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Ausgabe:

1899

Spalte:

321-325

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Zimmern, Heinrich

Titel/Untertitel:

Vergleichende Grammatik der Semitischen Sprachen, Elemente der Laut- und Formenlehre 1899

Rezensent:

Philippi, Fr.

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. SchÜPer, Prof. zu Göttingen.

Frfcheint PrS'S
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark.

NEi 11. 27. Mai 1899. 24. Jahrgang.

Zimmern, Vergleichende Grammatik der femi-

tifchen Sprachen (Philippi).
K>ttel, Zur Theologie des Alten Teflaments

(Siegfried).

Dillmann, Der Prophet Jefaja, 6. Aufl. um-
gearb. von Kittel (Siegfried).

Krankenb'erg, Die Sprüche Uberfetzt und erklärt
[Handcommentar zum A. T. II, 3. 1]
Beer).

Rückert, Die Lage des Berges Sion (Schürer).

Krengel, Das Hausgerät in der Miänah (Schürer).

Harris, The Homeric Centones and the Acts
of Pilate (v. Dobfchütz).

S eh 1 i n g, Die Kirchengefetzgebung unter Moritz
von Sachfen 1544—1549 und Georg von Anhalt
(Trefftz).

Schmidt, Wilh., Chriftliche Dogmatik, 2. Theil
(Wendt).

Haug, Die Frömmigkeit des Menfchenge-
fchlechts im Lichte des Chriftenthums (Elfenhans
).

Arnoldt, Beiträge zu dem Material der Ge-
fchichte von Kant's Leben und Schriftfleller-
thätigkeit (Elfenhans).

Wahrmund, Das Kirchenpatronatrecht und
feine Entwicklung in Oefterreich, II. Abth.
(Rieker).

Schnitzer, Katholifches Eherecht (Rieker).
Kahnis, Kirchengefchichte für höhere Schulen
(Fay).

Munzinger, Die Japaner (O. Schmiedel).

Zim

mmern, Prof. Dr. Heinrich, Vergleichende Grammatik der
Semitischen Sprachen, Elemente der Laut- und Formenlehre.

Mlt: einer Schrifttafel von Julius Euting. Berlin,

Reuther & Reichard, 1898. (XI, 194 S. 8.) M. 5.50
„, . Obwohl fchon gar manche Capitel aus der ver-
dentr ?nden Grammatik der femitifchen Sprachen von
unb n ■ Forfchern behandelt find, fo hat doch Z. das
fa Reitbare Verdienft zuerft in Deutfchland eine zu-
zu j^nfaffende Gefammt-Darftellung derfelben geliefert
°>a.fs h bedaure aber gleich hinzufügen zu muffen,

fpr 'elem Verdienfte nicht ganz die Ausführungen ent-

^en, die er in feinem Buche giebt.
erhebt 'e?t m ^emer Grammatik, die nur den Anfpruch
fein h e'"e veMlleichende Elementar-Grammatik zu
Tab 11 n ^"-hwerpunkt des Ganzen in die vergleichenden
den r -'. d'e den thatfächlichen Befland der vergleichen-
pu , einitifchen Grammatik geben follen. Diefer Gefichts-
im « . 'R gewifs der richtige und ich gebe zu, dafs er

^gemeinen darnach gehandelt hat.
Gej- , . Tabellen find mit grofsem Fleifs und vielem
was 5 abgefafst, und bieten annähernd ein Bild deffen,
uber B ■ d'e vergl'chenen Formen feftfleht. Dabei find
Spra , d'e entfprechenden Formen aus den hamitifchen
zwetf n,n vergl'chen, was allerdings bei dem noch höchft
fijr e- aften Charakter diefer Vergleichungen namentlich
fein !"e R'emen-tar-Grammatik kaum von grofsem Nutzen
cin durfte,

Thatr-^i1" Umrt er >n den Tabellen nur durchgehends
die aLachl'ches an? Er ftellt in den Vcrbaltabellen z. B.
abp-ei Tr- Rermanfivformen fowohl des einfachen als der
anrip eiteten Stämme den entfprechenden Perfectis der
die f? Dialekte (P- 82 f. 122 f.) und ebenfo z. Th.
den r Prafens' neben den affyr. Präteritalformen
(p . ^nt[Prechenden Imperfcctis der übrigen Dialekte

p ' ) gegenüber,
anzw ^r ^precnen Rcb aber in der That diefe Formen fo
h'agefiI i haft' dafs ihre Vergleichung als Thatfache
führU( R werden kann? Wenigftens ift feine Beweis-
'TabelF daFjri die er in den ,Einzelbemerkungen zu den
Werd, 1 8iebf, kaum der Art, dafs das behauptet

/;n kann.

