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Ausgabe:

1899

Spalte:

1-3

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche 1899

Rezensent:

Schürer, Emil

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttingen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark.

N°- 1, 7- Januar 1899. 24. Jahrgang.

Realencyklopädie für proteUantifche Theologie | Schrenck, Die johanneifche Anfchauung vom
und Kirche, begründet von Her z og, in 3. Aufl. »Leben« (H. Holtzmann).

hrsg. von Hauck, 2.-5. Bd. (Schürer).
Riedel, Die Auslegung des Hohenliedes in der

jüdischen Gemeinde und in der griechischen

Kirche (Beer).
Steindorff, Die Apokalypfe des Elias, eine

unbekannte Apokalypfe und Bruchftücke der

Sophonias-Apokalypfe (Schürer).
Hadorn, Die Entllehung des Markus-Evan

Clemen, Die chriflliche Lehre von der Sünde,

I. Teil: Die biblifche Lehre (Gunkel).
Barnard, Clement of Alexandria Quis dives
salvetur [Texts and Studies ed. by Robinson
V, 2] (Koetzschauj.
Paulus, Kafpar Schatzgeyer, ein Vorkämpfer
der katholifchen Kirche gegen Luther in Siid-
deutfchland (Boffert).

geliums (Joh. Weifs). Holl weck, Das kirchliche Bücherverbot,

ern

Commentar zur Conftitution Leo's XIII »Of-
ficiorum ac munerum«, 2. Aufl. (Kattenbufch).
Lobflein, Einleitung in die evangelifche Dog-
matik, aus dem Franzöf. überfetzt von Maas
(Reifchle).

Sabatier, Religionsphilofophie auf pfycholo-

gifcher und gefchichtlicher Grundlage, deutfehe

Üeberf. von A. Baur (Lobftein).
Gennrich, Der Kampf um die Schrift in der

deutfeh-evangelifchen Kirche des neunzehnten

Jahrhunderts (Lobftein).

Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche. [ Drufen (S. 38—46 von Socin, früher von A. G. Hoffmann
und Spiegel), Elfafs-Lothringen (S. 319—325 von
Götz, früher von Cunitz), Emfer Kongrefs (S. 342—350
uiiu vciuiciuis-i "«"agv. """" «'■•■«'■ ".u.^, ..^.v.. ; von Mirbt, früher von H. Schmid), England (S. 370 — 300

logen und anderer Gelehrten herausgegeben von Prof. von Götz_ frühef yon Schoell)) jufegius von rj^efora

(S. 605 — 618 von Preufchen, früher von Semifch), Faften,
kirchliches (S. 770—780 von H. Achelis, früher von Ja-
cobfon und Mejer). Umfangreichere dogmengefchicht-
liche Artikel, welche eine neue Bearbeitung erfahren
haben, find: Duns Scotus (S. 62—75 von Seeberg, früher
von A. Dorner), Durandus von Sto. Porciano (S. 95 —104
von Deutfch, früher von Wagenmann), Meifter Eckart
(S 142—154 von Deutfch, früher von C. Schmidt), Eu-
tycries (S. 635—647 von Loofs, früher von Semifch).
In dem gehaltvollen Artikel von Drews über die ,Eucha-
riflie' (S. 560—572) findet fich S. 563 die irrige Voraus-
fet zung, dafs im Tractat HcvAchoth c. VI—VIII eine
Sabbathmahlzeit befchrieben werde; es ift dort vomTifch-
gebet überhaupt die Rede. Neu hinzugekommen find
zwei gröfsere biographifche Artikel über Aug. Ebrard
(S. 130—137 von E. F. Karl Müller) und Friedr. Fabri
(->• 723—730 von Sachffe). Erfterer war mir aus perfön-
lichen Gründen von befonderem Intereffe. Der Verf. ift
bei aller Sympathie für feinen Helden doch nicht blind

Begründet von J. J. Herzog. In dritter verbefferter
und vermehrter Auflage unter Mitwirkung vieler Theologen
und anderer Gelehrten herausgegeben von Prof.
D. Albert Hauck. 2.-5. Band. Leipzig, J. C. Hinrichs.
(Lex. 8.) ä M. 10.— ; geb. ä M. 12.—

2. Arethas von Cäfarea — Bibeltcxt des Neuen Tcflaments. (III,
780 S.) 1897. — 3. Bibelübcrfetzungen — Chriflenverfolgungen. (IV,
832 S.) 1897. — 4. Chriftiani — Dorothea. (III, 811 S.) 1898. —
5. Dofitheos — Felddiakonie. (III, 8oo S.) 1898.

