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Ausgabe:

1904 Nr. 22

Spalte:

604

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Nöldeke, Theodor

Titel/Untertitel:

Compendious Syriac Grammar 1904

Rezensent:

Nestle, Eberhard

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Seite 1

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603 Theologifche Literaturzeitung. 1904. Nr. 22. 604

Herz, Lasker, Laffale. Auch chriftliche Gelehrte, die mit
dem Alten Teftament oder dem Judentum fich befchäftigt
haben, find in großer Zahl aufgenommen: Driver, Eifen-
menger, L'Empereur, Ewald, Gefenius, Grotius, Hebraists
(eine lange Lifte chriftlicher Hebraiften, nach Steinfchnei-
der), Hegel, Hengftenberg, Herder, Hitzig, Kuenen, La-
garde. — Die geographifchen Artikel führen uns in
buntem Wechfel durch alle Teile der kultivierten Erde.
Es find behandelt: a) Länder und Völker: Egypt,
England, Enrope (Staftiftik), Eälaslias, Einband, France,

Theol. Litztg. 1903, 405 f.), fowie das Denkmal der reli-
giöfen Freiheit (V, 320) und das Heine-Denkmal in New-
York (VI, 329). Zahlreich find die den biographifchen
Artikeln beigegebenen Porträts. Durch fchöne Ausführung
zeichnen fich z. B. aus: die von Geiger (V, 585),
Grätz (VI, 65), Henriette und Markus Herz (VI, 367. 368),
Lasker (VII, 622) Laffalle (VII, 624).

Zwei finnftörende Druckfehler, die mir aufgeftoßen
find, feien zum Schluß noch notiert. VI, 151 ift in den
bibliographifchen Angaben zu Ryffels Artikel l lagiographa

Galicia, Germany, Hesse, Hungary, Jndia, Jreland, Jtaly, flatt ,H. L. Brack' zu lefen ,H. L. Strack'; und in dem
Kos (Infel). b) Städte: Edessa, Erfurt, Ferrara, Fez, Artikel über die Infel Kos VII, 563 ftatt ,Herzog

Critifche Forfchungen' zu lefen ,Herzog, Koifche For-
fchungen'.

Göttingen. E. Schürer.

Florenz, Frankfurt aM., Fürth, Genoa, Gocttingen (wo
die Juden fchon in der Blütezeit der Stadt im 14. Jahrh.
nachweisbar find), Hagenau, Halberstadt, Hamburg, Han-
nover, Kiev Kishinef, Königsberg, Leipsic, Lemberg. Überall
wird die Gefchichte der Juden von ihrem1 erften Auf- Nö|deke, Prof. Theodor, Compendious Syriac Grammar.
treten in den betreffenden Landern und Städten bis zur ' , , , , V. T 1. -r» „•

Gegenwart verfolgt. Ich möchte befonders auf die Artikel I Wlth a table of characters by Julius Euting. Trans-
über Ägypten und Frankreich aufmerkfam machen, lated (with the sanction of the author) from the second
die ein reiches Material über die Gefchichte der Juden improved German edition by James A. Crichton, D. D.
in diefen Ländern darbieten. Unter den Städten ift es London 1904, Williams & Norgate. (XXXIV, 336 p.
felbftverftändlich Jerufalem, dem der meifte Raum zu- gx qc^ jg g

gewiefen wird (VII, 118 —157). S • •)

Von einzelnen bemerkenswerten Artikeln feien bei- Nöldekes kurzgefaßte fyrifche Grammatik ift weder
fpielsweife noch folgende genannt: Grammar (Gefch. 1 bei ihrem erften, noch bei ihrem zweiten Erfcheinen (1880.
der hebr. Grammatik bei den Juden, von Bacher), Greek j 1898) in chefer Zeitung befprochen worden; um fo mehr
Language, Hair (Statiftik über die Haarfarbe der Juden), ' mag das Erfcheinen diefer englifchen Uberfetzung kurz
Jncunabula, Jnquisition, James (über den Jakobusbrief, ' erwähnt werden. Die Vorrede des Uberfetzers und eine
welchen Kohler im Anfchluß an Spitta mit großer Ent- 1 Schlußbemerkung des Verfaffers heben hervor, daß einige
fchiedenheit für jüdifch erklärt, VII, 70: To ascribe these Fehler insbefondere in Zitaten berichtigt worden feien.
Instructions to a believer in Jesus as the Savior and H aler Aber von den falfchen Zahlen. die ich in der Anzeige
of men is absolutely without foundation), Jesus of Naza- j der 2. Aufl. im Lit. Cbl. 1899 Nr. 30 Sp. 1032 verbeffert
reth (VII, 160—173, von Jacobs, Kohler und Krauß; der ! habe, ift nur eine richtig geworden. Für Auguft Müllers
Artikel nimmt, wie nicht anders zu erwarten, Jefum für Arbeit über die Wurzeln iy und 'SS wird S. X noch
das Judentum in Anfpruch; die Idee von Gottes Vater- i immer, wie in der erften Auflage, Band 23 ftatt 33 der
güte ift a commonplace in the Jewish liturgy and in 1 ZDMG angegeben; ebenfo § 36 ,177 D' ftatt B, § 190
Jewish thought VII, 162a, das Charakteriftifche ift the 1 ,84' ftatt 49. Zufätze find keine gemacht; fonft wäre
tone of authority adopted by him and the claim, that gleich auf der erften Seite meine Unterfuchung über die
Spiritual peace atid salvation zvere to be found in the Benennung Eftrangelo aus Drugulins Markfteinen nachzu-
mere acceptance of his leadership 163b; für den Meffias tragen gewefen. Die einzige Bereicherung find die
hat Jefus fich aber nicht erklärt 163 f.). Die Artikel dankenswerten Regifter S. 321—336; der Inhalt der Para-
Judaeo-German, Judaeo-Greek, Judaeo-Persian, Judaeo- graphen ift am Rand kurz angegeben; die Paragraphen-
Spanish orientieren über die eigentümliche Geftaltung des ; zahlen hätten an den äußern Seitenrand gehört. Für
jüdifchen Jargons in diefen Ländern. englifche Lefer ift vielleicht ein Hinweis auf das Athe-

