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Ausgabe:

1899 Nr. 3

Spalte:

85-87

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Paulus, Nikolaus

Titel/Untertitel:

Luther’s Lebensende. Eine kritische Untersuchung 1899

Rezensent:

Cohrs, Ferdinand

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g5 Theologifche Literaturzeitung. 1899. Nr. 3.

86

urtheilung Luther's vom 16. Jahrhundert bis auf die Gegen- könne Geh nicht denken, dafs es be femer Krankhe,t

warb. El wäre fehr zu bedauern, wenn diefer urfprüng- natürlich^ zugehe fonde™ " .^^^/^/^ f*

lieh beabfichtigte Ueberblick, der geeignet ift, auf manche Verdacht (vg Kofthn Marin Luther IL4 S. 271, wo

iängft vergefflne Luther-Literatur wieder die Blicke zu auch die Q*-^

/erachtete fie des-

'änpft vercreffene 1 uther-1 iteratur wieder die nucKe zu auv.i. v^uv..^ <...&........•. •-■-/■ — - .

angit vergeiiene -Lutner halb um fo leichter, denn die Wahrheit feiner Lehre war

lenken, nicht zur Ausfuhrung käme. ihm die wirkfame

i-/- v - . tt__Lrihrc »_ _0 __ _ . „ . , 1 1 T . j_1___l_

Efchershaufen (Brfchw.). Ferdinand Cohrs. , Waffe> Emfer und Oekolampad aber hatten nach Luther's

Ueberzeugung diefe Waffe nicht; deshalb wurden ihnen

EriMn«. und Ergänzungen zu Jansens Gdsohiohls des di. Aj****- C&C

deutschen Volkes. Herausgegeben von Ludwig Baitor. ^ ^ ^otfchaftj die er verkündigte, hören fein Mitleid
I. Band, 1. Heft. Freiburg i. B., Herder, 1898. (gr. 8.)

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an die Botfchaft, die er verkündigte, hören fein Mitleid
mit denen, die, in Irrthum befangen, die rechte Kraft
nicht kennen, aber doch nichts von gefliffentlichem oder
gar gehäffigem Hinweifen auf ihr fchreckliches Ende.
Vielmehr ift die Gefellfchaft, in die Emfer und Oekolampad
hier geftellt werden, für fie nur ehrenvoll.

Und noch weniger können die aus dem kurzen Be-
kenntnifs angeführten Stellen als Beweis dafür dienen,
wie fehr Luther die Unfitte, dem Gegner einen fchaurigen
Tod nachzufagen, gefördert habe. Er verwahrt Geh dort
menfaffende Behandlung liegt in gegenwärtigem Buche I dagegen, dafs er mit Zwingli eins gewefen fei in der
vor, das zugleich das erfte Heft der von Ludwig Paftor i Anfchauung vom Sacrament. Wohl hätten fie Geh zu
rprim;,f„„ r?_ii:..»-----„„„ „„h Rrrränzunpen zu Janffen's | Marburg in vielen Artikeln vertragen, ,aber im Artikel

» -i------i.- tt_ er

i, I. Paulus, Dr. Nikolaus, Luther's Lebensende. Eine kritifche
Unterfuchung. (VIII, 100 S.) m. 1.40.

Als wir im vorigen Jahre Paulus' Buch ,Luther's
Lebensende und der Eislebener Apotheker Johann Landau'
anzeigten (f. Theol. Litztg. 1897 Nr. 11 Sp. 312 f.),
wiefen wir zum Schlufs fchon darauf hin, dafs Paulus
Luthers Tod und die an ihn geknüpften Mythen noch
-inmal zufammenfaffend behandeln wolle. Diefe zufam-

redigirten .Erläuterungen und Ergänzungen zu Janllens
Gefchichte des deutfehen Volkes' bildet.

Es zerfällt in drei Theile. Bevor Paulus im zweiten

lllül UUl^ III VILICH Ail*.l»»x,i»M • ~- B---5 '--

vom Sacrament bliebs flecken'; er hätte aber gute Hoffnung
gehabt, weil der Zwingel und die Seinen fo viele

0 ö. ! - . . .... r Iii. . ___!j. J___t—Ii.

Es zerfällt in drei Theile ,ev^h?^ guter Artikel nachgegeben hätten, es feilte mit der Zeit

und dritten Theile zum eigentlichen Thema kommt zeigt * ^ fi^ ^ ßa fd Zw. m.

er uns zuvor in einem etilen 1 heile, wo™e*°?g™i* merlich erfchlagen, vor Leid darüber fei auch Oekolam-
liegt, dafs man über Luther's Lebensende foichaunge reftorben>5und er felbft hätte zwei Nächte darüber
Nachrichten in die Welt gefetzt hat. ^»f fg Solches Herzeleid empfunden, dafs er auch leicht häfttc
Grund in der damals herrfchenden UnGtte, den ineu mögen, denn er hätte Geh um ihre Seelen belogenen
Gegnern ein Ende mit I kümmern müffen, weil zumal Zwingli noch kurz vor fei-

