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Ausgabe:

1902 Nr. 9

Spalte:

267

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Rosenberg, J.

Titel/Untertitel:

Lehrbuch der samaritanischen Sprache und Literatur 1902

Rezensent:

Schwally, Friedrich

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267

Theologifche Literaturzeitung. 1902. Nr. 9.

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eine grofse Reihe der im Alten Teflamente häufig vor- Ph. E. Pufey zufammengebracht. Nach deffem Tode haben
kommenden Namen TTCit und fnSE nicht das bekannte die Trusties der Clarendon Press die Kotten für Fort-
Affur und Aegypten meinen, fondern mit jenen arabifchen . führung der Collationirung und der Drucklegung über-
Landfchaftsnamen identifch fein. Hinfichtlich TitBN wird ' nommen.

das behauptet z. B. an der Stellen Gen. 253. 18. Num. 2422. ! In der Oxforder Ausgabe find nicht nur alle wich-
Hof. 513. 106 (fo lies S. 14 Z. 5); Pf. 830. Jer. 2is. Und j tigeren früheren Editionen herangezogen, fondern vor
mit diefem "ilttJS werden weiter T11B Gen. 201. I Sam. 157. allem ein reiches handfchriftliches Material, 43 Evan-
278 und "ilTB'aJos. I32identificirt. — Die Gleichung Mizraim= ! gelienliencodices und die maforetifche Ueberlieferung
arab. ylStt, das felbft wieder nur ein anderer Name für 1 der beiden Schulen (nach vier Handfchriften). Der Text
Midian fei, foll gelten für Stellen wie Exod. 215.1 Sam. 3013. ' giebt diejacobitifcheVocalifation wieder, die Abweichungen
157. Gen. 2518. I Kön. 31. 91c. I02sf. II Kön. 174 Gen. 1310. j der neftorianifchen Ueberlieferung flehen am Fufse der

Jef. iin. 1923. 205 Joel 4m. — Weiter flehe Tis Arnos 19.
Pf. 83 s ebenfalls für psa. Hieran anfchliefsend wird Tin"'©
Jof. 133 I Chron. 135 als der arabifche Wadi Sirhän
erklärt.

Doch genug davon! Die völlige Unhaltbarkeit diefer
Aufhellungen liegt fo fehr am Tage, dafs es König ein
Leichtes fein mufste, die Richtigkeit der feitherigen Annahme
feftzuhalten. Ich ftimme dem Verf. deshalb in der
Negative vollkommen zu. Eine tiefer eindringende
philologifche und hiftorifche Kritik würde freilich manches
nicht nur fchärfer formuliren, fondern auch noch neue
Argumente hervorziehen können. Doch fcheint es mir
nicht angemeffen, das Mafs fo weit gehender Ueber-
einftimmung durch breitere Auseinanderfetzung meiner
eigenen Anflehten einzufchränken.

Giefsen. Fr. Schwally.

Rosenberg, Prof. J., Lehrbuch der samaritanischen Sprache

und Literatur. Mit Facfimile eines famaritanifchen Briefes
vom gegenwärtigen Hohenpriester der Samaritaner zu
Nablus. (Die Kunft der Polyglottie. 7i.Theil.) Wien
1901, A. Hartleben. (VIII, 182 S. gr. 8.) Geb. M. 2.—

Das aus abgeleiteten Quellen gefchöpfte Büchlein von
J. Rofenberg, der nach dem Titelblatte ,Profeffor für
moderne und femitifche Sprachen' ift, hat keinen wiffen-
fchaftlichen Werth. Um ein Uebriges zu thun, hat der I fetzung (S. 1—22).
Verfaffer, nach berühmten Muftern, an den gegenwärtigen Um mir über die Edition ein Urtheil zu bilden, habe

Hohenpriefter der famaritanifchen Gemeinde einen Brief ich das 24. Capitel des Matth, mit dem alten Gutbir'-

Seiten. Kuschschäjä und Rukkacha find forgfältig gefetzt.
Aufser der jetzt üblichen Capitel- und Verseintheilung
ift der Text noch, nach MaLgabe der älteften Codices,
in Paragraphen gebrochen, und auch die gröfseren Ab-
fchnitte (xnriB) find am Rande vermerkt, desgleichen
das fyrifche Syftem der Kanones, während die fynopti-
fchen Tafeln je am Fufse der Seiten (zwifchen Text und
Noten) flehen).

,The ultimate äitn of our work is to exhibit the
Peshitto Gospels as they were read, 011 the evidence of the
MSS., in the ancient Syriac Church. Tncidentally we haue
collccted and tabidated details of interest to the gram-
marian and the lexicograplicr. It has not been our con-
cern to deal with the relation of our text to the Cure-
tonian and the Lewis Texts; but in determining the form
of the I}eshitto Text in early times, we have tnade a de-
finite advance in the history of the Peshitto Version.'

