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Ausgabe:

1898

Spalte:

673

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Baethgen, Friedrich

Titel/Untertitel:

Die Psalmen 1898

Rezensent:

Dalman, Gustaf

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von ü. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttingen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark

N°- 26. 24. December 1898. 23. Jahrgang.

Baethgen, Die Pfalmen [Handkommentarzum

A. T. II, 2], 2. Aufl. (Dalman).
Schür er, Geschichte des jüdischen Volkes im

Zeitalter Jefu Chrifli, 3. Aufl., 2. und 3. Bd.

(Schürer).

Neue Homilien des Athanafius, Bafilius, Chry-
foflomus, Eufebius von Caefarea in Kappa-
docien, Proklus von Cycicus, und Theophilus
von Alexandrjcn (H. Achelis).

Kunze, Das nicänisch-konstantinopolitanifche
Symbol [Studien zur Gefchichte der Theologie
u. Kirche von Bonwetfch und Seeberg III, 3]
(Kattenbufch).

Anthologiae latinae supplementa, vol. I.: Da-
masi epigrammata rec. Ihm (Gundermann).

Lease, A syntactic, stylistic and metrical study
of Prudentius (Gundermann).

Anonymi christiani Herrnippus de astrologia

dialogus, ediderunt Kroll et Viereck (Gundermann
).

Eubel, Hierarchia catholica medii aevi (Wenck).

Redner, Das Prinzip des Protestantismus der
Gegenfatz des Katholizismus (Kattenbufch).

Schellwien, Philofophie und Leben (Elfenhans
).

Baur, Chriftliche Männer und Frauen in alter
und neuer Zeit (Kühn).

Baethgen, Prof. D. Friedrich, Die Psalmen überfetzt und j Schürer, Prof. D. Emil, Geschichte des jüdischen Volkes

erklärt. Zweite neubearbeitete Auflage. (Handkom
mentar zum Alten Teftament. In Verbindung mit
anderen Fachgelehrten herausgegeben von Prof. D.
W. Nowack. IL Abtheilung, Die poetifchen Bücher
2. Band.) Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 1897.

im Zeitalter Jesu Christi. Dritte Auflage. 2. und 3. Band.
Leipzig, Hinrichs, 1898. (gr. 8.) M. 24.—; geb. M. 28.—

2. Die inneren Zustände. (VI, 584 S.) — 3. Das Judenthum in
der Zerstreuung und die jüdische Literatur. (V, 562 S.)

Diefe beiden Bände entfprechen dem zweiten Bande

(XLII 436 S. gr.~8.) M. 8.—; geb. M. 9.80 j der vorigen Auflage. Der Text hat keine wefentlichen
^ . ' ' .'.. , ,. r n . . Umgeftaltungen erfahren. Aber die Ergänzungen fowohl
Es .ft etn Beweis für das diefem Commentar ent- ^ Text ^ ^ Anmerkungen find doch fo zahlreich,
gegenkommende Bedurfn.fs, dafs fchon 5 Jahre nach dafg def Umf bei gleicher Einrichtung des Druckes
dem Erfche.nen der erften Auflage (f. die Anzeige im yon gg auf ,, *6 Seit<?n angewachfen ift. Es fchien mir
Jahrg. i8,Nr.26d.Ltzg.) eine neue Bearbeitung ausgehen darum lweckmä4sig, den Band in zwei zu zerlegen, was
wnAdem vorJc5t,g abw.afnden Charakter des auch lejcht fcheghen konntC) da die fur denS d;itten
Werkes hat die neue Auflage nichts geander Die Ver- , ßand ubn bleibenden Abfchni'tte (das Judenthum in der
trlpir-Vinno- mit dpr prftpn Auffand zeict nhprall eine (orcr- „. . 0 . ......... _ . ! ■> ---

glcichung mit der erften Auflage zeigt überall eine forg-
fame Nacharbeit in Einfchaltungen, Abänderungen und
Streichungen, aber keine Wandelung des Standpunktes
in Bezug auf die jetzt im Vordergrunde des Intereffes

Diafpora und die jüdifche Literatur) ein relativ felbftän-
diges Ganze bilden.

Die Ergänzungen, welche fich durch das Ganze hinin
OCZUU dUl U1C CUL Uli VUIUCI^IUIIUC Ut3 UlLClCliCS i j____i ■ l___~ /• , r f- , -

' , ,& r- i_ j r j j t j- -j n- j durchziehen, 10 dals nur wenige Seiten ganz davon frei

flehenden Fragen, ob Gemeindelied oder Individualhed, 1 r , r, ■ '• ., , , .s >" u*-uu lrcl

V , —.. , G er v a a is.t <■■ 11: a „u t • Ä llnd, find mir theils durch eigene fortgefetzte Studien

ob Königs- bez. Meffiashed oder Nationalhed, ob Lied fu0:L a„r^u a-,a A.u.ito & a <.u m j t;uu1c1,>

■ t, ^ • j j r r 1 11 c-- a t-t- a f theils durch die Arbeiten Anderer, theils durch neue

einer Partei oder des Gefammtvolkes. Eine dritte Auf- K-r-u-jAu-t,- ,,„A 1 ,;r,.u„ c. Jl ur t 1

, ... -tT r rr u er «.h u u u e- 1 u •■. lnlchrittliche und literanlche Bunde zugewachfen. Ich

lorro mtii-H rlpm Vprfaffpr hnrfpnt ich harn (tP po-pnnpif , . ..... . & «•»-"»*-"•

läge wird dem Verfaffer hoffentlich bald Gelegenheit
bieten, fich mit den neueften Arbeiten auf diefem Gebiete
auseinander zu fetzen. Viele Benützer des Buches würden
dem Verfaffer dann auch dankbar fein für eine Ueber-
ficht über die von ihm in diefer Richtung bei den einzelnen
Pfalmen gewonnenen Refultate. Der Nachbefferung

erlaube mir, hier die etwas umfangreicheren hervorzuheben
.

