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Ausgabe:

1898

Spalte:

649-652

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Dillmann, August

Titel/Untertitel:

Die Bücher Exodus und Leviticus. 3. Aufl 1898

Rezensent:

Bertholet, Alfred

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer. Prof. zu Göttingen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark,

N°- 25. 10. December 1898. 23. Jahrgang.

Dill mann, Die Bücher Exodus und Leviticus,
in 3. Aufl. herausgeg. von Ryffel (Bertholet
).

Faye, Clement d'Alexandrie, etudes sur les
rapports du Chriflianisme et de la philo-
sophie grecque au Et« siecle (Wendlandl.

Overbeck, Die Bifchofsliflen und die apofto-

lifche Nachfolge in der Kirchengefchichte
des Eufebius (Harnack).
Maltzew, Begräbnifs-Ritus und einige fpecielle

und alterthümliche Gottesdienlle der orthodox- 1 (lein)

Smend, Kelchverfagung und Kelchfpendung in
der abendländifchen Kirche (E. Chr. Achelis).
Rdville, Paroles d'un Libre-Croyant (Lob-

katholifchen Kirche des Morgenlandes (Katten-
bufch).

R i e k s, Leo XIII.und der Satanskult(Kattenbufch).

Fauth, Das Gedächtnis (Knoke).
Kö rtlin, Leitfaden zum Unterricht im Neuen
Teftament für höhere Schulen, 2. Aufl. (Fay).

illmann. Augufl, Die Bücher Exodus und Leviticus. In unverändert eine Erörterung abgedruckt, welche im
3. Auflage herausgegeben von Prof. Dr. Victor Ryffel. | Wesentlichen auf die Vertheidigung der gegenwärtigen

(Kurzgefafstes exegetifches Handbuch zum Alten ÄXn^

b 6 . . d tt• 1 -q . lnzwilchen hatte hell Dillmann felber (NDJ 641) zum Ur-

Teflament. 12. Eieferg.) Leipzig, S. Htrzel, 1897. theil entfchieden, Lev 1-7 hätten flcher erft bei der
(XIV, 696 S. gr. 8.) M. 12.— 1 letzten Ordnung des Pentateuchs ihre jetzige Stelle be

Zum dritten Male gelangt im kurzgefafsten exege-
tifchen Handbuch die Erklärung der Bücher Exodus und
Leviticus zur Ausgabe, jedesmal aus der Hand eines
andern Gelehrten. Es wäre nicht fchwer, die Stichhaltigkommen
. Naturlich verfehlt Ryffel nicht, dies anzuführen;
aber dann mufste die ganze befagte Erörterung wegfallen
oder merklich modificirt werden. Die gleiche Erfchei-
nung, dafs gänzlich oder theilweife fleh widerfprechende

keit der quellenkritifchen Scheidung, welche Dillmann 1 Aeufserungen Dillmann's coordinirt nebeneinander flehen,
bekanntlich keineswegs unterfchätzt hat, an diefem Com- j [die nachträgliche freilich ftets durch eckige Klammern
mentar felber zu erproben; es liefse fleh, z. T. dank ] ausgezeichnet], wiederholt fich des Oeftern. P. 481 z.B.
befondern Bezeichnungen, ziemlich fäuberlich trennen, [ heifst es, dem überlieferten Dillmann'fchen Texte ent-
was Knobel, was Dillmann und was Ryffel angehört, fprechend, das Urtheil von Merx, der Lev 6 f. für jünger

Zwar warfchon Dillmann's Commentar eine durchgängige
Umarbeitung; aber doch konnte er fagen, er habe etwa
zwei Fünftel aus dem Knobel'fchen herübergenommen, und
zwar namentlich feine archäologifchen, gefchichtlichen
und geographifchen Erläuterungen und die von ihm ge

als 1—5 erkläre, fei unhaltbar. Einige Zeilen weiter erfahren
wir als Dillmann's fpätere Meinung, die fonfl woher
aufgenommenen Opfertoroth Lev 6 f. feien erft fpäter
eingefugt. Wenig Seiten weiter (p. 485) wird nichtsdefto-
weniger wieder eine frühere Annahme Dillmann's mit-

fammelten Parallelen aus den Gefetzen und Bräuchen j getheilt, die fleh auf die Vorausfetzung gründete, dafs

