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Ausgabe:

1899

Spalte:

253-254

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Denkschrift des evangelischen Prediger-Seminars zu Friedberg 1899

Rezensent:

Achelis, Ernst Christian

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Seite 1

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und zugleich wärmen laffen kann. Trockne, wortkarge
Naturen, die nicht gern in ihr Innerftes fchauen laffen,
Eltern oder Lehrer und Lehrerinnen, die lieber den
fcharfen Beobachter, der allezeit klüger ift als das Kind,
oder das tadellofe Vorbild mit fteifer Haltung und ab-
gemeffenen Worten und Mienen fpielen wollen, die mögen
in formaler Beziehung wohl Tüchtiges leiften, aber die
rechte Qualifikation für Herzenserziehung haben fie nicht'.
■— Dazu fage ich von ganzem Herzen: Probatum est!
Göttingen. K. Knoke.

tion von Homilie, Predigt, Kunfthomilie, analytifch,
thematifch, fynthetifch u. f. w. geftört werden follte,
zumal da diefc Definitionen mit des Herrn Verfaffers
durchfichtiger Darlegung in feiner Abhandlung: Zur
Entwickelung und Benennung der analytifchen fowie der
fynthetifchen Predigtform in der luthcrifchen Kirche
Deutfchlands' (Denkfchrift des evangelifchen Prediger-
Seminars zu Friedberg für 1869—1885, Friedberg 1886)
nicht völlig zu ftimmen fcheinen.

In Theil III (S. 79—144) befpricht der Herr Ver-
faffer nicht weniger als 109 ,Dispofitionen' über die
Perikope Lc 14,1-11, je nachdem fie Jefus Chriflus, die
Sonntagsfeier, Demuth und Hochmuth, Verkehr mit böfen

Denkschrift des evangelischen Prediger-Seminars zu Friedberg

I OUIlIlUlgSieiCI, uc1i1ulu uuu j. ivwiuiu.u, . .......-------

für die Jahre 1887 (Frühjahr) bis Ende 1897 heraus- I Menfchen oder der Welt, Gefellfchaften (Mahlzeiten) in
gegeben von Dir Prof D Wilh. W eiffenbach. Mit ' den Mittelpunkt (teilen, oder den ganzen Text oder

die rechte Mannig- Einzelheiten u. f. w. in diefer oder jener Form.behandeln;

einer Abhandlung: ,Ueber die rechte Mannig
faltigkeit der Predigten' von Geh. Kirchenrath
D. Diegel Friedberg, C. Bindernagel, 1898. (IV,
45i S. gr 8.) M- 6-

JU/lllZ-V-llH_lLtll U. 1. VV, in v»l%-»v.s. — — ~» J---------- '

ein gröfserer Gegenfatz zu F. L. Steinmeyer, der für
jeden Text nur eine Propofition für richtig hält, ift wohl
kaum denkbar.

Die Schreibweife ift etwas umftändlich und entMarburg
. E. Chr. Achelis.

Bibliographie

von Lic. theol. Paul Pape, Zehlendorf bei Berlin.
jDcutfcbc Literatur.

Ehrlich, A. B., Mikrä ki-Pheschutö (die Schrift nach ihrem Wortlaut).
Scholien u. krit. Bemerken, zu den hl. Schriften der Hebräer. i.Thl.

Auf Grund feiner langjährigen Studien und Erfah- | behrt in ihrer allzu grofsen Schlichtheit der nöthigen
r.ungen reicht D. Diegel, nächft F. L. Steinmeyer wohl Feile; aber der gemütvolle Ton der feine erfrechende
«er Senior aller Vertreter der praktifchen Theologie in Humor, der hie und da mitfpielt, lafst den Lefer nicht
Deutschland, in der an der Spitze diefer Denkfchrift ermüden. Einzelne Ausdrucke, wie unkanzelgemafs
Gehenden Abhandlung (S. 1-144) uns eine Gabe dar, I (S- 46), ,untextgemafs' (S 127) durften zu corngiren
dje des warmen Dankes aller Homiletiker und vieler ; fem; au^

Homileten von vornherein gewifs fein darf. Während gefchichte' auf den Sonntag Oculi verlegt Dafs ein
77 Semefter hat der Herr Verfaffer im Prediger-Seminar ! doppelter S 4 und ein doppelter § 12 vorkommt, ift
gj Friedberg Homiletik gelehrt; wohl fammtliche | S. I Anm. entfchuld.gt.
Qarrer des Grofsherzogthums Hcffen bis zum Lebens-
*w von 60 Jahren find durch feine Schule gegangen.
Vn Kenntnifs der Predigtliteratur wird er wohl kaum
einenEbenbürtigen finden; nicht weniger als 6000Predigten
aus allen Jahrhunderten find von dem Herrn Verfaffer
excerpirt worden, eine Selbftverleugnung, die um fo
pöfser anzufchlagen ift, als fich die Arbeit faft aus-
'chliefslich auf Perikopenpredigtcn befchränkt hat Die

ieWundernswerthe Begeifterung für die Sache, die in Der Pentateuch. Berk 1899, M. Poppelauer. (X, 385 S. gr. 8). 10.—

Tern Greife Wie in einem Jünglingsherzen flammt, hat Corpus scriptorutn ecclesiasticorum latinorum, tditum consilio et im-
ihn (Jjp (-) 1 {•„:„„_ erkorenen Lebensaufgabe nie em- pmsis academiae litterarum caesareae Vindobonensis. Vol. XXXX.

