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Ausgabe:

1907

Spalte:

193-196

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Nestle, Eberhard (Ed.)

Titel/Untertitel:

Novum Testamentum Graece et Latine 1907

Rezensent:

Jülicher, Adolf

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. in Berlin, und D. E. Schürer, Prof. in Göttingen.

Jährlich 26 Nm. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig. Jährlich 18 Mark.

jvjr_ 7 30. März 1907. 32. Jahrgang.

Macmillan Some Cuneiform Tablets bearing Bartmann, Das Himmelreich und fein König | Reifchle, Auffätze und Vorträge herausg. von
011 the Reli'eion of Babylonia and Assyria [Bei- nach den Synoptikern (H. Holtzmann). j Häring und Loofs (Lobftein).

träe-e zur ^uvriologie V 51 (Jenfen). 1 Hölfcher, Der Sadduzäismus (Schilrer). Feine, Inwiefern ift Jefus der Offenbarer Gottes

Novum Tcsiamentum Latine" ed. Nestle (Jü- Souter, The Commentary of Pelagius on the
iicheIn Epistles of Paul (Jülicher).

j vt__.i„ Archiv für Reformationsgefchichte herausg. von
Friedensburg 3. Jahrg. (Bolfert).
Hegler, Beiträge zur Gefchichte der Myftik in

(Lobflein).

H o f f m a n n, Georg, Das Wiederfehen jenfeits des

Todes (Zilleffen).
Lemme, Friedr., Die unfichtbare Welt (Derf.).
Chrift, Grundriß der Ethik (Ritfehl).

NovumtestamentumGraece etLatine ed. Nestle
(Derf.).

Hoffmann, Rieh. Ad., Das Marcusevangehum

und feine Quellen (H. Holtzmann).
Jülicher Neue Linien in der Kritik der evan-

gelifchen Überlieferung (H. Holtzmann). (Bruckner). Hätten der Schweiz (Frantz).

der Reformationszeit (Derf.). Hardeland, Paftoraltheologie (Bornemann).

Latreille, Joseph de Maistre et la Papautf; Bindfchedler, Kirchliches Afylrecht und Frei-

Macmillan Kerr Duncan, Some Cuneiform Tablets bearing fcharffinniger Weife, und zwar fraglos mit Recht, eine
on the Reliqion of Babylonia and Assyria. Nebft einer belangreiche Beobachtung, die, wie bekannt, zuerft, von

vii .iiv a § ■ 4 iv Ii M11 pr rr r> m ti r- Vi f rrf>r Hnrh viifriT vnn ihm in

Abhandlung über die Partikel -ma im Baby
lonifch-Affyrifchen von A. Ungnad. (Beiträge zur
Affyriologie und femitifchen Sprachwiffenfchaft V, 5.)
Leipzig,]. C Hinrichs'fche Buchhandlung 1906. (186 S.)
Lex.-8° M. 11 —

Die von Macmillan, mit ein paar Ausnahmen
erftmals, in Urfchrift und Umfchrift veröffentlichten Texte
lind prinziplos zufammengefucht, ein Stein des Anftoßes
für alle, welche alles Gute und Vollkommene nur von
Veröffentlichungen zufammengehöriger Texte erwarten.
Ich flehe nicht auf diefem einfeitigen Standpunkt und
kann mich fomit der in der Hauptfache korrekten Text-
Publikationen ohne Beigefchmack freuen. Enthalten fie
doch allerlei nicht Unwichtiges, fo vor allem einen
Text (Nr. XLI), in dem Zimmern alsbald ein ergänzendes
Duplikat zu dem von ihm veröffentlichten und bearbeiteten
Atarhafis-Mythus erkennen mußte, einem
Mythus, der für die altteftamentlichen Gilgamefch-
Sagen, vor allem die Abraham- und die Mofes-Sage, fo
wichtig geworden ift. Weiter dürfen wir eine lange
Reihe von Beobachtungen anerkennen, die Macmillan
über Beziehungen feiner Texte zu anderen, bereits veröffentlichten
gemacht hat. Weniger günftig muß unfer
Urteil jedoch über Macmillans Überfetzungen und Erklärungen
lauten. Es findet fich darin nur wenig Neues
von auch nur einigem Belang, und dabei find fie allzu
oft recht fchülerhaft und unvollkommen, ja zeigen nicht
feiten, wie auch gelegentlich die Transfkriptionen, fonder-
bare Schnitzer, die man nur ungern in den rühmlichft
bekannten Beiträgen zur Affyriologie fieht. Aber

D. H. Müller gemacht oder doch zuerft von ihm in
aller Form veröffentlicht wurde.

Marburg. P. Jenfen.

