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Ausgabe:

1907 Nr. 12

Spalte:

348

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

McKim, R. H.

Titel/Untertitel:

The Problem of the Pentateuch 1907

Rezensent:

Steuernagel, Carl

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Seite 1

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347

Theologifche Literaturzeitung 1907 Nr. 12.

348

Anm. 1 find wenig überzeugend. Vielmehr wird Zimmern großen Bandes des Haufes (Tempels?) Sikilla. Zimmern
mit feiner von Behrens dort angegriffenen Meinung recht 1 vermutet in dem letzten Worte ^zweifelnd eine eigenhaben
, artige Schreibung für Sagila, den Namen des Marduk-
Berlin. Friedrich Küchler. ! tempels in Babylon. Das mag richtig fein. Bei dem
_ markasu denke ich aber doch auch an das rikis oder

Frank, Dr. Karl, Bilder und Symbole babylonirch-allyrifcher j "tark"s ^'ne u zrsittm {Dur-an-ki) nach dem der Turm-
„...' KT ,2 . n . , ,. ........ r . tempel von Larfa feinen Namen hat. Mit diefem ,Band'

Gotter. Nebft einem Beitrag über die Gotterfymbole jft aber doch wohl eine Gottheit (darauf weift fchon

des Nazimaruttas-Kudurru von H.Zimmern. Mit acht | der Thron hin, auf dem das Band liegt, wie die Hörner-
Abbildungen. (Leipziger femitiftifche Studien II, 2. mützen der großen Götter auf Thronen aufgeftellt find)
Herausgegeben von A. Fifcher und H. Zimmern.) | gemeint, die das All trägt und zufammenhält, alfo die
Leipzig, J. C. HinrichsTche Buchhandlung 1906. (IV, ! £d«m,al obe^ Gottheit des betreffenden Kultkreifes -
ft.b so M 8 Endlich noch das eine, daß es nach dem Nazimaruttas-

44 b».) gr. ö M. 1.80 stejn Wohl nicht nur ein Götterzwillingspaar bei den Ba-

Diefes Heft bietet eine fehr nützliche, wenn auch byloniern gegeben hat. Auf ihm erfcheinen die Götter
nicht ganz vollftändige Zufammenftellung der bisher be- i Sukamuna undv Sumalija als Zwillinge, während fonft
kannten Nachrichten und Darftellungen, die fich mit ! Lugalgira und Sitlamtaea (zwei Erfcheinungsformen Ner-
Symbolen der verfchiedenen babylonifch - affyrifchen gals) als Zwillinge gelten, von denen der zweite auf dem
Götter befchäftigen. Manche fchwierigeren Punkte, be- j Stein ebenfalls erwähnt wird, aber ohne den fo eng zu
fonders die Darftellungen auf den Kudurrus, den fog. ihm gehörigen erften. Zimmern weicht übrigens in diefem
Grenzfteinen, übergeht Frank mit Stillfchweigen. Ihnen j Punkte von Frank nicht unerheblich ab, der das bab.
gegenüber würde fich auch fein Erklärungsprinzip, daß I Symbol (zwei Löwenköpfe mit Keule dazwifchen) mit

jede Gottheit auf einem Monument nur einmal vorkomme,
nicht aufrecht erhalten laffen, da z. B. auf dem S. 4 abgebildeten
Kudurru fich Skorpionmenfch und Skorpion
neben einander finden, die doch gewiß diefelbe Gottheit

Hommel dem Ninib zufchreibt.

Wichtig und gewiß richtig ift das von Zimmern befolgte
Prinzip, die Symbole und Beifchriften der Kudurrus
ohne Seitenblicke auf den Sternhimmel zu er-

(Ishara, eine Erfcheinungsform der Istar?) repräfentieren, ' klären; das gegenteilige Verfahren führt, wie Zimmern
und ebendort auch neben der Sonnenfcheibe in der ' beiläufig bemerkt, nur zu Fehlern und fchiefen Auf-
oberften Reihe in der vierten der Pferdekopf mit Ge- ! Heilungen. Solchen dürfte er mit feiner exakten Methode
häufe, der mit und gegen Frank (S. 15) jedenfalls auch ' ganz entgangen fein.

den Sonnengott fymbolifiert. Berlin Friedrich Küchler.

