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Ausgabe:

1901 Nr. 17

Spalte:

480-481

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Férotin, Dom Marius

Titel/Untertitel:

Apringius de Béja. Son commentaire de l’apocalypse. Écrit sous Theudis, roi des Wisigoths (531 - 548) 1901

Rezensent:

Bousset, Wilhelm

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Theologifche Literaturzeitung. 1901. Nr. 17.

480

gelefen, <prai ift aber richtig [seil, b Xgiaxoq, zu /xexaßXv&ijvai ift
natürlich das vorangehende xapnovq zu ergänzen), und die lange Bemerkung
15/16 ift faft ganz zu ftreichen. — 66, 31 f. wohl urfprünglich, bei
Rufin (der aber noch .et iterum' = xal naXiv bewahrt hat) ift eine
Lücke. — 98, 21 ift 9-eov richtig, vgl. 100, 2. — 138, 14 fprechen B
und Method. (gegen Rufins .illius'] für (iv) £xsivu>.

Zur Emendation der Ueberfetzung Rufins fchlage ich Folgendes
vor. S. 19, 31 iam] ob adt — 39, 13 1. (ne) lex qu. — 45, 21 f. ift
.inveniris tu1 in den Text zu fetzen. — 65,32 liegt wohl nur ein Ver-
fehen des Her. vor, denn die Worte ,eos — /acit1 gehören natürlich dem Marcus
und entfprechen den griechifchen Worten S. 64, 32, die Note 65, 32 f.
ift zu ftreichen. — 85, 27 si quis] 1. quis sit. — 93, 10 bonum] 1. novum. —
95, 2 novis] 1. novaret. — 125, 15 ftreiche Ut. — 207, 8 wohl ,ut si'
ftatt .et si'. — 221,20 vielleicht: velut in Ulis.

An verderbten Stellen fehlt es nicht. Zu S. 14, 31 war zu bemerken
, dafs ovx i'jör] (= non iam, vgl. S. 30, 21. 44, 11. 92, 21. 174, 5 f.)
unverftändlich ift; vielleicht: xal ovx -r)örj (Siatptovia, xal) xa y. —
18, 3 1. xivdq Sid xb in' d. — 20, 22 eher fo: ovxw ntQieyovarjq xqq
ypaqifjq, (waxs) noxs fiev i. — 34, 24 L ort öixaioq ovzt dö. — 40,
17 —19 ift der griech. Text richtig, erft Z. 20 beginnt die Verderbnifs. —
44, 28 ftatt bßäq [de] 1. b/xoiwq, vgl. z. B. 42, 4. 58, 9. 88, 10; de ift
wohl mifsverftandene Correctur. — 52, 21 ift 6 richtig. — 54, 5 1. v/xwV,
xal aXXo ndXtV d., vgl. Z. 3; der Fehler «AAoc hat fchon in Rufins
Exemplare geftanden. — 54, 9 1. MEP sixbq örj ort, Z. 15 Ad. TtoXXr
ßl. und Z. 19 xi ftatt xiq, wenn auch Rufin .quis' hat; yx-q ift nicht zu
tilgen. Z. 9 beginnt ein neuer Einwand des Meg.: wenn Chriftus fein
Blut als Kaufpreis hingegeben hat, wie ift er dann auferftandenf Das
weift Ad. mit Entlüftung kurz zurück, und Eutr. geht zu einem neuen
Punkte über: warum (xi) hat Chriftus xd l'öia erkauft? Dagegen ift 56, 12f.
fchon wegen elaaysxs— OiEl kein Perfonenwechfel anzunehmen. — 62, 13
1. iS-sXoi[ev]. — 64, 23 1. (mg) Xsy. — 72, 24 ift vielleicht zu fchreiben
qßstq yap obxs awfta (awt,saS-ai) ovxe Vjvyqv X. trotz Rufin, vgl.
72,26h 74, Jf.— 80, 26 vielleicht: xal (xa mtb ttüv) ita&rjxwv Xs-
yößsva mg a. rj ov; — 82, 18 1. qXi&iaq und behalte Z. 19 u. 20 <pa-
oxeiq bei. — 82, 26 .1. vn nach 84, 6. 21. — 84, 21 vielleicht: b yap
Xgiaxbq ovy ovzoq, ov% o. — 96, 2 hat der Hrsg. ohne Grund das
in B1 fehlende xal, das er doch tilgen will, in den Text gefetzt, während
A(FH) ganz paffend dafür iozi conjicirt hat; ich vermuthe: xvitov yap
ng. [i£] dvdyxrj iazl v. und fchr. Z. 3 Sex&eiq mit B. — 96, 22 1. scctt
[tpdoxeiv xbv vößov xai] xd iv av. y. sasoftai Xlyeiv. — 102, 6 rr)
ob sl'r]} — 106, 24 1. niöq (ovx) eial n. — 114, 14 mufs dneqsqve (vgl.
Z. Ii) bleiben, vorher aber der Nom. in den Acc. corrigirt werden. —
134, 9 hinter xpaöv + (noicöv). — 136, 19 1. 6 dpoq (d). — 138, 17 f.
1. nach Method., Rufin und B xb owita, (d) xfjq l. und Z. 23 nach
Meth. napdvoßov. — 144, II fchr. mg ftatt [xal]. — 152, 16 1. ds xiq. —
160, 10 fchr. (xrjv) ngoo., vgl. Z. 15. — 166, 9 fchr. nach Method. rj
xa.v bftoiwq avdyxy öovXevövxatv frsoj. — 172,29 1. exqoavXl^so&ai.—
176, 22 fchr. (ov) ßtj. — 176, 19 u. 20L wohl umzuftellen, wenn auch
Rufin mit B ftimmt. — 178, 30 1. ixdXsi und Z. 31 dX. av fjv. — 182, 2
ßövov] wohl dv{tpamivov. — 186, 22 fchr. zag>ijvai 6s nvsvfia (o')xi
dßrjxavöv iaxi, xi ösl x. X. — 220, 22f. 1. mg xax' avd-peonov, vgl.
224,16; damit fällt jeder Grund weg, das hs.überlieferte aagxixol (220, 18)
mit dem Her. in av&pamoi zu corr. — 236, 12 1. Xs§i&. ÖS xdq. —
240, 4 äycov] 1. oöov und tilge das Komma davor.