Und phfpn das iR fehr auffallend, dafs er die neutr. (intr.)
R>r ide t'r6 Redcutung des Permanfiv's ohne Weiteres
anzwej? 11 r "ält ^ 41 e^ Barth hat meines Erachtens
qatii dj !f dargethan, dafs eine femit. Form qatil refp.
laate'nd ° urcnaus nicht mit der allerdings ganz gleichtut
t nuUtr identifch >R. bald active bald paff. Be-
Permanf a,ben kann. Diefer Form ift doch das affyr.
• g'eichzufetzen, wo es act., was allerdings feiten
32i b

vorkommen foll, oder paff. Bedeutung hat, was fchon oft
der Fall fein, foll und es ift noch durchaus von dem Perm,
neutr. Bedeutung zu trennen. Dafs er aber ein affyr.
qatlat[a), qatläk(u) etc. mit dem Perfect der anderen
Dialekte qatalta, qatalku identificirt, ift meines Erachtens
durchaus ungehörig. Er will diefe verfchiedenen
Formen in dem Affyr. einerfeits, und den anderen Dialekten
andererfeits, aus der Verfchiedenheit des Accentes
erklären. Dafs z. B. aus einem qatdlata etc. in den
übrigen Dialekten ein qatalta etc. werden konnte (p. 110),
ift ja gewifs. Wie aber hier ein qatalata etc. aus einem
qatal oder qatala -- 'anta etc. entftehen konnte, ift mir
nicht recht erfindlich. Es foll fich hier ,einfach um eine
Verkürzung' des Pron. feparat. handeln, ,wie folche durch

enge Verbindung mit einem vorhergehenden Nomen......

und dadurch veranlafsteEnttonung leicht entftehen konnte'.
Indefs die Verbindung des Partie, refp. Adject. mit dem
Pron. feparat. im Syr., die er dafür als Parallele anführt,
ift doch alles andere eher als ein entfprechender Vorgang
für diefe Erfcheinung. Im Syr. bleibt immer die
erfte unbetonte und gefchloffene Sylbe des Separatpronomens
. Aus einem urfprünglichen qätcl -f- enclitifchem
'anta ift ein syr. qätlat — nicht aber qatelt

geworden. Darnach hätte man doch immer in den
anderen Dialekten ähnlich wie im Affyr. ein qatlanta erwartet
. Natürlich würde dann auch der Ton in den
beiden zur Einheit eines Wortes gewordenen Beftand-
theilen wie im Syr. auf die gefchloffene Paenult. zurückgegangen
fein. Ebenfo müfsten wir annehmen, dafs in
einem qatalku der anderen Dialekte ein wefentlich
langes ä in offner Sylbe des Inlauts ausgefallen wäre,
wofür noch fyr. qatelnd keine Parallele böte, da hier
nur Alef mit kurzen Vocal in offner Sylbe gewichen
ift. Wenn er meint, einen Beweis für feine Behauptung
der Entftehung des femit. Perfects durch die Annahme
erbringen zu können, dafs das PJlement —ku
des Perf. der anderen Stämme ,urfprünglich wohl gar
keine Perfonenbezeichnung' enthalte, fondern demon-
ftrativen Urfprunges fei, und daher für's Perf. hier eine
urfpüngliche Zufammenfetzung des Stammes mit 'ana-
ku erfordere (f. § 27 b), fo mache ich darauf aufmerk-
fam, dafs wir einmal dann ein 'anakü als eine fchon
urfemitifche, nicht erft affyr.-hebr.-phönic. Form anfehen
müfsten, während das doch fonft nur für 'ana galt, und
dafs ferner, wenn das demonftrative ka Schwerlich etwas
mit dem Suff, der zweiten Perfon zu thun' haben foll,
,obwohl man im Arab. ein folches darin erblickte',
(f. p. 73) ich nicht einfehen kann, wefshalb das Afformativ
des Perf. —kü durchaus mit dem demonftrativen zeku im
Aeth. zufammenhängen foll (f. p. 57). Es kann ja doch

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