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Ausgabe:

1899

Spalte:

505-509

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Schlechter, S.

Titel/Untertitel:

The wisdom of Ben Sira. Portions of the book Ecclesiasticus. From Hebrew manuscripts in the Cairo Genizah collection presented to the university of Cambridge by the editors 1899

Rezensent:

Smend, Rudolf

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttingen.

F.rfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark

N°- 18. 2- September 1899. 24. Jahrgang.

Schechter and Tavlor The wisdom of Ben Geifter im nachapodolifchen Zeitalter bis auf

s'ra, I'ortions of the book of Ecclesiasticus
(Smeud).

Smith, George, Entdeckungen in Affyrien
(Jenfen).

S'ave, Ueber den Einflufs des Parflsmus auf

das Judenthum (Bouffet).
Weinel, Die Wirkangen des Geides und der

Irenaus (Harnack).
Mcrcati, D'alcuni nuovi sussidi per la critica

del testo di S. Cipriano (Harnack).
Gutjahr, Petrus Cantor Parisiensis (Gerh.
Ficker).

Wolf, Deutfche Gefchichte im Zeitalter der
Gegenreformation (Hubert).

Rolf fs , Die Theologie als Wiffenfchaft (RitfchlJ.
Lühr, Unterfuchung der Zeitfrage : Id eine reli-

gionslofe Moral möglich? (Ritfehl).
Köhler, Herrn., Sozialidifche Irrlehren von

der Entdehung des Chridentums und ihre

Widerlegung (v. d. Goltz).
Grundemann, Miffionsdudien und -Kritiken,

2. Reihe (Wurm).

Schechter, S., M. A. Litt. D., and C. Taylor, D.D., The
wisdom of Ben Sira. Portions of the book Ecclesiasticus.

Prom llebrcw manuscripts in the Cairo Genizah
collection presented to the university of Cambridge
by the editors. Edited for the syndics of the university
press. Cambridge, University Press, 1899. (IAH,
68 u. 24 S. 4.)
Schechter hat unter den zahllofen Fragmenten, die
in der Geniza der Synagoge von Alt-Cairo ausgegraben
hat, (fchon von feiner erften Reife im Jahre
^ 97 foll er 40—50CXX) mitgebracht haben), fieben Blätter
erfelben Sirach-Handfchrift gefunden, der die bisher bekannten
Blätter der Mrss Lewis und Gibfon fovvie der
n0t|leiana angehörten. Diefelben umfaffen (die Capitel
di a ^er ur,prünglichen Anordnung des Textes gezählt)
, e Abfchnitte (l) 3o,11_3I)11, (2) 32,1—33,3, (3) 35,3-36,21,
^ 87,27—38,27,(5—7)49,12—51,30. Die Verificirung diefer
j atter war wegen der charakteriftifchen Geftalt derHand-
,.nr'ft nicht fchwer. Aber die höchfte Anerkennung ver- I

jlent es, dafs Schechter, der überhaupt zuerft im Blatte 1 y n *™ 05 ^ MIM

Her Mrs.s Lewjs und Gibfon ein Sirachfragment erkannte, 1 02 Wal

a zt unter fo viel taufend Blättern vier Blätter einer
nnri°ren' n'cnt ftichifch gefchriebenen Handfchrift aus-
,^d|g machte. Sie decken fich mit 3.6—7,29 und ii,m—

:»038 in pmn» in no33bi

Von jedem Fleifch ift bei ihm
und an feine Art hängt fich der Mann.
Ich vermuthete, dafs der Syrer Jitt in ja verlefen
habe, der Hebräer hat wirklich:

ibstt "tn bD j^a
lüixt mini 131a b«i

Einem mittelalterlichen Juden find folche uns geläufige
Ueberlegungen nicht zuzutrauen.
12,9 hat der Grieche:

sv dya&olg avdgbq 01 lyOgol avrov sv Xv.rn.
xcä sv rolg xaxoTg avrov xal 6 rplZog diaycogtOarjOtrai.
Syr.