Ls mufs anerkannt werden, dals Paulus oei u ßuch fchrieben habC) das nach feinem
Wiedergabe der .Todesnachrichten aus dem I&jjj- "e™ sgegangen fei, das ganz feine früheren wilden,
hundert', die er zur Illuftration die er Unfitte jwfchrt, To ausgeg^ g^ ^ ^ ^
™ ganzen Geh einer dankenswerthen Ubject.vl 5C geworden fei, weil er neben
Aeifsigt. Tendenziös ift es allerdings ^nn er Lutger s ja^ darin er ß js ^
eigene Aeufserungen in diefer Beziehung.mit J«Mofr ^Herkules, Thefeus und Sokrates zu den Schaaren
virung an den Anfang ftellt dafs durch ihn die Unfitte, auclV^erK« ' gerechnet habe. Ueber diefes Buch
den Gegner einen fchrecklichen 1 od «erben zu Vr ^ i fei er erTchrocken, nicht um feinetwillen, fondern um
nicht wenig fei gefördert worden, und dafs er dann den ! 1 ... jü d er fei wenn er in folchem
Ueberganggzu anderen Proteftanten m. ^ | S eilorb^n fei, in offenbaren Sünden und Gottes-
macht: ,Luther's Anhänger ahmten das Betipiel mres | geftorben; er hofft aber, Gott hätte mit ihm
Meifters treulich nach'. Dadurch «'^^ 1 den Sprich gebraucht I. Cor. 5, 5= übergeben zum Verdeckt
, als fei die Verbreitung jener Unhtte in nervor v ^ ^dfch auf dafs der Geift fel.g werde am
ragender Weife gerade Luther s Werk gewfei», ja rna _ ^ Jefu (Erl A ^ m u. 4,o) Hier
wird verfocht zu denken, Luther habe d e Verunglim ^ ^ wahrhaftig nicht auf das Ende des
pfung feines Todes fchliefshch felbft v^'01^"; Gegners hinweifen, um ihn als einen dadurch Gebrand-

Seine gewichtigen Anklagen grundet markten hinzuftellen; hier fpricht nur ein um das Seelen-
wiegend auf Luther's ^^^J,^SLk%fZJd^^ heil des ßruders beforgtes Gemüth.

tizitat die Unterfuchung noch nicht einmal ™Z^U°"™ Aber wenn auch diefe Stellen hinfällig find, wir

ift, und bei denen wir auf jeden hall ^^}^ad wollen Luther nicht davon freifprechen, dafs auch er

muffen, dafs Ge vom Augenbhck dict.r worden find -und ^ ^ ffen fich zuwdlen hat be.

mit Aeufserungen, die für die °ef^K^±^S heirfchen laffen. Aber dafs Ge der ganzen Zeit zur Laft

waren niemals auf eine Stufe geftellt ^« ~ runffeni fällt, dient auch ihm zur Entfchuldigung, und ganz ge-

Auch find Ge gewifs nicht in fo weite: Kre fe e£™fW wifs darf man ihn nicht für die Verbreitung der UnGtte

dafs Ge den von Paulus erhobenen. Vorwurfe«cntterjg verantwortHch machen.

ten. Unter den .verfchiedenen Schriften , in denen Dutne unterhält uns Paulus davon, wie man

s^errUn!"ltte gehuldigt hat (S. l), JgSJJ^J^-S r^Crte^fcherfertt die Gegner fterben liefs: er zeigt,

Schrift ,Von der Winkelmeffe und P{*™™eft ^ rfer Tendenz zur Liebe ganze Werke zufammen-
und das kurze Bekenntnifs vomJ™"™^1^^ , ftellte, wie man namentlich den katholifchen Vorkämpfern

.teile, die er aus jener anführt (S-&n^™™"n Zu- und den Jefuiten Furchtbares nachfagte, wie man von

ein wefentheh anderes Anfehen, wenn.J™J£JSJ£ der Verzweiflung der Convertiten erzahlte, von Gottes-

amme h r,icft Unt den feurlgengerichten über kirchliche Würdenträger, über Geiftliche,

des leufels. denen Emfer und Oekolampad ^«1^«^ FUrften und Staatsmänner, wie die Lutheraner über die

v«fteht Luther Anfechtungen, wie er Ge^«Sj^gS Sacramentierer, die Calviniften über die Lutheraner, die

über die David im Pfalter und *&8^iwffi£ri lutherifchen Antinomiften über ihre Gegner herflelen u.f.w.,

h'aghch fchreien, ja von denen Chriftus» «^.^J^ er hält uns damit einen heilfamen Spiegel vor die Augen

rL^A "^J^^ZuIZan ontie SSliX und lehrt uns, wohin die rubres theologorum führt.

Achtungen kann ^SS^SA^kf^S^SS^ Extmpia docenl! Möchten wir Ge alle beherzigen, wenn
Hülfe Gottes und Starke (Erl. *^&V?KJZl er j auch wir uns verflicht fühlen, Theologie und Glauben
Luther hier von eigenen Erfahrungen redet fc denkt er , ^ verwechfeln. Den 40 Seiten von Bei-

SÄc^^Ä^vln d0;"^ la^^Säerg er fpielen aus dem proteftantifchen Lager ftellt Paulus dann