Von befonderer Wichtigkeit würde es fein, wenn

Frank mit der Behauptung recht hätte daß die bekannte Mc Kim Randolph H., DD., LL.Ü., The Problem of the
geflügelte Sonnenfcheibe nur Symbol lur Samas, nicht , . . t . , „, ,. - .,

aber für Assur fei. Freilich begnügt er fich mit der Pentateuch. An examination of the results of the
Behauptung, ohne einen Beweis dafür zu erbringen. [ higher criticism. With a foreword by the Dean of
Sehr wahrfcheinlich kommt mir die Behauptung des- ! Canterbury (Henry Wace). London, Longmans,
wegen nicht vor, weil bei der oft beobachteten engen t Green, and Co. 1906. (XVII, 136 p.) 8" s. 3.6

Zufammengehörigkeit von Sin, Samas und Istar es fehr ir e „ , .... , ,,

auffällig wäre, wenn ihre Symbole fo weit von einander | _ Der Verfaffer beabficht.gt, obwohl er prinzipiell das
getrennt wären, wie dies z. B. auf Abbildung 5 der Fall | Recht der fI«ft?n Kritik anerkennt, reichen Chnften,
wäre. - Bei der Befchreibung der Bellt (Belit-ile) ver- I de"en >der Glaube ins Herz gegraben durch die Er-
miffe ich eine Erwähnung der fehr auffallenden vier oder ■ {AhruPS bezeugt und durch feine Lebenskraft bewahrt ift',
fünf runden Scheiben, die fich an der Rücklehne ihres f™]*™?*™ befern daß fie fi=h durci' df Kritik der
tu .„ t> „ j' „ t :i „ :„a„ . a„,___fi„^ . Wellhaufenfchen Richtung in ihrem Glauben an die

Ihrones befinden und zum ieil wenigltens lternartige 1 . .„ .r . „ ,..fr , •.b , ,. ... ... ,. ,

t ■ • c -r„ ic auk . ku v„u aL u^u^.u^. , hiftorifche Zuverladigkeit und die übernatürliche Uffen-

Linien auf weifen (f. Abb. 1), ähnlich den Scheiben, mit , , A m u • u. u ■ 1 /r l. l

, j. ,-» k _ j o'E a j j j T/r j 1 ' barung des A. I. noch nicht beirren zu allen brauchen,

denen die Gewander der Gotter Adad und Marduk ge- E 7. s, / ,. r ^ , ... . ,. , ....

r u_-! 1 .. r a /nnor ^ e . . a a~- u~:a~ ' Er fucht zu dielem Zweck nicht etwa die von der Kritik

fchmuckt find (MDOG 5, S. 13 u. 14), und der beiden c . r d ui,.„ c ■ a - at n n

a- u zta„L —:i i/r r u 1 x^r^„5 a:^ aufgewiefenen Probleme auf eine dem traditionellen Ur-

gefiugelten Welen (Vogel mit Menlchenkoptenr), die ! .,s ., , , A . ,..r r , , ,. . T -

c a — i/r u ■ d r c a r> a- ~ u „ tu r. teil entfprechende Art zu lofen, fondern er begnügt fich
auf dem Maltaia-Kelief an dem Podium ihres Ihrones , f. .rc c u uu u a . a ir -^i P •

r.^utUr., c.„a iit.c~„a~~<. a: ia<- f~ua;„o„ „;^t damit, die willenlchatthche Autorität der Kritiker als eine

hchtbar lind. Belonders die letzteren Icheinen mir nicht - .. ,.', A u- n. ^^ 1 1 i. • - i ■ j

, , , r a- t u tt i f 1 mogliclilt geringe hinzulte len, ohne dabei übrigens, das

bedeutungslos für die von Zimmern gegebene Erklärung > , . b , .>. .. P . , . . ' . . ,jaL"-' y 's1- >

i c u a tat .._y iT u ■ „_____ aJL i fei ausdrucklich bemerkt, je in einen unwürdigen und

der Symbole des Nazimaruttas-Kudurru. Bei ihr war der , ..rr ^ , r n u- u r. /- , , fr.. ,,■ ,

tt n. a u-ir • u aoa- v ui a e j„™ u i gehaffigen Ion zu verlallen. Er beruft fich hauptlachhch

Umftand hilfreich, daß die Zahl der auf dem Steine ab- 9 r . o ,:=i^ ^„„u.-- r 1 u ^ • ia h iai n.

