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Ausgabe:

1902

Spalte:

170-173

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Bethune-Baker, J. F.

Titel/Untertitel:

The meaning of Homoousios in the „Constantinopolitan“ Creed 1902

Rezensent:

Kattenbusch, Ferdinand

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paar falfche Accente und Verwechfelungen von v und v. von Eufeb felber herrührt, hat Hkl. wenigftens fehr
A und A n und u erwähnenswerth blofs 127, 10 xa&oöi- | wahrfcheinlich gemacht. Seine Unterfuchungen über den
coutvcu ftatt xa&ojo. und etwa im Index bei ccßaxog 222, 29 I Stil Eufeb's im Unterfchied von dem jener Ueberfetzungen
ftatt 229, 29 oder bei dnmyög 8, 10 flatt 68, 10. Unend- j find nicht abfchliefsend, z. B. S. LXXX1I ift beizufügen,
licherVleifs ifl auf das Wort- und Sachregifter verwendet, j dafs wie bei Conftantin 52,^14 iavxovg und 134, 8 iavxcöv
das von S. 270 bis S. 355 reicht; es liegt in der Natur 1 vorkommt, fo bei Eufeb taurag 128, 15 im Wechfel mit
der Sache, cfafs hier am meiften nachzuholen übrig bleibt, i ögoäc avxdg 127, II. Aber die Hauptarbeit hat Hkl. ge-
Ein Wort wie xooaoQaßcovl&aQ-cu 8, 30, das vielleicht [ than, er hat das Material bereit geftellt, die Richtlinien
bei Eufeb allein 'nachzu weifen ift, follte nicht fehlen, ; gezogen, und die Fortfetzung und, wie ich zuverfichtlich
ebenfowenig uiaoia, und bei etwa 100 Nummern, darunter hoffe, Bekräftigung feiner Eufeb-Studien wird man höch-
öiadorr). ööyua. %{n>a6Xv(ia, vJtt(id-uviid^a>, könnte ich die Rens auffchieben dürfen, bis von den übrigen grofsen
Belegftellen vermehren; verhältnifsmäfsig oft ift das ,C Werken Eufeb's gleich zuverläffige Ausgaben erfchienen
das auf die conflantinifchen Urkunden in der Vita weift, j find, — denen übrigens diefer Anfang die Arbeit fchon
fortgeblieben. Im Index, wo Hkl. den fehr dankens- ! fehr erleichtert hat.

werthen Verfuch macht, durch beigefügte Ueberfetzungen Marburg Ad. Jülicher.

oder Paraphrafen Hülfsmittel für das Verftändnifs der
Texte zu liefern, wird an einigen Mifsgriffen wohl der

Umftand Schuld fein, dafs das Deutfche nicht die Mutter- , .

fprache des Verfaffers ift. Im Apparat und in der Ein- Bethune-Baker, J. F., B. D., The meaning of Homoousios

leitung merkt man dies feiten, z. B. LXXXIII: .Friedens- in the .Constantinopolitan' Creed. (Texte and Studies.

bruchimit Licinius' und .Berufung nach der Synode in j Edited by J. A. Robinfon. Vol. VII. No. I.) Cam-

Arles«, CVI: die heimlichen Lehren Conftantins (rag 1 brjd Univerfity Press (VII, 83 S. er. 8.) 3 s.

dxoQQr)TOv: ßaaiXtcoc fivnasic); aber tvayeka&iv werden _ _ r^ ' _ , ' . , .....

wir 120, 32 (rare. zQiorov noiuvaig tvaytZd^Gücu) nicht Morin, Germ., Uom, U. S. B., Le Symbole d Athanase et son

wie Hkl. 301 a will, .verfammeln' überfetzen, vjcEQavydCecv premier temoin Saint Cesaire d'Arles (Extrait de la Revue

121, 26 nicht laut 348a überftrahlen, wo von vxenavyaC.O(iai Benedictine.Oct. 1901), Bruges igoi.Desclee, deBrouwer

im Text ein Acc. c. Inf. abhängt, xaxaycöyiov 141, 23 i et qc g

nicht mit ,Herberge'. xaxpoco ift in dem Zufammenhang

von 129, 15 nicht ,(tumm' fondern taub machen, dvxedv- | Zwei neue Beiträge zur Gefchichte der oekumenifchen
OmTcei 130, 17 nicht .dagegen befchämen' fondern ener- Symbole. Der erfte wird von einem englifchen Theo-
gifch ablehnen, wie auch xaxsövoojszei weder 83, 23 1 logen dargeboten und betrifft C. Dies doch mehr indirect.
.befchämen' noch 125, 23 ,erflehen' bedeutet, fondern Denn es handelt fich nicht etwa um eine Exegefe von C,
beide Male etwa: beftürmen. Um fachliche Differenzen j fei es in exaeter Erwägung feiner Structur, fei es in
handelt es fich, wenn ich 139,27 aveöiv {imxQißrjg a7ckr]6xcov Erörterung der Gedanken des muthmafslichen Urhebers
dvÖQÖiv) als Dulden, Hingehenlaffen ftatt mit Hkl. als j der Formel. Vielmehr bietet Bethune-Baker eine dog-
Zügellofigkeit faffen möchte, für jtnößoZov 128, 30 die : mengefchichtliche Abhandlung über den Ausdruck opo-
Bedeutung .Schutz' beftreite (a&soxnxoa XQoßolov . . . ovöiog und die ihm im vierten Jahrhundert zur Seite
Titv . . ötioiöctiidviav, nicht vielmehr: Product?) oder 1 oder entgegen geneilten terfriitii tcclniici der Chriftologie.
dvnjioetV 147, 20 ftatt pveisfagen'überfetze: in feierlichem 1 Er will damit beweifen, dafs der Ausdruck von den
Act vollziehen. ; Kappadociern, die ihm fchliefslich zum Siege verhalfen,