Eine Zierde des Werkes find die zahlreichen und naeum vom 2. Sept. 99 oder Nr. 5 der Revue Critique
gutgewählten Illustrationen. Von wifienfchaftlichem ' vom gleichen Jahr von Intereffe.

Werte find z. B. die fchönen Fakfimiles von Hand- ; Maulbronn. Eb. Neftle.
fchriften aus dem Schatze der Geniza von Kairo, die__.__

uns auch den hebräifchen Sirach geliefert hat. Wir vVrede, Prof. D. W., Die Echtheit des zweiten Thessalonicher-
lernen hier z. B. kennen ein Autograph von Abraham, . ' .. ,~ , TT . , , „

dem Sohne des Maimonides (V, 612), ein Autograph des bne,s untersucht. (Texte und Unterfuchungen zur Ge-
Chufiel ben Elchanan, saec. X (VI,' 510), ein Fragment fchichte der altchnfthchen Literatur. Herausgegeben
des Midrafch Koheleth rabba (VII, 530). Aus der Samm- ; von Oscar von Gebhardt und Adolf Harnack. Neue
lung des Erzherzogs Rainer flammt der Original-Brief j Folge. Neunter Band, Heft II.) Leipzig 1903, J. C.
eines ägyptischen Rabbi saec XII auf Papyrus (V, 64). Hinrichs'fche Buchhandlung. (VIII, 116 S. gr. 8.)
Wichtige Urkunden werden häufig durch Fakfimiles an- j e m

fchaulich gemacht, z. B. die Bewilligungsurkunde zu • 4-

einer jüdifchen Heirat (V, 336), ein Schutzbrief des Kur- Wie fich heutzutage das Problem des zweiten Thef-

fürften von Heften (V, 632), eine Chaliza (VI, 172); noch I falonicherbriefes verfchoben hat, zeigt in charakteriftifcher
häufiger find die Fakfimiles alter Drucke. Sehr finn- j Weife diefe Arbeit Wredes. Während noch Holtzmann
reich ift der Plan von Jerufalem, welcher dem Titelblatt in feiner Einleitung den Hauptbeweis gegen die Echtheit
von Bd. VII gegenüber fleht. Er gibt als Grundlage die ! des Briefes in der efchatologifchen Partie des zweiten
natürlichen Terrainverhältniffe; rechts und links, oben und j Kapitels fand, hat fich hier infolge der neueren Unter-
unten find vier hiftorifche Pläne (Jerufalem zur Zeit des | fuchungen überjüdifche Efchatologie und den hier herr-
Xehemia, des Titus, der Kreuzzüge, der Gegenwart) auf i fchenden Traditionalismus und der Aufgabe der land-
durchfichtigem Papier fo angeklebt, daß fie entweder auf läufigen Beziehung diefes Abfchnittes auf Nero — ein
die Grundlage oder auch übereinander zu beliebiger Umfchwung in den Anfchauungen vollzogen.
Vergleichung gelegt werden können. — Daß die Juden Wrede trägt dem Rechnung und meint mit Recht,

im Mittelalter und in der Neuzeit auch bildliche Darftel- ; das Hauptargument gegen die Echtheit in dem literarifchen
lungen und Kunftdenkmäler nicht fcheuten, zeigt die ! Verhältnis des zweiten zum erften Theffalonicherbrief
fchöne farbige Wiedergabe einer Seite aus der illuftrierten finden zu follen. In einer muftergültigen Unterfuchung
Haggada von Sarajevo (Titelblatt von Bd. VI, vgl. dazu I unterzieht er diefes Verhältnis einer, wie ich glaube, ein