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Ausgabe:

1899

Spalte:

18-21

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Paulus, Nikolaus

Titel/Untertitel:

Kaspar Schatzgeyer, ein Vorkämpfer der katholischen Kirche gegen Luther in Süddeutschland 1899

Rezensent:

Bossert, Gustav

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Theologifche Literaturzeitung. 1899. Nr. 1.

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lehrter verbeffert ift. Doch ift p. 487 die Einfchaltung
ctGxsi nicht richtig, fondern alöcbg flatt alöm zu fchreiben,
und p. 4817 ift vjtsixov vielleicht aus vjidxoys verderbt.
Aufserdem lies p. 49 Z. 8 xoXXctg, Z. Ii tyyxovg, Z. 14
vjrsQßaXovGag und fetze Kommata hinter voGog (Z. 15),
hinter vörjtia (Z. 21) und hinter djtoXavGcoGiv (Z. 28).

Den Schlufs der Ausgabe bilden ein Verzeichnifs der
Schriftftellen und ein reichhaltiger Wort-Index; hier wäre
zu xalg (p. 62) nachzutragen p. 263. 375. Der Druck ift
correct, wichtigere Druckfehler find folgende: p. XXIII
6. Z. v. u. lies Heinichen, p. XXVII Mitte: usv slg Gco-
xrjgiav S, p. Iii: ov>x ftatt ovx, p. 1433: sGxiv, p. 28s
sjtijtvcog (ebenfo im App.). Ich fchliefse mit dem Wunfeh.
dafs diefe erfte kritifche, forgfältig vorbereitete und vorzüglich
ausgeftattete Ausgabe zum Studium jener in mehrfacher
Hinficht intereffanten und wichtigen Schrift des
Clemens recht eifrig auch in Deutfchland benutzt werden
möge.

Jena. Paul Koetfchau.

nGviunvotz xxX., vgl. zu kxl c Gen. p. 30» sm xfjg xa- I die gemeinfame Arbeit Barnard's, Robinfon's u. a. Ge
raOTQOf[7i? Scor., was in den Text gehört; p. 3,10 ift hinter
<pü.aösX(ptog etwa (xavxa sgsxdCovxag) einzufügen; p. 517
mufs eig jiov (das ich früher unrichtig ändern wollte, vgl.
ThLZ. "1S96 No. 4 Sp. 103) ebenfo wie p. 196, weil
gleichmäfsig überliefert, flehen bleiben; p. 5is ift es beffer
sv de (xovxcp) zu fchreiben, als sv 6s zu ftreichen (B.
p. 40): p. 1432 fchreibe cjc6axt]0-i (optjOi), denn die Aus-
laffung diefes Verbums läfst fich nicht mit B. (p. 43) aus
p. 1717 rechtfertigen; p. 167 ift die Einfügung von (irj
unrichtig, die Conftruction wird verftändlicher, wenn man
hinter -cavxög (Z. 6) mit Kolon interpungirt; p. 1713
würde ich ftatt (ßpt) lieber (sGxiv) einfchalten und p.24i5sq.
für epsiööusvov cög Segaar's Verbefferung (psiöousvcog in
den Text fetzen: p. 2512 ift öcoGoo (ohne eingefchaltetes
tpqöiv) zu unvermittelt und leicht in öeoGsi zu corrigiren;
p. 2926 würde ich der Lesart von Scor. folgen und fchreiben
: sxiGXQSVpai 6s sGxiv bvxmg . . . xcö jtavGaG&cu xxX.
und auch p. 311 xaxoQ&ovvxai nach Scor. flehen laffen;
auch p. 333 dürfte die Lesart von Scor. vorzuziehen und
fo zu fchreiben fein: 61 tGxictGscov jtoXXcöv (xai) jcoXv-
xsXoöv.

Die Interpunktion ift nicht immer confequent durchgeführt
: Kommata find z. B. zu fetzen p. 313 vor säv,
p. 318 vor xai, p. H30 sq. hinter xaXcög und jcovriQoog,
während andererfeits z. B. das Komma vor dXXa (p. 526,
vgl. p. 2613) und das Kolon hinter d-sXstg (p. 85) zu
ftreichen und hinter avxcp (p. 2720) eher mit Kolon als
mit Komma zu interpungi'ren ift u. f. w. Die Citate am
Rand können noch vermehrt werden; z.B. fehlt p. 312:1
Apok. 223 mit den dazu gehörenden at. Stellen und
p. 312.4 Dan. 3 und Jona 2,1. Der Apparat ift zweck-
mäfsig eingerichtet, nur bisweilen zu knapp gehalten;
p. 2430 fchreibe: xQO(p)f) xQorpbg u. f. w., p. 2947: ftsXav-
xsqov] usXavxoxsQOV u. f. w.; auch hätte manche text-
kritifche Bemerkung beffer ihren Platz im Apparat als in
den Bemerkungen gefunden.

