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Ausgabe:

1899

Spalte:

129-131

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Naumann, O.

Titel/Untertitel:

Das Deuteronomium: das prophetische Staatsgesetz des theokratischen Königtums mit seinen Eingangs- und Schlussworten, aus der prophetischen Geschichte und Theologie erläutert 1899

Rezensent:

Baentsch, Bruno

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Theologische Literaturzeitung.

Herausaegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttingen.

Ericheint c Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark

alle 14 Tage. L-eipzig. «■ —__====_—-—============================

4. März 1899- 24- Jahrgang.

N°- 5.

tvt i iL i v I 7.i„ Finleituni* in das Neue Teftament, 2 Bd

Naumann, Das Deuteronomium Baentsch). : Zahn üinieitunfc

^----• - ............- .---1----i (Schürer).

Dalmer, Der Brief Pauli an die Galater (Jon.

Cunning, Jcsaja XL—LXVI (Kraetzschmar)
Lury, Gefchichte der lidomiter im biblifchen

Zeitalter (Baudiffin).
Davies, Magic, Divination and Demonology

among the Hebrews and their neighbours

(Schürer).

Kr aufs, Griechifche und lateinifche Lehnwörter
im Talmud, Midrafch und Targum (Dalman).

Weifs).

Dieckmann, Die Parufie Chrifti (Schürer).
Fritz, Die Briefe des Bifchofs Synesius von

Kyrene (Dräfeke). ■
Bergmann, Studien zu einer kntifchen Sichtung

der füdgallifchen Predigtliteratur des fünften

und fechften Jahrhunderts. Thl. I. Der hanri-
fchriftlich bezeugte Nachlafs des Fauftus von
Reji (Grützmacher).
Franz, Der Magifter Nicolaus Magni de Jawor
(Kawerau).

Bau man 11, RealwilTenfchaftliche Begründung
der Moral, des Rechts und der Gotteslehre
(Elfenhans).

Naumann, Paft. O., Das Deuteronomium: das prophetifche
Staatsgefetz des theokratifchen Königtums mit feinen
Eingangs- und Schlufsworten, aus der prophetifchen

gebung hier und da bereicherte, fchärfte oder milderte,
und vor allem die gefchichtlichen Partien fo pointirte,
dafs fich in ihnen die Ereignifse feiner eigenen Zeit
wiederfpiegelten (wie z. B. in dem 40jährigen Wirken

Gefchichte und Theologie erläutert. Gütersloh 1897, des Mofes, die 40jährige Regierung Salomes!). Der erfte
icnicnte und ^°iog M Bearbeiter E> (fo bezeichnet als Verfaffer von Eingangs-

C Bertelsmann. (XII, 252 S. gr. 8.) *, j ^ K ^ falomonifchen Zeit felber an. Er

Referent bedauert, dafs er in Folge anderweitiger, . bedient fich confequent der fingularifchen Anrede. In
dringender Arbeiten nicht im Stande geweten llt,, die j ^ ^ ^ Elias und EHfa hat dann ein Zweiter
Arbeit Naumann's früher zu befprechen Uas «reo ; hetifcher Bearbeiter (E2) ein zweites Eingangs- und
bietet namentlich infofern ein weitgehendes Uterwe,«! fjchlufswort hinzugefügt, und zwar in der ausgekrochenen
der Verf., der in feiner Schrift: Das ertteMBuch der•mag, Abficht diefes Gefetz hn Nordreiche einzuführen p).
Gütersloh 1890, die ganze Genefis für Mofes, reclamirt arakteriftifch ift für diefen Bearbeiter die plura ifehe
und (ich damit als entfehiedener Gegner der Literarkritik ^ prophetifcher Bearbeiter E») hat

f ««Jgt hatte, hier felbft auf den -^iJfm^Äu^ i dann gegen Ende der Regierung Uffias das Verfahren
fchlungenen Literarkritik wandelt und in fubtillterUuelien- 1 Vorgänger wiederholt, zu dem Zwecke, den feften

fcheidung alle feine Vorgänger, felbft Steuernagel BfCOt , Zufammenbfchlufs des Nord- und Südreiches unter fich
ausgenommen, überbietet. Man wird N. das Zeugntis ^ ^ ftarnmverwandten Nachbarvölkern zum

nicht verfagen dürfen, dafs er die Arbeiten der kntjlcnen r und Affyrer herbeizuführen Er foll

