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Ausgabe:

1907

Spalte:

289-290

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Gordon, A.

Titel/Untertitel:

Die Bezeichnungen der pentateuchischen Gesetze 1907

Rezensent:

Steuernagel, Carl

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung,

Herauso-eo-eben von D- Ad. Harnack, Prof in Berlin, und D. E. Schürer, Prof. in Göttingen.

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig. Jährlich 18 Mark.

Nr. 10. m. Mai 1907. 32. Jahrgang.

<iordon. Die Bezeichnungen der pentateuchi-

fchen Gefetze (Steuernagel).
'Ottley, The book of Isaiah according to the

Septuagint, II (Neflle).
Müller, Die meffianifche Erwartung der vor-

exilifchen Propheten (Giefebrecht).
Eöhr, Altteftamentliche Religionsgefchichte

(Giefebrecht).
Ewald, Die Briefe des Paulus an die Ephefer,

Koloffer und Philemon (Lueken).
Bonassieux, Les evangiles synopticpies de Saint

Hilaire de Poitiers (Jülicher).
Benfow, Glaube, Liebe und gute Werke; Lütgen
, Das Problem der Willensfreiheit [Beitr.

zur Förderung chriftlicherTheologieX, 2] (Nie-

bergall).

Berefchit Rabba, mit kritifchem Apparate und

Kommentar von Theodor, Liefrg. III (Bi-
fchoff).

Leo Modenas Briefe und Schriftftücke, herausg.

von Blau, 2. Hälfte (Bifchoff).
Dionysius Bar Salibl Expositio liturgiae ed.

L a b o u r t [Corp. Scr. Christ. Or. XCHI] (NefUe).
Isö'yahb über epistolarum ed. Duval [Corp.

Scr. Christ. Or. LXIV] (Derf.).
Pargoire, L'eglise byzantine de 527 ä 847 (Ph.

Meyer).

Böhmer, Luther im Lichte der neueren For-

fchung (Köhler).
Sturmhocfel, Kurfürflin Anna von Sachfen

(Rob. Holtzmann).
Nuntiaturberichte aus der Schweiz, 1. Abt. 1. Bd.

bearb. von Steffens und Reinhardt (Rob.

Holtzmann).

TlanaSonovlov, Paxogixal MeXtxai (Ph.

Meyer).

Mnaldvor, 7/ 6/to?.oyla Ki nD.Xov xov Aov-

xägewg (Derf.).
BeXaviSimxov, KigM.og 6 Aovxagig (Derf.).
Meyer, Ph., Hannover und der Zufammenfchluß

der deutfchen evangelifchen Landeskirchen im

19. Jahrh. (Knoke).

Kalb, Kirchen und Sekten der Gegenwart 2. Aufl.
(Schön).

Schlatter, Die philofophifche Arbeit feit Carte-

fius (E. W. Mayer).
Troeltfch, Die Trennung von Staat und Kirche

(Tfchackert).
M i 1 afch, DasKirchenrechtdermorgenländifchen

Kirche (Ph. Meyer).

Gordon, Rabb. Dr. A., Die Bezeichnungen der pentateuchi-
fchen Gefetze. Ein Beitrag zur Charakteriftik der ver-
fchiedenen Gefetzeskiaffen des Mofaismus. Frankfurt
a.M., J.Kauffmann 1906. (IV, IV, 187 S.) gr. 8° M. 3 -

Es ift gewiß ein dankenswertes Unternehmen, die
vcrfchiedene Bedeutung und Gebrauchsweife der Synonyma
für das Gefetz, namentlich der vier häufigften min,
■Tfira, pn und ufitCzO, feftzuflellen. Es ift auch anzuerkennen,
daß Gordon auf diefe Aufgabe großen Fleiß und Scharf-
finn verwandt hat, und daß feine Schrift manchen wertvollen
Einzelbeitrag zur Exegefe enthält und wegen ihrer
reichlichen Mitteilungen aus rabbinifchen Werken einen
gewiffen Wert hat; daß er aber feine Aufgabe in befriedigender
Weife gelöst habe, kann nicht zugegeben
werden. Seine Begriffsbestimmungen find flark proteus-
artig. Zwar, daß jeder der Begriffe für (ich allein die
Gefamtheit der Gefetze bezeichnen kann, in beftimmten
Zufammenhangen aber und in Kombination mit andern
einen fpezielleren Sinn haben foll, ift unbedenklich. Aber
daß klar umgrenzte Begriffe vorliegen, wenn die Gefamtheit
der Gefetze durch Aufzählung ihrer verfchtedenen
Gruppen bald durch die Formel mm und rTtXtJ, bald

