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Ausgabe:

1897

Spalte:

233-234

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Bertholet, Alfred

Titel/Untertitel:

Der Verfassungsentwurf des Hesekiel in seiner religionsgeschichtlichen Bedeutung 1897

Rezensent:

Kraetzschmar, Richard

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. SchÜPer, Prof. zu Göttingen.

Preis

Erfcheint Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark-

alle 14 Tage.

N£i 9. 1. Mai 1897. 22. Jahrgang.

Bertholet, Der Verfaffungsentwurf des Hefekiel
(Kraetzfchmar).

A Commentary to Deuteronomy by Abulfarag
Bar-Hebraeus ed. by Kerber (Neltle).

A Concordance to the Septuagint ed. by Hatch
and Redpath. Part VI (Schürer).

Schürer, Die Juden im bosporanifchen Reiche
und die Genoflenfchaften der aeßöftcvot &eov
vipiotov ebendafelbft (Schürer).

Charles, The apocalypse of Baruch, translated
from the Syriac (Schulthess).

Klöpper, Der Brief des Apoftels Paulus an
die Philipper (Weiffenbach).

Brooke, The commentary of Origen on S.
John's gospel. 2 vols (Koetschau).

Zöekler, Askefe und Mönchthum. I. Bd. (Grützmacher
).

Zwingli-Bibliographie, zufammengeft. von F i n s -

ler (Stähelin).
Lüdemann, Reformation und Täufertum in

ihrem Verhältnis zum chriftlichen Princip

(Boffert).

Lecanuet, Montalembert (Schott).
MvaxaxiSr]q,lO ispöc xxijpoc (Ph. Meyer).
Schultze, Mart., Die Religion Jefu und der

Glaube an Chriftus (Ritfehl).
Bettex, Natur und Gefetz (Ritfehl).
Schneider, Die Kernfragen des Chriften-

thums behandelt in Form eines Zwiegefprächs

(Ritfehl).

Zeitfchrift für die evangelifch-lutherifche Kirche
in Hamburg. 1. u. 2. Bd. (E. Schultze).

Bertholet, Priv.-Doz. Lic. Alfr., Der Verfassungsentwurf Der Druck ift korrekt, nur S. 27, Z. 11 ift Nabal un

des Hesekiel in seiner religionsgeschichtlichen Bedeutung.

Habilitationsvorlefung. Freiburg i. B., J. C. B. Mohr,
1896. (IV, 28 S. gr. 8.) M. —.80

Das vorliegende Schriftchen enthält die Habilitationsvorlefung
des Verfaffers, im Grofsen und Ganzen unverändert
(S. III), nur mit einer Reihe von Anmerkungen,
S. 25—28, verfehen herausgegeben. Man mufs dem Ver-
faffer, der fich bereits durch fein Buch über ,Die Stellung
der Ifraeliten und der Juden zu den Fremden' (Freiburg
und Leipzig 1896) vortheilhaft bekannt gemacht hat,
nachrühmen, dafs er es verftanden hat, den fpröden
Stoff, den er fich für feinen Vortrag auserfehen, frifch
und anziehend zu behandeln und feinen Hörern in allgemein
verftändlicher Weife darzubieten. — In der im
Verhältniffe zu dem Haupttheilen etwas umfangreich
ausgefallenen Einleitung fchildert er in grofsen Zügen
die religiöfe Entwickelung Ifraels bis zu Ezechiel und
weift diefem feinen Platz innerhalb derfelben an: er ift
der priefterliche Prophet des deuteronomifchen Gefetzes.
Sodann wird im engen Anfchluffe an die Grundgedanken
des Deuteronomiums der ezechielifche Verfaffungsentwurf
(Ez. 40—48) in feiner religionsgefchichtlichen Bedeutung
beleuchtet, an der Hand feiner Ausfagen über den
Dualismus von ,heilig' und ,profan', über den Kultusort
und das Kultusperfonal. Es zeigt fich an allen drei
Stücken, dafs das Sittliche darin ungebührlich vernach-
läffigt wird und das kultifche Intereffe alles überwiegt.
,Die Religion ift bei Hefekiel aus dem lebendigen Verkehr
des Menfchen mit der Gottheit Syftem und zwar kirchliches
Syftem geworden.' Ezechiel wird darum mit Recht
der Vater des Judenthums genannt; es darf aber anderer-
feits auch nicht verkannt werden, dafs er durch feinen
Verfaffungsentwurf dazu beigetragen hat, Ifrael in der
Fremde zufammenzuhalten.

