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Ausgabe:

1899

Spalte:

625-627

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Hawkins, John C.

Titel/Untertitel:

Horae synopticae. Contributions to the study of the Synoptic problem 1899

Rezensent:

Holtzmann, Heinrich Julius

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttingen.
alle'^Ta^e Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark,

N°- 23. November 1899. 24. Jahrgang.

Neftle, Septuagintadudien, III (Schürer).
Hawkins, Horae synopticae (Holtzmann).
Jülieher, Die Gleichnisreden Jehl, I. und

2. Teil (Holtzmann).
ho man's Nalatenschap, uitgegeven door van

Manen en Meyboom. I. De brief aan de

Galatiers (Holtzmann).

Thudichum, Kirchliche Fälfchungen, II. Der
Brief an die Hebräer (Schürer).

Tamm, Das Wefen des evangelifchen Glaubens
(Ritfehl).

Winterftein, Die chriflliche Lehre vom Erdengut
(Eck).

Weber, Evangelium und Arbeit (Derf.).

Maurenbrecher, Thomas von Aquino's Stellung
zum Wirtfchaftsleben feiner Zeit, I. Heft
(Derf.)

Diehl, Zur Gefchichte des Gottesdienftes und
der gottesdienhlichen Handlungen in Heflen
(Köftlin).

Nestle, Prof. D. Eberh., Septuagintastudien III. Programm
des Seminars Maulbronn, 1899. (36 S. 4.) M. 1.—

Ii k ^iek -Septuagintaftudien' betreffen nicht die eigent-
]|che Septuaginta, fondern zwei apokryphifche Schriften:
das Gebet des Manaffe und das Buch Tobit.

Auf Grund feiner ausgebreiteten bibliographifchen
Eenntnifse zeigt Neftle, dafs das Gebet des Manaffe
erft verhältnifsmäfsig fpät und keineswegs allgemein in
die gedruckten Ausgaben der Septuaginta aufgenommen
Worden ift. Der ältefte Druck findet fich in der Vulgata-
Ausgabe des Stephanus vom J. 1540, wo dem latei-
mfchen Texte der Chronik der griechifche Text unferes

bringender, als weitaus das Meide, was die englifche
Theologie etwa im Verlaufe der letzten 10 Jahre an Beiträgen
zur Evangelienforfchung geliefert hat, wie das
übrigens kürzlich auch in der Zeitfchrift Expository times
X, S. 311 f anerkannt worden ift; vgl. auch die S. 5 der
Vorrede angeführte Aeufserung von Armitage Robinfon.
Das Buch des Canonicus Iionorarius von St. Albans will
das fynoptifche Problem nicht löfen, aber forgfältig geachtetes
Material für feine Löfung beifchaffen und kommt
diefer feiner Aufgabe in der Weife nach, dafs zunächft
Wörter und Phrafen zufammengeftellt werden, welche für
jeden einzelnen Evangeliften charakteriftifch find (S. 1—41),
dann Erfcheinungen tabellarifirt werden, welche etwas

unter den Gebeten und Hymnen zu finden, weicne in | ejner gefonderten Betrachtung unterzogen wird Ä,,=
manchen Handfchriften, z. B. im cod. Alexandras und [ diefer Ueberficht erhellt, dafs die Untersuchung wenig
im Psalterium Turiccnse, als Anhang zu den Elaimen Ht,ns in den bejden letzten Abfchnitten in Beziehung z,i
zufammengeftellt find. Neftle vermuthet, dafs der 1 ext | ejnem bertimmten Verfuch der Löfuno- des Problem«
aus den Const. apo.st. II, 22, refp. aus deren Grundicnntt: { trjtt £s jft namlich dje nur nQch vQn *m- Traditi'
der Didascalia apost., wo er uns zum erften Male begeg- ■ na]iften wie p Qodet und Th. Zahn abgelehnte hier xmr

r,„. r, ' ri . _ :n • j- tu.t mno irh. WCIUl I All______ j. r ,.....»«»kbuw, liier VOT

"et, entnommen ift. ' Dies ift in der That möglich, wenn
es fich auch nicht gerade erweifen läfst.

