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Ausgabe:

1899

Spalte:

457-458

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Cohn, Naphtali

Titel/Untertitel:

Die Zarâath der Bibel nach dem Kitâb al-kâfi des Jûsuf Ibn Salâmah. Ein Beitrag zur Pentateuchexegese und Dogmatik der Samaritaner 1899

Rezensent:

Siegfried, Carl

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. SchÜPer, Prof. zu Göttingen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark.

m 16.

5. Auguft 1899.

24. Jahrgang.

Cohn, Die Zaräath-Gefetze der Bibel nach dem
Kitäb al-hSfi des Tßsuf ihn Salamah (Siegfried
).

Lütgert, Die iohanneifche Chriftologie (Holtz-
mann).

^«geigen, Die Rechtfertigungslehre des Jo-
^E°nes Brenz (Köhler).

Nuntiaturberichte aus Deutfchland, erfte Abth.,
8. Bd. Nuntiatur des Verallo 1545—1546,
bearb. von Friedensburg (Virck).

Heinrich, Dogmatifche Theologie, fortgef. von
Gutberiet, 8. Bd. (Tröltfch).

Müller, Max, Beiträge zu einer wiffenfchaft-
lichen Mythologie, I. Bd. (Tröltfch).

Cherfils, Un essai de religion scientifique

(Lobftein).
Köftlin, Chriftliche Ethik (Wendt).
Kronenberg,Moderne Philofophen(Elfenhans).
Beyfchlag, Aus meinem Leben, 2. Thl. (Eck).
Habermas, Handbuch des Bibellefens und der

Bibelkunde (Fay).

°hn, Dr. Naphtali, Die Zaräath-Gesetze der Bibel nach
dem Kitäb al-käfi des Jüsuf Ibn Salämah. Ein Beitrag
ZUr Pentateuchexegefe und Dogmatik der Samaritaner.
Nach Hdfchrn. der Deutfchen Morgenländifchen Ge-
fellfchaft zu Halle und des Brit. Muf. zu London herausgegeben
und mit einer Einleitung und Anmerkungen
verfehen. Frankfurt a. M., J. Kauffmann, 1899. (XVIII,
54 S. gr. 8.) M. 2.—

de ^em Verfaffer hat urfprünglich nur die Handfchrift
rrr deutfchen morgenländifchen Gefellfchaft, die fich in
zu • befindet, vorgelegen. Erft fpäter entfchlofs er fich
cje einer Reife nach London, um auch die Handfchrift
U british museum einzufehen. Letzteres mufste aber
yfCn S. ig etwas eilfertig gefchehen und es war dem
p*,Ur möglich, noch einige weitere Abfchnitte zu copiren.
lje befchreibt beide Handfchriften auf S. 14—18 der vor-
pj genden Schrift. Da er wefentlich an die Halle'fche
ny n<afchrift gewiefen war und der einzige zufammen-
a n§endere Abfchnitt derfelben eben die Gefetze vom
'n ri Z entnält, f° erklärt es fich, dafs eben von diefen
eri- angezeigten Schrift ausfchliefslich die Rede ift Das
ablrtri StÜck ia am Schlufs derfelben auf S. I—XVIII
vac kt Unmittelbar unterhalb des Textes find Text-
gef T,nten' mit L (London) und H (Halle) bezeichnet, auf-
tevM/vE Durch einen Strich getrennt finden fich darunter
Vfs 'Üfche und fonflige erläuternde Anmerkungen des
uns" Angegeben. Ueber die grofse Unficherheit, in der
'ich e Handfchriften bisweilen betreffs des urfprüng-
V0 en, Wortlautes des Textes laffen, vgl. p. VI A. a.
Ausf änderen Capiteln der Schrift, die nicht vom
TiteDK6 handeln> fuhrt der Vf- ö- 7—11 die arabifchen
er • !UDerfchriften nebft deutfcher Ueberfetzung an, wie
gem • aupt im erften Abfchnitte S. 3—20 fich im All-
verblnen uber Inhalt und Verfaffer des Kitäb al-Käfi
bUn rei,tet- Der 2. Abfchnitt giebt eine freiere Umfchrei-
fat25p Inhalts des gefammten Capitels über die Aus-
Ausf *"etze" Es werden behandelt 1. die Urfachen des
woriatzes' der Uets aL Strafe Gottes angefehen wird,
unren aucb die Erklärung dafür liegt, dafs er kultifch
bitsn j.1153:111' Die fociale Ausfchliefsung hat nicht fani-
v°r ri !,cne Gründe, fondern will die übrige Gemeinde
Rirnrnt T ^*euanr der Kultunfähigkeit bewahren. Jufuf
S. 2i___ r £anz mit der jüdifchen Anfchauung überein,
v0n H-27. 2. ift die Rede von den Vorfchriften für den
ZL,"äcl ofer Krankheit Betroffenen, S. 28—34 und zwar
(Zerrov Von den biblifchen Beftimmungen, Lev. 13,45 46
liaars der Kleider, Entblöfsen [nach Jufuf] desHaupt-
aus Je e|büllen des Bartes, Entfernung des Ausfätzigen
heftig111 Lager), fodann von anderweiten traditionellen
befPron}UngCn' ?' wird die Emtheilung des Ausfatzes
cnen, worin die famarit. Ueberlieferung von der
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jüdifchen abweicht, aber auch in fich felbft gefpalten ift.
Der Vf. giebt S. 37 f. die famarit. Dispofition von Lev.
13. 14.— 4. befpricht der Vf. die famarit. Definition von
nS© S. 40—43. 5. die von mH3 S. 44—47- 6. die von
nn£)D S. 48 f. 7. die von pro S. 50—52. 8. die Zaräath
der Kahlköpfe S. 53 f. — Klarer würde der Ueberblick
über die famaritanifche Tradition geworden fein, wenn
der Vf. die Parallelen bezw. die Gegenfätze der jüdifchen
Ueberlieferung in Anmerkungen unterhalb des Textes
gegeben hätte. Die hebräifchen Etymologien wie die von
nyiS S. 21 f. A 2 wären beffer weggeblieben. — Zur
Literatur (vgl. S. I f.) möchten wir noch auf die Arbeiten
von Cowley, Expositor 1895 März 161—174, Jew. quart.
rev. 1894 Oct. 121 —140, Watson, Presb. ref. rev. 1893
Oct. 656—662, Merx (1893 Fragment vom Taheb), Moore
(Fragment v. famarit. Pentateuch), Am. or. soc. Oct. 1888
S. 35 ff. aufmerkfam machen. —