Jim «niimn miambyn sinn ms nnhaa
:«am im&nx nntnnni

Denn im Glück des Mannes find feine Feinde in

Traurigkeit,

aber in feinem Unglück fondert fich ab der Freund.
Der Hebräer hat aber:

y'2|J des griechifchen Textes und umfaffen fomit 250
fi J des griechifchen Textes. Dagegen umfaffen jene
f0, en Blätter 182, die fchon bekannten Blätter 236 Verfe,
afs wjr von (jen j^02 Verfen des griechifchen Textes
befitmehr faft die Hälfte (668) im hebräifchen Original
£ zun. Ueberdies hat G. Margoliouth unter den jüngften
genVerbungen des British Mufeum zwei Blätter des zuerft
Lü 1, nten Codex gefunden, von denen das eine die
iejcj e zwifchen 31,11 und 32,1 ausfüllt, das andere (viel-

u unvollkommen) die zwifchen 36,21 und 37,27.
in ^. wir auch in der neuen Handfchrift, die Schechter
(8 R'f des 1L Jahrhunderts oder noch früher anfetzt

% |' das hebräifche Original und nicht etwa eine Rück-
6i3o , etzung ins Hebräifche vor uns haben, ift evident.

na,t der Grieche (der Syrer ift hier lückenhaft):

x°Guoq ydy xQvotöq töriv ix' avrrjq,

*«I 01 dso/jol avrinq x/Lmöfiu vaxiv&ivov.
das We'lhaufen fah in ix' avrrjg Ueberfetzung von mbT,
hat ■aus verlefen oder entftellt war. Der Hebräer

1 ,n der That

nbiy nnr (i. my) iby
:nban bmB mnnoiai

'3.M bietet der Grieche:
Wla Gang xara ys'vog owdysrai,
«< to) OfioUp avrov xQOOxoXXnirrjasrai dvrjo.
uer Syrer hat

Im Glücke des Mannes ist auch der Feind ein Freund,
aber in feinem Unglück u. s. w.

Das ift offenbar richtig. Denn es heifst vorher S. 8:
nicht wird erkannt im Glück der (wahre) Freund. Grieche
und Syrer haben jn ,der Freund' falfch verstanden als
3?1 ,er befindet fich übel, er ift traurig'. Vielleicht war
das 3>1 gar in 1)13 geändert. In diefem Fall würde auch
ein moderner Philologe nicht leicht das Richtige aus
dem Griechen und dem Syrer errathen. Ebenfo würde
51,9^ (Syr. vac.) Niemand aus xal vxsq travdrov qvosojc
sösrjQ-rjv fchliefsen auf das offenbar Richtige: bist» "nytJEI
myi© = und (ich erhob) von den Thoren der Scheol
her meinen Hülferuf. Ich hebe das hervor, weil neuerdings
D. S. Margoliouth {the. origin of the ^Original
Hebrew1' of Ecclesiasticus, London, James Parker and Co.
1899) die Originalität des Hebräers beftritten hat. Vgl.
dazu auch die Ausführungen von Taylor in der vorliegenden
Schrift S. LXX—LXXV.

Die Herausgeber haben fich in die Arbeit in der
Art getheilt, dafs Taylor eine Ueberfetzung der neuen
Fragmente ins Englifche lieferte, die er bin und wieder
mit kritifchen und exegetifchen Anmerkungen begleitet
hat (S. XV—LIII). Daran fchliefst er noch befondere
Anmerkungen zu c. 39—51, die fich namentlich auch
mit dem alphabethifchen Pfalm 51,13—30 befchäftigen
(S. LV1—LXXXVII). Dagegen hat Schechter die Ausgabe
des Textes übernommen und ihr eine Befchreibung
der Blätter (S. 7—Ii), eine ausführliche Erörterung des
Verhältnifses Sirachs zum A. T. (S. 12—38) und text-
kritifche Anmerkungen beigegeben (S. 39— 68). Schechter

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