Schule mit Hingabe unddhoe VordMeat^e^^^d«
«nd fich bei diefem Studium redlich bemuht hat den
Standpunkt des Gegners zu verliehen und zu würdigen.
Dafs ihm das nicht immer gelungen .ft, zeigt fem Buch
freilich an mehreren Stellen; zugleich zeigt fe n Buch
aber auch, dafs er von den Gegnern gelernt und mj
«nem höchft achtungsvollen, redlichen Eifer v^erfucl
hat, mit den aus dem gegnerifchen Arfenal entnommenen
Mitteln an die Löfung der Probleme heranzutreten die
das Deut, in fo großer Menge bietet. Mufs Ref. auch
d'e Ergebniffe N.'l in der Hauptfache ablehnen, fo karm

fich theils der fingularifchen, theils der pluralifchen Anrede
bedienen, der erfteren, wenn er fich an Eder
letzteren, wenn er fich an E2 anfchliefst. Befonders
charakteriftifch foll für ihn fein, dafs er häufig in der
erften P. Sing, von fich felbft, in der erften P. PL, fich mit
dem Volke zufammenfchliefsend, rede. Endlich hat in
der Zeit des Jofia ein E4, der auf der geiftigen Höhe
des Jeremia fleht, ein letztes Eingangs- und Schlufswort
gefchrieben, um fein Volk zur Annahme des D. und damit
zum treuen Fefthalten am Jahvebund zu bewegen.

— -igcunuie in.s 111 uci n«ur------ ■ ■ So fei zur Zeit des Jofia unfer Deut, vollendet worden,

er ihm doch feinen Dank nicht vorenthalten tur die 111 ^ ^ product eines complicirten literarifchen Pro-
Ganzen maafsvolle und muftergiltige Art, in der er lern ^ Verlauf fich durch Jahrhunderte hindurch-
Polemik gegen die Gegner führt. Doch nun zu den Er- gezQgen ^

gebnifsen felbft. . .. • neut N hat demnach einen Bearbeiter mehr heraus-

N. unterfcheidet mit fallt allen KJ™""™eimger bekommen als felbft die eindringende Unterfuchung
e«n Urdeuteronomium (UD), das er ^c^^JlAias. SteuemagePs, die es bei Aufwendung alles nur erdenkbareren
Nachträge in 1* • i2-26findet. ^7ChJef e^ä?ati- liehen Scharffinnes nur auf drei gebracht hatte. Ob die
felbe als das prophet.fcl^ vier Bearbeiter N;> aber alle lebensfähig find, ift fehr die

fchen Königthums. Ds enthalt Chuk.m f.c ^ I Fr die Ar der £f die verfchiedenen Ein-

S' *U'T Staatsreligion erhfben_ follen u"fn^ Löbens- gangs- und Schlußreden reconftruirt oder beffer frei
d e die Heiligung des Volkes in ^J^^^^f componirt, alles eher als einwandsfrei ift. Dafür nur ein
aufserungen für Jahve bezwecken. ^ BdfPd • f von £1 foU aus folgenden Ele-

Grund alterer Gefetze (des Sam"eJ ^ menten beliehen: Dthu u 2, ^ 27 f. u. f. w. Ift es

des ,m balomonifchen lempelweihfpruch p^ ^ Rede ff_ ohne Weiteres von zu

Tempelgefetzes [!], des^Dekahoges des^f^cj^ Zeit trenneb fo ^^greift man erft recht nicht, wie N. es fertig
«ner moabitilchen Gefetzgebung des Moles] in oe | , s Umgebung, mit der fie

Saomos entftanden fein. D.efes deutewnom,fehe Ur^ 8J J«,« Eiriht bilden, loszureifsen. Dergleichen
gefetz haben nun in der Zeit von ^^J^Zn Gewaltacte hat fich bis jetzt kaum der fubjectivfte
prophetifche Bearbeiter, einer nach d™*™*™'"™Eio. Kritiker geleiftet. Und wie foll es ein ficheres Kriterium
Jeder für die befonderen^ Bedürfnisse feiner Zeit, mit Ein Ausf|heidu von Es geben, wenn diefer Bearbeiter

SreTn^er^ thCllS ^ ^«^c, theifs die pluralifche Anrede an-

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