Jena. C. Siegfried.

Lütgert, Lic. theol. W., Die johanneische Christologie.

(Beiträge zur Förderung chriftlicher Theologie. Herausgegeben
von A. Schlatter und H. Cremer. Dritter
Jahrg. 1899. 1. Heft.) Gütersloh, C. Bertelsmann, 1899.
(VIII, 139 S. gr. 8.) M. 2.—

Die Einleitung ftellt die Behauptung auf, die johan-
neifche Logoslehre, welche fich übrigens an die jüdifche,
nicht an die alexandrinifche anfchliefsen foll (S. 115 f.),
wolle von der Chriftologie aus verftanden fein (S. 1 f.).
Während das Evangelium alfo mit dem Xoyoq 1, 1 beginnt
und mit dem vlog rov &eov 20, 31 fchliefst, handelt
hier das erfte Capitel vom Sohne Gottes, das fechfte
und letzte von der Logoslehre. Abgefehen von diefer
Methode der Umfetzung eines progreffiven Verfahrens
in ein regreffives (S. 115), läfst fich keine logifche Nö-
thigung dafür nachweifen, wenn das zweite Capitel nun
gerade von dem Urfprung Jefu aus dem Himmel, das
dritte von feiner Menfchheit, das vierte von feiner Liebe
und das fünfte von feinen Gaben an die Welt handelt.
Die grofse Zahl von Wiederholungen, daran die Abhandlung
leidet, läfst vermuthen, dafs eine zweckmäfsigere
Dispofition möglich und wünfchbar gewefen wäre. Die
Tendenz ift felbftverftändlich apologetifcher Natur. ,Das
Verhältnifs der johanneifchen Chriftologie zum jüdifchen
Chriftusbilde ift bedeutfam für die Datirung des Evangeliums
' (S. 3), fofern jene von der jüdifchen, bezw.
fynoptifchen Chriftologie aus zu begreifen (S. 29) und
,Sohn Gottes' durchaus identifch mit ,Chriftus' fein
foll (S. 37). Während aber der Verf. in feiner weiteren
Polemik gegen Zahn im Rechte ift (S. 115 f. 124 f.), ift
dies hier (S. 4) nur fehr theilweife der Fall. Denn es
werden aus dem jüdifchen Meffiasgedanken frifchweg

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