Einzelne Behauptungen find zu weit gefafst, fo z. B.
wenn (S. 13) gefagt wird, dafs in dem Entwürfe ,eine
entfehiedene Geringfehätzung aller Kulturarbeit' zum
Ausdrucke komme. Dagegen fpricht allein fchon der
Tempelbau und die Rolle, die er c. 40 ff. fpielt; vergl.
fonft 28 26 u. a. Ezechiel ift weit von dem kulturfeindlichen
nomadifchen Ideale der alten Zeit entfernt, wohl
aber hat er eine ausgefprochene Abneigung gegen alles
an kanaanitifches Wefen Erinnernde, vergl. i63.15 und
fonft; daher die Nichterwähnung des Weines beim Opfer!
Für die des Goldes beim Tempelbau ziehe ich die
Stade'fche Erklärung der vom Verfaffer gegebenen vor.
Im übrigen aber wird man den Ausführungen des Verfaffers
gern folgen und feinen Refultaten beiftimmen. —

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nöthigerweife geadelt worden.
Marburg. R. Kraetzfchmar.

A Commentary to Deuteronomy. Taken from the four German
Manuscripts which comprise the Iii' '^»1 of Gregory
Abulfarag Bar-Hebraeus. Edited by Dr. George
Kerber, in: The American Journal of Semitic Langu-
ages and Literatures (continuing ,Hebraica'). Vol. XIII.
No. 2. p. 89—117. January 1897.

Die ThLZ. hat fo oft auf einzelne Theile hingewiefen,
welche aus dem grofsen biblischen Scholienwerk des
Barhebräus während der letzten 20 Jahre veröffentlicht
wurden (erftmals 1878, Nr. 13, zuletzt 1895, Nr. 9), dafs
es mir Pflicht erfcheint, auch diefen Theil zu erwähnen,
obgleich er nicht als felbftändige Veröffentlichung, fondern
in einer Zeitfchrift erfchien. Auch er enthält Bemerkungen,
die fprachlich und fachlich fehr intereffant find, z. B.
über die Namen der unreinen Tiere zu 14, 5, über welche
auch unfre beften Wörterbücher fehr ungenügend find;
vgl. z. B. Brown-Driver-Briggs, welche IpK von G durch
Ofiv§, TOT von S durch U^>- wiedergegeben fein laffen. Das
Wort vom Verfluchten, der am Holz hängt, (21,23) das
in der fyr. Ueberfetzung heifst: ,wer Gott läftert, foll
gekreuzigt werden', wird hebräifch u. griechifch angeführt.
Neben, Aquila, Symmachus und Theodotion wird auch
der Samaritaner beigezogen, z. B. 27, 4. 5: .Einige fagen,
das Exemplar der Samaritaner habe, 'auf dem Berge
Garizim;' und dies ift richtig'. Kerber's englifche Ueberfetzung
hat hier den Text gründlich mifsverftanden. —
Es ist zu hoffen, dafs, wenn der ,Schatz der Geheimniffe'
bald vollends ganz gedruckt fein wird, durch eine zu-
fammenfaffende Arbeit die lehrreichen Notizen, die in
ihm verborgen find, allgemein zugänglich gemacht werden.
Ulm. Neftle.

A Concordance to the Septuagint and the other Greek
Versions of the üld Testament (including the Apo-
cryphal Books) by the late Edwin Hatch, M. A., D.
D., and Henry A. Redpath, M. A., assisted by other
scholars. Part. VI. Jlgog — '^piaaig. Oxford, Clarendon
Press, 1897. (S. 1209—1504 und VI S. gr. 4)

1 guinea.

Kaum fünf Jahre nach Erfcheinen der erften Lieferung
(f. Theol. Litztg. 1892, 369) liegt diefes grofse Werk
nunmehr vollendet vor. Dafs es auch feine Mängel hat,

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