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Ausgabe:

1905

Spalte:

134-136

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Lincke, Karl F. A.

Titel/Untertitel:

Jesus in Kaparnaum 1905

Rezensent:

Holtzmann, Heinrich Julius

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133

Theologifche Literaturzeitung 1905 Nr. 5.

f. 52 b arg. Mc 120
5 25

53

f. 82 b arg. Lk 120

c, 26
83 pre«^

54 a subscr. Mt
5 5

54b-55a<S5bl!!ld
56 a—82 a Marc

29 b. 130 a arg.
Joh. 120

5 27

30 a xe<p<p

84 a subscr. Mc
? 6

84b. 85a < 86 Bild
86 a—129 a Luk

130 b subscr. Lk
5 7

130 b subscr. Joh

5 8 + sf

131 a, b yita Joh ?
131b C?
132a < 132bBild
i33a—165b Joh.

165b. 166a. b Schreiberunterfchrift arm. (dann e, 1) und griech.; 167»—
169b Synaxar, 170a—173b Kalender [174a—175b Lefeordnung sc. XV].

Zug der heiligen Lade (!). Wie der Verf. über makka- 1 der nach S. 20 Befonderhe.ten haben foll. Die An-
bäifche Lieder denkt, erfahren wir nicht näher. Neben | Ordnung des Beiwerks ift höchft eigentümlich, unter Ver-
der linguiftifchen Erklärung kommt, wie fchon bemerkt, | Wendung der v. Sodenfchen Nummenerung laßt he fich
die fachliche Einzelerklärung zu kurz. Da und dort wird ! folgendermaßen veranfchauhchen

ein ganz hübfcher Brocken vorgelegt: z. B. ip 27: Win ! f0i. ib ps. Epiph. [v. Soden 83], 2a. 3b Eus. Carp., 4a—7:l Eus. can.
führe darauf, daß der im Pfalm Gefeierte nicht auf dem I Mt Mc Lk Joh

Wege der Erbfchaft auf den Thron gelangte. Doch das | 7b.$a arg. Mt 1201
fleht alles außer Zufammenhang mit einer gründlichen
fachlichen Verarbeitung der einzelnen Lieder. Man lefe 524 + c?
nur einmal das Ganze, was z. B. zu Pfalmen wie 8,16 oder 1 »»• ^b *W
gar 73 geboten wird, und man wird finden, daß der Verf. j Ioa_j2;l Matth
feinen Stoffen nicht gewachfen ift. Er gleicht dem Betrachter
eines Haufes, der die Fenfterriegel und Dachrinnen
am eingehendften befchreibt! Herr E. rühmt fich
des freiheitlichen Geiftes, den er in feiner Heimat Amerika
eingeatmet, und wähnt fich frei von der Kette der Tradition
. Wenn ihm feine rabbinifche Bildung nur nicht des
öfteren böfe Streiche fpielte! Dahin rechne ich die Behauptung
, daß ir 207 "Vtnp TO» den Himmel über Jahwes
irdifchem Heiligtum bedeute. ,Denn nach Mekilta zu
Ex. 1517 liegt der himmlifche Tempel gerade über dem Z. fcheint diefe auffallende Unordnung kaum be-

irdifchen-; oder v 1101 wo er vom a.t.lichen Standpunkte 1 achtet zu haben. Durch Blattverfchiebung in diefer
aus ein Sitzen eines Sterblichen zur Rechen Jahwes ,felbft J Handfchrift erklärt fie fich nicht, in der Vorlage kaum,
als Bild ganz undenkbar oder geradezu heidnifch' findet Vermutlich benutzte der Schreiber oder vielmehr einer
und darum mit Rafchi Ta^b 11» ,harre (!!) auf meine j feiner Vorgänger zwei Vorlagen und verfah fich bei dem
Rechte' überfetzt. Man merkt ja fofort, was hier zur j Zufamrnenarbeiten. Die eine bot ihm die üblichen arg.
Vergewaltigung des Textes treibt — und das will fich als und xe<p<p mit den Oxifoi 24—27, der andern entnahm er
Exegefe anpreifen, die von theologifchen Eeffeln — Herr : die subscr. mit den aripoi 5—8.

E. meint damit vor allem unfere chriftliche Auslegung — Die ganz abgedruckte Johannes-Biographie ift durch

befreien will: läuft diele Exegefe nicht felbft noch in der | die Kombination des pfeudo-dionyfianifchen Briefes an
Schellenkappe des rabbinifchen Mittelalters herum? Wollte Johannes mit der Schilderung von der Entllehung des
Herr E. als freidenkender Amerikaner fich von den Evangeliums nach den Prochorusakten fofort als ein Aus-
Feffeln der jüdifchen Dogmatik losmachen, fo follte er j zug aus dem Metaphraften MSG 116,684 ff. erwiefen; da-
zunächft feine öeiaiöaiuovla aufgeben und die Ausfprache ' bei zeigt fich, daß die von Z. nebenher herangezogene
des Tetragramms nicht länger als Tabu behandeln — Hdfchr. des Klofters Megaspilaion (im Peloponnes) —
er läßt noch immer nur Ihvh drucken. Wie die Über- | welche unter den 8 bei von Soden genannten Hdfchrr.,
fetzung der Pfalmen ausgefallen ift, wird der Lefer ahnen, j ift leider nicht zu erfehen — dem Original noch näher
auf Metrik u. dgl. ift keine Rückficht genommen. Ich
bin gewiß, daß diefer Pfalmenkommentar auch von jüdifchen
wiffenfchaftlichen Kreifen als Ganzes abgelehnt

