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Ausgabe:

1901

Spalte:

409-410

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Holtzmann, H.

Titel/Untertitel:

Theologischer Jahresbericht. 18. u. 19. Bd., 1898 u. 1899 1901

Rezensent:

Harnack, Adolf

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttingen.

Erlcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark.

N°d 15. 20. Juli 1901. 26. Jahrgang.

Jahresbericht, theologifcher, XVIII. u. XIX. Bd.
(Harnack).

Baedeker, Paläftina und Syrien (Lidzbarski).
Lohr, Gefchichte des Volkes Israel (Meinhold).
Ho 11 mann, Die Bedeutung des Todes Jehl
(Jülicher).

Chrift, Philologifche Studien zu Clemens Alexandriens
(Koetfchau).
Schmidt, Carl, Plotin's Stellung zum Gnofticis-

mus und kirchlichen Chriftenthum [Texte und
Unterf. von Gebhardt u. Harnack N. F. V, 4]
(Krüger).

Görigk, Erasmus Manteufifel von Arnhaufen
(Cohrs).

Erichson, Bibliographia Calviniana (Köhler).
Rocholl, Matthias Erb (Köhler).
Schnell, Mecklenburg im Zeitalter der Reformation
(Boffert).

Lezius, Der ToleranzbegritT Lockes und Pufen-

dorfs (Förfter).
Otto, Hemmungen des Chriftenthums, 4 Hefte

(Eck).

Löber, Das innere Leben, 3. Aufl. (E. Chr.
Achelis).

Liliencron, Frhrr. v., Chorordnung für die
Sonn- und Fefttage des evangelifchen Kirchenjahres
(E. Chr. Achelis).

Jahresbericht, theologischer. Herausgegeben von Proff. DD.
H. Holtzmann und G. Krüger. XVIII. Band, enthaltend
die Litteratur des Jahres 1898. Berlin, C. A.
Schwetfchke&Sohn, 1899. (XI, 946 S. gr. 8.) M. 30.—

— Dasfelbe. XIX. Band, enthaltend die Litteratur des
Jahres 1899. Ebd. 1900. (XIV, 1087 S. gr. 8.) M. 30.—

Der 18. Band ift von Siegfried und Holtzmann,
von Lüdemann, Preufchen, G. Ficker, Löfche,
Hegler, Kohlfchmidt und Thiele, von E. W. Mayer,
Tröltfch, Sülze und Dreyer, endlich von Marbach,
Lülmann, Förfter, Hering, Everling, Hafenclever
und Spitta bearbeitet. Für den 19. Band ift an Stelle
Thiele's E. Lehmann für Religionsgefchichte, an Stelle
Tröltfch's Scheibe für Religionsphilofophie und prin-
cipielle Theologie, an Stelle Dreyer's (+) Elfenhans
getreten. Zwanzig Mitarbeiter, und fo treffliche, zu
gewinnen, die grofse Mehrzahl dem Unternehmen treu
zu erhalten, die unfägliche Mühe der Vorarbeiten und
Ausführungsarbeiten zu bewältigen, mit rühmlicher
Pünktlichkeit das Ganze fertig zu ftellen, ein ausgezeichnetes
Regifter zu befchaffen und fo die ganze
theologifche Production von Jahr um Jahr fachkundig
und überfichtlich zufammenzufaffen — das ift ein Werk,
welches hohes Lob und freudigen Dank verdient. Was
dem gegenüber noch zu wünfchen ift — und was könnte
man nicht alles wünfchen! — und was zu tadeln ift, das
unterdrücke ich. Die Herausgeber werden das beffer
wifien als die Kritiker, und fie hätten die Wünfche,
wären fie erfüllbar, gewifs längft erfüllt. Die Exiftenz
eines folchen Buches ift ein Gefchenk; denn freiwillige
Opfer haben es zu Stande gebracht, und es ift von
Jahrgang zu Jahrgang reichhaltiger und brauchbarer geworden
.