,le VUal leiner erKOrencn 1AUC"™U'S , Augustini, A., d« civiute dei UM XXU. Recensuit et commentario

pnnden laffen. Die theologifche Stellung des nerrn critico ;nstruxi, e. Hofimann. voi. 1. Libri 1—xm. Wien i899, f. t«nPsk>.

Verfaffers ift milde lutherifche Orthodoxie und unbe- (Xix, 66„ s gr. s) i9.sa.

din T a , ii11iuc , 1 a -4.2* J iT •! c^lir;ff Heydemann, V., Aus den Papieren des papfthehen Nuntius Aleander (Pro-

ingte Anerkennung der Autorität der neu. ocnnit. _ ,899 a. k. Wilhelms-Gymnafium in Berlin). Berlin 1899

Den Grundfehaden des heutigen kirchlichen Lebens c ,i ■

lucht D. Diegel in der Wirkungslofigkeit der Predigt;
dlefe habe eine ihre Urfachen in der Gleichförmigkeit
der Predigten, in denen diefelben Wahrheiten abftumpfend
ltets in derfelben Form vorgetragen werden. Es gälte,
lV der überaus reichen biblifchen Wahrheit die Hörer
"'"zuführen und ihren mannigfaltigen Bedürfnifsen gerecht
?u werden. Das gelingt jedoch nicht durch jene falfche
Mannigfaltigkeit, die fernabliegende Dinge oder theo-
logifche Lieblingsmeinungen 'bevorzugt, nicht auch
aürch Anwendung mehrfachen Schriftfinnes, oder durch
phlreiche Methoden, oder durch Anecdoten oderForm-
Jp'gkeit, fondern durch Mannigfaltigkeit der Texte innerhalb
der vorhandenen Perikoj

(16 S. 4).

Tamm, H. C., Das Wefen des evangelifchen Glaubens. Berl. 1899,
C. A. Schwetfchke & Sohn. (195 S. 8). 3. —

Bertling, Zehn Fragen üb. die Wahrheit des chrifllichen Glaubens.

Lpzg. 1899, Hinrichs. (IV, 156 S. gr. 8). 2.—; geb. 3.—

Lühr, K., Unterfuchung der Zeitfrage: Ift e. religionslofe Moral möglich
? Berlin 1899, c- A. Schwetfchke & Sohn. (III, 61 S. gr. 8).

1. —

Pafig, P., Das evangelifche Kirchenjahr in Gefchichte, Volksglauben
u. Dichtung. Mit e. Anh. üb. römifch-kathol. Felle. Für Studierende,
den Schul- u. Hausgebrauch dargellellt. Lpzg. 1899, C. W. B. Naumburg
. (VII, 142 S. 8). Kart. 1. 50
Hollweck, J., Die kirchlichen Strafgefetze. Zufammengeftellt u. com-
mentirt. Mainz 1899, F. Kirchheim. (XI.I, 386 S. gr. 8.) 10.—
Sommer, Gh., Das Recht der Agende in feiner gefchichtlichen Entwicklung
. Schleswig 1899, J. Bergas. (62 S. gr. 8.) I. 20
Waitz, E., Der Agendenentwurf f. die hannoverfche Landeskirche. Eine
krit. Studie. Hannover 1899, Wölfl & Hohorft. (33 S. gr. 8.) —. 75
Bufs, E., Was läfst fich thun zur liturgifchen Bereicherung unfers evangelifchen
Gottesdienftes? Vortrag. [Aus: «Monatfchr. f. Gottesdienft
u. kirchl. Kunft«.] Glarus 1898, Baefchlin in Komm. (12 S. gr. 8.)

--An

—. 40

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5*lb der vorhandenen Perikopenreihen und vor lütem
Pjrch Mannigfaltigkeit der Themata. Jene f^f^J^^.
Häkelt wird in Theil I (S. I-g) 7-uruck^Ppere;
Theil II (S 19—77) giebt .Vorfchlagc zu S™Jerer

""d dieFeftpredigt behandelt; es vverden alt9rpF°rn^" Hardeland?Th., Die katechetifche Behandlung des kleinen Katechis-

p^;:^:^^^^ M.^T.,^^vW

/erfaffers gewifs recht beachtenswert!-; auch der Homt- ! w<jW •) ^ choralrhythmus. Eine Betrachtg. unterer Melodieen
letiker hat' allen Grund, auf die Worte des erfahrenen y der metr Seite m dem Verfuch e rationelleren Takt.erg. der-
Greifes zu hören wenn er auch zunächft durch die Ver- felben. Giefsen ,899, J. Ricker. (III, 78 s^gr. 8.) 1. 50

Schwung" w ftenTchafthcher Termini (wie Dispofition „0ff, »^'^ He,delberK Wo

ü"d Propofition) und durch die nicht ganz klare Defini- I A. Emmerlmg & Sohn. (V, .33 b. g