-
ftelle die Schlußfchrift der Grundfammlung dar (S. 77). geben, aber in praktifcher Auswahl. Als erfte Einfuh-
Ich gratuliere dem nächften Arnos-Kommentator zu der rung kann es auch Theologen empfohlen werden; nur
Auseinanderfetzung mit Sievers im Einzelnen! ift zu wunfehen, daß fie fich nicht mit dem Genuß diefes

... „, ,,r,f cpnm Rf>*r Extraktes begnügen.

Straßburg ./Elf. _Georg Been Das I. Bändchen greift weit aus, indem es zunächft

,die weltgefchichtlichen Vorausfetzungen der neutefta-

Paläftinajahrbuch des Deutfchen evangelifchen Inftituts mentlichen Zeitgefchichte' darftellt (S. 7—133). Unter
für Altertumswiffenfchaft des heiligen Landes zu diefen verlieht der Verfaffer die politifche Gefchichte
Terufalem Im Auftrage des Stiftungsvorftandes her- der anbken Welt von Alexander dem Gr bis zur Römer-
jcruiaiciu. *ui & zelt (j 1—2), infonderheit die Gefchichte Palaftinas in

ausgegeben von Prof. D. Dr. Guftav Dalman. Zweiter , derfelben Zeit (§ 3), fodann die römifche Provinzialver-
Jahrgang. Mit 2 Textfkizzen, 2 I afein und I Karte : waltung (§ 4), die religiöfe Kultur im griechifch-römi-
in Steindruck. Berlin, E. S. Mittler & Sohn 1906. j fchen Weltreiche (§ 5, S. 71—108, umfaffende Charak-
(V 144 S) er. 8° M. 2.6b; geb. M. 3.50 I teriftik nach den verfchiedenften Seiten hin), die griechifche

^ ' ' Sprache und die griechifchen Literaturformen im Neuen

Bei Befprechung des erften Jahrganges diefes Jahr- ' Teftament (§ 6), die jüdifche Diafpora (§ 7). — Ein 2.

buches (Theol. Litztg. ioX>6, 296) habe ich die Frage Teil, in demfelben Bändchen, behandelt' ,die politifche

aufgeworfen, ob die Veröffentlichung der darin enthal- Gefchichte des Judentums im neuteftamentlichen Zeit-

tenen Auffätze wirklich ein Bedürfnis war, da es fich in ; alter'.

der Hauptfache um Befchreibung der von den Stipen- Das II. Bändchen ftellt (als 3. Teil des Weikes) ,die

diäten des deutfchen Paläftina-Inftitutes unternommenen j Religion des Judentums im neuteftamentlichen Zeitalter'
Reifen handelte, die für die Wiffenfchaft nichts Neues , dar. Hier ift Bouffets Einfluß ftark bemerkbar. Doch
brachten. Der vorliegende zweite Band ift erheblich ge- | folgt der Verfaffer ihm nicht ohne eigenes Urteil. Die
haltvoller. Er bringt außer dem Jahresberichte des ; jn einem Anhang (S. 149—160) gegebene chronologifche
Inftituts folgende Auffätze: I. Dalman, Die Via Dolo- fjberficht über die jüdifche Literatur des ganzen Zeit-
rosa in Jerufalem (Darftellung der verlchiedenen Tradi- j alters enthält manche recht problematifche Anfätze. Ich
tionen über den Leidensweg Chrifti und Verfuch, den j kann es nicht für zweckmäßig halten, eine folche Lite-
wirklichen Leidensweg annähernd zu ermitteln, wobei ratur-Übeificht in Form einer chronologifchen Tabelle
richtig der Herodes-Palaft im Wellen der Stadt, der dem j zu geben.

Pilatus als Wohnung diente, als Ausgangspunkt feftge- Göttinpe_ „ Q . _

ftellt wird). - 2. Da.rr.an, Die Stadt Samar.a und ihre Gottingen._ E. Schurer.

Verkehrswege (über die von Samaria ausgehenden Straßen,

auf Grund achtmaliger Anwefenheit an Ort und Stelle). Rofenmann, Rabb. u. Pred. Dr. M., Der UrTprung der Syna-
— 3. Dalman, Ein neugefundenes Jahvebild (über ein goge und ihre allmähliche Entwicklung. Eine hiftorifch-
neu gefundenes althebräifchesSiegel mit der Autfchritt kritifche Studie zur Erforfchung Beider. Berlin, Meyer
,des Elifchama, Sohn Gedaljahus'; auf der Ruckfeite ift * ' ™ePer

ein Schiff abgebildet, auf demfelben fitzt eine männliche (Slcd & lvJuuer W (32 b.) gr. 8« M. 1.50

Geftalt auf einem Thron, vor und hinter derfelben ftili- ; Der Verf. leitet den Synagogen-Gottesdienft aus dem
fierte Palmen; Dalman deutet die Geftalt als Gottheit i Inftitut der ,Standmannfchaft' ab. Zur Zeit des Tempel-
ünd zwar als'jahve). — 4. Dalman, Eine Infchrift aus beftandes war nämlich auch das Volk, wie die Priefter
dem Hain Mamre der byzantinifchen Tradition (*eoc j und Leviten, in 24 Abteilungen eingeteilt, welche den
ßoij&rjoi nagfrivico reo öovZco Oov). — 5. Lohr, Gatt- 24 Priefter- und Levitenklaffen entfprachen. Wenn die
freundfehaft" im Lande der Bibel einft und jetzt. — Priefter und Leviten zum Dienft nach Jerufalem hinauf-
6. Frankenberg, Israelitifche und altarabifche Trauer- ; gingen, mußte auch die betreffende Abteilung des Volkes
gebräuche. — 7. Frankenberg, Muslimifche Totenge- durch eine Deputation vertreten fein, welche bei Darbräuche
(arabifcher Text, von Frankenberg aufgezeichnet bringung des Opfers anwefend war (f. meine Gefch. des
nach der Erzählung von Frauen aus Lifta bei Jerufalem, j jüd. Volkes II, 4. Aufl. S. 337 f.). Für diefe foll nun
mit deutfeher Überfetzung). — 8. Eberhard, Die arabi- ; nach R., da fie nicht felbft opfern konnte, ein opferlofer
fchen Volksfeinden Jerufalems (der umfangreichfte Bei- Gottesdienft beim Tempel in Jerufalem eingerichtet worden
trag diefes Jahrgangs, S. 80—122). — Alle diefe Studien fein und hieraus foll fich der opferlofe Gottesdienft
find ein erfreulicher Beweis fruchtbarer Arbeit, die in außerhalb Jerufalems, im Lande Israel, entwickelt haben
dem Inftitut geleiftet wird. — Den Schluß des Jahrganges Es wäre fehr wünfehenswert, wenn es "dänge der>

bildet ein Reifebericht von Baumann: ,Vom galiläifchen dunkeln Urfprung des Synagogengottesdienftes aufzu-