werden wird. heblich vermindert. Daß die in fo vielen NTlichen Hand

fteht als die Dumbafche. Damit ift für das Alter des
einen Archetypus der Termin nicht vor Ende des
10. Jahrh. gewonnen, zugleich aber auch der Wert er-

Straßburg i. E. Georg Beer.

Zomarides, Dir. Dr. Eugen, Die Dumba'sche Evangelien-
Handschrift vom Jahre 1226. Mit zwei Lichtdrucktafeln.
Leipzig, Dörffling & Franke 1904. (28 S.) gr. 8° M.2 —

Der Verf. befchreibt eine bisher noch nicht notierte
griechifche Handfchrift der Evangelien in Privatbefitz ; MSG 28, 383 ift allerdings nur das Argument zu Matth.

fchriften fich findenden Argumente (vstod-sosio) auf die
Synopsis scripturae sacrac des Pf-Athanafius (MSG 28,
283 fr.) zurückgehen, wußten fchon Montfaucon und Mat-
thaei, 1892 habe ich im Centralblatt für Bibl.-Wefen X 70
darauf hingewiefen (vgl. auch RE:1 V 6332»), 1895
E. Kloftermann, Analccta 78, und J. A. Robinfon, Rutha-
liana 20 — bei von Soden fteht davon freilich nichts!

der Familie Dumba zu Wien, früher in dem des Michael abgedruckt, die andern drei find durch jene eigenartigen
Potlis. Sie wurde 1226 zu Caefarea in Kappadozien 1 Inhaltsangaben Verfehlungen, die große Ähnlichkeit mit
(Kaifarieh) von dem Protonotar Bafilios aus Melitene j den Kapitulationen der Vulgatahandfchriften (bei Words-
gefchrieben, der auch des Armenifchen kundig war, zu worth und White) haben; aus Kloftermann 93 aber erfeinem
eigenen Gebrauch, eine fehr faubere kalligra- fieht man, daß vollftändige Synopfenhdfchrr. auch die zu
phifche Arbeit, geziert mit 4 Evangeliftenbildern von j Marc, Luc. und Joh. bieten. Die pf.-athan. Synopfe ift
leidlicher Ausführung. An der Unterfchrift ift befonders j nach Zahn, Forfchungen II 261 auch die einzige Quelle,
auffallend die Verherrlichung des damals regierenden | welche die hier in der praefatio n. 83 (bei von Soden)
Seldfchuken-Sultans von Konia (Ikonium), Kai-Kubäd 1 auf Epiphanius zurückgeführte Verteilung der Evange-
Alä ed-din, in deffen Dienften diefer Chrift und Sohn liftenfymbole Mt Menfch, Mc Kalb, Lk Löwe, Jo Adler
eines Priefters ftand. Z. nimmt davon Anlaß, uns über bietet. Dies Pf.-Epiphaniusftück mit feiner Verwechs-
die Seldfchukenherrfchaft zu orientieren mit ftark
griechifch-national gefärbten Urteilen. Solche Monographien
über einzelne Handfchriften kommen jetzt wieder

lung von Patmos und Paphos auf Cypern muß fehr jung
fein. — t xe oxrö &sq>0Q0v endlich ift kaum Befitzername,
es fieht eher wie eine Preisnotiz aus: 18 Theforu(?)

in Mode und das ift dankbar zu begrüßen, gerade auch Straßburg. v o n D o b fc h ü t z.

neben von Sodens VV erk zu deffen Ergänzung und Kontrolle
. Der vorliegenden, die ein erweiterter Neudruck
eines in Weffelys Studien zur Paläographie und Papyruskunde
II 1902 erfchienenen Auffatzes ift, ift es eigentümlich
, daß darin von dem Evangelientext gar nicht die

Lincke, Prof. Dr. Karl F. A., Jesus in Kapernaum. Ein

Verfuch zur Erklärung des Markus-Evangeliums. Tübingen
, J. C. B. Mohr 1904. (V, 44 S.) gr. 8° M. 1 —

Rede ift — man hätte weingftens bezeichnende Stich- | Ein Jahr zuvor hatte der Verf. feine Schrift ,Samaria
proben gewünfeht. Außer mit der Ausftattung befchäftigt und feine Propheten' veröffentlicht: eine künftlerifch ent-
Z. fich nur mit den Textbeigaben, die er trotz von Soden worfene Konftruktion der ifraelitifch-jüdifchen Gefchichte,
teilweife ganz abdruckt, leider gerade nicht den Kalender, aufgebaut auf den Gegenfatz zwifchen dem hierarchifch-

*