Wie man fieht, hat diefe Ausgabe in erfter Linie
Intereffe für den Lexikographen und Grammatiker. Aus
diefem Gefichtspunkte wäre die Beigabe einer lateinifchen
Ueberfetzung und manch andrer Quisquilien unnöthig
gewefen; wahrfcheinlich hielt aber der Herausgeber das
befolgte Verfahren mit Rückficht auf feine Landsleute
für geboten.

Vor dem Texte der Evangelien fleht noch der fyrifche
Text von Eufebius' Brief an Carpianus fammt den
Kanontafeln, beides ebenfalls mit lateinifcher Ueber-

gefchrieben und die ihm daraufhin zugegangene, wahrfcheinlich
der Anfrage würdige, Antwort S. 153—159
abdrucken laffen.

Giefsen. Fr. Schwally.

rf* -t" ^oA-i^or^VA^ Tetraeuangelium sanetum juxta
simplicem Syrorum versionem, ad fidem codicum,
massorae, editionum denuo recognitum, lectionum
supellectilem quam conquisiverat Philippus Edwardus
Pusey, A. M., olim ex aede Christi, auxit, digessit,

edidit Georgius Henricus Gwiliiam, S. T. B. Acce- ein paar Druckfehler und fonftige Verfehen in die Augen

fchen Drucke verglichen. Von den hierbei entdeckten
6 Varianten betreffen nur zwei den Konfonantentext.
Vers 17 mit Recht nnvarn > Gutbir SltTaT; Vers 15
TnTrn > Gutbir jinjX 'pWn, indeffen kann auch der
Oxforder Confonantentext einmal l'lfrTrn gelefen worden
fein.— Von den vielen Vocal- Varianten 'hat Gutbir 1 Mal
das richtige, Vers 36 Nbitba > Oxford. fcOXb'a (wahrfcheinlich
Druckfehler), dagegen umgekehrt Vers 28 Oxford
. iOSB ;> Gutbir Schliefslich buche ich noch
Vers 5 fÜHJJ Oxf. >» Gutbir 115123, welch letzteres übrigens
dem griechifchen Texte {jtXavrjaovatv) entfpricht.

Beim Durchblättern der erden 60 Seiten find mir noch

gefallen. S. 31 zu Matth. 3,4 wäre hervorzuheben gewefen,
dafs X3Zttj5 auch collectiv ,Heufchrecken' bedeuten kann.

dunt capitulorum notatio, concordiarum tabulae,
translatio latina, annotationes. Oxonii, e typographeo

r n ■ i j- • j xj • c j„ S- 33 Z. 5 v. u. lies ,würdigflen'. S. 43 Z. 4 v. u. 1. KteTp;

Clarendoniano. Londini igoi, apud Henncum hrowde, Q 7V 3 .. ' . _• • 1 r»

,VVT , R q . > v ' | S. 56 Z. 5 v. u. lies amrin für amenn.

(avi, öoö 2>. 4.) (jeb. 42 s. : Aber was wollen diefe Kleinigkeiten fagen gegenüber

Die erfte europäifche Edition des Pefchittha-Textes I einer an dem minutiöfeften Detail fo unendlich reichen
der Evangelien ift 1555 (40) in Wien erfchienen unter | Arbeit? Die Ausgabe ift mit aufserordentlicher Sorgfalt
dem Namen von Kaifer Ferdinand's I Kanzler Albertus j gemacht, und ich beglückwünfehe den Herausgeber zur
Widmanstad. Nächft diefer find am bekannteften ge- ' Vollendung diefer für die fyrifche Philologie fo hervorworden
die des Heidelberger Profeffors Emanuel Tre- ; ragend nützlichen Arbeit, zu der aber viel Entfagung
mellius (folid) 1569, die des Hamburgers Aegidius 1 gehört.

Gutbir (1663) und die der Leidener Gelehrten Johannes Aus diefem Grunde richte ich auch den Wunfeh,

Leusden und Carolus Schaaf (1709). In den letzten ; den ich noch auf dem Herzen habe, nicht an die Perfon
drei Jahrhunderten find noch fehr oft fyrifche Evangelien | des Herausgebers, fondern an die über reiche Mittel vergedruckt
worden, aber erft die vorliegende in der ! fügenden Trusties der Clarendon Press. Die Trusties
Officin der Clarendon Press hergeftellte Ausgabe ver- | würden fich ein ungeheueres Verdienft erwerben, wenn
dient den Namen einer kritifchen Edition. Sie ift beforgt fie auch von den übrigen Theilen des Neuen Teftaments
von dem bekannten englifchen Gelehrten G.H.Gwiliiam, ein fowie dem Alten kritifche Ausgaben veranftalten liefsen.—
Theil des Materiales ift von dem inzwifchen verftorbenen Wie die Befitzverhältnifse fyrifcher Handfchriften nun