Endlich ift auch die Interpunction gelegentlich zu ändern. S. 6, 9
fetze Kolon (ftatt Punkt) und Z. 11 Komma (ftatt Punkt). — 24, 18 f.
Komma hinter Isp. — 32, 29 f. Punkt hinter syoi. — 38, 5 f. Punkt hinter
döövxoq. — 56, 6 tilge das Komma, Z. 16 f. Komma ftatt Kolon. —
84, 2 f. Komma hinter dv&pamoi. — 102, 1 f. Punkt hinter vöfiov. —
102, 18 f. ftatt der Klammer Komma hinter shtmv, Z. 19 Komma hinter
wv, tilge die runden Klammern und fetze Kolon ftatt Punkt hinter eins. —
134, 8 f. Kolon hinter <pevq~exai. — 184, 8 f. Punkt. — 186, 17 f. Komma
ftatt Kolon. — 188, 7 f. Komma hinter vexgwv. — 210, 25 f. Komma
(und 211, 26 Kolon) ftatt Punkt und behalte yap 210, 23 (und enim
211, 23) bei. — 226, 12 f. Komma hinter dvloxaxai.

Unpraktifch ift es, dafs der Hrsg. in der Einleitung
nach den Seiten de la Rue's ftatt nach Seiten und Zeilen
feiner Ausgabe, wie in den Regiftern, citirt. Von S. 136
ab hätten Seiten und Zeilen der Methodius-Ausgabe von
Bonwetfch neben den Zeilen der neuen Ausgabe angegeben
werden muffen. Die Citate find — wenn auch
äufserlich nicht conform den Citaten der bereits er-
fchienenen Bände der Berliner Ausgabe der KW. —
im allgemeinen richtig angegeben. Nur wäre eine
Scheidung der wörtlichen Citate und der Anfpielungen
wünfchenswerth gewefen. S. 28,5 f. (29,4) geht das Citat
weiter, 29,26 f. fehlt die Bezeichnung durch curfiven Druck,
56,8 ift das von Ruf. 57,8 f. bezeugte Citat: Rom. 6,14 vergelten
, 84,1—5 war Lucas vor Matth, zu ftellen, 114,1—4
füge hinzu: 18.9 (Marc. 9,47), 120,8—9 fehlt 14 vor 15, 144
fehlt das Citat Z. 7f., 178,15—17 füge hinter 21 hinzu: 22.