Gleich die erften zehn Seiten find neu. Ich habe
hier zu zeigen verflicht, wie die jüdifche Bevölkerung
Paläftinas in Folge der politifchen Machtentfaltung der
Hasmonäer aufserordentlich an Ausdehnung gewonnen

, ... r ■ 1 j- a _ u -i___ j- :,:j;r^v.ö ""'uvnoi.1 aui3uuiucuiiii.il etn .nusucnnuiig gewonnen

bedürfen immer noch die Angaben über die jud fche hat Um Judäa hat ^ Hkausfchkb*n ^ jüdi.

Auslegung einzelner Pfalmen. Bei Pf I O z. B. foll die ; fchen Ekmentes nach Weften und Sud K ft
meffianifche Deutung erft im Mittelalteraufgegeben funden Ga].,äa und peräa überhaupt erft

worden fem Aber man hat fehr frühzeitig fchon an j dufch die Hasmonaer judaifirt worden. tfoch £
Abraham oder Hiskia gedacht. Man hatte felbft an ,„,-.„ Ualft , J .. T , , ,

-P . , ,1 1 ■■ / • j t „ 4. 1. a n w der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts vor Chr
David denken können (wie das largum) trotz der Ueber- L,Kpn • „„„ , To ... f. j . ... . , A* t"'

7 r r ■ _-it_u_r_t. il /^e • / naoen wir uns d ele Landichaften als überwiegend heid-

fchnft m;, wenn man mit Jehofchua ben Chanania (um 1 _ir_v „„. .. . ...,.f , ta- r C r v-ll-sc""

iciiiii ' »"i . j j .v . : mich, nur mit einer judifchen Diafpora befetzt, zu denken

TOOn Chr.) alle Davidslieder als ,im Namen der Gemeinde' i i,- n a „i a- ju, d i A ja.«,.;

luun. vm.; «tue ,____ I Hrlt durch die gewa tfamen Bekehrungen des Ariftobul 1

trpfnrochen anfah. Fur das noch immer unerklärt ge- ,, , A, , &, r , ,. - T s ", r" . , "

geipruciicu o'py», , & und Alexander Jannaus find diefe Landfchaften mda firt

hliphpne M5D fei letzt die Vermuthung verzeichnet, dafs ; „,__, T , , 7 ,.. r, 7' ' , a muc" juuaiuri

e in der That auch keine Bedeutung hat, fondern nur i ^ lhabe .™8™l.Ze* ^denken getragen, diefe
der Ru * wa welchen das Volk nach jeder Verszeile er- I Annmdfi herkomml,chen Meinung radical abweichenden

hob In dem mir vorliegenden handfchriftl. Siddur von ^Sf^^ T■ l^f A^T^ ^
iiod. in aem um vwin s _ begründet, dafs ich auf ihre Anerkennung von Seite der
Jemen finde ich hinter den Strophen vieler Lied r ein ; Fa?h fren hoffe. _ Sonft ift •„ dJ 22 ^
:TB, und ich lerne aus J. Safir s Eben^Sapp.r I 82» dafs , allgemeinen Culturverhältnifse die Gefchichte des Münzin
folchem Falle die^einungift dafs bei jeder Verszeile , wesfens . p l ft voUftä^ als frQher faen
nach dem Vortrag der erften Hälfte durch den Vorfanger | (g ^ f). jm Uebrigen dag fa AnmJ^ngf;n

vielfach vervollftändigt. Letzteres gilt auch von der
Verfaffungsgefchichte der helleniftifchen Städte (S. 72-

- — - tri__11____n_i. i -T- . « , , . . .. '

die Gemeinde TB rufe, nach der zweiten jptt oder ya.
Da hat man unverftandenes JITüTB (ipaXfiog) zu einem

~" • . . , i „4. x^^„„ „.„„ _„ i * c.iaiiuiigagciuiiiuiuc uci iicuciiiii luic oiauie d. 72 —

folchen Rufe in zwei Stucke zerlegt Wenn man an die , } Eine Umgeftaltung des Textes haben hier die ein

Stämme bH2 und %S denkt, .ft Verwendung von nbo le^nden Bemer*kuneen |. 7g_8l und befonders Her Ah.
als blofser gellender Ruf nicht unmöglich.

Leipzig. _ G. Dalman.

leitenden Bemerkungen S. 78—81 und befonders der Ab-
fchnitt überKanata und Kanatha(S. 129—134)erfahren,
die ich jetzt nicht mehr für zwei verfchiedene Städte]
fondern für identifch halte. In den nächften Paragraphen

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