durch rntio, nmn und omtca, bald durch n^pn, omssia

und nnin, bald durch Qipm mm, bald durch ms«
lTnim, bald durch am£»Bl nisa etc. bezeichnet wird, ift
von vornherein unwahricheinlich. Der Vtrfaffer fieht (ich
denn auch genötigt, einem Begriff wie mm fo verfchie-
dene fpezielle Bedeutungen zu geben wie Bettimmungen
über priefterliche Verrichtungen, Gefetze, welche die

einheitlichen Sprachgebrauch bezüglich der Termini für
die Gefetze nachzuweifen, dürfte vielmehr auch ein Grund
dafür fein, das Gefetz auf verfchiedene Verfaffer zu verteilen
. Gordon hat vielfach im Zufammenhang mit feiner
zunächft rein fprachlichen Unterfuchung auch fachliche
Thefen aufgestellt, z. B. daß eine fcharfe Abgrenzung des
Kompetenzbereichs der Priefter (mm) und der Laienrichter
(EBB») beftehe (die Beweiskraft der entgegenstehenden
Stellen wird durch eine mehr als gekünstelte
Exegefe befeitigt), und daß die Gefetze hinsichtlich ihres
Urfprungs eingeteilt werden in folche, die von Gott am
Smai offenbart find (rTlXtt), und folche, die fchon früher
galten und die nur in modifizierter P'orm in die göttliche
Gefetzgebung aufgenommen find (Qipn und DmBISE), daß
alfo die Bezeichnung der Gefetze bis zu einem gewiffen
Grade auch ihr Alter erkennen laffe, und anderes. Darauf
näher einzugehen ist unnötig, da die exegetifche Grundlage
diefer Behauptungen eine hinfällige ift.

Halle a. S. C. Steuernagel.

Ottley, R. R., M. A., The Book of Isaiah, according to the
Septuagint (Codex Alexandrinus. Translated and
edited). II. Text and Notes. Cambridge, University
Press 1906. (XXXIV, 418 p.) 8° s. 6 —

Den ersten Teil diefes Werkes, der eine englifche
Parallelüberfetzung der Septuaginta und des hebräifchen
Textes gibt, habe ich 1905 Nr. 17 Sp. 465 kurz angezeigt
und gefchloffen: ,wie dringend nötig ein Kommentar zur
Septuaginta ift, zeigt auch diefe Arbeit'. Eine Art von
Priefter einzufchärfen und deren Beachtung fie zu über- Kommentar bietet diefer zweite, bedeutend umfang-

wachen haben, Gefetze, fofern fie theologifchc Lehren , reichere Teil, der nach einer Einleitung von 30 Seiten

enthalten, Gefetze, die allgemein die Lauterkeit der Ge-
finnung fordern (im Dtn. freilich werden gerade diefe
nicht als mm, fondern als mXB bezeichnet). Daß mm
etwas mit Orakelerteilung zu tun habe, beftreitet der
Verfaffer ganz entfehieden. In ähnlicher Weife haben
auch die übrigen Ausdrücke einen verfchiedenen Sinn,
je nachdem fie mit diefem oder jenem andern, mit einem
<->der mehreren kombiniert find. Dazu kommt, daß der
Verfaffer nicht umhin kann, zuzugeben, daß in verfchiedenen
Büchern die Termini verfchieden angewandt find,
obwohl er die Auflöfung des Pentateuchs in mehrere

zuerst auf 100 Seiten den Text nach dem Kodex Alexandrinus
gibt mit ausgewähltem Apparat, dann fast 300 Seiten
,Notcsl und 2 Indiccs. Beide Bände, fagt eine Anzeige
in den Expository Times 18, 214, feien gefchrieben für
Anfänger im Studium der Septuaginta, die ,Notes' daher
fehr reichlich und manchmal fehr elementar. Aber künftige
Erklärer des Buchs und jetzige Prediger über das-
felbe täten gut, die Bände fleißig zu Rat zu ziehen.

Ich will nicht leugnen, daß in der Tat manches daraus
zu lernen ift; aber wie ich fchon vom erften Teil
gestehen mußte, den Zweck der Veröffentlichuno- nicht

Quellen gerade auch auf Grund feiner Forfchungen meint ganz zu verftehen, fo finde ich auch in diefem zweiten
•ablehnen zu müffen. Gerade die Unmöglichkeit, einen | Band viel, was ich gern mitten würde, und vermiffe ge-

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