Dankenswerth ift die Beifügung eines lateinifchen
Regifters neben dem griechifchen. Letzteres weift
mehrere Lücken auf; z.B. durfte avaißoc 184,15, a^itgadrog

120,19, avxoyivrjtoQ 118,12. 128,5, xavojv 40,32, oxexr/yog
168,13, jtagevQSOig 106,30, ztslayog dccXüxxyg 210,23, jisqixo-
iir 92,13, Jildofia 74,2, Gxagi^oj 74,2, GviiVjrj(pog 242,11,
XQioxoqpogog 218,1s. guXsgioxog 170,2. 202,23 nicht fehlen,
auch find die Stellen nicht immer vollftändig verzeichnet.
Sehr wünfchenswerth wären genauere Angaben über den
Gebrauch von ovx rjörj, xoivvv, [tälXov 6s xovvavxlov
(34,19), ctXXcog 6s und aXXcog xs, ovxe und ovöe gewefen.
Die Correctur des Textes hätte forgfältiger fein müffen;
das Verzeichnifs am Schlufse enthält nur einen Theil der
Druckfehler, die fich Ref. notirt hat.

Jena. Paul Koetfchau.

Fe rotin, Dom Marius, O. B., Apringius de Beja. Son com-
mentaire de l'apocalypse. Ecrit sous Theudis, roi des
Wisigoths (531—548). Publie pour la premiere fois
d'apres le manuscrit unique de l'universitö de Copen-
hague. Avec deux planches en photogravure. Paris,
A. Picard, ic/oo. (XIV, 90 S. gr. 8.)

Apringius, in der erften Hälfte des fechften Jahrhunderts
Bifchof von Beja in Portugal (episcopus Pacensis), über
den Gennadiiis de viris illustribus c. 30 berichtet, hat
einen Commentar zur Apokalypfe gefchrieben. Diefer
Commentar ift an fich vollkommen werthlos und ohne
Bedeutung, erhält aber durch eine befondere Verkettung
von Umftänden feine Bedeutung. Der Commentar ift von
dem Presbyter Beatus (8. Jahrh.) in fein umfangreiches
kompilatorifches Werk aufgenommen. Da nun Beatus
die befte Quelle für den wichtigen verloren gegangenen
Tyconiuscommentar ift, und es fich darum handelt, aus
dem Beatus alle fremden Elemente zu entfernen, um den
Tyconiuscommentar rein zu erhalten, fo gewinnt die felb-
ftändige Kenntnifs des Apringiuscommentars einen indi-
recten Werth. Während vor der Auffindung des Apringiuscommentars
das Tyconiusproblem eine Gleichung mit
zwei Unbekannten (Tyconius und Apringius) war, ift es
nunmehr eine Gleichung mit nur einer Unbekannten geworden
. Bei meiner Arbeit am Tyconiusproblem bin ich
daher ebenfalls feiner Zeit den Spuren des verfchollenen
Apringiuscommentars nachgegangen und war fo glücklich,
einer Notiz Mosheim's folgend eine Handfchrift des Com-
mentars in der Arnamagnäifchen Handfchriftenfammlung
der Kopenhagener Bibliothek aufzutreiben. Da ich damals
nach den vorliegenden Nachrichten annahm, dafs in
Spanien noch mehrere Handfchriften jenes Commentars
vorhanden feien, fo gab ich von der Kopenhagener Handfchrift
, die mir nach Göttingen gefandt wurde, keinen Abdruck
, fondern nur eine Collation mit dem Text des Beatus,
der, wie fich herausftellte, ungefähr den ganzen Commentar
feinem Werke einverleibt hat (Nachrichten der K. Ge-
fellfch. der Wiffenfchaften zu Göttingen 1895).

Nunmehr hat Ferotin, der feinerfeits bereits im Jahre
1892 die Handfchrift in Kopenhagen aufgefunden hatte,
feftgeftellt, dafs auch in den fpanifchen Bibliotheken
die Handfchriften des Apringiuswerkes, von denen hier
und da eine ältere Notiz berichtet, verfchwunden feien.
Somit haben wir, abgefehen von einer aus unferer Handfchrift
angefertigten werthlofen Copie (Ferotin XV), vor
der Hand in der Kopenhagener Handfchrift den einzigen
Zeugen des Commentars. Es ift daher mit Freuden zu
begrüfsen, dafs Ferotin den Text des Commentars nach
diefer Handfchrift des XI. oder XII. Jahrhunderts herausgegeben
hat.

Freilich liegt der Commentar nicht vollftändig, fondern
nur in zwei gröfseren Fragmenten (zu Apok. 1—57
i8g— Ende) vor. Die dazwifchen liegende Lücke ift durch
ein Stück des überarbeiteten Victorincommentars unter
dem Titel explanatio Jheronimi ausgefüllt. (Ferotin
36—53). Diefe Verftümmelung des Textes fcheint bereits
älteren Datums zu fein. Man könnte hoffen, aus dem
Beatustext vielleicht die Lücke im Apringiustext auszu-