,Zum Buche Tobit' fpricht Neftle feine Leber

Allem aus den fehr eingehend befprochenen Doubletten
(S. 64—87) erwiefene Zwei-Quellen-Theorie, zu welcher
lieh der Verf. durch feine exaete Methode hingetrieben

i.uv.,.^ ± w .. ---- - . ,-------- ...... ......... i^ii,,, lAacic mcuiuue ningetnehen

zeugung dahin aus, dafs die Text-Recenfion des codex fient Aber man mufs zugefteh dafs •» en

Sinaiticus nicht, wie es die herrschende Meinung ift, Vorfatze (S. VI, 177), nur fehr vorfichtig und zurückhaltend

<ecundär, fondern, wie bereits Reufch angenommen hat von djefer Theorie fpricht unfJ fie Weeweif °

die urfprüngliche ift. Ich habe diefelbe Anficht auch
fchon in der Theol. Litztg. 1878, 333 unter Angabe von
Gründen ausgefprochen. Da Autoritäten wie Noldeke

-.s Weg weifer

gebraucht, um ftatiftifches Material zu entdecken oder
zu ordnen. Man fieht nur, welchen Eindruck die gefundenen
Thatfachen auf ihn machen, und diefer Ein-

jSF-ST rt^S^ta^kfc mich fpäter I dröälft iof^^^te Z^sSSiJSELT'
Gefch. des jüd. Volkes, 2. u. 3. ^^SSSSS überwie^nd auf oJkä^^ylSSSSS^ii^
ausgedrückt; und glaube allerdings, dafs die Urfprung- , renzen dagegen eher auf den Einflufs ZHliLr üT
Üchkeit des' finaitifchen Textes nicht fchlechth.n aus- ,efer S^SfwSiSI 'SKiÄTSS^^T
nahmslos gilt. Aber ich freue mich, in der Hauptfache m « Beantwortung flSSrtSS mZ

Jeftie beiftimmen zu können, und hätte nur gewunfeht, ; Aftm^SSSAßa!^^^il3S

dafs er ein umfaffenderes Beweismaterial vorgelegt.hatte. wjrd , d H tf h »JJJJgJ'Ts ,oof 7r~ ,3 }'
— IW;,-ki;,. :o m*au«. Anoahe fS. 22). dafs Bickell's | linfprpa u„„™ u ldoch vß}X I22)_zu Gunlten

■~ *-» Pin uiuiailvuuw>v9 -------- /■ n • 1 Ii*

Unrichtig ift Neftle's Angabe (S. 22), dafs Eickel 1 s
«otiz im Athenaeum, 22. Nov. 1890: A saune 0/t/u Book
°f Tobit auch von mir nicht erwähnt werde, f. dagegen
meine Gefch. 3. Aufl. III, 181.

Göttingen. E- Schürer.

unferes kanonifchen Marcus entfehieden. Zur Recon-
ftruetion der Logiaquelle wird mit Zufammenftellung
von 72 Sectionen ein Anfatz gewagt, der aber nur An-
fpruch auf Geltung als Möglichkeit erhebt (S. 88 f.).
Gleich im erften Abfchnitte hat die Unterfuchung des
Sprachcharakters zu der Einficht geführt, dafs bei der
ftattgehabten ftarken Affimilirung der Quelle durch

Hawkins, Rev. Sir John C, Bart., M. A., Horae synopticae,

Contributions to the study of che Synoptic problem. Matthaus und Lucas wenig Hoffnung befiehl, ihre ELen
Lo.tnbubons. to ' s_ &) art in Bezug auf Wortvorrath und Stil noch feftl^l

Oxford, Clarendon Press, 1899. (XVI, 183 S. gr. 8.)

Geb. 7 sh. 6 p.

g .Kleinarbeit' - wie man zu fagen pflegt; aber eine
höchft verdienftliche und zugleich nützlicher und fruent-

zu können (S. 24. 92). Uebrigens" folf weder MatSs
den Lucas noch Lucas den Matthäus, endlich auch M
nicht die Logia gekannt haben (S. 178 f)
Ich bin weder mit diefen Folgerungen

gen, noch mit der

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