Novum Testamentum Latine. Textum Vaticanum cum appa-
ratu critico ex editionibus et libris manu scriptis col-
lecto imprimendum curavit D.Eberhard Neftlc. Stuttgart
, Privilegierte Württembergifche Bibelanflalt 1906.
(XX, 657 p. m. 5 färb. Karten.) Geb. M. 2—;

biegfam in Chagrinleder m. Rotfchnitt M. 3.50

Novum Testamentum Graece et Latine. Utrumque textum

cum apparatu critico ex editionibus et libris manu
scriptis collecto imprimendum curavit D. Eberhard
Neffle. Ebd. 1906. (XXX, 665 p. |p. I—657 doppelt]
m. 5farb. Karten.) 120 Geb. M. 3—-•

biegfam in Chagrinleder m. Rotfchnitt M. 4.50

Neue Anfprüche auf großen Dank hat fielt E. Neftle
dadurch erworben, daß er feinen durch bequeme Aus-
ftattung und unerhörte Billigkeit ausgezeichneten Ausgaben
des griechifchen N.T.s eine gleichwertige lateinifche
zugefellt hat. Der Plan, nach dem er verfährt, ift wohlerwogen
; daß bei der Ausführung das höchfte Maß von Sorgfalt
zur Anwendung gelangte, braucht man bei Neftles
Editionen nicht erft zu rühmen. Man empfängt den in der
katholifchen Kirche im Jahre 1592 durch Clemens VIII
offiziell feftgelegten Text (Clementina); aber im Apparat
findet man nicht bloß die Abweichungen der Ausgabe
des Papftes Sixtus V von 1590, fondern bei den Evan-

------------- —----0— ~ , 0 ---—t"vv-j ^.i^-^uj v vw.i i^yu, iunui.iu uci ucn evan-

Macmillan ift ein Anfänger, und fo fleht zu hotten, gelien und der Apoftelgefchichte, wo durch die groß-
daß in künftigen Arbeiten von ihm die Mängel mehr | artige Arbeit von Wordsworth und White der echte
hinter den Vorzügen verfchwinden, wie in diefer Arbeit. , Hieronymus-Text wieder hergeftellt vorliegt die Varian-
Ein älterer Affyriologe, nämlich Paul Haupt, hat für ten ihrer Ausgabe, bei dem Reft des N T die Varianten
Ma cm Ulan Korrektur gelefen. Es müffen eigenartige j der bisher bellen Vulgata-Ausgaben von Lachmann und
Umftände obgewaltet haben, wenn deffen Hilfe fo garnicht Tifchendorf fowie zweier hervorragender Handfchriften

an der Höhenlage der Arbeit zu erkennen ift. Für die
Autographien auf p. 617—712 haben wir Ungnad zu
danken.

Ungnad fucht zu erhärten, daß die wichtige affyri-
fche Partikel -ma eigentlich etwas wie ,und dann' bedeutet
, und zu zeigen, daß fie im Grunde mit dem
hervorhebenden affyrifchen -ma (-mä) identifch ift. Das
Letztere ift nach feinen Ausführungen zum minderten
ein fehr guter fcharffinniger Einfall, dem nichts entgegen-
lleht, und mit Erfterem modifiziert er, wiederum in

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des Amiatinus (A) und des Fuldenfis (F). Natürlich wird in
der Hälfte der Fälle die wirkliche Lesart des Hieronymus
im Apparat gefucht werden müffen — ganz wie in der
griechifchen Ausgabe —, aber da N. dem Lefer fowohl
die römifche ,Vulgata' wie das N.T. des Hieronymus
vorführen möchte, fo konnte er nicht anders verfahren
Für die Briefe und die Apokalypfe muß man fich bis
die englifchen Gelehrten ihr Werk vollendet haben' mit
einer Auswahl von Varianten begnügen. Ja, diefe Auswahl
' ift für den Nichtbefitzer von Wordsworth-W. fogar

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