. c . a a ■ a t r u -o- „„„ u~ darauf, daß viele tüchtige Gelehrte wie Du mann, Kofter-

gebildeten Symbole und der in der Infchnlt gegebenen „ , «„ „ ° ^ „.'„r r

u ri ,r u /,„t r„ a n „ u:^ mann, Hommel, Moeller, Sayce, Green u.a. Wellhaufen

Benennungen heb genau entfprach (17), fo daß man hier ... . ' A.__' lr f . <. » . . ..... „ u.

• u.- n • r . 1 n. tt . nicht zuftimmen, alfo Autorität gegen Autorität fteht,

zu wichtigen Gleichfetzungen kommen mußte. Unter _,oru „ i ■ u i> r 1. j 1 ru.
ihnen bleibt als dunkelfte übrig die eines Vogels auf I daß fhon manch^S krlt,fc*e R5faltab das als gefichertes
einer Stange mit der Gottheit A-ru-ru. Diefe fcheint trfbals ausgegeben wurde, fleh doch

j u j'„ u ru ■ u . t 1 n. i^ unhaltbar erwieien hat ( 1 ubinger Kritik), daß die Kritiker

mir nun durch die oben fchon erwähnten Vogelgeftalten - . . ■ 1 v , ? 1 '' . ^ ti . •!

T, „„„ T>^i;t r<,v_ „^A,it,+ ,„„Ai0„ tu__i fich in einzelnen Fallen als nicht kompetente Beurteiler

am lhrone der rJelit-ile lehr genutzt zu werden. Denn . r , , , .r n _ K. , ,

a -, a Aor r ~.%;„ p„iu ;^ m,».- p;„„„ erwiefen haben, indem fie z. B. die Tatfache verkannten,

Aruru ift ein Eeiname der (jottin JBelit in ihrer Eigen- . 0 , , , , 0. . . ' . T , , '

r u a 1 tv/t ...„ ^k-.u„ a„u^„ c.^u ^„ .Umm ti, „ „ daß der hebrailche Sirachtext eine im 11. Jahrh. an-
fchaft als Muttergottin finden lieh nun an ihrem lhrone t ..^ d-j-l r. . ,~ ■ . -r u -n a

r 1 -i tt t uu... a ia „i^ui- ,,«,„^u-r v,^- i:uu gefertigte Kuckuberfetzung aus dem Griechifchen ift, und
folche Vogelembleme, lo ift es nicht unwahrtcheinlicn, , n ,P „ .... ., r & . e . . , r-, tt
a or u a u ■ t „„1 r..„.u~uc,^r*- ,.,„ra 1 ^ fJ 1 daß die Kritiker inkonfequent find, indem fie ihre Hypo-
daß fie auch durch einen Vogel lymbohhert werden konnte. ■ c „ , A r j ! c , .,. .. w

ta •.. u c- a c c . „Un^u-AA^i-c.» va- thefen auf die Auslagen der bibhlchen Schriften gründen,

Damit wäre auch für den auf S. 4 abgebildeten Kudurru I ,. r ,„ , c . .? , f., ...r., ... fac . , '

tt- 1 1- a c i„ :T ^1^- v>~ u die fie doch lo vielfach für unzuverlallig halten. Solchen

die Erklärung des vierten Symbols in der vierten Reihe 7-, .. , , .... . , ... u . 1 • -rr r u r.r u
gegeben, ebenfo wie für das gleiche Symbol auf dem ! Gründen halt entwede^
Merodachbaladanftein, der in erften Auflage des vierten Knt,k oder auch dle biblifche ftand. ^
Bandes des Western Asia Inscriptions publiziert ift (in der Halle a. S. C. Steuernagel,

zweiten Auflage fehlt die Wiedergabe der Symbole).

Sehr mehrkwürdig ift auf dem Nazimaruttas-Steine
die Erwähnung des markasu rabu sa blt si-kil-la, des