Aber, wie wir aus befter Quelle hören, ift es noch
immer nicht möglich geworden, die finanzielle Lage des
Unternehmens fo zu geftalten, dafs dasfelbe unferer
Wiffenfchaft gefichert bleibt. Wir würden es fchmerzlich
beklagen, wenn wir es verlieren müfsten; denn einen
folchen Jahresbericht hat von unferen Nachbarwiffen-
fchaften keine einzige, weder in Hinficht auf die Voll-
ftändigkeit noch in Hinficht auf die Mitarbeiter. Je
mehr aber die theologifche Production fteigt, um fo un-
erläfslicher ift diefes Werk: wir müffen es halten. Die
Herausgeber und die Verlagsbuchhandlung können gröfsere
Opfer nicht bringen. Darum müffen alle die eintreten,
die einen Sinn dafür haben, welch' ein Werth, wie für
heute, fo in fteigendem Mafse für die Zukunft, dem Jahresberichte
' zukommt. Befitzen denn alle grösseren Bibliotheken
diefes Werk? Die Lefer diefer Zeitung werden
fich ein Verdienft erwerben, wenn fie in den ihnen nahegelegenen
Bibliotheken Umfchau halten und, wo der
Jahresbericht fehlt, um feine Anfchaffung erfuchen;
Sprengeis- und Pfarrbibliotheken follten ebenfalls fämmt-
lich das Buch befitzen — nicht nur um der forgfältigen
Berichte auf dem Gebiete der praktifchen Theologie
willen, fondern auch deshalb, weil fie hier über die
Fortfehritte auf dem Gebiete der anderen theologifchen
Disciplinen zufammenhängend unterrichtet werden. Endlich
, was der Einzelne thun kann und foll, davon zu reden
wäre zudringlich. Aus öffentlichen Mitteln ift leider fchwer-
lich etwas zu erwarten — es fei denn, dafs die Kirchenregierungen
einfehen, dafs die Subvention eines folchen
Unternehmens nicht minder würdig ift als die Unter-
ftützung der Paläftina-Forfchung.

Berlin. A. Harnack.

Baedeker, K., Palästina und Syrien. Handbuch für Reifende.
Mit 19 Karten, 51 Plänen und I Panorama von Jerufalem.
Fünfte Auflage. Leipzig, K. Baedeker, 1900. (CXVI,
462 S. 12.)

Bädeker's Paläftina und Syrien ift urfprünglich von
A. So ein verfafst. Von der dritten Auflage an wird es
von A. Benzinger, dem Herausgeber der Zeitfchrift des
Deutfchen Paläftina-Vereins, bearbeitet und ergänzt. Der
im Jahre 1897 erfchienenen vierten Auflage ift verhältnifs-
mäfsig fchnell eine fünfte nachgefolgt, was die Verlagsbuchhandlung
wohl in erfter Linie der Kaiferreife zu verdanken
hat. Es ift zu billigen, dafs der Herausgeber
auch bei der neuen Bearbeitung den Hauptzweck des
Buches im Auge behalten hat: ,den Reifenden an Ort
und Stelle ein zuverläffiger Berather zu fein.' Bädeker's
Palästma hat fich aber fchon bei den erften Auflagen den
Ruf erworben, das befte Handbuch der Paläftinakunde
zu fein und ift als folches einem jeden Bibelforfcher und
Orientaliften unentbehrlich geworden. Auch nach diefer,
rein wiffenfehaftlichen Seite hin fucht Benzinger das
Buch zu vervollkommnen und den neueften Forfchungen
anzupaffen. Den Dank der Orientaliften würde fich der
Herausgeber durch ein alphabetifches Verzeichnifs der
zahlreichen im Buche zerftreuten arabifchen Wörter und
Redensarten erwerben. Das würde wenig Raum bean-
fpruchen und eine fehr willkommene Ergänzung zum
Regifter in Lane's Sitten und Gebräuchen bilden. Der
Herausgeber wolle auch erwägen, ob nicht eine einheitliche
Transfcription rathfamer wäre. Angaben wie ,Tell
Zif (Siph I Sam. 23, 24)', p. 197, find ficherlich für den
Reifenden ebenfo irreführend, wie fie den Fachmann
ftören. In einigen Wörterbüchern findet man am Kopfe
oder Fufse der Seiten kurze Anweifungen über die Ausbräche
; etwas Aehnliches liefse fich vielleicht auch hier
einführen.

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