Doch, ftatt folche kleinen Einwände zu häufen, will nicht anders gefafst geworden fei, als von Athanafius
ich lieber noch auf die höchft werthvollen Ausführungen und den Urhebern von N, und dafs man deshalb nicht
Heikei's in der Einleitung dankbar aufmerkfam machen, zu zweifeln habe, er werde in c nichts Anderes bedeuten,
Er bietet dort Manches, was an jener Stelle zu fuchen : als in N. Auch Beth.-B. behauptet nicht, dafs C von dem
uns die neueren Editoren abgewöhnt haben, nicht blofs ; Concil zu Conftantinopel 381 aufgeftellt fei, fondern an-
ein Referat über die Handfchriften, die indirecte Ueber- ; erkennt, dafs nichts anderes beweisbar ift, als dafs auf
lieferung, die Selbftcitate des Eufeb, die bisherigen Aus- diefem der Tomus von 325 definitiv zur Geltung gebracht
gaben, sondern befpricht von S. XLV an Zweck und I worden. Aber eben das giebt ihm die Gewifsheit, dafs,
Charakter der Vita, deren Dispofition (mit intereffanten 1 wenn hernach C an die Stelle von N gerückt ift, beide
Beiträgen zur Exegefe fchwieriger Stellen); den in die < Formeln in Bezug auf das dfioovGiog die gleiche Bedeu-
Vita aufgenommenen Verordnungen und Briefen Con- tung haben. Die Abhandlung ift polemifch gerichtet
ftantin's widmet er ein eigenes Capitel, und zeichnet in ; gegen die von den neueren Dogmenhiftorikern aufge-
einem weiteren ein Bild von den religiöfen Anfchauungen brachte Anfchauung, dafs der Sieg des oßoovotog erkauft
Conftantin's auf Grund jener Documente. Erft S. XCI worden fei um den Preis einer anderen Interpretation,
gelangt er zu einer kritifchen Betrachtung der Oratio; '■ als der urfprünglichen, der in Nicaea beabfichtigten. Zahn,
die offenbar fpäteren Capitelindices werden mit Recht ; Gwatkin, Harnack, Loofs find darüber einig, dafs man
kurz auf S. CHI abgethan, nur über die Laus würden nach 360 eine .jungnieänifche'oder .neunieänifche' Partei
wir gern eingehendere Belehrung als die S. C1V—CVI 1 auftreten fehe, die das 6/ioovOiog in einem Sinne aeeep-
gebotene von einem fo kundigen und vorurtheilslofen tirte, der dem <>(ioiovOiog fehr nahe kam. Beth.-B. findet
Forfcher entgegennehmen. Was m. E. aber von Hkl. 1 den Gedanken, dafs das ouoovoiog nicht ganz und gar
hier erwiefen worden ift, ift die Unechtheit der Oratio, nach der urfprünglichen Abfi'cht zur Anerkennung gelangt
die einen fpäteren Byzantiner zum Verfaffer hat und ! fein follte, unerträglich. Es ift ihm von vornherein kaum
nicht dem Eufeb zur Laft fällt, dagegen die wefentliche glaublich, dafs die .Kirche1 fich durch ein Quidproquo
Echtheit der von Eufeb in der Vita mitgetheilten con- follte haben täufchen laffen. Er glaubt es auch durch
ftantinifchen Urkunden. Diefe Frage ift auch für den 1 eine genaue Darlegung des Sprachgebrauches von dy.oov-
Hiftoriker von höchfter Bedeutung. ,Die Urkunden faft örog bei denTheologen,die es urfprünglichaufgebracht, und
alle gefälfeht oder höchft zweifelhaft' heifst es darüber ; denen, die es letztlich als folennes Stichwort zur allge-
noch in dem Artikel Conftantinus I. bei Pauly-Wiffowa 1900; meinen Reception brachten, beweifen zu können, dafs
hoffentlich kehrt die Wiffenfchaft wie in ihrem Urtheil 381 kein anderer Gedanke damit verbunden wurde als
über Conftantin nunmehr auch in dem über feinen kirch- 325. Ich habe mich nicht überzeugen können, dafs
liehen Lobredner zur Befonnenheit zurück; Eufeb ift kein Beth.-B. feine Thefe ficher ftelle. Allein das macht feine
bewufster Fälfcher und Lügner gewefen. Dafs die Arbeit keineswegs werthlos, denn fie ift durchaus will-
Ueberfetzung der lateinifchen Erlaffe des Kaifers nicht kommen als eine Probe erneuter Kleinarbeit mit Bezug

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