Vor zwei Jahren konnte an diefer Stelle (Theol.
Litztg. 1897 Nr. 2) über den erften Band der neuen Auflage
der Realencyklopädie berichtet werden. Seitdem
find vier weitere Bände gefolgt — ein erfreulicher Beweis
für das rüftige F'ortfchreiten des Unternehmens. Der
Eindruck, den diefe Bände machen, beftätigt durchaus
die Erwartungen, welche man nach dem erften hegen
durfte. Die deutfehe Theologie kann fleh Glück wünfehen
zu der gediegenen Erneuerung des grofsen Werkes. Der
Prozent-Satz an minderwerthigen Artikeln ift nach meinem
Eindruck (nur von einem folchen, nicht von einem Urtheil
kann bei dem ungeheuren Umfang des Stoffes die Rede

fein) ein weit geringerer als in den früheren Auflagen. : gegen deffen Schwächen, fpricht von ,fcharfen, oft zu
Vielfach haben die beften Kräfte fich zur Bearbeitung j fcharfen Waffen', welche E. im theologifchen Kampfe
der Artikel bereit finden laffen. Die Redaction hat geführt habe (S. 137) und erkennt an, dafs Flbrard's Beoffenbar
mit grofser Umficht, Energie und ausgebreiteter j ftrebungen in Speyer gefcheitert find .nicht blofs an

Perfonalkenntnifs ihres Amtes gewaltet und keine Mühe
gefcheut, um möglichfte Knappheit der F"orm mit mög-
lichfter Vollftändigkeit der Orientirung zu verbinden —
womit nicht gefagt fein foll, dafs diefes Ziel bei dem
Wideiftreben mancher Mitarbeiter überall erreicht worden

mächtig-widerftrebenden Verhältnifsen, fondem auch
durch ein Uebermaafs ungeduldigerWfllensenergie' (S. 136).
— In der fyftematifchen Theologie ift Einlcitigkeit vermieden
, aber doch mit einem ftarken Gravitiren nach der
confervativen Seite. Neben den Artikeln von Gottfchick

ift. Ein befonderes Verdienft der Redaction ift auch die J (Ehe) und Herrmann (Ehre) flehen folche von Cremer
Einfügung mancher neuen Artikel, welche die früheren I (Ebenbild Gottes, Engel), Lemme (Einfalt), Seeberg (ErAuflagen
noch nicht boten. Dafs bei weitem die meinen [ leuchtung, Erweckung), Kirn (Erlöfung), Kahler (Escha-
Artikel dem Gebiete der Kirchengefchichte angehören, , tologie), Sieffert (Ethik). — Noch mehr tritt diefe Neigung
diefe alfo quantitativ alle anderen Gebiete überragt, j nach rechts bei den biblifchen Artikeln hervor. Was
liegt in der Natur des Stoffes und ift darum nicht zu
tadeln. Weniger felbftverftändlich ift es, dafs auch qualitativ
den kirchengefchichtlichen Artikeln die Palme gebührt
, was mir im Grofsen und Ganzen (einzelne Ausnahmen
abgerechnet) auch in diefen Bänden, wie im dafs es nicht zum Schaden der Sache gereicht hat, wenn
erften, der Fall zu fein fcheint. ! der Artikel ,Einleitung in das Neue TeftamenP in Zahn's

Ich erlaube mir, das Gefügte nur an dem zuletzt er- | Händen geblieben ift und ihm auch der Artikel ,Evan-
fchienenen fünften Bande zu exemplificiren. Die Zahl j gelienharmonie' anvertraut wurde (andere neuteftament-
der kirchengefchichtlichen Artikel, welche neu bearbeitet ] liehe Artikel von Wichtigkeit kommen in diefem Bande
worden find, ift fo grofs, dafs nur einige umfangreichere 1 nicht vor). Dagegen wäre beim alten Teftamente aller-
hier genannt werden können, etwa: Drofte-Vifchering j dings eine ftärkere Berückfichtigung der kritifchen Rich-
(S. 23—38 von Mirbt, früher von Richter und Mejer), | tung dringend wünfehenswerth gewefen. Die Mehrzahl

hierüber fchon bei der Anzeige des erften Bandes bemerkt
wurde, gilt auch jetzt noch. Pls ift hier eben die
Polition beibehalten worden, welche die vorige Auflage
eingenommen hat. Dabei foll gerne anerkannt werden,