In den Noten wäre eine eingehendere Behandlung
der Lücken im Anfang des Cod. Scor. nicht unintereffant
gewefen. Wenn Scor. wirklich von einer Hs. abdämmt,
,in ivliich certain letters and zvords were illegible* (p. 39),
und wenn die Lücken im Scor. verfchiedene Gröfse
haben, fo ift doch — anders als beim Cod. Vat. 623 s.
XVI., deffen Schreiber willkürlich verfährt — anzunehmen,
der Schreiber des Scor. habe jedesmal gerade foviel
Raum freigelaffen, wie in der Vorlage unleferlich war,
um eventuell fpäter mit Hilfe eines zweiten Archetypus
die Lücken ausfüllen zu können. Auch ift hier die Beobachtung
, dafs die erfte Lückengruppe von der zweiten

Paulus, Dr. Nikolaus, Kaspar Schatzgeyer, ein Vorkämpfer
der katholifchen Kirche gegen Luther in Süddeutfch-
land. (Strafsburger theologifche Studien. Herausgegeben
von Prof. DD. Albert Ehrhard und Eugen
Müller. 3. Band, 1. Heft.) Strafsburg, Agentur von
B. Herder, 1898. (X, 152 S. gr. 8.) M. 2.80

Keiner der Gegner Luther's aus dem erften Jahrzehnt
der Reformation hat in reformatorifchen Kreifen trotz
des theologifchen Gegenfatzes folche Hochachtung genoffen
als der Franziskaner Kafpar Schatzgeyer bei feinen
früheren Ordensgenoffen Pellikan und Eberlin. Letzterer
nennt ihn einen guten, fchlichten, from men Mann, von
dem er viel halte, da er gern recht thäte, wenn er es
anders verftände, während er Murner, Eck und Faber
Erzbuben fchilt. Aber länger als die ebengenannten
Polemiker ift Sch. unbeachtet geblieben. Erft A. v. Druffel
hat ihm 1890 eine längere Abhandlung gewidmet.
(Sitzungsberichte der hift. Cl. der Kgl. bayr. Akad. der
Wiff. zu München 1890, II, 397—433.) Aber es war dies
nur der erfte Anfatz zu einer eingehenderen Würdigung
des Mannes. Auch find Druffel, wie das Paulus nachweift
, bei Verarbeitung feiner Auszüge aus Sch.'s Schriften
Mifsverftändnifse begegnet, welche den Franziskaner in
ein fchiefes Licht rücken (Vgl. bei Paulus S. 18, 96, 109,
Hl). Nun hat Nik. Paulus der Reihe katholifcher Lebensund
Charakterbilder, die er rafch nach einander zeichnet,
faft genau 15 Zeilen, die zweite von der dritten (einzel- auch das des wackeren Bayern hinzugefügt. P. giebt zu-
nen) Lücke, und diefe von der vierten und letzten Lücke nächfl das Bild des Lebensganges und der literarifchen
ungefähr 29—30 Zeilen der neuen Ausgabe entfernt ift, ! Kämpfe des Mannes gegen Luther, Ofiander, Joh. v.
für die Beurtheilung der ürhandfehrift nicht unwichtig. Wer Schwarzenberg und andere und führt zugleich in feine
den Cod. Monac. Gr. No. 191 oder eine ähnliche Hf. 1 Schriften ein, aus denen er in den letzten Capiteln die
gefehen hat, weifs, dafs folche regelmäfsig wiederkehren- j Grundzüge feiner Lehre entwickelt. Den Schlufs bildet
den Lücken meid am Anfang oder Ende einer Seite oder j ein Verzeichnifs der gedruckten (29 Nrn.) und der unge-
zweier gegenüberftehenden Seiten zu finden find, indem j druckten (16 Nrn.) Schriften Sch.'s und ein willkommenes
fich Buchftaben in Folge von eingedrungener P"euchtig- Perfonenregifter.

keit abgelöft oder auf der gegenüberftehenden Seite ab- | Die Lebensgefchichte zeigt noch mannigfach Lücken,
gedrückt haben. Nehmen wir alfo die erfte Lücken- Die Quellen fliefsen fpärlich. Neben Sch.'s Werken und
gruppe auf Fol. iv unten an, fo gehören die vier Lücken den biographifchenNotizen, welche der Barfüfser Joh. Bach-
der zweiten Gruppe zu dem gegenüberftehenden Fol. 2r | mann der nicht vollftändigen Gefammtausgabe 1543 bei-
unten und Fol. t< oben, die dritte und vierte Lücke aber gegeben hat, bilden Glafsberger's Chronik, die Hauschronik
zu Fol. y oben und Fol. 4' unten. Danach würden einer Pellikan's und Eberlin's Schriften die Hauptquellen. Es
Seite der Ürhandfehrift etwa 16 Zeilen der neuen Aus- | überrafcht, dafs das Reichsarchiv in München und das
gäbe entfprechen. Kreisarchiv in Landshut dem Verfaffer gar nichts und

In einem Appendix (p. 47—52) werden unter 6 das MünchenerProvinzialarchiv der Franziskaner nur wenig
Nummern verfchiedene Clemens-Fragmente behandelt. : bot. Vor allem fehlt das, was den Lebensbildern der
Recht dankenswerth ift der Abdruck des 1,, vielleicht aus ! Reformatoren neben dem äufserlichen Knochengerüfte
demvon Ejufeb. h. e. VI 133 erwähnten jtooxQsxxixbg Fleifch und Blut giebt: der Briefwechfel Nicht einmal
slg v.-couovrjv des Clemens flammenden (B. p. 49 sq.) von einen Briefwechfel mit dem Ordensgeneral erfahren
Fragments mit der Ueberfchnft KXrjfitvxog jtaQayysXuaxa wir etwas, auch nicht von einem Briefwechfel mit Männern
aus der Escurial-Hf. Y III 19 a. 1360, deffen Text durch der Kurie oder auch nur mit einem Sch fo naheftehenden