der andern alten Völker. Ryffel ift Dillmann gegenüber
confervativer geblieben, und das unterfcheidet diefen
Commentar ganz wefentlich von der neuen Auflage des
Dillmann'fchen Jefajacommentares, der unter Kittel's Hand
eine ziemlich veränderte Gehalt angenommen hat. Es
liegt mir ferne, Erwägungen darüber anzuflehen, was das

wahrfcheinlich P felbft K 6 f. fchon aufgenommen habe.
Dafs dabei mit einer Klammer auf die p. 481 f. mitge-
theilte veränderte Anficht Dillmann's hingewiefen wird,
ifl doch kaum genügend. Ein weiteres in die Augen
fpringendes Beifpiel diefer Art liefert p. 670 (zu Lev
2532—34; vgl. NDJ 642 f.). Von den fpätern abweichen-

Richtige genannt zu werden verdient; fie wären übrigens ; den Meinungen Dillmann's betr. Quellenfcheidung nennt
auch ziemlich müfsig, weil die gegebenen Bedingungen Ryffel felber befonders bedeutungsvoll die Zurücknahme
hier und dort verfchiedene waren: es war auch that- j der früher von ihm vertretenen Anficht, dafs die Quellen-
fächlich an der Erklärung der beiden Bücher Ex Lev, j fchrift ^ des Jahwiften auch eine Reihe von Gefetzen
die ein wahres standard-work Dillmann'fchen Könnens
war, kaum viel umzugeflalten als den Ertrag der feit
dem Erfcheinen der letzten Auflage (1880) veröffentlichten
theologifchen Arbeit nachzutragen. Und felbft davon
entfällt ein gutes Stück wiederum auf Dillmann felbft.
Seine letzte Ausgabe des Genefiscommentares, feine von
Kittel edirte atl. Theologie, die eigenen Randbemerkungen
in feinem Handexemplare und vor Allem feine Schlufs

nämlich das Heiligkeitsgefetz in eigentümlicher Bearbeitung
enthalten habe. Dillmann's fpätere Anficht
darüber ifl in Kürze folgende: Aus einer in exilifcher
Zeit überarbeiteten vorexilifchen, vielleicht fogar vor-
deuteronomifchen Sammlung theils älterer theils jüngerer
Gefetzesflücke, die vielleicht nach einem Grundgedanken
zufammengeftellt und in der Art des Bundesbuches oder
des Dtns mit kurzer Einleitung verfehen waren, find (ob

abhandlung über die Compofition des Hexateuchs am j eben vom Ueberarbeiter?) beträchtliche Stücke dem
Ende feines Commentares zu Nu Dtn Jos f== NDJ), von Pentateuch einverleibt worden, um hier noch einmal
der er felber fagte, dafs er nach ihr verbeffert wünfehe, 1 nach P überarbeitet oder mit Stücken des P zufammen-
was etwa in der Erklärung von Ex Lev zu ihr nicht; gearbeitet zu werden (vgl. NDJ 637—647). Eine auf Grund
ftimme, boten Ryffel eine Fülle Materiales, und er hat j diefer neugewonnenen Anficht Dillmann's umgeflaltete

es in forgfältigfter Weife verwerthet. So hat er in feiner
Neuausgabe geleiftet, was an Pietät gegen den ver-
florbenen Autor nur möglich war. Dafs er hin und wieder
Unrichtiges flillfchweigend corrigirt hat (z. B. p. 419
Z. 19 v. o.: Lev 1430 fl. 1431; p. 450 Z. 11 v. o: Ex 2024
fl. 2021 Z. 22 v. o: Lev 918 ft. 915), ifl felbflverfländlich und
beftätigt nur das Gefagte.

... Gelegentlich ifl; ihm meines Erachtens der überlieferte
1 ext nur allzu unantaflbar gewefen. So findet fleh p. 415 f.

Bearbeitung der Exegefe von Lev 17—26 (refp. der
übrigen zu H gehörigen Stücke) fuchen wir nun aber in
unferer neuen Auflage vergeblich. Immer wieder begegnen
wir der Sigle J aus dem alten Text, freilich mit
einer fie begleitenden Verweifung; indeffen erinnert uns
letztere eigentlich blofs daran, dafs nach fortgefchrittenerer
Auffaffung J nicht J fei. (Ryffel erfetzt nämlich mit Recht
die Dillmann'fchen Siglen ABCS durch die jetzt allgemein
üblichen PEJH).

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